Die japanische Wirtschaft muss sich nach der Katastrophe auf eine längere Erholungsphase einstellen. Die Zentralbank befürchtet, dass Industrieproduktion und die Exporte für lange Zeit auf niedrigem Niveau verharren.

Erst wenn die durch das Erdbeben und den Tsunami vor vier Wochen unterbrochene Zulieferer-Kette wieder intakt sei, ziehe die Produktion wieder an, heißt es im Monatsbericht der Bank von Japan. Zudem dürfte der private Konsum schrumpfen. Auch die Stimmung im Dienstleistungssektor trübe sich ein. Der entsprechende Index fiel im März auf den tiefsten Stand seit gut zwei Jahren.

Die Regierung in Tokyo räumte ein, die Wirtschaft sei durch Erdbeben und Tsunami in "schlimmer Lage". Sie rief Unternehmen und Privathaushalte auf, wegen der Schäden an Kraftwerken und Leitungen in den Sommermonaten Energie zu sparen, um größere Stromausfälle zu verhindern. Konzerne in Tokyo und im Norden müssen ihren Bedarf um 25 Prozent senken, kleinere Unternehmen um 20 Prozent, wie das Handelsministerium mitteilte. Private Haushalte sollen ihren Verbrauch um etwa ein Fünftel reduzieren. Die Tokyoter Börse reagierte bereits. Ihre Pläne für längere Handelszeiten seien hinfällig, sagte ein Vertreter.

Am Donnerstag hatte die Notenbank ihre Nullzinspolitik fortgesetzt und zugleich ihre Konjunkturprognose zurückgenommen. Sie schätzt die wirtschaftliche Lage für das seit April laufende neue Haushaltsjahr nach dem Beben zwar schlechter ein, rechnet aber nicht mit einem Rückfall in die Rezession.

Bevor die Entwicklung in konkrete Zahlen zu fassen ist, benötigen die Finanzmärkte den halbjährlichen Konjunkturausblick, den die Notenbank am 28. April veröffentlichen will. Aus dem Umfeld der Bank von Japan verlautete, dass die Währungshüter mit einer Erholung der Wirtschaft erst in den Folgejahren rechnen. Im Januar hatte die Bank für 2011/12 noch ein Wachstum von 1,6 Prozent und für 2012/13 ein Plus von 2,0 Prozent vorausgesagt.