EnergiepolitikDie Mythen der Atomlobby
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Wir brauchen Atomkraftwerke für die Grundlast

Wir brauchen Atomkraftwerke für die Grundlast.
Uwe Leprich hält die Notwendigkeit von Grundlastkraftwerken, also von Kraftwerken, die möglichst ununterbrochen betrieben werden, um die Stromversorgung zu sichern, für einen Mythos. "Grundlast hat nichts mit dem Angebot zu tun, sondern ist ein Nachfrageprofil, das durch einen sehr unterschiedlichen Mix von Kraftwerken abgedeckt werden kann." Für den Energieexperten der Hochschule des Saarlandes hat längst eine "neue Welt auf dem Erzeugungsmarkt" begonnen: "Energieversorger und Netzbetreiber müssen sich auf stark schwankende Einspeisungen einstellen. Wir werden künftig Tage erleben, an denen die Windkraft die gesamte Last bundesweit abdeckt." Mit jeder zusätzlich eingespeisten Kilowattstunde Ökostrom sinke deshalb der Bedarf an großen Kraftwerksblöcken. Notwendig seien künftig kleinere, flexible Kraftwerkseinheiten, die sich schnell an die Ökoeineinspeisung anpassen können.

Die "Zeit der Grundlast neigt sich dem Ende entgegen", sagt auch DLR-Experte Nitsch. Die Alternativen sind nicht nur flexible Gaskraftwerke: "Große Stromverbraucher wie beispielsweise Kühlhäuser lassen sich stundenweise vom Netz nehmen. Dank eines solches Lastmanagements sinkt der Bedarf an Kraftwerksleistung." Das Zusammenspiel von Einspeisung, dem Ausregeln der Leistung und der Systemstabilität werde künftig "komplizierter als heute, wo wir es gewöhnt sind, dass einige Kraftwerke rund um die Uhr laufen." 

Wir brauchen Atomkraftwerke für den Klimaschutz.
Eindeutig nein, sagt DLR-Experte Nitsch: "Wir dürfen die Klimaschutzdebatte nicht auf das Jahr 2020 verkürzen, wichtig ist, dass wir bis zum Jahr 2050 die Kohlendioxid-Emissionen um 80 bis 95 Prozent reduzieren." Dieses Langfristziel sei ohne Atomenergie zu erreichen: "Allein im Gebäude- und Verkehrssektor gibt es noch ein gewaltiges Einsparpotenzial. Außerdem werden wir noch eine viele größere Dynamik beim Ausbau der erneuerbaren Energien erleben."

Selbst die Internationale Energie-Agentur (IEA), stets ein Befürworter der Atomenergie, räumt ein, dass die Kernenergie nicht das Allheilmittel für den Klimaschutz ist. Nach den vorliegenden IEA-Szenarien wird bis zum Jahr 2030 das Gros aller Investitionen im Kraftwerksektor mit 57 Prozent in Effizienzprojekte fließen, 23 Prozent in erneuerbare Energien sowie jeweils zehn Prozent in neue Atomkraftwerke und den Bau von Kohlekraftwerken mit CCS-Technik, sprich von Kraftwerken, bei denen das klimaschädliche CO2 ausgewaschen und anschließend unterirdisch verpresst wird.

"Allein diese Relation zeigt, wie marginal der Anteil der Kernenergie selbst von ausgewiesenen Atomkraftbefürwortern für die weiteren Klimaschutz-Aktivitäten eingeschätzt wird", sagt Leprich. 

Leserkommentare
  1. Für und WIDER, oder?

    11 Leserempfehlungen
  2. Schon wenn ich lese:
    >wichtig ist, dass wir bis zum Jahr 2050 die Kohlendioxid-Emissionen um 80 bis 95 Prozent reduzieren." Dieses Langfristziel sei ohne Atomenergie zu erreichen: "Allein im Gebäude- und Verkehrssektor gibt es noch ein gewaltiges Einsparpotenzial."<

    Abgesehen davon, daß diese beiden Sektoren nicht genugend Energie verbrauchen um für 80-95% der CO² einsparungen zu sorgen, wird gleich weiter hinten mit dem neubau von neuen Gas- und Kohlekraftwerken argumentiert, also CO²-Produzenten.
    Hinzu kommt, daß unsere Industriekraftwerke(sowohl nuklear als auch fossil) einen recht mageren Wirkungsgrad aufweisen, da die Abwärme einfach in Form kühlung weggeschmissen wird. Blockheizkraftwerke sind sicher nicht das Maß aller Dinge, da gerade im Sommer die Wärme nicht voll genutzt werden kann, aber die Idee geht in die richtige Richtung.
    Privathaushalte beim Verbrauch zu gängeln kann nicht die Lösung sein, solang bei der Produktion in Größenordnungen verschwendet wird.
    Die Herrausforderung liegt in langfristig wirklich sauberer Energiegewinnung und einer passablen Speichertechnologie um Spitzenlastzeiten und Versorgungsengpässe zu überbrücken.

    Eine Umweltgefahr mit einer Anderen zu ersetzen, kann egal wie schöngeredet nicht die Lösung sein. Zumal die Fosssilen in Opfern und Umweltverschmutzung der Nuklearenergie weit unterlegen sind, nur halt nicht so spektakulär. ...moment, war da nicht jüngst was im Golf von Mexiko?

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    • ca3sar
    • 05. April 2011 13:20 Uhr

    eine ausfuehrliche, relativ neutrale auseinandersetzung mit dem thema findet sich hier :

    http://www.umweltrat.de/S...

    unter anderem, warum kohle _und_ atomkraft eine sackgasse sind und die argumentation die sie da kritisieren eben doch schluessig ist. Ich empfehle die technologiebewertungen ab Seite 33 und die ersten 10 Seiten. Wenn sich die gesellschaftliche diskussion mal auf solch einer basis bewegen wuerde, waere dem thema schon sehr geholfen.

    Lösung für das Kraftwärmeproblem, also die Blockheitskraftwerke- Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung(KWKK), man kann mit der überschüssigen Wärme kühlen, klingt zwar nicht allzu logisch, funktioniert aber, erhöht die effizienz und kann auch die weiter steigende Klimatisierung enegieeffizient verbessern.

    Ich stimme Taranis voll zu und setze noch drauf, dass die Dämmerei im Gebäudebereich an Grenzen kommt. Die Häuser müssen schon längst luftdicht gebaut werden, was dazu führt, dass
    a) teuer mechanisch und mit Energie gelüftet werden muss,
    b) Billig einfach nur die Fenster aufgerissen werden, wo bleibt dann der Spareffekt? und
    c) nie richtig gelüftet wird, und die meisten Wohnungen zu feucht sind und die Keim- und Schimmelbelastung ins ungesunde steigt. Die Allergien nehmen zu und die Hygiene nimmt ab.
    Hinzu kommt, dass die Energiebilanz des Gebäudedämmens beim Herstellen der Dämmstoffe sehr rasch negativ wird. Es ist also mehr als fraglich, ob sich hier Energie einsparen lässt. Ich sage entschieden NEIN. Wer weiter dämmt, muss außerdem noch die Gesundheitskosten gegenrechnen !!!

  3. Natürlich kann Atomenergie durch andere Energiearten ersetzt werden. Die Frage ist lediglich, wieviel man sich das kosten lassen will? Verglichen mit anderen Energiearten ist Atomenergie teurer als Energie aus Kohle oder Gas, allerdings erheblich billiger als aus Sonnenenergie oder Windkraft oder sonstigen "erneuerbare" Energien. Wer also Atomernergie ersetzen will, der soll sagen wodurch?

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    dass Sie in Zuständen und nicht in Prozessen denken:

    "Verglichen mit anderen Energiearten ist Atomenergie teurer als Energie aus Kohle oder Gas, allerdings erheblich billiger als aus Sonnenenergie oder Windkraft oder sonstigen "erneuerbare" Energien."

    Momentan IST der Strom aus Solarkraftwerken teurer. Durch eine technische Entwicklung, die durch kapitalistische Prozesse und eine geschickte politische Lenkung eingeleitet werden kann, kann dieser Strom aber recht schnell billiger werden. Notwendig sind dazu eben Investitionen seitens der Wirtschaft und des Staates und ein klares Bekenntnis des Konsumenten.
    Des Weiteren müssen Sie den Ausbau dieser Technologien als Investitionen in die Zukunft sehen. Wenn Deutschland hier führend wird, dann können wir diese Technologien später gewinnbringend ins Ausland verkaufen und so die Kosten wieder hereinholen.
    Wir wissen, dass die Atomenergie keine Zukunft hat - nicht nur durch Japan, sondern auch wegen dem absehbaren Ende der Uranvorräte. Jetzt nicht in Alternativen zu investieren wäre marktwirtschaftlicher Selbstmord.

    • ztc77
    • 05. April 2011 13:44 Uhr

    ..haben Sie recht. Das heißt, Ihr Argument der "Preisfrage" hat nur Bestand, wenn man Tote in Kauf nimmt.

    • dacapo
    • 05. April 2011 14:02 Uhr

    Das Märchen, dass KK-Strom billier ist, als die jetzige erneuerbare Energie, ist nicht weg zu bekommen. Haben Sie und die vielen Mitmärchenliebhaber noch nie etwas von der Haftpflicht gehört, die bei der Berechnung für die Produktion und, last not least, die "Müllentsorgung" von KK-Strom nicht berücksichtigt wurde? Wenn man die alternative Energie mehr gefördert hätte, den Einsatz mehr forciert hätte, wäre dieser Strom, dank technischer Weiter-Entwicklungen, dank größerer Produktion schon viel billiger. Aber für die Gegner neuer Ideen der Energieversorgung wird es bald eine Erleuchtung geben, sollten diese das Alter dafür noch zur Verfügung haben. Wenn man z.B. Solarenergie nur in Fotovoltaik oder Windenergie sieht, der hat sich mit alternative Energie überhaupt noch nicht ernsthaft beschäftigt, sondern nörgelt nur, sobald etwas neues in Aussicht gestellt wird. Das nennt man Konservatismus. Bei jeder Erneuerung in der technischen Entwicklungsgeschichte, gab es Gegner des "Neuen".

    • meo
    • 05. April 2011 15:20 Uhr

    Und deshalb scheidet Atomenergie schon alleine wegen der Endlagerungskosten final aus. Sie ist eine veraltete, unwirtschaftliche und nicht marktwirtschaftsfähige Technologie (sonst wäre sie versicherbar). Außerdem geht ihr der Rohstoff ebenso bald aus.

    Was wir brauchen ist eine Clustertechnologie ähnlich wie das Internet, bei der jeder Teilnehmer zugleich Anbieter und Verbraucher ist. Bei einem solchen Netz sind weitgehend auch keine 380 KV-Leitungen sondern viele kleine Verbindungen nötig. Jedes Haus mit Öl- oder Gasheizung kann mit moderner Technik auch Strom erzeugen (nicht nur per Photovoltaik) und einspeisen. Größere Kraftwerke sind dann nur mehr für Industriestandorte nötig.

    Was wir auch nicht brauchen sind große abzockende Stromkonzerne und ihre bezahlten Handlanger (Politiker) sondern viele kleine Einheiten mit Fantasie und innovativen Ideen.

    "Die Frage ist lediglich, wieviel man sich das kosten lassen will?"
    Die Frage ist, WER es sich kosten lässt? Seit Jahren bedienen sich die Energieoligarchen am Geldbeutel der Bürger und machen damit jedes Jahr Mlilliardengewinne. Anscheinend herrscht bei deren Managern der Irrglaube, sie hätten ein Anrecht auf diese Gewinne. Das ist falsch. Der Bürger ist nicht dazu da, den Energieunternehmen jetzt den Umstieg auf regenerative Energien zu finanzieren, um sich dann dafür später weiter in die Tasche greifen zu lassen.
    Den Umstieg müssen die Energiekonzerne natürlich aus den gemachten Gewinnen bezahlen.

    "...allerdings erheblich billiger als aus Sonnenenergie oder Windkraft oder sonstigen "erneuerbare" Energien."
    Das ist natürlich Unsinn. Die Milliardensubventionen der Steuerzahler beim Bau, beim Betrieb und vorallem bei der Endlagerung machen den Atomstrom so billig - nicht die Erzeugung selbst. Das wird sich ändern.
    Zudem sind nur die Anfangsinvestitionen bei den erneuerbaren Energien verhältnismässig hoch - der Betrieb ist günstig und das langfristig. Ist die Anlage gebaut, läuft sie und läuft und läuft. Die benötigt keine Rohstoffe und hinterlässt keinen Abfall, für den noch 40.000 Generationen nach uns zahlen werden.

    "Wer also Atomernergie ersetzen will, der soll sagen wodurch?" Das er durch regenerative Energien ersetzt wird, haben Sie schon mitbekommen, oder? Bleibt nur die Frage der Kosten ... doch das ist im Grunde keine Frage.

    @Mark Mallokent
    Der Peis ist deutlich höher als du denkst.
    Der Staat muss die Brennstäbe mindestens 20.000 Jahre wegsperren. Die Arbeitskosten und die Lagerkosten für 20.000 Jahre sind nicht ohne!
    Auserdem ist der ganze Atommüll nicht auf unseren Planeten durch die geologischen Gegebenheiten unterzubringen ohne, dass er wieder früher oder später an die Oberfläche kommt.

    • an-i
    • 05. April 2011 18:18 Uhr

    Leider ist diese Denkweise falsch-da die Atomenergie durch Steuergelder sehr stark subventioniert wird, die Haftung bei Schäden liegt bei nur 2,5 Mrd. € (Fukushima bis jetzt rd. 200 Mrd €), die Entsorgungsfrage ist noch immer offen, und diese Kosten kommen auch noch dazu.
    Interressant ist Panorama Bericht v. 31.3.2011

    Der Preis des Atomstromes wird nicht nach Marktwirtschaftlichen, sondern nach Planwirtschaftlichen Masstäben berechnet- erstaunlich...
    (Energiepreise erhöhen sich immer- fallen tun sie nie)

  4. Vielleicht setzen sie sich einmal mit den Mythen der Ökologisten auseinander! Atomhysterie hatten wir jetzt genug oder?

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    Manche brauchen offensichtlich Fukushima in Süddeutschland, um von ihrer Realitätsfremdheit herunterzukommen. Gebranntes Kind scheut das Feuer, sagt der Volksmund, oder, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, dann deckt man den Brunnen zu. Selbst, wenn unsere Vorfahren noch kein AKW bauen konnten, die Weisheiten stimmen auch heute noch.
    Mit S21 passiert im Moment genau dasselbe, nur weniger gefährlich und mit geringeren Kosten, aber mit relativ genau so vielen Blindgängern.

    Ich verstehe das Wort nicht.

    >>> Mythen der Ökologisten ...

    Warum so aggressiv? Man muss kein Natur-Fetischist oder Technologie-Feind sein, um neidlos anzuerkennen, dass auf lange Sicht die Ökologen Recht behalten werden in einer Welt, deren Ökosystem so komplex wie einzigartig und - vor allem - begrenzt ist: Bis heute kennen wir kein zweites vergleichbares System im Universum. Wir sollten es schneller verstehen als uns aus Bequemlichkeit um unsere Lebensgrundlage bringen (CO2 global, Radioaktivität lokal). Wir können giftigen chemischen Einflüssen in einer räumlich begrenzten Umwelt nur durch Vermeidung entgehen, seit Beginn der Industrialisierung: Entstehung vermeiden, Chemikalie verdünnen oder Lebensraum evakuieren. Eine dritte Möglichkeit haben wir nicht. Die Alternative: Früher sterben als gedacht.

    gehören S21-Gegnerschaft und AKW-Gegenerschaft zusammen ? Gibts da Vernunft im Abbo?
    Oder ist das Grünen-Anhänger-Pflichtkonsens?

  5. >>Verglichen mit anderen Energiearten ist Atomenergie teurer als Energie aus Kohle oder Gas, allerdings erheblich billiger als aus Sonnenenergie oder Windkraft oder sonstigen "erneuerbare" Energien. Wer also Atomernergie ersetzen will, der soll sagen wodurch?<<

    Falsch. Der billige Atomstrom gehört zu den Mythen der Atomlobby - und Sie sind voll drauf reingefallen. Wir haben einen Reaktor in Deutschland (THTR), der bereits abgeschlatet wurde und schon aufzeigt, wie teuer Kernenergie in Wirklichkeit ist. Der kostet jedes Jahr, obwohl er frei von Brennelementen ist und in den sog. "sicheren Einschluss" überführt wurde, jedes Jahr 6,5 Mio. Euro. Die ausgelagerten Brennelemente, die derzeit in Ahaus gelagert werden, kosten noch einmal eine gewaltige Summe. Der anstehende Abriss, der irgendwann erfolgen wird, wird auch noch mal Millionen verschlingen. Die damalige Betreiberfirma hat schon vor langer Insolvenz angemeldet. Jetzt raten Sie einmal, wer das zahlen darf.
    Alleine das Stilllegen und Warten der alten abgeschalteten Meiler dürfte alle zu erwartenden Gewinne der Energiekonzerne komplett auffressen, was glauben sie, wie teuer der Strom dadurch in Zukunft werden wird? Genau!

    Allgemein zu Thema: Wir müssen mehr auf die Entwicklung von Speicherkraftwerken setzten. Gute Ansätze gibt es zu Hauff. Dann hat sich die Diskussion um die Grund- und Spitzenlast sehr schnell erledigt.

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    bringen auf den einzelnen Steuerzahler umgelegt aber auch noch keinen an den Bettelstab. Klar, wenn mans dann pro AKW rechnen muss plus die "gewaltige Summe" für die Brennelemente...

    Aber die Kostenfrage wird ja auch im Artikel komplett umschifft, die Mythen behandeln ausschließlich den technischen und ökologischen Standpunkt. Ob uns jetzt mehr Wind, Sonne, Gas und Kohle (incl. gepresstes CO2) billiger oder teurer zu stehen kommen als Nuklear, ist ja mitnichten beantwortet. Und wenn sich der hiesige Sturm um Fukushima irgendwann legen sollte, und die Öffentlichkeit wieder ein wenig mehr in den alten Trott zurückfällt, wird die Frage nach dem Ausmaß der Nebenkostenabrechnung wohl wieder die Entscheidende.

    "Alleine das Stilllegen und Warten der alten abgeschalteten Meiler dürfte alle zu erwartenden Gewinne der Energiekonzerne komplett auffressen"

    Die Kosten für eine geplante Stilllegung und einen geordneten Rückbau sind zwar hoch, aber dennoch kann das bewertet werden. Das Bilanzrecht zwingt die Betreiber auch dazu und siehe da: es finden sich Rückstellungen dazu. Im Zweifel müssen die auch höher angesetzt werden. Das dürfte die Gewinne also kaum beeinflussen und auch nur dann, wenn die Kosten höher als geplant ausfallen. Effekte ergeben sich in erster Linie für die Liquidität der Unternehmen.

    In den Kosten ist der Rückbau bereits enthalten. Der anstehende Rückbau ist in keiner Weise ein Argument, weder für noch gegen ein Abschalten der AKW's.

  6. Die Debatte um das Für und wider gibt es seit Jahrzenten. Es es werden immer wieder(reflexartig) die selben (richtige und falsche) Argumente gebracht, egal ob deren Unrichtigkeit mittlerweile bewiesen worden ist.
    Man scheint nicht bereit zu sein ein einmal in die Reflexhandlung integriertes Argument zu überdenken oder gar zu korrigieren.

    Das ist ein Grund weshalb eine rationale unemotionale Debatte um die Atomkraft so schwierig ist.

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    das wir mittlerweile gewohnt sind, das Fachwissen hüben wie drüben eigenen Überzeugungen unterworfen wird.
    Dei einen glauben den Ökos, die anderen ihren Gegnern.
    Keiner kann für sich aber eine höhere Glaubwürdigkeit beanspruchen.
    Das liegt u.a. auch an der Berichterstattung, die mittlerweile weit mehr an Aufregern, denn an seriöser Wissensvermittlung interssiert ist.
    Position und Gegenposition werden nicht direkt miteinander konfrontiert, das wäre langweilig, langwierig und anstregend. Die Wahrheit wäre hier der Tod des aktuellen medialen völlig aus dem Ruder geratenen Geschäftsmodells.

    Also bleibt Glaubwürdigkeit eine persönliche Sache und beim aktuellen Wissenstransport kann man den jeweiligen Kontrahenten nur noch als unseriös wahrnehmen.

    H.

    • ca3sar
    • 05. April 2011 13:20 Uhr

    eine ausfuehrliche, relativ neutrale auseinandersetzung mit dem thema findet sich hier :

    http://www.umweltrat.de/S...

    unter anderem, warum kohle _und_ atomkraft eine sackgasse sind und die argumentation die sie da kritisieren eben doch schluessig ist. Ich empfehle die technologiebewertungen ab Seite 33 und die ersten 10 Seiten. Wenn sich die gesellschaftliche diskussion mal auf solch einer basis bewegen wuerde, waere dem thema schon sehr geholfen.

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    • CM
    • 05. April 2011 13:20 Uhr

    ...daß man nach einem Atomunfall noch irgend etwas machen könnte.

    Nach einem Atomunfall à la Fukushima kann man nur weite Teile der Bundesrepublik und angrenzender Staaten evakuieren.

    Wenn Sie heute noch nicht gelacht haben, werfen Sie doch mal einen Blick in unsere "Notfallpläne":

    http://community.zeit.de/...

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    Titelseite der Zeit wär dieser Artikel m.M. nach noch besser gewesen.

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