Arbeitsmarkt Es ist Zeit für einen Mindestlohn
Der Arbeitsmarkt boomt, trotzdem bleibt für die Politik viel zu tun. Nicht alle sozialen Probleme können durch mehr Arbeitsplätze gelöst werden.
© Michael Urban/AFP/Getty Images

Ein Mitarbeiter einer Reifenfirma während der Arbeit
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai wieder auf weniger als drei Millionen gesunken. Das ist eine gute Nachricht. Der positive Trend am Arbeitsmarkt hält an. In diesem Jahr könnte die Zahl dauerhaft unter drei Millionen bleiben. Wirtschaftsforscher erwarten im Jahresdurchschnitt eine Arbeitslosenquote von 6,9 Prozent. Das wäre der tiefste Wert seit der Wiedervereinigung.
Diese Feststellung gilt auch, wenn man alle Menschen mitzählt, die unter der Arbeitslosigkeit leiden, aber offiziell nicht als Arbeitslose gezählt werden. Etwa die vom Arbeitsamt bezahlten Ein-Euro-Jobber. Oder Erwerbslose, die von privaten Arbeitsvermittlern betreut werden und allein deshalb nicht als arbeitslos gelten. Auch diese Sicht ergibt: Weniger Erwerbslose gab es im vereinten Deutschland noch nicht.
Zu den guten Nachrichten gehört außerdem, dass in den vergangenen Jahren wieder verstärkt sozialversicherte Vollzeitjobs entstehen. Es wächst also gerade die Arbeit, die dringend gebraucht wird, um das Sozialsystem zu finanzieren.
Lösen sich jetzt also alle sozialen Probleme durch mehr Jobs? So einfach ist es leider nicht. Erstens stehen noch immer mehr als vier Millionen Menschen ohne Job da, wenn man die in allerlei Maßnahmen versteckten Arbeitslosen hinzuzählt. Dass es früher schon mal mehr waren, ist für die Betroffenen ein schwacher Trost. Für viele bleibt es sehr schwer, einen Arbeitsplatz zu finden.
Trotz des vielen Geredes über den Fachkräftemangel sind wir von Vollbeschäftigung und paradiesischen Zuständen am Arbeitsmarkt noch sehr, sehr weit entfernt. Das bedeutet zweitens, dass die Gefahr eine sozialen Spaltung weiter besteht. Einige Arbeitnehmer mit gerade sehr gesuchten Qualifikationen und einem speziellen Anforderungsprofil mögen tatsächlich von einem Fachkräftemangel in ihrem Bereich profitieren. Doch die große Mehrheit der Arbeitnehmer dürfte noch keinen Fachkräftemangel wahrnehmen. Und in einigen Segmenten des Arbeitsmarktes wird der Druck zu Niedriglöhnen bestehen bleiben.
Für die Politik heißt das: Sie darf die Arbeitsförderung nicht kaputtsparen. Qualifzierungsangebote für Arbeitslose, Gründungshilfen, Einarbeitungszuschüsse oder manchmal auch nur Hilfe bei der Kinderbetreuung für Alleinerziehende sind und bleiben wichtig. Statt Milliarden-Subventionen an die Industrie zu verteilen, wie es Schwarz-Gelb gerade bei den E-Autos plant, sollte die Regierung lieber die individuelle Unterstützung für Arbeitsuchende verbessern.
Auch bei den Löhnen, die in der Summe steigen, bleibt politischer Handlungsbedarf bestehen. Eine Radikallösung – ein hoher Mindestlohn von 10 oder 12 Euro die Stunde, so wünschenswert er wäre – birgt die Gefahr, dass damit auch die Arbeitslosigkeit stiege. Besser wäre ein zwar niedrig angesetzter, aber immerhin flächendeckender Mindestlohn. Als Vorbild sollte das britische Modell gelten, wo die Wirkungen schrittweiser Mindestlohn-Erhöhungen Jahr für Jahr sorgfältig untersucht werden.
Denkbar wäre auch, die Abgabenbelastung bei den niedrigen Einkommen zu senken. Gerade bei Geringverdienern beanspruchen die Sozialabgaben und gegebenenfalls die Steuer einen besonders hohen Anteil ihres Verdienstes. Sie erhalten deshalb wenig ausgezahlt, während ihre Arbeit im Vergleich dazu teuer ist. Auch da lohnte es sich anzusetzen, um die Beschäftigungslage weiter zu verbessern. Da gibt es für die Politik noch viel zu tun.
- Datum 31.05.2011 - 13:25 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Wenn ich etwas nicht weiß, muß ich es ausprobieren. Dann weiß ich es. Wenn es nicht funktioniert, höre ich damit wieder auf. Wenn es aber funktioniert, habe ich einen Schritt nach vorne gemacht!
Beim Mindestlohn funktioniert es doch sehr einfach: Einführen (beispielsweise € 7,50) und abwarten. Funktioniert es, schrittweise erhöhen. Die ganzen theoretischen Berechnungen aufgrund von ökonomischen Modellen, die sich größtenteils in den letzten Jahren als haltlos erwiesen haben, bringt keinen Fortschritt und helfen nur die Eitelkeit jener zu bedienen, die sich gerne in abstrakten Debatten reden hören.
In 22 der 27 EU Staaten gibt es einen Mindestlohn.
Meinen sie wegen einer Finanzkrise, ein Phänomen, das kurz nach Eröffnung der ersten Börse zum ersten Mal auftrat, sämtliche ökonomischen Theorien widerlegt sind? Natürlich nicht.
Aus der ökonomischen Theorie kann man sowohl herleiten, dass ein Mindestlohn die Beschäftigung erhöht, wie auch, dass er sie senkt. Das hängt von der Marktmacht der Arbeitgeber ab. Da aber die Theorie Ergebnisse hervorbringt, die stark von den Prämissen abhängt, kommt hier die Empirie ins Spiel. Sie schlagen vor, den Mindestlohn einfach auf ein bestimmtes Level anzuheben. Eine andere Lösuung wäre, sich die Ergebnisse aus anderen Ländern anzuschauen und die überwältigende Mehrheit von Studien kommt hier zu dem Ergebnis, dass ein Mindestlohn negative Bschäftigungswirkungen hat (natürlich nur, wenn er so hoch ist, dass er auch etwas bewirkt). Sehr schön kann man so etwas in den USA messen, da verschiedene Bundesstaaten unterschiedliche Gesetzgebung diesbezüglich haben.
Ihre Forderung nach mehr Risko auf dem Rücken von Menschen, die dadurch vermutlich ihren Job verlören, kann ich damit nicht teilen.
In 22 der 27 EU Staaten gibt es einen Mindestlohn.
Meinen sie wegen einer Finanzkrise, ein Phänomen, das kurz nach Eröffnung der ersten Börse zum ersten Mal auftrat, sämtliche ökonomischen Theorien widerlegt sind? Natürlich nicht.
Aus der ökonomischen Theorie kann man sowohl herleiten, dass ein Mindestlohn die Beschäftigung erhöht, wie auch, dass er sie senkt. Das hängt von der Marktmacht der Arbeitgeber ab. Da aber die Theorie Ergebnisse hervorbringt, die stark von den Prämissen abhängt, kommt hier die Empirie ins Spiel. Sie schlagen vor, den Mindestlohn einfach auf ein bestimmtes Level anzuheben. Eine andere Lösuung wäre, sich die Ergebnisse aus anderen Ländern anzuschauen und die überwältigende Mehrheit von Studien kommt hier zu dem Ergebnis, dass ein Mindestlohn negative Bschäftigungswirkungen hat (natürlich nur, wenn er so hoch ist, dass er auch etwas bewirkt). Sehr schön kann man so etwas in den USA messen, da verschiedene Bundesstaaten unterschiedliche Gesetzgebung diesbezüglich haben.
Ihre Forderung nach mehr Risko auf dem Rücken von Menschen, die dadurch vermutlich ihren Job verlören, kann ich damit nicht teilen.
In 22 der 27 EU Staaten gibt es einen Mindestlohn.
"In 22 der 27 EU Staaten gibt es einen Mindestlohn."
In 18 der 27 EU Staaten gibt es Kernkraftwerke. Und nun?
Und in keinem dieser Länder trägt der Mindestlohn nachweislich zur Bekämpfung von Armut bei.
In denen es einen tollen Mindestlohn gibt der den Arbeitsmarkt verzerrt und Bildungsanreize nimmt?
Eigentlich geht es sogar allen (vielleicht Frankreich mal ausgenommen) schlechter als Deutschland.
Die Deutschen sind nämlich die neuen "Polen" Europas. Wir arbeiten am Billigsten mit den niedrigsten Standards und deshalb verdienen unsere Konzerne auch das meiste.
Schon mal drüber nachgedacht, warum die "Polenschwemme" zum 1. Mai ausgeblieben ist obwohl sie ja so laut propagiert wurde. Millionen würden auf gepackten Koffern sitzen und nur auf die arbeitsrechtliche Grenzöffnung warten...
"In 22 der 27 EU Staaten gibt es einen Mindestlohn."
In 18 der 27 EU Staaten gibt es Kernkraftwerke. Und nun?
Und in keinem dieser Länder trägt der Mindestlohn nachweislich zur Bekämpfung von Armut bei.
In denen es einen tollen Mindestlohn gibt der den Arbeitsmarkt verzerrt und Bildungsanreize nimmt?
Eigentlich geht es sogar allen (vielleicht Frankreich mal ausgenommen) schlechter als Deutschland.
Die Deutschen sind nämlich die neuen "Polen" Europas. Wir arbeiten am Billigsten mit den niedrigsten Standards und deshalb verdienen unsere Konzerne auch das meiste.
Schon mal drüber nachgedacht, warum die "Polenschwemme" zum 1. Mai ausgeblieben ist obwohl sie ja so laut propagiert wurde. Millionen würden auf gepackten Koffern sitzen und nur auf die arbeitsrechtliche Grenzöffnung warten...
Mit Verlaub: Es gibt in diesem Land de facto einen Mindestlohn: Das Niveau von HartzIV! Unter dem kann Arbeit nicht bezahlt werden ..... es ist ein unethischer minestlohn. Aber: wenn man einen höheren Mindestlohn festlegt (egal wie hoch oder niedrig), die Differenz zwischen HartzIV und Mindestlohn ist dann das Segment der Schwarzarbeit....
Und Fachkräftemangel: Wenn es den gäbe, müßten in diesen Berufen die Löhne hochgehen...... sowas gibts aber nicht.... ergo: Fachkräftemangel ist ein Kampfwort der Wirtschaftslobby zu weiterer Zuwanderung, um Löhne noch weiter zu drücken....
Es gibt in diesem Land de facto keinen Mindestlohn. Die Arbeit wird tagtäglich unter dem H4-Niveau bezahlt, überwiegend bei jenen, die über gar keinen Bildungsabschluss verfügen und nicht einmal um ihren rechtlichen Anspruch wissen, aber lieber arbeiten, statt zu hause zu sitzen.
Klar, "unethisch" ist das sehr wohl, aber die Ethik ist heute zu einer Art Signatur für die gepflegte Heuchelei geworden, potemkinsche Dörfer...
Und zum Fachkräftemangel:
den gibt es schon, ohja, und deshalb platzt es aus allen Nähten in der Industrie: wer heute die Uni verlässt, kann teilweise zum Einstieg soviel verlangen, wie das einer bekommt, der schon seit jahren dabei ist.
Hartz IV könnte man als einen Mindestlohn ansehen, wenn es nicht die Möglichkeit des "Aufstockens" gäbe, also der indirekten staatlichen Subvention von Unternehmen. Mit dieser Form der Subvention, aber auch mit den sozialversicherungsfreien 400-EURO-Jobs müssen rigoros abgeschafft werden.
Sonst würde niemand trotz Arbeit eine Aufstockung auf Hartz IV Niveau erhalten.
"..wer heute die Uni verlässt, kann teilweise zum Einstieg soviel verlangen, wie das einer bekommt, der schon seit jahren dabei ist."
Dann sollte derjenige die Firma wechseln. Das sollte ja dann kein Problem sein. Wenn das nicht geht, sollte man sich überlegen warum das so ist.
Fachkräftemangel:
In der Tat gibt es in Deutschland
k e i n e n
Facharbeitermangel.
Gäbe es einen solchen, würde man die gesuchten Facharbeiter einfach einstellen. Tut man aber nicht.
Wenn wir also mehr als genug Facharbeiter zur freien Auswahl haben, diese aber nicht einstellen, kann es überhaupt gar keinen Facharbeitermangel geben.
Das ist so ähnlich, wie wenn jemand vor einer prall gefüllten Essenstafel sitzt und schreit: Ich habe Hunger. Man wird ihm sagen: Warum essen sie dann nicht? Wer vor einer prall gefüllten Essenstafel ruft: Er habe Hunger - aber nichts essen will, hat keinen Hunger.
-----
Hartz IV kann überhaupt gar kein Mindestlohn sein, weil Hartz IV überhaupt keine Lohnleistung darstellt.
das Ihre Darstellung der Wirklichkeit entspricht. Warum übernimmt man nicht das System "Mindestlohn" aus Großbritannien? in dem Bericht wird jedenfalls nicht bemängelt, es habe dort zu höherer Arbeitslosigkeit geführt. Aber gute Beispiele aus dem Ausland werden tunlichst nicht beachtet. Wären die Zustände anders rum, hätten wir da schon einen Leuchtturm - hochgehalten von der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft". Ein Teilbereich der Wirtschaft achtet nichzt freiwillig auf Nachhaltigkeit. Warum sollten die denn an die ordentliche Bezahlung ihrer Mitarbeiter denken?
Es gibt in diesem Land de facto keinen Mindestlohn. Die Arbeit wird tagtäglich unter dem H4-Niveau bezahlt, überwiegend bei jenen, die über gar keinen Bildungsabschluss verfügen und nicht einmal um ihren rechtlichen Anspruch wissen, aber lieber arbeiten, statt zu hause zu sitzen.
Klar, "unethisch" ist das sehr wohl, aber die Ethik ist heute zu einer Art Signatur für die gepflegte Heuchelei geworden, potemkinsche Dörfer...
Und zum Fachkräftemangel:
den gibt es schon, ohja, und deshalb platzt es aus allen Nähten in der Industrie: wer heute die Uni verlässt, kann teilweise zum Einstieg soviel verlangen, wie das einer bekommt, der schon seit jahren dabei ist.
Hartz IV könnte man als einen Mindestlohn ansehen, wenn es nicht die Möglichkeit des "Aufstockens" gäbe, also der indirekten staatlichen Subvention von Unternehmen. Mit dieser Form der Subvention, aber auch mit den sozialversicherungsfreien 400-EURO-Jobs müssen rigoros abgeschafft werden.
Sonst würde niemand trotz Arbeit eine Aufstockung auf Hartz IV Niveau erhalten.
"..wer heute die Uni verlässt, kann teilweise zum Einstieg soviel verlangen, wie das einer bekommt, der schon seit jahren dabei ist."
Dann sollte derjenige die Firma wechseln. Das sollte ja dann kein Problem sein. Wenn das nicht geht, sollte man sich überlegen warum das so ist.
Fachkräftemangel:
In der Tat gibt es in Deutschland
k e i n e n
Facharbeitermangel.
Gäbe es einen solchen, würde man die gesuchten Facharbeiter einfach einstellen. Tut man aber nicht.
Wenn wir also mehr als genug Facharbeiter zur freien Auswahl haben, diese aber nicht einstellen, kann es überhaupt gar keinen Facharbeitermangel geben.
Das ist so ähnlich, wie wenn jemand vor einer prall gefüllten Essenstafel sitzt und schreit: Ich habe Hunger. Man wird ihm sagen: Warum essen sie dann nicht? Wer vor einer prall gefüllten Essenstafel ruft: Er habe Hunger - aber nichts essen will, hat keinen Hunger.
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Hartz IV kann überhaupt gar kein Mindestlohn sein, weil Hartz IV überhaupt keine Lohnleistung darstellt.
das Ihre Darstellung der Wirklichkeit entspricht. Warum übernimmt man nicht das System "Mindestlohn" aus Großbritannien? in dem Bericht wird jedenfalls nicht bemängelt, es habe dort zu höherer Arbeitslosigkeit geführt. Aber gute Beispiele aus dem Ausland werden tunlichst nicht beachtet. Wären die Zustände anders rum, hätten wir da schon einen Leuchtturm - hochgehalten von der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft". Ein Teilbereich der Wirtschaft achtet nichzt freiwillig auf Nachhaltigkeit. Warum sollten die denn an die ordentliche Bezahlung ihrer Mitarbeiter denken?
Ein paar Euro mehr, erreicht durch staatlich verordnete Mindestlöhne, und die Tarifautonomie ist weg, wie überhaupt jeder noch verbliebene Rest an Autonomie für diejenigen, deren Arbeitsplätze nun nicht mehr finanziert werden können. Dies in Frankreich bereits realisiert mit einer immer bedrohlicher werdenden Jugendarbeitslosigkeit. Fehlende Tarifautonomie ist ein Kennzeichen totalitärer Systeme. Dass die Gewerkschaftsspitzen hier selbst, zum Bonzenclub und Absahner in bundesdeutschen Aufsichtsräten mutiert, ihre einst schwer erkämpfte Tarifautonomie einfach wegwerfen, ist ein Elend dieser Zeit.
Auch bei einem geltenden gesetzlichen Mindestlohn sind die Tarifparteien herzlich dazu eingeladen, einen eigenen Tarif - über dem gesetzlichen Mindestlohn - auszuhandeln. Niemand wird sie daran hindern.
Das tolle bei einem Mindestlohn ist nämlich, dass er ein MINDESTlohn ist. Das bedeutet, dass man keine Lohne zahlen darf, die UNTER dieser Grenze liegen. Ganz tolle Sache eigentlich.
Es gibt nicht den "gerechten" Mindestlohn. Denn wer wäre ermächtigt und befähigt diesen zu bestimmen? Und nach welchen objektiven Maßstäben soll er bemessen werden? Für welchen Ort, für welche Region oder für welchen Staat soll er gelten?
ALG2/HartzIV ist weder dem Grunde, noch der Höhe nach eine wirtschaftliche Orientierung, sie könnte jedoch eine sittliche Untergrenze darstellen. Oft wird vergessen, dass ALG und Sozialgeld kein garantiertes "Bürgereinkommen" für jeden ist. Es soll eine staatliche, zeitlich begrenzte Notversorgung sein. Das Nettoarbeitseinkommen in der Wirtschaft kann in Einzelfällen durchaus niedriger ausfallen - so war es übrigens immer schon.
Auch bei einem geltenden gesetzlichen Mindestlohn sind die Tarifparteien herzlich dazu eingeladen, einen eigenen Tarif - über dem gesetzlichen Mindestlohn - auszuhandeln. Niemand wird sie daran hindern.
Das tolle bei einem Mindestlohn ist nämlich, dass er ein MINDESTlohn ist. Das bedeutet, dass man keine Lohne zahlen darf, die UNTER dieser Grenze liegen. Ganz tolle Sache eigentlich.
Es gibt nicht den "gerechten" Mindestlohn. Denn wer wäre ermächtigt und befähigt diesen zu bestimmen? Und nach welchen objektiven Maßstäben soll er bemessen werden? Für welchen Ort, für welche Region oder für welchen Staat soll er gelten?
ALG2/HartzIV ist weder dem Grunde, noch der Höhe nach eine wirtschaftliche Orientierung, sie könnte jedoch eine sittliche Untergrenze darstellen. Oft wird vergessen, dass ALG und Sozialgeld kein garantiertes "Bürgereinkommen" für jeden ist. Es soll eine staatliche, zeitlich begrenzte Notversorgung sein. Das Nettoarbeitseinkommen in der Wirtschaft kann in Einzelfällen durchaus niedriger ausfallen - so war es übrigens immer schon.
denn auffällig ist, wie viele Stellen inzwischen in dieser Form angeboten werden. Aus dem Schüler- und Hausfrauenjob ist inzwischen ein weit verbreitetes Arbeitsmodell geworden. Eine Medizinische Fachangestellte oder ein Altenpfleger bspw. auf Minijobbasis, die davon nicht leben können und dann auch noch nicht mal sozial- oder krankenversichert sind? Häufig bekommen die Arbeitnehmer eines Minijobs noch nicht einmal einen Arbeitsvertrag, und die Arbeitgeber interessieren sich nicht wirklich für so nette Dinge wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder Urlaubsanspruch...
Es gibt in diesem Land de facto keinen Mindestlohn. Die Arbeit wird tagtäglich unter dem H4-Niveau bezahlt, überwiegend bei jenen, die über gar keinen Bildungsabschluss verfügen und nicht einmal um ihren rechtlichen Anspruch wissen, aber lieber arbeiten, statt zu hause zu sitzen.
Klar, "unethisch" ist das sehr wohl, aber die Ethik ist heute zu einer Art Signatur für die gepflegte Heuchelei geworden, potemkinsche Dörfer...
Und zum Fachkräftemangel:
den gibt es schon, ohja, und deshalb platzt es aus allen Nähten in der Industrie: wer heute die Uni verlässt, kann teilweise zum Einstieg soviel verlangen, wie das einer bekommt, der schon seit jahren dabei ist.
Es gibt genug Menschen, die kein Harz IV erhalten und trotzdem arbeiten.
Z. B. wenn der Ehemann grad über Harz IV verdient, wenn noch ein klein wenig "Vermögen" da ist....
Das sind Menschen, die auch weit unter Harz IV-Niveau arbeiten um überhaupt noch ein wenig Geld dazu zu bekommen.
Es gibt genug Menschen, die kein Harz IV erhalten und trotzdem arbeiten.
Z. B. wenn der Ehemann grad über Harz IV verdient, wenn noch ein klein wenig "Vermögen" da ist....
Das sind Menschen, die auch weit unter Harz IV-Niveau arbeiten um überhaupt noch ein wenig Geld dazu zu bekommen.
Ob wir das nun mögen oder nicht, der Arbeitsmarkt ist auch ein Markt. Leider ein derart regulierter, dass niemand mehr durchblickt. Ausprobieren? Geht nicht. Welche Entwicklung auch eintritt, bei der Vielzahl der Parameter wird wieder jeder die Erklärung für sich reklamieren, die gerade ins eigene Weltbild passt.
Es ist höchste Zeit nachzudenken, offen gemeinsam Lösungen zu suchen, statt nur Standpunkte auszutauschen. Gilt für den Artikel, wie die Kommentare.
Es ist nicht Zeit für einen Mindestlohn, sondern für Gemeinsamkeit. Unternehmen und Arbeitnehmer und Arbeitslose - wir sitzen alle in einem Boot.
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dass es hauptsächlich kleine, mittelständischen Firmen sind, die in D einen Großteil der Arbeitsplätze sichern und BIP-relevante Leistungen erbringen. Die sowieso relativ knapp kalkulieren müssen. Obwohl ich mich jetzt anhöre wie die FDP sich besser hätte anhören sollen: Diese (nicht die großen Kapitaleigner) sind steuerlich zu entlasten, dann wäre auch ein Mindestlohn kein Problem. Aber irgendwie haben genau diese kleineren Firmen so gar keine Lobby - nein, die FDP war auch nie die Partei, die deren Interessen vertreten hat...
Der Arbeitsmarkt ist nicht zu stark reguliert, sondern es findet schon seit längerem eine Deregulierung statt. Wir erkennen diese Entwicklung an der Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse, an dem Boom der Minijobs und der Zeitarbeit und daran, dass heute jedes zweite neue Arbeitsverhältnis befristet ist.
Die allgemeinen Arbeitsbedingungen in Deutschland haben sich nicht verbessert, sondern verschlechtert. Dazu sind die Löhne in den letzten Jahren kaum gestiegen, sondern eher gefallen, während sie in fast allen anderen EU-Ländern gestiegen sind. Die Ursache liegt im fehlenden Mindestlohn, dadurch sind in Deutschland wahre Armutslöhne entstanden, von denen man nicht leben kann und die vom Staate aufgestockt werden müssen.
Die allgemeine verschlechte Lage der Arbeitnehmer in Deutschland hat dazu geführt, dass die Binnennachfrage stagniert bzw. rückläufig ist. Die lahmende Binnenkonjunktur führt dazu, dass das Wirtschaftswachsum zu gering ist und die katastrophale Massenarbeitslosigkeit kaum abgebaut werden kann.
China ist übrigens schlauer, hat schon längst einen Mindestlohn eingeführt, weil dadurch die wichtige Binnenkonjunktur angekurbelt wird.
dass es hauptsächlich kleine, mittelständischen Firmen sind, die in D einen Großteil der Arbeitsplätze sichern und BIP-relevante Leistungen erbringen. Die sowieso relativ knapp kalkulieren müssen. Obwohl ich mich jetzt anhöre wie die FDP sich besser hätte anhören sollen: Diese (nicht die großen Kapitaleigner) sind steuerlich zu entlasten, dann wäre auch ein Mindestlohn kein Problem. Aber irgendwie haben genau diese kleineren Firmen so gar keine Lobby - nein, die FDP war auch nie die Partei, die deren Interessen vertreten hat...
Der Arbeitsmarkt ist nicht zu stark reguliert, sondern es findet schon seit längerem eine Deregulierung statt. Wir erkennen diese Entwicklung an der Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse, an dem Boom der Minijobs und der Zeitarbeit und daran, dass heute jedes zweite neue Arbeitsverhältnis befristet ist.
Die allgemeinen Arbeitsbedingungen in Deutschland haben sich nicht verbessert, sondern verschlechtert. Dazu sind die Löhne in den letzten Jahren kaum gestiegen, sondern eher gefallen, während sie in fast allen anderen EU-Ländern gestiegen sind. Die Ursache liegt im fehlenden Mindestlohn, dadurch sind in Deutschland wahre Armutslöhne entstanden, von denen man nicht leben kann und die vom Staate aufgestockt werden müssen.
Die allgemeine verschlechte Lage der Arbeitnehmer in Deutschland hat dazu geführt, dass die Binnennachfrage stagniert bzw. rückläufig ist. Die lahmende Binnenkonjunktur führt dazu, dass das Wirtschaftswachsum zu gering ist und die katastrophale Massenarbeitslosigkeit kaum abgebaut werden kann.
China ist übrigens schlauer, hat schon längst einen Mindestlohn eingeführt, weil dadurch die wichtige Binnenkonjunktur angekurbelt wird.
dass es hauptsächlich kleine, mittelständischen Firmen sind, die in D einen Großteil der Arbeitsplätze sichern und BIP-relevante Leistungen erbringen. Die sowieso relativ knapp kalkulieren müssen. Obwohl ich mich jetzt anhöre wie die FDP sich besser hätte anhören sollen: Diese (nicht die großen Kapitaleigner) sind steuerlich zu entlasten, dann wäre auch ein Mindestlohn kein Problem. Aber irgendwie haben genau diese kleineren Firmen so gar keine Lobby - nein, die FDP war auch nie die Partei, die deren Interessen vertreten hat...
wären vom Mindestlohn doch überhaupt nicht betroffen, die zahlen doch eh Tariflohn. Sie müssten höchstens ein paar tausend Euro mehr im Monat für ihre Putzfirma ausgeben, weil die nicht mehr zu Sklavenlöhnen ihre Leute beschäftigen kann.
Das könnte dem Mittelstand dann relative egal sein und Arbeit würde sich selbst für kleine Beträge lohnen.
wären vom Mindestlohn doch überhaupt nicht betroffen, die zahlen doch eh Tariflohn. Sie müssten höchstens ein paar tausend Euro mehr im Monat für ihre Putzfirma ausgeben, weil die nicht mehr zu Sklavenlöhnen ihre Leute beschäftigen kann.
Das könnte dem Mittelstand dann relative egal sein und Arbeit würde sich selbst für kleine Beträge lohnen.
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