Klimawandel Transparency warnt vor Klima-Korruption

Zum Schutz des Klimas sollen Milliarden in Entwicklungsländer fließen. Aber damit das Geld an der richtigen Stelle ankommt, braucht man mehr Transparenz.

Braunkohlekraftwerk in Schweden. Die Industrieländer müssen CO2 einsparen.

Braunkohlekraftwerk in Schweden. Die Industrieländer müssen CO2 einsparen.

Investitionen in den Klimaschutz kurbeln die Weltwirtschaft an – und die Korruption, befürchtet Transparency International. "Der Klimawandel ist ein riesiges Investitionsprogramm", sagte Edda Müller, die Vorsitzende von Transparency International Deutschland, bei der Vorstellung des diesjährigen globalen Korruptionsberichts in Berlin. Und "überall, wo viel Geld ist, ist auch die Gefahr für Korruption groß".

Auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen versprachen die Industrieländer, bis 2020 jedes Jahr 100 Milliarden Dollar für den Klimaschutz an Entwicklungsländer zu zahlen. Die Hoffnung: Die Entwicklungsländer schützen das Klima und sorgen gleichzeitig für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung im eigenen Land. Transparency befürchtet, dass dabei auch Geld in Staaten fließt, die stark von Korruption betroffen sind. Im schlimmsten Fall verschwindet das Klima-Geld in unbekannten Kanälen.

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Als Beispiel nannte Müller das Wüstenstromprojekt Desertec. In dem Konsortium zum Bau von Solar- und Windkraftanlagen in der Sahara sind auch RWE, Eon, Siemens und die Deutsche Bank beteiligt. Im kommenden Jahr soll eine erste 500 Megawatt-Anlage in Marokko entstehen.

Das nordafrikanische Land erreicht laut Transparency einen Korruptionswahrnehmungsindex von 3,4 – die Skala reicht von 0 (sehr korrupt) bis 10 (sehr sauber). Konkrete Hinweise auf Korruption gebe es in diesem Fall zwar nicht, sagte Müller. "Aber die Gefahren in der Region sind bekannt." Transparency fordert deshalb, die Investitionen offen zu legen, um den Fluss der Gelder besser kontrollieren zu können.

Denn welche Summen die Industrieländer wohin schicken, ist oft genug unklar. So gibt es in Deutschland bisher kein Berichtswesen über Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen, sagte Müller. "Die Bundesregierung muss offen legen, welches Geld in welche Fonds fließt und in welche Länder das Geld geht", forderte sie. Ebenfalls sei unklar, woher das Geld komme.

Mit dieser undurchsichtigen Praxis steht Deutschland nicht alleine da. In keinem europäischen Land gebe es eine vollständige Transparenz in Sachen Klimainvestitionen, sagt Müller. Aber auch die Empfänger und die Unternehmen sollen ihre Karten offen legen, fordert Transparency International. So sollen die Empfängerländer einem transparenten Register auf UN-Ebene mitteilen, wie viel Geld sie für Klimaschutzprojekte bekommen haben.

Leser-Kommentare
  1. Hoffentlich kommt bald ein Export-Verbot für alle Altfahrzeuge - vom PKW bis zum NKW - in diese Länder.

    Wer sich in Deutschland heute einen "umweltfreundlichen" fahrbaren Untersatz kauft, der sollte sich vor Augen halten, dass nur ein geringer Teil des "Altfahrzeuges" wirklich in den Schredder kommt.

    Der restliche Teil wird entweder von privater Hand oder über die Autohäuser noch Gewinn bringend weiter veräußert.

    Immerhin fahren ja noch genügend osteuropäische Autotransporter mit unseren "Altwagen" gen Osten und weiter.

    Ich glaube kaum, dass die dort umwelt- und fachgerecht entsorgt werden, denn schließlich haben diese Länder jetzt auch die Marktwirtschaft für sich entdeckt.

    ... und aus Zwei mach Eins ist noch profitabler als aus Eins mach Keins!

    Übrigens:

    Der Handel mit Schadstoffen ist auch hierzulande der reinste Betrug, da Bedarf es nicht der Dritten Welt!

  2. Es wird bereits mit der Klimawandel-Theorie verdient.
    Über zuschüsse wird offten gesprochen, was nicht gerne gelesen/gesehen/gehört wird, sind Kritiken gegen den Klimawandel.

    Kleines Beispiel: Sahara soll einst ein blühendes Land (Regenwaldähnlich) gewesen sein. Ein natürliches und wiederkehrendes Phänomen.
    Als Hannibal die Alpen überquerte, lag dort kein Schnee. Ebenfalls hatte der Mensch darauf keinen Einfluss, Gletscher schmelzen und frieren wieder zu. Dies sind nur zwei Beispiele die mir auf anhieb in den Sinn kommen.
    Es wurde soweit es mir bekannt ist, nie abgestritten, dass die Erdrotation einen Einfluss darauf hat. Auch ist gegewärtig bekannt das der Gradwinkel sich stätig verändert (vermutlich hat darauf der Mond einfluss).

    Zur CO2-Theorie gibt es ebenfalls Gegenmeinungen, die jedoch kein Gehör finden. Es wirkt als ob, nur richtig sei womit Geld verdient werden kann.

  3. Liebe Redaktion, eine Anmerkung: Da das Kyoto-Protokoll keinerlei Zielvorgaben für Entwicklungsländer enthält, können die CDM-Gastgeberstaaten für nachgewiesene Emissionsreduktionen verliehenen CO2-Zertifikate nicht auf ihre eigene Klimabilanz anrechnen. Denn eine solche gibt es nicht.
    CDM-Zertifikate, die sogenannten Certified Emission Reductions (CERs) werden stattdessen an Industrienationen oder dort angesiedelte Unternehmen verkauft. Ein Großteil der Zertifikate wird zur Compliance im Europäischen Emissionshandelssystem (EU ETS) genutzt.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Eridon25

    Eine Leser-Empfehlung
  4. Der Handel mit Verschmutzungsrechten ist neben dem Terrorismus die grösste Sauerei. Alles wg. des Geldes.

    • Kiira
    • 06.06.2011 um 22:37 Uhr

    Die Korruption fängt doch schon mit den Millionen an Fördergeldern an, die Wissenschaftlern hinterhergeworfen werden, wenn sie mit dem Ziel forschen, Klima-Wahn-Thesen zu belegen.
    Der deutsche "Klimapapst" Schellnhuber ist doch das beste Beispiel: Bis 1989 war er Professor für theoretische Physik. Hatte mit Klima nix am Hut. Und als er gefragt wurde, was er machen würde, wenn dieser ganze Klima-Hype sich als Irrtum herausstellt, sagte er: Kein Problem, dann kümmere ich mich wider um Quantenphysik etc.
    Also im Vergleich zur Klima-Forschung richtige Wissenschaft...

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