Euro-Krise Umschulden ja, aber richtig!

Nicht nur Griechenland braucht einen Schuldenschnitt, sondern auch Portugal und Irland, schreibt der Ökonom Straubhaar. Je länger gezögert wird, desto teurer wird es.

Die Lage in der Euro-Zone spitzt sich zu. Die Staatsschulden sind erdrückend. In den zahlungsunfähigen Schuldenländern protestiert die Bevölkerung gegen strenge von außen diktierte Sparprogramme. In den Gläubigerstaaten sinkt die Hilfsbereitschaft. Wut über die fremden Vögte auf der einen, Zorn über den Verschuldungsschlendrian auf der anderen Seite machen sich breit. Ein Drittel der Griechen will nichts mehr mit dem Euro zu tun haben. Die Hälfte der Deutschen sind es leid, Griechenland zu unterstützen. Das ist der Spannungsbogen, der den Ruf nach einem freiwilligen Austritt oder einem erzwungenen Ausschluss einzelner Länder aus der Euro-Zone lauter werden lässt. Eine Lösung, die keine Probleme wirklich überwindet, aber viele neue zur Folge hätte.

Würde Griechenland den Euro aufgeben und zur Drachme zurückkehren, wäre ein sofortiger kompletter Zahlungsausfall aller Kredite die unmittelbare Konsequenz. Über Nacht würden die griechischen Banken pleite gehen, weil alle, die könnten, sich noch rasch ihre Euroguthaben ausbezahlen ließen. Dadurch würden Schockwellen ausgelöst, die weit über Griechenland hinaus wirken. Denn der gleiche Bank-Run würde sich sich in Portugal, Irland vielleicht sogar Spanien wiederholen. Auch würden Sparer aus Angst ihre Einlagen zurückziehen. Spätestens dann würden auch Gläubiger in starken Euro-Länder mitgerissen werden.

Thomas Straubhaar
Thomas Straubhaar

Er ist Direktor und Sprecher der Geschäftsführung des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) und Universitätsprofessor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftspolitik, an der Universität Hamburg.

Nämlich jene, die mit wertlos gewordenen Forderungen gegenüber südeuropäischen Schuldnern dastehen. Sie wären nun ihrerseits nicht mehr in der Lage, ihre Verbindlichkeiten zu erfüllen. Mehr noch: Das bankrotte Griechenland hätte über lange Zeit alles Vertrauen verspielt. Neue Kredite gäbe es nur noch gegen hohe Risikoprämien. Das wiederum ließe die meisten Investitionen unrentabel werden. Die Konsequenz wäre ein Teufelskreis der Verelendung, der eine weitere Abwanderung von Menschen und Maschinen provoziert. Wohin eine derartige Staatspleite eines isolierten Landes langfristig führt, kann man am Zerfall der DDR studieren.

Richtig ist, dass die Schuldenkeule in Südeuropa mit aller Wucht zuschlägt. Kein Wunder, denn die dramatisch schlechten Wirtschaftsdaten sprechen für sich. Griechenland, Portugal und Spanien werden von einer nun schon länger anhaltenden heftigen Rezession geschüttelt. Das griechische Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird in diesem Jahr erneut um mehr als drei Prozent schrumpfen. Seit Ausbruch der Krise ist in Griechenland das BIP um fast zehn Prozent gesunken. Die Arbeitslosenquote hat sich nahezu verdoppelt. Sie liegt nur noch knapp unterhalb von 15 Prozent. Ähnlich düster sieht es in Portugal aus. Hier wird das BIP in diesem Jahr leicht zurückgehen. Die Beschäftigungslosigkeit wird auf gegen zwölf Prozent weiter steigen. Noch stärker aber leidet Spanien. Dort beträgt die Arbeitslosigkeit bereits wieder über 20 Prozent. Am meisten erschreckt dabei die Jugendarbeitslosigkeit. Zwei von fünf jungen Spaniern unter 24 Jahren bleiben am Ende ihrer Erstausbildung ohne Arbeit.

Als Folge der Rezession brechen in den Schuldenländern die Steuereinnahmen weg. Gleichzeitig müssen mehr durch den Jobverlust in Not geratene Menschen durch Sozialleistungen unterstützt werden. Beides führt zu immer größeren Löchern in den öffentlichen Kassen. Und ausgerechnet in einer so katastrophalen wirtschaftlichen Situation sollen die Regierungen nun gezwungen werden, ihre Neuverschuldung zu reduzieren, wenn sie Hilfe von außen erhalten wollen. Das kann nicht gelingen. Es ist nahezu eine Quadratur des Kreises – und wie diese eigentlich unmöglich zu schaffen.

Um die gigantischen Schuldenberge in einigen Euro-Ländern abtragen zu können, gibt es nur noch eine nachhaltige Lösung. Sie lautet Umschuldung. Es ist keine Frage mehr, ob es dazu kommt. Lediglich das wie und das wann bleiben offen. Das gilt nicht nur für Griechenland. Auch für Portugal und Irland wird kein Weg mehr an einer Umschuldung vorbeiführen. Eine geordnete Umschuldung muss gleichzeitig viele Fliegen mit einem Schlag treffen. Sie soll erstens kurzfristig mit Garantien des von den EU-Gremien bereits beschlossenen Euro-Stabilitätsmechanismus (ESM) die Refinanzierungsfähigkeit der Schuldenländer zu erträglichen Zinsen ermöglichen, zweitens langfristig mit Schuldenerlassen die hohe Staatsverschuldung dauerhaft reduzieren, drittens die Stabilität der Gläubiger durch zu hohen Abschreibungsbedarf nicht gefährden und viertens dafür sorgen, dass private Verluste nicht zu Lasten der Steuerzahler sozialisiert werden. Klar wird, dass angesichts unterschiedlicher Zielkonflikte ein Policy-Mix die klügste Strategie ist. Er soll von vielen großen Übeln das in der Summe geringste anstreben. 

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Leser-Kommentare
  1. Endlich mal wieder eine Stellungnahme ohne diese Beschwichtigungshaltung, die sowieso immer weniger beim Publikum die gewünschte Wirkung hat. Als ergänzende Lektüre empfehle ich

    http://www.wiso.uni-hambu... .

    Gerne hätte ich noch gewußt, wie Prof. Straubhaar sich das vorstellt, zukünftige Zumutungen durch politische Hütchenspieler für die deutschen Steuerzahler und Konsumenten zu vermeiden.

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    • joG
    • 16.05.2011 um 12:36 Uhr

    ....eine gemeinsame Währung haben und fiskalische Souveränität. Entweder Man schafft wie in Deutschland einen wie auch immer gestalteten Länderfinanzausgleich für Euroland oder wir werden zyklische Probleme haben. Da führt kein Weg vorbei.

    Wenn man einen Länderfinanzausgleich als Umschuldung, Kapitalschnitt usw durchzieht, so ändert dies nicht an der Tatsache etwas, sondern an der Gruppe der Betroffenen. Darüber muss man sprechen. Wichtig ist aber, dass die Beschränkung der fiskalischen Freiheit das Grundgesetz in seiner Substanz zersetzt. Wer nicht seine eigenen Finanzen beherrscht, ist nicht souverän. Das einzugehen wäre aber verfassungswidrig.

    ME ist es auch nicht heilbar, durch eine einfache Volksbefragung, da die Verträge von Maastricht und Lissabon weit mehr Souveränität vergeben, als nur die fiskalische. Und hier liegt der Grund für die Hysterie der Bürokraten und Politiker. Sie haben am Volk und an den Verfassungen vorbei eine unhaltbare Situation erzeugt. Nun sind sie damit konfrontiert und wissen nicht, wie sie den Verfassungsbruch heilen sollen, ohne eine Volksbefragung abzuhalten. Sie wissen nämlich, dass der Lissabonner Vertrag in seiner Jetzt-Form nie akzeptiert würde. Wer ihn gelesen hat, weiß das.

    Jedenfalls scheint es keinen gute Idee auf dieser illegitimierten Basis Euroland und die EU weiter zu betreiben. Denn die Probleme gehen offensichtlich nicht so einfach weg. und sie sind existenzbedrohend.

    • joG
    • 16.05.2011 um 12:36 Uhr

    ....eine gemeinsame Währung haben und fiskalische Souveränität. Entweder Man schafft wie in Deutschland einen wie auch immer gestalteten Länderfinanzausgleich für Euroland oder wir werden zyklische Probleme haben. Da führt kein Weg vorbei.

    Wenn man einen Länderfinanzausgleich als Umschuldung, Kapitalschnitt usw durchzieht, so ändert dies nicht an der Tatsache etwas, sondern an der Gruppe der Betroffenen. Darüber muss man sprechen. Wichtig ist aber, dass die Beschränkung der fiskalischen Freiheit das Grundgesetz in seiner Substanz zersetzt. Wer nicht seine eigenen Finanzen beherrscht, ist nicht souverän. Das einzugehen wäre aber verfassungswidrig.

    ME ist es auch nicht heilbar, durch eine einfache Volksbefragung, da die Verträge von Maastricht und Lissabon weit mehr Souveränität vergeben, als nur die fiskalische. Und hier liegt der Grund für die Hysterie der Bürokraten und Politiker. Sie haben am Volk und an den Verfassungen vorbei eine unhaltbare Situation erzeugt. Nun sind sie damit konfrontiert und wissen nicht, wie sie den Verfassungsbruch heilen sollen, ohne eine Volksbefragung abzuhalten. Sie wissen nämlich, dass der Lissabonner Vertrag in seiner Jetzt-Form nie akzeptiert würde. Wer ihn gelesen hat, weiß das.

    Jedenfalls scheint es keinen gute Idee auf dieser illegitimierten Basis Euroland und die EU weiter zu betreiben. Denn die Probleme gehen offensichtlich nicht so einfach weg. und sie sind existenzbedrohend.

    • bayert
    • 16.05.2011 um 11:45 Uhr

    in Ö liegt die Inflationsrate beim "Miniwarenkorb", der den wöchentlichen Einkauf repräsentiert, bei 6,7%

    http://www.statistik.at/w...

    Eine Leser-Empfehlung
  2. Es scheint als wäre das Ziel der Akteure die Umschuldung von Süd nach Nord um einmal mehr die Banken und institutionellen Anleger (Hedgefonds vor allem) vor Abschreibungen zu schützen. Mit jeder ausgezahlten Tranche wird ein Teil der Schulden, die bislang bei Banken bestehen, auf die EU und den IWF umgelegt - und zwar zu 10X%, inklusive Zinsen also. Da es sich um Geld handelt, welches dem volkswirtschaftlichen Kreislauf ohnehin längst entzogen ist, freuen sich ein paar wenige, während die Völker Europas zu leiden haben. Ein Schuldenschnitt, also die Erklärung, man werden fortan - wenn überhaupt - nur noch ohne Zinsen oder mit großen Abschlägen zurückzahlen, würde zwar kurzfristig die Kapitalmärkte erschüttern, aber so könnte vermieden werden, dass die schuldenfinanzierte Geldmengenaufblähung endlich gestoppt wird und eine neue Art des wirtschaftens Einzug hält bei der die Ausgaben sich an den Einnahmen orientieren. Demokratien neigen dazu sich zu verschulden um mit den Schulden Wählerstimmen zu kaufen, das muss aufhören!

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    Das ist schon richtig, nur, hätten die Haushalte vieler Staaten sehr viel weniger Probleme, wenn die Vermögenden nicht besonders geschont würden. In Griechenland z. B. gibt es keine Grundstückssteuer.

    Richtig schlecht kann es den Griechen gar nicht gehen, wenn die Haushaltsstraffungen ausgerechnet die Wohlhabenden ungeschoren lässt. Auch dem IWF scheint das Missverhältnis der neuen Belastungen ziemlich egal zu sein.

    Spätestens, wenn die Steuerzahler der Euro-Geberländer die Finanzmalaise ausbaden sollen, sollte sich was ändern, könnte man meinen -- aber halt, in den Geberländern ist die Bevorzugung der Wohlhabenden meist nur graduell dezenter, vermutlich wird sich also auch, wenn die Euro-Gläubiger draufzahlen nichts ändern.

    Es lebe das internationale Kapital.

    Das ist schon richtig, nur, hätten die Haushalte vieler Staaten sehr viel weniger Probleme, wenn die Vermögenden nicht besonders geschont würden. In Griechenland z. B. gibt es keine Grundstückssteuer.

    Richtig schlecht kann es den Griechen gar nicht gehen, wenn die Haushaltsstraffungen ausgerechnet die Wohlhabenden ungeschoren lässt. Auch dem IWF scheint das Missverhältnis der neuen Belastungen ziemlich egal zu sein.

    Spätestens, wenn die Steuerzahler der Euro-Geberländer die Finanzmalaise ausbaden sollen, sollte sich was ändern, könnte man meinen -- aber halt, in den Geberländern ist die Bevorzugung der Wohlhabenden meist nur graduell dezenter, vermutlich wird sich also auch, wenn die Euro-Gläubiger draufzahlen nichts ändern.

    Es lebe das internationale Kapital.

  3. ...zur gegebenen Problematik empfehle ich dringend (wenngleich auf Englisch):
    http://www.nytimes.com/20...

    http://www.guardian.co.uk...

    Die Analysen in der ZEIT weisen ja zumeist bereits in ihrer Überschrift und durch ihre Wortwahl auf ihre tendenziöse Sichtweise hin. Dann gibt es hier wenigstens eine Gegendarstellung.

    • WIHE
    • 16.05.2011 um 12:08 Uhr

    In dem man den Austritt aus dem Euro nicht drei Wochen
    vorher ankündigt sondern über Nacht und dann in nächsten
    Tagen die Banken geschlossen hält, die Banken dann mit neuen Banknoten ausstattet.

    Vielleicht drucken sie ja jetzt schon das neue Geld.
    Das wäre schön.

    Ich persönlich achte darauf, dass ich Euro-Scheine mit dem entsprechenden Buchstaben für Griechenland nicht in der Tasche habe.
    Auch die könnten vielleicht mal wertlos werden.
    Aber das Risiko ist begrenzt, ich habe kaum Bargeld.

    Ich kaufe mir schon mal eine Flasche Champanger für den Tag, an dem der erste Euro-Staat den Euro verlässt und dann kaufe ich mir die nächste, für den zweiten Staat.

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    "In dem man den Austritt aus dem Euro nicht drei Wochen
    vorher ankündigt sondern über Nacht und dann in nächsten
    Tagen die Banken geschlossen hält, die Banken dann mit neuen Banknoten ausstattet."

    Genau das dachte ich auch, fragt sich allerdings ob das politisch zu händeln wäre, es bräuchte in dem Fall jemanden, der sowas beschliessen kann. Bzw. das Parlament übers Wochenende oder so.

    Auch die Inflation MUSS nicht die Kleinverdiener/Rentner usw. treffen. Wenn man alle entsprechenden Einkommen (bis zu einer festgesetzten Grenze) stets um die Inflationsrate anhebt, werden nur Vermögen entwertet. Bedarf lediglich einer entsprechenden Verordnung. Ich glaube die Belgier haben sowas und es funktioniert gut, vielleicht ein guter Weg für die Zukunft?

    Sie sind also nicht nur ein Connaisseur der Atomkraft sondern verstehen sich auch auf den Finanzmarkt.

    Wie wär's denn, wenn Sie die Griechen einfach Goldfinger-mäßig per Schlafgas ins Land der Träume schicken würden, dann die Euros in Griechenland einsammeln und ihnen dafür die Drachme da ließen?

    "In dem man den Austritt aus dem Euro nicht drei Wochen
    vorher ankündigt sondern über Nacht und dann in nächsten
    Tagen die Banken geschlossen hält, die Banken dann mit neuen Banknoten ausstattet."

    Genau das dachte ich auch, fragt sich allerdings ob das politisch zu händeln wäre, es bräuchte in dem Fall jemanden, der sowas beschliessen kann. Bzw. das Parlament übers Wochenende oder so.

    Auch die Inflation MUSS nicht die Kleinverdiener/Rentner usw. treffen. Wenn man alle entsprechenden Einkommen (bis zu einer festgesetzten Grenze) stets um die Inflationsrate anhebt, werden nur Vermögen entwertet. Bedarf lediglich einer entsprechenden Verordnung. Ich glaube die Belgier haben sowas und es funktioniert gut, vielleicht ein guter Weg für die Zukunft?

    Sie sind also nicht nur ein Connaisseur der Atomkraft sondern verstehen sich auch auf den Finanzmarkt.

    Wie wär's denn, wenn Sie die Griechen einfach Goldfinger-mäßig per Schlafgas ins Land der Träume schicken würden, dann die Euros in Griechenland einsammeln und ihnen dafür die Drachme da ließen?

    • WIHE
    • 16.05.2011 um 12:11 Uhr

    sollte man eigentlich vor Gericht stellen.
    Das mindeste wäre, ihre Gehälter und Pensionen zu kürzen.

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    das es die gleichen 'Experten', die uns den Euro eingebrockt haben, sind die jetzt in ihrer ungebrochenen Weitsicht ganz genau wissen wie schrecklich es wird wenn wir ihn wieder abschaffen?
    Muss ich noch weiter ausführen was für Konsequenzen zu ziehen sind? Wenn Fehler gemacht werden müssen die korrigiert werden! Nur das anscheinend Politiker genetisch Fehlerfrei auftreten!

    das es die gleichen 'Experten', die uns den Euro eingebrockt haben, sind die jetzt in ihrer ungebrochenen Weitsicht ganz genau wissen wie schrecklich es wird wenn wir ihn wieder abschaffen?
    Muss ich noch weiter ausführen was für Konsequenzen zu ziehen sind? Wenn Fehler gemacht werden müssen die korrigiert werden! Nur das anscheinend Politiker genetisch Fehlerfrei auftreten!

  4. .. dort UND hier! Die Erfolge der Exportwirtschaft lenken bei uns von den Folgen jahrelanger Fehlinvestitionen ab.

    Kaputte Strassen und Schulen, Unterrichtsausfall, ausufernde Bürokratie, magelnder Wohnungsraum, dafür ständig weitere unvermietbare Bürotürme - alles wg. schnelle Rendite geopfertt.

    DIe Südländer hatten jahrzehntelang eine aufgeblähte Bauindustrie, in Portugal wird der Reisanbau in trockenen Gebieten mit horrenden EU-Summen gefördert. All dies Geld fliesst in wenige Taschen und führt zu keiner stabilen Wirtschaft. Die Feriensiedlungen und Hotels in Griechenland vergammeln, weil keiner bei den teuren Preisen hinwill, der in die Türkei reisen kann. Ohne teures Wasser wächst der Reis nicht, was anderes kann man erstmal nicht pflanzen.

    Der Raubbau an Ressourcen und das Prassen mit Geld holt die ganze Welt ein.

    Auf der einen Seite riesige (virtuelle) Geldberge, die nur auf dem Konto oder auf Schuldforderungen stehen.

    Auf der anderen Seite eine Weltbevölkerung, die ständig wächst und in den sogenannten reichen Ländern ein wachsendes Armutsproblem, in der restlichen Welt schon lange eins hat.

    Einkommensverteilung und Vermögen überall ähnlich - 10% besitzen ca. 80%, der Rest wird auf die verbleibenden 90% verteilt.

    Wachstum soll das Loch zuschütten.

    Wie soll das funktionieren?

    Man kann die Decke nicht flicken, indem man woanders was rausschneidet.

    13 Leser-Empfehlungen
  5. Wahrscheinlich existieren viele Schulden gar nicht, weil der eine sie beim anderen hat und umgekehrt - im globalen Finanzgeflecht sieht das keiner. Solange man das als Plus verbuchen konnte, interessierte es auch keinen.

    Deshalb sollte man erst einmal aufhören, von Schulden als Geld zu sprechen. Das meiste davon hat nie existiert!

    Erst einmal alle Verbindlichkeiten in der Welt aufrechnen und schauen, was übrigbleibt.

    Danach kann man über weitere Verbindlichkeiten sprechen.

    Eine Leser-Empfehlung

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