EnergiewendeNoch vier deutsche Atomkraftwerke sind am Netz

Wenn am Samstag das AKW Emsland abgeschaltet wird, liefern in Deutschland nur noch vier AKWs Strom. Betreiber warnen vor Blackouts, die Bundesnetzagentur gibt Entwarnung. von dpa

Das Atomkraftwerk Philippsburg (Bild vom 21.3.2011)

Das Atomkraftwerk Philippsburg (Bild vom 21.3.2011)  |  © Thomas Niedermueller/Getty Images

Von den 17 Atomkraftwerken in Deutschland werden ab dem Wochenende nur noch vier am Netz sein. Das geht aus Angaben der Aufsichtsbehörden und der Betreiber hervor. Im Rahmen des Atom-Moratoriums wurden bereits acht AKWs abgeschaltet, vier weitere wurden wegen Wartungsarbeiten vom Netz genommen. Am Samstag wird zusätzlich das RWE-Kernkraftwerk Emsland bei Lingen abgeschaltet. Es geht für eine dreiwöchige Routineuntersuchung vom Netz.

Damit liefern nur noch Isar 2 und Gundremmingen C (Bayern), Brokdorf (Schleswig-Holstein) und Neckarwestheim 2 (Baden-Württemberg) Atomstrom. Da Gundremmingen B um den 26. Mai herum wieder ans Netz gehen soll, wird der bisher einmalige Engpass rund eine Woche andauern.

Anzeige

"Das Licht wird nicht ausgehen", sagte Verbraucherschützer Holger Krawinkel. Die Übertragungsnetzbetreiber hätten signalisiert, dass die Situation schwierig, aber unter Kontrolle sei.

Alt-AKW: Philippsburg

Am Standort Philippsburg geht Block 1 vom Netz. Der Reaktor, der auf einer Insel im Rhein rund 30 Kilometer nördlich von Karlsruhe liegt, läuft seit 1979. Betreiberin ist die EnBW Kernkraft GmbH. Der Block hat eine Leistung von 926 Megawatt.

Das Kraftwerk war besonders ins Visier von Atomkraftgegnern geraten, weil es mit einem Siedewasserreaktor nach dem Prinzip des Katastrophen-Kernkraftwerks im japanischen Fukushima arbeitet.

N-Westheim

Am Standort Neckarwestheim im Norden Stuttgarts geht Block I vom Netz. Der Reaktor ist seit 1976 in Betrieb und damit der zweitälteste Atommeiler in Deutschland. Betreiberin ist die EnBW Kernkraft GmbH.

Neckarwestheim I hat eine Leistung von 840 Megawatt und versorgt ein Viertel des deutschen Eisenbahn-Netzes mit Strom.

Atomkraftgegner haben immer wieder darauf verwiesen, dass Neckarwestheim I in der Pannenstatistik nicht gut dastehe und für einen Störfall nicht über genügend Kühlmittel und Pumpen verfüge. EnBW weist das zurück.

Biblis

Am Standort Biblis in Hessen gehen beide Blöcke A und B vom Netz. Block A liefert seit 1974 Strom, Block B seit 1976. Beide Meiler sind Druckwasserreaktoren. Betreiber ist der RWE-Konzern. Die Leistung von Block A beträgt 1225 Megawatt, die von Block B 1300 Megawatt.

Bei einem der schwersten Störfälle in einem deutschen Atomkraftwerk entwich 1987 durch ein offenes Ventil in Block A 15 Stunden lang radioaktiver Dampf. 2006 wurden bei einer Routine-Revision im abgeschalteten Block A fehlerhaft montierte Dübel festgestellt, später auch in Block B. Beide Blöcke standen über ein Jahr lang still.

Isar 1

Das bayerische Kernkraftwerk Isar 1 in Essenbach bei Landshut gehört zu den ältesten und umstrittensten Atommeilern. Es gehört ebenso wie die schwer beschädigte Atomanlage im japanischen Fukushima zum Bautyp der Siedewasserreaktoren. Kritiker fordern bereits seit Jahren die Stilllegung.

Bei dem Kraftwerk kam es immer wieder zu technischen Zwischenfällen. So gab es in den vergangenen Monaten eine Panne beim Verladen von Brennelementen und einen Defekt an einem Notstromsystem. Isar 1 ist auch schlechter als andere Meiler gegen Flugzeugabstürze gesichert.

U-Weser

Das Atomkraftwerk Unterweser bei Nordenham in Niedersachsen wird vom Energieversorger E.on betrieben und ging im September 1978 ans Netz.

Der Meiler mit einem Druckwasserreaktor hat eine Nettoleistung von mehr als 1300 Megawatt und produziert so Strom für umgerechnet rund zwei Millionen Haushalte.

Ursprünglich sollte der Meiler nach den rot-grünen Ausstiegsplänen im Jahr 2012 vom Netz. In dem Kraftwerk sind knapp 400 Menschen beschäftigt.

B-Büttel

Der Siedewasserreaktor im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel ging 1976 an den Start und ist das älteste Atomkraftwerk im Norden.

Der Reaktor wurde bereits im Juli 2007 vollständig abgeschaltet. Grund waren fehlerhafte Dübel und Verankerungen. Ein Antrag auf eine Wiederanfahrgenehmigung wurde bisher noch nicht gestellt.

Brunsbüttel gehört zu etwa zwei Dritteln dem Betreiberkonzern Vattenfall, der Rest gehört E.on. Bei Betrieb produziert das Kernkraftwerk eine Nennleistung von 806 Megawatt.

Krümmel

Krümmel in Geesthacht ist laut Betreiber Vattenfall der leistungsstärkste Siedewasserreaktor der Welt. Er wurde 1983 in Betrieb genommen. Seit Mitte 2007 war Krümmel aber nur gut zwei Wochen lang am Netz. Ein brennender Transformator, Risse in Schweißnähten an Rohrleitungen, fehlerhaft angebrachte Dübel und ein kaputter Brennstab sorgten für Probleme. Krümmel gehört zur Hälfte Vattenfall, zur anderen E.on. Bisher hat der Betreiber noch keinen Antrag gestellt, das Kraftwerk wieder ans Netz nehmen zu wollen. Atomgegnern gilt Krümmel ähnlich wie Biblis als "Schrottreaktor". Sie fordern seit Langem die endgültige Stilllegung. Er kommt im Betrieb auf eine Leistung von 1402 Megawatt.

Die Energiekonzerne sehen angesichts der Tatsache, dass nur noch 27 Prozent der Atomstromkapazitäten zur Verfügung stehen, hingegen die Gefahr eines größeren Blackouts. Nach Zahlen der europäischen Netzbetreiber muss Deutschland derzeit fast zu allen Tages- und Nachtzeiten Strom importieren, darunter Atomstrom aus Frankreich und Tschechien sowie Kohlestrom aus Polen.

Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, sieht keine Gefahr eines möglichen Zusammenbruchs der Stromversorgung. "Einen Blackout werden wir verhindern", sagte er. Man müsse aber immer mehr in den Strommarkt eingreifen. Zur aktuellen Situation stellte Kurth fest, das dies kein Dauerzustand sein wird und man Stromexporteur bleibe: "Wir können den Bedarf in Deutschland decken, ohne im Saldo auf Importe angewiesen zu sein."

CSU-Chef Horst Seehofer setzte sich unterdessen in der parteiinternen Ausstiegsdebatte durch. Die Partei wolle bis 2022 den Ausstieg aus der Atomkraft, sagte Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt.

Erneuerbare Energien

Kern der Energiewende ist der zügige Ausbau der erneuerbaren Energien. Die größten Potenziale hat die Windenergie. Alte Windkraftanlagen an Land sollen durch leistungsfähigere Anlagen ersetzt werden. Genehmigungen sollen schneller erteilt werden. In diesem Frühjahr will die Bundesregierung ein Sonderprogramm "Offshore Windenergie" der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) starten. Es soll ein Volumen von fünf Milliarden Euro haben.

Netze & Speicher

Auch die Stromnetze sollen ausgebaut werden,  um etwa den Strom aus Windkraftanlagen im Norden in den Süden zu bringen. Nötig sind außerdem flexiblere Kraftwerke und Speicher, die der Stabilisierung der Stromversorgung dienen. Der Bau solcher flexiblen Kraftwerke soll entsprechend der EU-Vorgaben gefördert werden. Noch 2011 soll mit einem Netzausbaubeschleunigungsgesetz das Genehmigungsverfahren für Stromnetze auf eine neue Grundlage gestellt werden. Gemeinden, die vom Netzausbau betroffen sind, können auf einen finanziellen Ausgleich hoffen.

Energieeffienz

Bis 2020 soll der Wärmebedarf von Gebäuden um 20 Prozent verringert werden. Die Effizienzstandards von Gebäuden sollen in der Energiesparverordnung ambitioniert erhöht werden. Gefördert werden soll eine anspruchsvolle Gebäudesanierung. Dazu sollen das KfW-Gebäudesanierungsprogramm schrittweise auf zwei Milliarden Euro aufgestockt und steuerliche Anreize zur Gebäudesanierung geschaffen werden. Der Energie- und Klimafonds soll im Jahr 2012 auf eine Milliarde Euro erhöht werden. Ab 2013 soll der Spitzenausgleich im Rahmen der Energie- und Stromsteuer nur noch gewährt werden, wenn die Betriebe einen Beitrag zur Energieeinsparung leisten.

Forschung

In diesem Frühjahr will die Bundesregierung ein neues Energieforschungsprogramm vorlegen. Die Mittel zur Erforschung von Netzen und Speichern sollen auf 500 Millionen Euro bis 2020 aufgestockt werden.

Die SPD debattierte in Berlin über ihr Energiekonzept; sie will bis 2020 den letzten Meiler herunterfahren. Dabei kam es zu scharfer Kritik des Parteichefs Gabriel an Merkel: "Angela Merkel ist ein echter Verfassungsrowdy im Umgang mit dem Parlament", sagte Gabriel mit Blick auf die knappe Beratungszeit für den Bundestag.

"Die Ausstiegskanzlerin Merkel ist so glaubwürdig, wie es ein Wissenschaftsminister zu Guttenberg wäre", sagte Gabriel auch bezogen auf die Atomkehrtwende der Union. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe forderte eine Entschuldigung von Gabriel für seine Äußerungen.

Merkel strebt beim Ausstieg einen Konsens mit der Opposition an. Diese befürchtet aber, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Bereits bis 8. Juli will die Regierung das neue Atomgesetz durch Bundestag und Bundesrat bringen. Die SPD nennt drei Bedingungen für einen Konsens: einen Ausstieg um das Jahr 2020 herum, das endgültige Aus für die im Rahmen des Atom-Moratoriums stillstehenden AKW und drittens das Bekenntnis zu einer bundesweiten Endlagersuche.

Wie viele der derzeit ausgesetzten Meiler nicht wieder ans Netz gehen dürfen, will die Regierung bis Anfang Juni entscheiden, die Opposition fordert ein Aus für acht Meiler. Der Betreiber E.on dringt darauf, dass sein seit 1978 Strom lieferndes und nun stillstehendes AKW Unterweser in Niedersachsen wieder ans Netz darf, weil es unter anderem bei Flugzeugabstürzen über gute Sicherheitsreserven verfüge.

Der Energie-Koordinator der Unionsfraktion, Thomas Bareiß, hat Zweifel, ob sich nur auf Basis des Kriteriums Flugzeugabsturz die ältesten Atomkraftwerke stilllegen lassen. "Wir brauchen eine klare Begründung für die Abschaltung und keine Symbolpolitik. Die Entscheidungsgrundlage muss klar nachvollziehbar sein", sagte der CDU-Politiker. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatte nach einem Bericht der Reaktorsicherheitskommission (RSK) angedeutet, dass mehrere AKW wegen eines fehlenden Schutzes gegen Flugzeugabstürze vom Aus bedroht sein könnten.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Aber diese sprücheklopfenden Atomkraftbefürworter werden doch nicht mehr ernst genommen.

    Anm: Bitte achten Sie auf einen sachlich argumentierten Diskussionsbeitrag. Danke. Die Redaktion/lv

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • lepkeb
    • 20. Mai 2011 19:40 Uhr

    Strom aus dem Ausland ein um die ökologische Geisterfahrt fortzusetzen, denn nichts anderes heißt "Einen Blackout werden wir verhindern", nur wird dort der Strom aus Atomkraft gewonnen, hoffe, dass die dort einen ordentlichen Premium verlangen und über kurz oder lanfg sich der dt. Michel nicht mal mehr Strom leisten kann. Übrigens wären solche Blackouts etwas Feines,dann würde die Diskusison über EE schneller kippen als die 5 Prozent der FDP. Nennt man auch Tough love hier.

    Ist imho genauso schizophren wie, in Süddeutschland ist kein Platz für atomare Endlager und die Schweizer richten nach Volksbefragung direkt ein Endlager an der süddt. Grenze ein. Gleiches gilt für die Atomkraftwerke die um D-land herumgeplant werden.

    ... http://block-brokdorf.org/

    Blackouts sind aber trotzdem nicht zu erwarten...

    • Mejan
    • 20. Mai 2011 19:33 Uhr

    hört jetzt das ganze Geschwafel über Blackouts und ähnliches endlich auf, und die Menschen in der Republik endlich begreifen wie sie immer wieder getäuscht werden.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ein schönes Beispiel ist im vorliegenden Artikel. Da steht: "Nach Zahlen der europäischen Netzbetreiber muss Deutschland derzeit fast zu allen Tages- und Nachtzeiten Strom importieren"

    Es fehlt die journalistische Anmerkung, dass Deutschland nicht Strom importiert, weil hier die Kapazitäten fehlen, sondern Strom wird importiert, weil mitunter der ausländische Strom billiger ist, als der deutsche, der durchaus vorhanden wäre, aber nicht über die Strombörse abgerufen wird.

    Der Text stichelt noch weiter, indem er erwähnt, dass der importierte Strom aus Atomkraftwerken und Kohlekraftwerken stamme. Der Artikel erwähnt aber nicht, dass Deutschland selbst neue Kohlekraftwerke baut. Er erwähnt nicht, dass man in Deutschland immer noch nicht weiß, wohin mit dem atomaren Müll. Er erwähnt nicht, dass z. B. die Stromleitungen nach Norwegen, wo sagenhaft billiger Strom aus Wasserkraft produziert wird, durch politische Hürden quasi blockiert werden.

    In der Tat, man muss den Eindruck gewinnen, dass es den Artikelschreiben Spaß macht, sich im kolportierenden Geschwafel wie im vorliegenden Text zu ergehen, ohne die Leser tatsächlich aufklären zu wollen. Es verwundert nicht sonderlich, dass dieser Artikel aus der Schreiberstube der dpa kommt.

    Antiaufklärung von zentraler Stelle.

    • joG
    • 21. Mai 2011 11:03 Uhr

    hört das Geschwafel auf. Sonst geht es weiter.

    • lepkeb
    • 20. Mai 2011 19:40 Uhr

    Strom aus dem Ausland ein um die ökologische Geisterfahrt fortzusetzen, denn nichts anderes heißt "Einen Blackout werden wir verhindern", nur wird dort der Strom aus Atomkraft gewonnen, hoffe, dass die dort einen ordentlichen Premium verlangen und über kurz oder lanfg sich der dt. Michel nicht mal mehr Strom leisten kann. Übrigens wären solche Blackouts etwas Feines,dann würde die Diskusison über EE schneller kippen als die 5 Prozent der FDP. Nennt man auch Tough love hier.

    Ist imho genauso schizophren wie, in Süddeutschland ist kein Platz für atomare Endlager und die Schweizer richten nach Volksbefragung direkt ein Endlager an der süddt. Grenze ein. Gleiches gilt für die Atomkraftwerke die um D-land herumgeplant werden.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Lapje
    • 20. Mai 2011 21:12 Uhr

    Schauen Sie sich mal die Verkäufe von 2010 an: Von dem was dort ins Ausland verkauft wurde könnten fast alle AKWs still gelegt werden. Das einzige was die Herren befürchten ist dass sie dadurch weniger ins Ausland verkaufen können.

    http://www.taz.de/1/zukun...

    Zudem bräuchten wir keine Atomenergie aus dem Ausland zu kaufen wenn unsere Regierung z.B. Regenerative Energie aus Norgwen nicht behindern würde:

    http://www.swr.de/report/...

    Also bitte erst einmal schlau machen bevor in das Geheule der Konzerne eingestimmt wird!

    Ihre Kenntnis? Gibts einen glaubwürdigen Link ,oder ähnliches?

    • Buh
    • 20. Mai 2011 22:27 Uhr

    Die Atomkraftwerke betreibenden Energieunternehmen ihr Gaskraftwerke in Deutschland hochfahren, müsste man weniger einkaufen. Das wird aber bewusst nicht getan, um den Atomkraftwerksbefürwortern Argumente wie die Ihren zu liefern.

    Warum lasst ihr euch so gerne täuschen?

    dann importieren wir Strom aus Frankreich und Polen, unsere Exporte decken aber immer noch die Importe, was schlicht und ergreifend daran liegt, dass noch nicht genug Leitungen bestehen, um den Strom des Nordens in den Süden zu transportieren.
    Sie können also gern den ungenügenden Ausbau der Stromleitungen kritisieren. Was Sie hier aber machen ist unredlich.

  2. die Atombefürworter.
    Klar dass Deutschland nach Abschaltung der ältesten und unsichersten Meiler + weiteren Meilern, die gerade mal wegen Wartungsarbeiten runtergefahren wurden, momentan auch mal Strom aus dem Ausland importiert. Deswegen stimmt am Ende des Jahres immernoch die Aussage, dass wir mehr Strom produzieren als wir selbst benötigen und deshalb mehr exportieren als importieren. Was soll das geunke dann?

    • HLWT
    • 20. Mai 2011 19:51 Uhr

    steht morgen zur Verfügung? Im Moment (an der See) ist es recht windstill!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Zitat: Wieviel Grundlast steht morgen zur Verfügung

    1. Zur Verfügung steht nicht Grundlast, sondern höchstens die Mittel zur Abeckung der Grundlast. Grundlast ist Nachfrage. Zur Verfügung steht Angebot. Nachfrage und Angebot sind zwei sehr unterschiedliche Dinge. Wenn Sie zwei solch grundlegende Dinge nicht auseinander halten können, wie wollen Sie dann bei einer Diskussion ernst genommen werden?

    Zitat: Im Moment (an der See) ist es recht windstill!

    2. Der Anteil der Windenergie in Deutschland liegt deutlich unter 10%. Ob der Wind also weht oder nicht, spielt in dieser Hinsicht nicht die geringste Rolle.

    Die Abschaltung der Atomkraftwerke wird uns auch nicht in eine große Krise stürzen, weil es genug andere Kraftwerke gibt, die nicht permanent auf Volllast laufen. Der Anteil der Atomenergie liegt bei knapp über 20%. Erdgas und Kohle bei fast 60%. Werden Sie sich dieser Relationen bewusst!

    • HLWT
    • 21. Mai 2011 7:59 Uhr

    Kam es da nicht zu einem Stromausfall, weil lokal fast nichts geregelt ist. Auch der lokale Ausbau braucht Zeit (Jahre!). Ein paar grüne Ökodörfer machen den Kohl nicht Fett!

  3. Das zentrale Großkraftwerke einen Nachteil haben: Wenn sie vom Netz gehen (auch mal ungeplant), fehlt gleich eine große Menge an Strom. Darum hat Deutschland auch so enorm große Überkapazitäten an installierter Kraftwerksleistung.

    Eine dezentrale Stromversorgung kann hier punkten: auch bei Ausfällen, können die Schwankungen gut ausgeglichen werden.
    Um so mehr man auf lokale Autarkie setzt, umso dezentraler die Stromversorgung, desto sicherer steht es um die Sorge Nr. 1 der Versorger und der Politik.
    Das bestätigt übrigens auch die aktuelle Katastrophen-Studie
    des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB)

    http://taz.de/1/politik/d...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie haben völlig recht, dezentral ist hier sehr vorteilhaft. Aber es sieht nicht danach aus, als ob die Erneuerbaren das erreichen. Es sieht eher so aus, als würde das Problem deutlich verstärkt werden. Deswegen brauchen wir ja neue Trassen, weil der Strom nicht mehr dort produziert wird, wo er gebraucht wird. Windkraft am Meer, Solar in Nordafrika, Pumpspeicher in Norwegen.
    Kernkraftwerke sind da extrem dezentral dagegen! Sie stehen ganz einfach dort wo sie gebraucht werden und wenn sie gewartet wird reicht die eine Stromtrasse aus um Ersatz zu beschaffen.

    • iDog
    • 20. Mai 2011 20:13 Uhr

    ... ihren eigenen bei der Beurteilung der Risiken?

    • iDog
    • 20. Mai 2011 20:15 Uhr

    von wo importieren die strom , wenn im sommer wegen wassertiefstand immer die reaktoren an der rhone abgestellet werden müssen?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Na per Erdkabel aus der tschechischen Republik, der künftigen batterie europas, schenkt man den Atomfreunden Glauben. Bauen diese doch quasi für jeden Rotor den wir haben ein neues AKW.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Angela Merkel | SPD | CDU | Horst Seehofer | Matthias Kurth | Norbert Röttgen
Service