Waffenhandel Deutschland verhalf Gadhafi zu Raketen

Libyens Machthaber schlägt die Opposition im Land nieder, auch mit Waffen aus Deutschland. Deutsche Behörden halfen Gadhafi tatkräftig bei der Aufrüstung.

Deutschland hat Libyens Diktator Muammar al-Gadhafi bei der Aufrüstung stärker geholfen als bislang bekannt. Nach Informationen des Handelsblatts genehmigten deutsche Behörden explizit die Ausfuhr von Abschuss-Anlagen für Panzerabwehrraketen des Typs "Milan 3" über Frankreich an Libyen. Gaddafi führt gerade einen blutigen Kampf gegen die Rebellen.

Die Abschuss-Anlagen wurden im bayerischen Schrobenhausen von der zum EADS-Konzern gehörenden Firma LFK produziert. Die dazu passenden Raketen baute eine andere EADS-Tochter, die französische MBDA-Systems. Die Geräte wurde im Rahmen eines bereits 2007 geschlossenen Vertrages zwischen Frankreich und Libyen 2009 an das Regime in Tripolis geliefert. Nach Angaben des Stockholmer Instituts für Friedensforschung (SIPRI) hatte der Deal einen Gesamtwert von 168 Millionen Euro.

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Auf seiner Website bewirbt der Milan-Hersteller MBDA-Systems seine Panzerabwehrrakete als besonders präzise Waffe, die auch gepanzerten Stahl durchschlagen könne. Das Modell Milan 3 verfüge über ein "verbessertes Tötungspotenzial".

Ein Sprecher des Bundesamts für Ausfuhrkontrolle (Bafa) sagte, zu einzelnen Genehmigungsanträgen nehme die Behörde keine Stellung. Ein Sprecher von MBDA-Systems bestätigte jedoch auf Anfrage sowohl die Verwendung der deutschen Abschuss-Anlagen in der Milan-Lieferung an Gadhafi als auch die Genehmigung durch deutsche Behörden. Einen letzten Teil der geplanten Lieferungen habe die Firma allerdings nach Inkrafttreten des neuen Waffenembargos gegen Libyen vom 28. Februar diesen Jahres gestoppt.

Zwischen 2004 und bis vor kurzem gab es kein Waffenembargo gegen Libyen. Direkt nach dem Fall des Embargos 2004 versuchten viele Staaten, Gadhafi Waffen zu verkaufen, da dessen Armee wegen des Embargos extrem rückständig ausgerüstet war. „Nach dem Ende des Embargos wollten alle an Libyen verkaufen. Es gab einen erbittert geführten Wettbewerb“, sagte Pieter Wezeman, Nahostexperte des SIPRI, dem Handelsblatt.

Leser-Kommentare
  1. Das ist doch genau die verlogene Scheinheiligkeit, die diese Politiker als hervorragende politische Arbeit bezeichnen. Und dann schauen sie ganz betroffen, weil da MENSCHEN getötet werden. Ich weiß nicht was ich abscheulicher finde, den an sich Krieg oder die Menschen, die die Waffen dafür bauen und/oder liefen.

    Gysi spricht in seiner Aschermittwochsrede so viele Themen klar an, wie ich es schon seit langem von keinem Politiker mehr gehört habe. Ich habe mal die Themenblöcke zeitlich ermittelt. So kann jeder gleich in die entsprechende Stelle reinhören.
    In den Tagesthemen wurde daraufhin gesagt, es hätte keine Partei besondere Aussagen getroffen, wörtlich: Mittelmaß eben.
    Da haben sie aber wohl nicht diese Rede gehört.

    http://www.youtube.com/wa...

    2:50 Waffenhandel nach Libyen, Ägypten
    3:40 Deutschland beteiligt sich an völkerrechtswidrigen Kriegen
    4:00 Afghanistan + Krieg dem Krieg
    4:55 Uno-Zahlen über Afghanistan
    7:40 Reallöhne und Steigerung des Geldvermögens
    9:00 Milliardäre und Eigentum
    12:00 Die Schere zwischen arm und reich
    13:30 Prekär Beschäftigung und Arbeitsplätze, Minijobs und Zeitarbeit
    16:30 SPD und Grüne als Türöffner für Verschlechterungen
    18:15 Europäische Zentralbank und Griechenland
    19:30 Die Banken regieren uns
    21:50 Bankenabgabe der Banken und langfristige Politik
    23:00 Finanztransaktionssteuer kommt nicht + Hypo Real Estate
    Teil 2 folgt.

  2. Entfernt. Äußern Sie sich bitte zum Thema des Artikels. Danke. Die Redakiton/sh

  3. Sorry, ... den Krieg an sich ...
    meinte ich natürlich.

    • L_P
    • 17.03.2011 um 14:08 Uhr

    Das macht mich krank. Wie scheinhelig kann eine Regierung eigentlich sein? Ist das nur die Spitze des Eisbergs? Was wird dem Volk noch alles verschwiegen? Wo soll das hinführen?

    Eine Leser-Empfehlung
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    • hareck
    • 17.03.2011 um 14:12 Uhr

    Das klassische Muster...Waffen werden exportiert, um Regimes zu stabilisieren, und dann wundert man sich, dass diese Regimes diese Waffen auch einsetzen.

    Dagegen hilft nur ein Stopp sämtlicher Waffenexporte ins Ausland.

    Ich werde bei der nächsten Wahl die Partei wählen, die dies durchsetzt.

    Und zu Kommentar 5: Natürlich sind nicht die Waffen schuld. Die Schuld liegt aber nicht nur beim Anwender, sondern auch bei denen, die sie herstellen und exportieren.

    • hareck
    • 17.03.2011 um 14:12 Uhr

    Das klassische Muster...Waffen werden exportiert, um Regimes zu stabilisieren, und dann wundert man sich, dass diese Regimes diese Waffen auch einsetzen.

    Dagegen hilft nur ein Stopp sämtlicher Waffenexporte ins Ausland.

    Ich werde bei der nächsten Wahl die Partei wählen, die dies durchsetzt.

    Und zu Kommentar 5: Natürlich sind nicht die Waffen schuld. Die Schuld liegt aber nicht nur beim Anwender, sondern auch bei denen, die sie herstellen und exportieren.

  4. ist inhaltlich wohl richtiger.
    Die Raketen kommen, es steht selbst im Artikel, aus Frankreich.

    Das mit dem "Tötungspotenzial" ist Unfug bzw. schlecht übersetzt!

    Für ungeschütte Weichziele ist es völlig egal ob sich der Gefechtskopf einer Milan 2 oder 3 in deren Nähe umsetzt....

    Es geht dabei um die Durchschlagsleistung der Hohlladung, bei Milan 3 insbesondere gegen reaktive Panzerelemente; letzte dienen zu kostengünstigen Aufrüstung veralteter Panzer in Drittwelt-Armeen.

    MfG Karl Müller

    Eine Leser-Empfehlung
    • hareck
    • 17.03.2011 um 14:12 Uhr

    Das klassische Muster...Waffen werden exportiert, um Regimes zu stabilisieren, und dann wundert man sich, dass diese Regimes diese Waffen auch einsetzen.

    Dagegen hilft nur ein Stopp sämtlicher Waffenexporte ins Ausland.

    Ich werde bei der nächsten Wahl die Partei wählen, die dies durchsetzt.

    Und zu Kommentar 5: Natürlich sind nicht die Waffen schuld. Die Schuld liegt aber nicht nur beim Anwender, sondern auch bei denen, die sie herstellen und exportieren.

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    Antwort auf "Wo leben wir?"
  5. Das mit dem Buttermesser leuchtet wohl noch ein. Eine Panzerabwehrrakete des Typs "Milan 3" ist jedoch bereits aus ihrer Existenz heraus eine Bedrohung. Kaffee kochen kann das Ding wohl nicht.

    Wären an Lybien anstelle von Panzerabwehrraketen Buttermesser geleifert worden, würde sich wohl niemand über den Fabrikanten aufregen. ;)

  6. Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Beiträgen an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/wg

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