Atomgipfel Energiewende kostet Milliarden

Die Regierung will raus aus der Atomkraft – und braucht dafür viel Geld. Laut internen Berechnungen würden Bürger und Betriebe mit drei Milliarden Euro jährlich belastet.

Ein Ende der Atomkraft ist ohne den beschleunigten Ausbau der alternativen Energien nicht zu haben. Deutschland muss neue Stromtrassen bauen, zusätzliche Speicherkapazitäten schaffen und an vielen Stellen Energie einsparen. Dies alles – bereits festgeschrieben in einem Sechs-Punkte-Plan von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) – kostet viel Geld.

Dass auf die Verbraucher und Steuerzahler sowie die Wirtschaft neue Kosten zukommen, stand seit der Verkündung des Atom-Moratoriums fest. Wie viel sie aber aufbringen müssten, wird erst jetzt klar: Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) geht die Regierung von einer jährlichen Belastung in Höhe von drei Milliarden Euro aus. Dies hätten erste interne Berechnungen ergeben – was der Wirtschaftsminister jedoch als "spekulativ" zurückweist. Er rechnet stattdessen mit Kosten von ein bis zwei Milliarden Euro. In jedem Fall, so Brüderle im Deutschlandfunk, werde es "Preiseffekte" geben.

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Die entstehen in erster Linie durch die Umsetzung eines beschleunigten Umstiegs. Kosten ergeben sich dabei vor allem aus zwei Maßnahmen: Zum einen sollen die Subventionen für die Wärmedämmung alter Gebäude wieder erhöht werden; Mittel, die im Zuge der Haushaltssanierung gerade erst reduziert worden waren. Zum anderen soll der Klimafonds auf eine Milliarde aufgestockt werden – und zwar unabhängig von den Kernkraftbetreibern, die ihre Zahlungen in der vergangenen Woche gestoppt hatten.

Wie die Süddeutsche weiter berichtet, gehen die Beamten in den beiden Ministerien davon aus, dass die Kosten für diese Energiepolitik zunächst niedrig seien, dann aber ansteigen würden. Allerdings, so heißt es laut SZ in Regierungskreisen, gebe es in der Rechnung noch zahlreiche Unbekannte. So sei noch unklar, wie lange die deutschen AKW noch am Netz bleiben und wie die Kosten auf Verbraucher und Steuerzahler aufgeteilt werden.

Alt-AKW: Philippsburg

Am Standort Philippsburg geht Block 1 vom Netz. Der Reaktor, der auf einer Insel im Rhein rund 30 Kilometer nördlich von Karlsruhe liegt, läuft seit 1979. Betreiberin ist die EnBW Kernkraft GmbH. Der Block hat eine Leistung von 926 Megawatt.

Das Kraftwerk war besonders ins Visier von Atomkraftgegnern geraten, weil es mit einem Siedewasserreaktor nach dem Prinzip des Katastrophen-Kernkraftwerks im japanischen Fukushima arbeitet.

N-Westheim

Am Standort Neckarwestheim im Norden Stuttgarts geht Block I vom Netz. Der Reaktor ist seit 1976 in Betrieb und damit der zweitälteste Atommeiler in Deutschland. Betreiberin ist die EnBW Kernkraft GmbH.

Neckarwestheim I hat eine Leistung von 840 Megawatt und versorgt ein Viertel des deutschen Eisenbahn-Netzes mit Strom.

Atomkraftgegner haben immer wieder darauf verwiesen, dass Neckarwestheim I in der Pannenstatistik nicht gut dastehe und für einen Störfall nicht über genügend Kühlmittel und Pumpen verfüge. EnBW weist das zurück.

Biblis

Am Standort Biblis in Hessen gehen beide Blöcke A und B vom Netz. Block A liefert seit 1974 Strom, Block B seit 1976. Beide Meiler sind Druckwasserreaktoren. Betreiber ist der RWE-Konzern. Die Leistung von Block A beträgt 1225 Megawatt, die von Block B 1300 Megawatt.

Bei einem der schwersten Störfälle in einem deutschen Atomkraftwerk entwich 1987 durch ein offenes Ventil in Block A 15 Stunden lang radioaktiver Dampf. 2006 wurden bei einer Routine-Revision im abgeschalteten Block A fehlerhaft montierte Dübel festgestellt, später auch in Block B. Beide Blöcke standen über ein Jahr lang still.

Isar 1

Das bayerische Kernkraftwerk Isar 1 in Essenbach bei Landshut gehört zu den ältesten und umstrittensten Atommeilern. Es gehört ebenso wie die schwer beschädigte Atomanlage im japanischen Fukushima zum Bautyp der Siedewasserreaktoren. Kritiker fordern bereits seit Jahren die Stilllegung.

Bei dem Kraftwerk kam es immer wieder zu technischen Zwischenfällen. So gab es in den vergangenen Monaten eine Panne beim Verladen von Brennelementen und einen Defekt an einem Notstromsystem. Isar 1 ist auch schlechter als andere Meiler gegen Flugzeugabstürze gesichert.

U-Weser

Das Atomkraftwerk Unterweser bei Nordenham in Niedersachsen wird vom Energieversorger E.on betrieben und ging im September 1978 ans Netz.

Der Meiler mit einem Druckwasserreaktor hat eine Nettoleistung von mehr als 1300 Megawatt und produziert so Strom für umgerechnet rund zwei Millionen Haushalte.

Ursprünglich sollte der Meiler nach den rot-grünen Ausstiegsplänen im Jahr 2012 vom Netz. In dem Kraftwerk sind knapp 400 Menschen beschäftigt.

B-Büttel

Der Siedewasserreaktor im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel ging 1976 an den Start und ist das älteste Atomkraftwerk im Norden.

Der Reaktor wurde bereits im Juli 2007 vollständig abgeschaltet. Grund waren fehlerhafte Dübel und Verankerungen. Ein Antrag auf eine Wiederanfahrgenehmigung wurde bisher noch nicht gestellt.

Brunsbüttel gehört zu etwa zwei Dritteln dem Betreiberkonzern Vattenfall, der Rest gehört E.on. Bei Betrieb produziert das Kernkraftwerk eine Nennleistung von 806 Megawatt.

Krümmel

Krümmel in Geesthacht ist laut Betreiber Vattenfall der leistungsstärkste Siedewasserreaktor der Welt. Er wurde 1983 in Betrieb genommen. Seit Mitte 2007 war Krümmel aber nur gut zwei Wochen lang am Netz. Ein brennender Transformator, Risse in Schweißnähten an Rohrleitungen, fehlerhaft angebrachte Dübel und ein kaputter Brennstab sorgten für Probleme. Krümmel gehört zur Hälfte Vattenfall, zur anderen E.on. Bisher hat der Betreiber noch keinen Antrag gestellt, das Kraftwerk wieder ans Netz nehmen zu wollen. Atomgegnern gilt Krümmel ähnlich wie Biblis als "Schrottreaktor". Sie fordern seit Langem die endgültige Stilllegung. Er kommt im Betrieb auf eine Leistung von 1402 Megawatt.

Ein strittiger Punkt ist demnach auch die sogenannte Brennelementesteuer, die im Zuge und als Gegenleitung der Laufzeitverlängerung mit den Energiekonzernen vereinbart worden war. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) rechnet dabei mit jährlichen Einnahmen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro – allerdings nur vor dem Hintergrund der bisherigen Laufzeiten. Diese Summe dürfte sich durch die Stilllegung von AKW verringern. Um wie viel und woher neue Mittel kommen sollen, dies, so zitiert die Süddeutsche Regierungskreise, würde "dann besprochen, wenn das ganze Ausmaß zusätzlicher Belastungen bekannt sei".

Die Energiewende und ihre Kosten sind aber bereits an diesem Freitag Thema im Kanzleramt: Am Mittag kommen die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen, um das weitere Vorgehen in der Energiepolitik zu beraten. Im Mittelpunkt steht auch hier der Plan von Umwelt- und Wirtschaftsministerium, das beispielsweise auch den Ausbau der Windkraft auf hoher See und an Land vorsieht. Ohne die Beteiligung der Länder sind solche Vorhaben nicht zu realisieren. So müssten sie nicht nur Auflagen bei den Genehmigungen für Windräder beseitigen, sondern auch den Widerstand an zahlreichen Orten gegen den Ausbau erneuerbarer Energien brechen.

Schon fordern die ersten Länderchefs Kompensation. "Mit dem Ausbau der Netze stellt sich die Frage der Kostenverteilung. Wir denken an eine Konzessionsabgabe oder einen anderen dauerhaften Ausgleich", sagte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Der Norden hat den Profit an den Windkraftanlagen. Im Süden wird der Strom verbraucht, und wir dazwischen gucken auf die Trasse. Wir müssen über eine Kompensation sprechen." Auch Lieberknechts niedersächsischer Amtskollege David McAllister rechnet mit vielen "Kämpfen und Konflikten ums Geld". Zugleich sei die Energiewende auch eine Riesenchance. "Wenn wir glaubwürdig sein wollen, müssen wir die Kraft haben, Prioritäten zu setzen", sagte der CDU-Politiker der SZ.

Der Wirtschaftsflügel seiner Partei würde da im Grunde nicht widersprechen. Allerdings fürchten diese Politiker – darunter etwa der Abgeordnete Michael Fuchs und Fraktionschef Volker Kauder – um die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Unternehmen, die durch eine neue Energiepolitik nicht übermäßig belastet werden sollten. So bekräftigte zwar Kauder den Willen nach einem zügigen Ausstieg, erhob aber zugleich mahnende Worte. "Wir dürfen dabei unsere Ziele nicht aufgeben: Klimawandel, Versorgungssicherheit, bezahlbare Preise und Haushaltskonsolidierung. All das muss in dem Energiekonzept zusammengebracht werden", sagte er dem Straubinger Tagblatt.

Derweil drängt die inner- und außerparlamentarische Opposition. SPD und Grüne waren es, die im Jahr 2000 den Atomausstieg beschlossen hatten und nun dabei zusehen müssen, wie sich ausgerechnet eine schwarz-gelbe Regierung grüne Energiepolitik auf die Fahnen geschrieben hat. Kurt Beck, Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz und Koordinator der SPD-regierten Bundesländer, zweifelt denn auch an Merkels Willen, auch zu einer überparteilichen Einigung. "Ich habe das Gefühl, dass immer noch getrickst wird und dass man uns nicht ehrlich einbinden will", sagte er der Berliner Zeitung.

Das Thema mobilisiert auch mehr als 100 Verbände, Kirchengruppen und Unternehmen, die die Regierung zu einem raschen Atomausstieg drängen. In einem gemeinsamen Aufruf – initiiert von Greenpeace, Oxfam, Brot für die Welt, Germanwatch und WWF – haben auch sie einen Sechs-Punkte-Katalog erstellt. Darin weisen sie unter anderem auf die Probleme der Energiewende hin, etwa durch den Neubau von Kohlekraftwerken. Diese würden dem Klima durch den Ausstoß von Kohlendioxid zu sehr schaden. Es gebe keine Alternative zum Ausbau der erneuerbaren Energien.

 
Leser-Kommentare
  1. zu den Schaeden in Fukoshima sind das ja wirklich Peanuts! Und wenn man die Kosten bedenkt die 26.000 Jahre Radioaktiver Abfall verursachen werden ( berechnen kann diese Summe sicher keiner).
    Also dann ab dafür- sofort ran an de Arbeit !

    35 Leser-Empfehlungen
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    • joG
    • 15.04.2011 um 9:39 Uhr

    ....dass die Schäden in Japan größer sind als die Kosten eines eiligen Umbaus der Energieversorgung. Es sind nur andere und schwieriger auszumachen. Denn eines ist klar. Mit 3 Milliarden geht das nicht zu machen.

    Sterns umstrittene Studie mag in einigen Punkten parteilich interpretieren. Dass er allerdings die Kosten des Umstiegs besonders hoch angesetzt hätte, habe ich nirgends gelesen; eher das Gegenteil. Er geht von Kosten in Höhe von 2% des BIP jährlich aus. 2009 hatte Deutschland ein BIP von ca 3,3 Billionen und BIP pro Kopf von 40.600 Dollar.

    Wenn man dem gegenüberstellt das die Ukraine jedes Jahr 5% ihres BIP ( das sind so rund 15 MRD ) für Tschernobyl aufwendet!
    Und das nicht nur für ein paar Jahre sondern für die nächsten paar Hundert Jahre!

    Wenn man dem gegenüberstellt das die 4 großen Energiekonzerne in den letzten Jahren jedes Jahr ein Ergebniss von 10MRD hatten. Kann man bei Finanzen.net recherchieren!

    Wenn man dem die Studie der CDU Regierung von 1992 gegenüberstellt! Siehe:
    http://www.zukunftslobby....

    Und wenn man sich vor Augen hält das die Kosten nach abschluss der Investitionen ganz erheblich sinken!

    Na denn man tau!

    LG

    Klaus

    • gorgo
    • 15.04.2011 um 10:10 Uhr

    Nur falls es jemand vergessen haben sollte: Stuttgart 21 kostet allein (momentan...) 10 Milliarden. Mit einem Sparprojekt wäre also die Energiezukunft hierzulande gleich dreimal gerettet...!

    nicht nur im Vergleich mit den Kosten der Endlagerung, sondern auch deutlich günstiger als die Steinkohle-Subventionen.

    • joG
    • 15.04.2011 um 9:39 Uhr

    ....dass die Schäden in Japan größer sind als die Kosten eines eiligen Umbaus der Energieversorgung. Es sind nur andere und schwieriger auszumachen. Denn eines ist klar. Mit 3 Milliarden geht das nicht zu machen.

    Sterns umstrittene Studie mag in einigen Punkten parteilich interpretieren. Dass er allerdings die Kosten des Umstiegs besonders hoch angesetzt hätte, habe ich nirgends gelesen; eher das Gegenteil. Er geht von Kosten in Höhe von 2% des BIP jährlich aus. 2009 hatte Deutschland ein BIP von ca 3,3 Billionen und BIP pro Kopf von 40.600 Dollar.

    Wenn man dem gegenüberstellt das die Ukraine jedes Jahr 5% ihres BIP ( das sind so rund 15 MRD ) für Tschernobyl aufwendet!
    Und das nicht nur für ein paar Jahre sondern für die nächsten paar Hundert Jahre!

    Wenn man dem gegenüberstellt das die 4 großen Energiekonzerne in den letzten Jahren jedes Jahr ein Ergebniss von 10MRD hatten. Kann man bei Finanzen.net recherchieren!

    Wenn man dem die Studie der CDU Regierung von 1992 gegenüberstellt! Siehe:
    http://www.zukunftslobby....

    Und wenn man sich vor Augen hält das die Kosten nach abschluss der Investitionen ganz erheblich sinken!

    Na denn man tau!

    LG

    Klaus

    • gorgo
    • 15.04.2011 um 10:10 Uhr

    Nur falls es jemand vergessen haben sollte: Stuttgart 21 kostet allein (momentan...) 10 Milliarden. Mit einem Sparprojekt wäre also die Energiezukunft hierzulande gleich dreimal gerettet...!

    nicht nur im Vergleich mit den Kosten der Endlagerung, sondern auch deutlich günstiger als die Steinkohle-Subventionen.

  2. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) geht die Regierung von einer jährlichen Belastung in Höhe von drei Milliarden Euro aus.

    mmm, etwa soviel wie in den nächsten Jahren jährlich für den Euro-Rettungsschirm aufgebracht wird. Von den sonstigen Bankenrettungen nicht zu reden.

    Das bringt uns aber einen Teil Unabhängikeit, wesentlich weniger Öl- und Gasimporte. Das scheint mir gut angelegtes Geld zu sein.

    35 Leser-Empfehlungen
    • Chali
    • 15.04.2011 um 7:48 Uhr

    Einerseits soll die Energiewende "dem Staat" Milliarden kosten, andererseits werrden "Bürger und Betriebe mit drei Milliarden Euro jährlich belastet"

    Drei Milliarden - JungeJunge. Da müssn die Konzerne aber kräftig entlastet werden! Steuererleichterung ist das Gebot der Stunde!

    • tippex
    • 15.04.2011 um 7:51 Uhr

    ja, warum holen wir uns die drei milliarden nicht von unseren energieunternehmen und finanzieren damit wenigestens mal die entsorgungskosten für den atommüll...

    hier wird strom auf eine art produziert die höchst umstritten ist. unterm strich ist die produktion gefährlich und hat recht unangenehme und langzeitige folgen.

    nur habe ich das gefühl, dass dies egal ist, solange von irgendwo das geld in die kassen der unternehmen fließt.

    dass dies gesichert ist, ist mit oder ohne atomausstieg klar. denn entweder wir behalten die alten meiler und zahlen dafür, oder wir schaffen sie ab und zahlen doppelt dafür...
    was für ein geschäftskozept!

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    das Geld nicht von den Energieunternehmen nehmen weil die das Geld für Lobbyarbeit, politische Landschaftspflege und die Endlagerung ausgemusterter Politiker benötigen - also für den guten Zweck!

    das Geld nicht von den Energieunternehmen nehmen weil die das Geld für Lobbyarbeit, politische Landschaftspflege und die Endlagerung ausgemusterter Politiker benötigen - also für den guten Zweck!

    • ralpa
    • 15.04.2011 um 7:52 Uhr

    Rechnen Sie doch bitte gegen, was für die Erhaltung und all die langfristigen Folgen der Atomkraft selbst ohne einen gravierenden Störfall aufgewendet werden müsste!
    Da sehen 3 Milliarden Euro sehr klein aus!

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    wer bezahlt die Versicherung der AKW's. Die Privaten versichern sie nicht (nur zu einem unwesentlichen Teil), die rechnen ganz genau und dann kommen wegen des "minimalen" Restrisikos Prämien heraus, die jenseits von Gut und Böse sind. Da dadurch der Staat zwangsläufig der Versicherer wird, kann man den AKW - Betreibern auch die Versicherungsbeiträge präsentieren und kassieren. Man muss die Versicherungsprämien, die die AKW - Betreiber an ihren Hauptversicherer, den Staat, nicht bezahlen, ebenfalls berücksichtigen. Dann reden wir über noch deutlich höhere faktische Kosten der Kernenergie. Kernenergie rechnet sich Betriebswirtschaftlich nur, wenn der Staat 80% der faktischen Betriebskosten übernimmt.

    Da haben die Grünen auch brav mitgespielt. Die SPD sowieso. Der Atomausstieg war schon ein Geschenk an die Viererbande.

    Warum versicherte der Staat die Viererbande für hohle Nüsse und streicht den schwerarbeitenden Menschen die Berufsunfähigkeitsversicherung, für die auch noch gezahlt wurde. Wir leben in einer vollkommen korrupten Bananenrepublik!

    Bei den gigantischen Summen, die für die Bangsterrettung an die Raffkes der Nation verteilt wurden um deren wertlose Papierschnipsel zu retten, fallen die genannten Summen für den Staat überhaupt nicht ins Gewicht. Peanuts eben.

    wer bezahlt die Versicherung der AKW's. Die Privaten versichern sie nicht (nur zu einem unwesentlichen Teil), die rechnen ganz genau und dann kommen wegen des "minimalen" Restrisikos Prämien heraus, die jenseits von Gut und Böse sind. Da dadurch der Staat zwangsläufig der Versicherer wird, kann man den AKW - Betreibern auch die Versicherungsbeiträge präsentieren und kassieren. Man muss die Versicherungsprämien, die die AKW - Betreiber an ihren Hauptversicherer, den Staat, nicht bezahlen, ebenfalls berücksichtigen. Dann reden wir über noch deutlich höhere faktische Kosten der Kernenergie. Kernenergie rechnet sich Betriebswirtschaftlich nur, wenn der Staat 80% der faktischen Betriebskosten übernimmt.

    Da haben die Grünen auch brav mitgespielt. Die SPD sowieso. Der Atomausstieg war schon ein Geschenk an die Viererbande.

    Warum versicherte der Staat die Viererbande für hohle Nüsse und streicht den schwerarbeitenden Menschen die Berufsunfähigkeitsversicherung, für die auch noch gezahlt wurde. Wir leben in einer vollkommen korrupten Bananenrepublik!

    Bei den gigantischen Summen, die für die Bangsterrettung an die Raffkes der Nation verteilt wurden um deren wertlose Papierschnipsel zu retten, fallen die genannten Summen für den Staat überhaupt nicht ins Gewicht. Peanuts eben.

  3. Dann kostet der Umbau eben Milliarden!!!

    Fragt doch mal in Japan nach, was der Atom-Unfall kostet und was die Ukraine heute noch jährlich finanziell in ihrem Haushalt für Tschernobyl berücksichtigen muss. Geht doch mal in die verstrahlten Gebiete, in denen jahrzehntelang niemand mehr leben kann!

    Dass immer nur über die Kosten zu Lesen ist, selten aber über die gewinnbringenden Möglichkeiten geschrieben wird, die uns ein technischer Vorsprung in Sachen erneuerbare Energien bringen kann, nervt mich langsam. Wir müssen den Wechsel/Ausstieg endlich als Chance begreifen und nicht als Bedrohung!

    26 Leser-Empfehlungen
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    • tom310
    • 15.04.2011 um 8:30 Uhr
    • tom310
    • 15.04.2011 um 8:30 Uhr
    • Gafra
    • 15.04.2011 um 7:58 Uhr

    veranlasst Industrie und Verbraucher wirkliche Energiesparmaßnahmen durchzuführen, entsprechende Technik zu entwickeln bzw. auf letztlich überflüssige Geräte zu verzichten. Wenn man allerdings die derzeit ansteigende Verbrauchskurve weiter hochrechnet, ja, dann wird es teuer. Dasselbe gilt ja auch für Erdöl und Benzin und den ganzen Mist, der aus Erdöl hergestellt wird und dann als Plastik die Erde vermüllt.
    Wenn nicht bald verstanden wird, dass wir dringend unseren Lebensstil ändern müssen, dann wird es in vielerlei Hinsicht sehr teuer.

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    ...schon seit Jahrzehnten gefordert, sparsamer Energieverbrauch (5,-DM für den Liter Sprit) - und werden dafür bis heute massiv kritisiert, weil der Deutsche seine vermeintliche Freiheit auf 4 (oder 2) Fossilmobilrädern mit voller Insbrunst verteidigt. Sie haben völlig recht mit Ihrem Kommentar, die Grünen mit ihrer Energiepolitik auch. Die Bürger dagegen: Irrational!

    • TDU
    • 15.04.2011 um 9:53 Uhr

    Ineressant wie auf einaml das "Wir" beotnt wird, wo sonst Partikularinteressen und der freie Lebensentwurf die Priorität geniessen.

    "Der Bürger2 kann nicht mehr Geld ausgeben als er hat. Und vor allen Dingen macht er, zumindest der Seriöse eines in der Regel nicht: Etwas mit großem Trara beschliessen und sich danach erst Gedanken über die Kosten machen. Insbeondere wenn eine Menge ernst zunehemder schon vorher auf die Probleme hingewiesen haben.

    Ihr Kommentar ist also verachtend in Bezug auf diejenigen, diejenigen, die anständig und sparsam wirtschaften. Denn die sind genauso bettroffen wie die Verschwender.

    ...schon seit Jahrzehnten gefordert, sparsamer Energieverbrauch (5,-DM für den Liter Sprit) - und werden dafür bis heute massiv kritisiert, weil der Deutsche seine vermeintliche Freiheit auf 4 (oder 2) Fossilmobilrädern mit voller Insbrunst verteidigt. Sie haben völlig recht mit Ihrem Kommentar, die Grünen mit ihrer Energiepolitik auch. Die Bürger dagegen: Irrational!

    • TDU
    • 15.04.2011 um 9:53 Uhr

    Ineressant wie auf einaml das "Wir" beotnt wird, wo sonst Partikularinteressen und der freie Lebensentwurf die Priorität geniessen.

    "Der Bürger2 kann nicht mehr Geld ausgeben als er hat. Und vor allen Dingen macht er, zumindest der Seriöse eines in der Regel nicht: Etwas mit großem Trara beschliessen und sich danach erst Gedanken über die Kosten machen. Insbeondere wenn eine Menge ernst zunehemder schon vorher auf die Probleme hingewiesen haben.

    Ihr Kommentar ist also verachtend in Bezug auf diejenigen, diejenigen, die anständig und sparsam wirtschaften. Denn die sind genauso bettroffen wie die Verschwender.

  4. Es ist ja gut und schön, das wir die Energiewende wollen.
    Ich denke, das aktuell niemand Atomkraft noch für eine auf Dauer vernünftig zu betreibende Alternative hält, jedenfalls solange nicht, wie das Strahlungsproblem der Abfälle ungelöst bleibt.

    Es ist aber ebenso Tatsache, dass die Umstellung auf alternative Energien z.T. Wunschdenken und Utopie ist.
    Das fängt mit der Häuserdämmung an, bei der viel zu häufig nur die Immobilie geschädigt wird, aber real eine wirksame Energiereduzierung scheitert. Der Grund, aufwendiges Detail-know how und baulich nicht geeigneter Bestand.
    Es gibt Schätzungen die davon ausgehen, das bei 90% der geförderten energetisch sanierten Gebäude die Einsparungen lediglich auf dem Papier stehen.
    Die hier genannten Zahlen kann man rein volkswirtschaftlich als einen reinen wirtschaftlichen Effizienzverlust und Verlust an Wettbewerbsfähigkeit bezeichnen und damit wird ein Wohlstandsverlust einhergehen.
    Denn die Produktionskapazität wird ja nicht erhöht, nur die Kosten.

    Vielleicht bleibt uns wirklich keine andere Wahl, aber um eine Frage werden wir nicht herumkommen. Rechtfertigt der durchaus in Teilen auch zweifelhafte ökologische Gewinn die letztlich vor allem sozialen Verluste?
    Natürlich können wir auch durch massiven staatlichen Zwang diese Verluste anfänglich begrenzen. Doch das bedeutet auch eine staatliche Einmischung und Machtkonzentration, die am Ende noch problematischer werden kann, als die kapitalistische Vermögenskonzentration.

    H.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Beispielsweise ein Herr Kauder (Mitglied der Regierung) ist nach wie vor der Meinung, dass Kernenergie ne dufte Nummer ist und man daran noch ein paar Jahre festhalten kann. Und er ist nicht allein in CDU/CSU/FDP mit dieser Einschätzung.

    Aber generell stellt sich mir trotzdem noch die Frage, warum der Verbraucher die Kosten für den Netzausbau quasi komplette bewältigen soll...

    Die Industrie würde ich dazu auch nur in geringem Maße heranziehen, sind sie ja auch nichts anderes als Verbraucher/Kunden.

    Die Erzeuger allerdings stehen in der Pflicht... oder wollen RWE/Vattenfall/Eon/EnBW uns bald keinen Strom mehr verkaufen können? Andere Unternehmen müssen für ihr Geschäftsfeld wichtige Vorprodukte/Leistungen schließlich auch bezahlen. Oder bekommt der Tagebau die Förderanlagen auch vom Steuerzahler geschenkt? Und der Bauer seine Glasflaschen, um die Milch hineinzufüllen?

    Warum also wird bei den Energieerzeugern so ein enormer Unterschied gemacht?

    Keine Netze = kein Absatz = kein Gewinn.

    Damit sollte man den Unternehmen vermitteln können, warum sie in der Pflicht stehen.

    Der entscheidende Punkt beim Atomausstieg ist doch, dass sich seit mittlerweile einem Vierteljahrhundert eine Mehrheit der Bürger dafür ausspricht.

    Der Atomausstieg stellt eine soziale Notwendigkeit dar - zumindest wenn man es mit dem Volkswillen, der in einer Demokratie herrschen sollte, ernst meint.

    Dass es so lange gedauert hat ist nachvollziehbar, immerhin standen jahrelang keine echten Alternativen zur Verfügung. Erst die vorvorletzte Bundesregierung hat ein echtes Konzept vorgelegt indem sie langsam aussteigen und gleichzeitig die Alternativen massiv fördern wollte.

    Der für uns tatsächlich nur zweifelhafte ökologisch sichtbare Gewinn (der "Dreck" fällt ja beim Uranabbau an und die Endlagerfrage wird aktuell durch "Meer" und "Sibirien" gelöst) fällt zusammen mit einem Mehrheitswillen.

    Der Begriff "soziale Verluste" geht deswegen komplett fehl, da es sich um einen "sozialen Gewinn" handelt wenn der Wille am Ende wirklich umgesetzt wird.

    Die Kaufkraftverluste, die Sie vermutlich meinen, sind eine Folge der Privatisierung, da nach wie vor die Allgemeinheit die Investitionen vornimmt, allerdings die Rendite daraus von einzelnen Aktionären abgeschöpft und dem Markt entzogen wird.

    Die Verantwortlichen dafür gehören sich vor ein ordentliches Gericht gestellt.

    Ach, wenn das Heizöl erst mal 2,- Euro kostet, kommen die Leute ganz von alleine darauf, ihre Häuser effizient zu dämmen. Incl. der Beseitigung baulicher Mängel die einem Energiesparen entgegenwirken.

    daß Wärmeisolierung keinen Effekt erzielt? Wir haben da ganz andere Erfahrungen gemacht. Die Energiekosten unserer Mieter in den obersten Stockwerken haben sich allein durch eine 16 cm-Steinwolle-Isolierung (0,35er)zwischen 8/18cm-Sparren und 23mm-OSB-Plattendeckung um mehr als ein Drittel auf unter 1€/qm/Monat vermindert. Die Isolierung der Gibelseiten 16 cm-Steinwolle-Isolierung (0,40er)brachte nochmals einen starken Effekt. Diese Wohnungen sind nun bei Heizkosten unter 0,50 €/qm/Monat. Das sind die aktuellen Daten, die uns unsere Mieter zur Verfügung gestellt haben. Ich bin gespannt, was die Isolierung der Nordwand und der Kellerdecke bringt. Eine Substanzschädigung ist nicht aufgetreten. Die Steinwolle wurde mir Isolierten Dübeln (8 Stück/qm) und Kleber angebracht, armiert und mit Silikatputz/-farbe versehen. Das ist stabil, wasserdicht und diffussionsoffen. Einen staatlichen Zuschuß haben wir übrigens nicht in Anspruch genommen.

    Beispielsweise ein Herr Kauder (Mitglied der Regierung) ist nach wie vor der Meinung, dass Kernenergie ne dufte Nummer ist und man daran noch ein paar Jahre festhalten kann. Und er ist nicht allein in CDU/CSU/FDP mit dieser Einschätzung.

    Aber generell stellt sich mir trotzdem noch die Frage, warum der Verbraucher die Kosten für den Netzausbau quasi komplette bewältigen soll...

    Die Industrie würde ich dazu auch nur in geringem Maße heranziehen, sind sie ja auch nichts anderes als Verbraucher/Kunden.

    Die Erzeuger allerdings stehen in der Pflicht... oder wollen RWE/Vattenfall/Eon/EnBW uns bald keinen Strom mehr verkaufen können? Andere Unternehmen müssen für ihr Geschäftsfeld wichtige Vorprodukte/Leistungen schließlich auch bezahlen. Oder bekommt der Tagebau die Förderanlagen auch vom Steuerzahler geschenkt? Und der Bauer seine Glasflaschen, um die Milch hineinzufüllen?

    Warum also wird bei den Energieerzeugern so ein enormer Unterschied gemacht?

    Keine Netze = kein Absatz = kein Gewinn.

    Damit sollte man den Unternehmen vermitteln können, warum sie in der Pflicht stehen.

    Der entscheidende Punkt beim Atomausstieg ist doch, dass sich seit mittlerweile einem Vierteljahrhundert eine Mehrheit der Bürger dafür ausspricht.

    Der Atomausstieg stellt eine soziale Notwendigkeit dar - zumindest wenn man es mit dem Volkswillen, der in einer Demokratie herrschen sollte, ernst meint.

    Dass es so lange gedauert hat ist nachvollziehbar, immerhin standen jahrelang keine echten Alternativen zur Verfügung. Erst die vorvorletzte Bundesregierung hat ein echtes Konzept vorgelegt indem sie langsam aussteigen und gleichzeitig die Alternativen massiv fördern wollte.

    Der für uns tatsächlich nur zweifelhafte ökologisch sichtbare Gewinn (der "Dreck" fällt ja beim Uranabbau an und die Endlagerfrage wird aktuell durch "Meer" und "Sibirien" gelöst) fällt zusammen mit einem Mehrheitswillen.

    Der Begriff "soziale Verluste" geht deswegen komplett fehl, da es sich um einen "sozialen Gewinn" handelt wenn der Wille am Ende wirklich umgesetzt wird.

    Die Kaufkraftverluste, die Sie vermutlich meinen, sind eine Folge der Privatisierung, da nach wie vor die Allgemeinheit die Investitionen vornimmt, allerdings die Rendite daraus von einzelnen Aktionären abgeschöpft und dem Markt entzogen wird.

    Die Verantwortlichen dafür gehören sich vor ein ordentliches Gericht gestellt.

    Ach, wenn das Heizöl erst mal 2,- Euro kostet, kommen die Leute ganz von alleine darauf, ihre Häuser effizient zu dämmen. Incl. der Beseitigung baulicher Mängel die einem Energiesparen entgegenwirken.

    daß Wärmeisolierung keinen Effekt erzielt? Wir haben da ganz andere Erfahrungen gemacht. Die Energiekosten unserer Mieter in den obersten Stockwerken haben sich allein durch eine 16 cm-Steinwolle-Isolierung (0,35er)zwischen 8/18cm-Sparren und 23mm-OSB-Plattendeckung um mehr als ein Drittel auf unter 1€/qm/Monat vermindert. Die Isolierung der Gibelseiten 16 cm-Steinwolle-Isolierung (0,40er)brachte nochmals einen starken Effekt. Diese Wohnungen sind nun bei Heizkosten unter 0,50 €/qm/Monat. Das sind die aktuellen Daten, die uns unsere Mieter zur Verfügung gestellt haben. Ich bin gespannt, was die Isolierung der Nordwand und der Kellerdecke bringt. Eine Substanzschädigung ist nicht aufgetreten. Die Steinwolle wurde mir Isolierten Dübeln (8 Stück/qm) und Kleber angebracht, armiert und mit Silikatputz/-farbe versehen. Das ist stabil, wasserdicht und diffussionsoffen. Einen staatlichen Zuschuß haben wir übrigens nicht in Anspruch genommen.

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