Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einer Europafahne © Sean Gallup/Getty Images

Die Krise der Eurozone spitzt sich immer weiter zu. Es fehlt an geeigneten Lösungen für die fiskalpolitischen Probleme in Griechenland, Irland und Portugal. Politische Reaktionen gegen die Rettungsbemühungen der Staats- und Regierungschefs sind deutlich wahrnehmbar. Damit gerät nicht nur der Euro als Währung in Gefahr – sämtliche Errungenschaften von Jahrzehnten europäischer Integration werden infrage gestellt.

Fünf grundlegende Dinge könnten den Weg aus der Krise weisen:

1. Wir brauchen Seriosität! Das ist eine politische und keine ökonomische Krise!

Wie Wolfgang Münchau vor kurzem in der englischen Financial Times beobachtete, ist die Gesamtverschuldung der Eurozone im Verhältnis zu ihrer Wirtschaftsleistung auf Basis des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zum Teil deutlich geringer als beispielsweise in Großbritannien, den USA oder Japan. Das Problem ist, dass es an politischen Mechanismen fehlt, die fiskalischen Schwierigkeiten in einigen Regionen der Eurozone anzupacken. Dies ist keine ökonomische Krise. Es ist eine politische Krise, die von unwilligen und unfähigen Politikern verschärft wird.

2. Es gibt keine Direktzahlungen! Seid ehrlich mit der europäischen Öffentlichkeit!

Es ist schlicht beschämend, wenn das politische Führungspersonal in Europa, allen voran Angela Merkel, seine Bevölkerungen im Glauben lässt, es gäbe so etwas wie direkte Geldgeschenke an Länder wie Griechenland. Dies führt nur dazu, dass sich die falsche Annahme festsetzt, der deutsche Steuerzahler finanziere den Griechen ein luxuriöses Leben.

Das ist falsch. Durch die viel beschworenen Bailouts gibt es für Krisenländer neue Kreditlinien durch den IWF und die EU – keine Geldgeschenke. Die Zinssätze dieser Kredite sind günstiger als zu Marktbedingungen, aber immer noch deutlich höher als die der Länder, die letztlich für diese Kredite bürgen. Wenn es also keine Schuldenabschreibung gibt, wären diese Kreditlinien sogar ein profitables Geschäft.

Die Unehrlichkeit, diesen Zusammenhang nicht deutlich zu machen, führt dazu, dass antieuropäische Ressentiments geschürt werden und sich die europäische Solidarität in Wohlgefallen auflöst, bei den Geldgebern sowohl als auch bei den Schuldnern.