Fukushima : Japans Regierung hilft AKW-Betreiber

Die japanische Regierung hat Tepco finanzielle Hilfe zugesichert, um Opfer der Atomkatastrophe entschädigen zu können. Zudem soll ein Spezialfonds gegründet werden.
Ein Tepco-Mitarbeitet entschuldigt sich bei protestierenden Bauern © Tomoyuki Kaya/dpa

Gut zwei Monate nach Beginn der Katastrophe im japanischen Atomkomplex Fukushima hat die Regierung in Tokyo einen milliardenschweren Rettungsplan für die Betreiberfirma Tepco vorgelegt. Ein Fonds in Höhe von 5000 Milliarden Yen, das entspricht 43 Milliarden Euro, soll dem Konzern helfen, die mehr als 85.000 Opfer des Atomunfalls entschädigen zu können.

Zu diesem Zweck soll eine staatliche Finanzierungsgesellschaft gegründet werden. Neben dem Staat sollen auch andere Energiekonzerne in den Fonds einzahlen. Laut einem Bericht der japanischen Nachrichtenagentur Jiji soll Tepco jährlich 100 bis 200 Milliarden Yen an den Staat zurückzahlen. Ursprünglich sollte der Plan bereits am Donnerstag abgesegnet werden. Es kam jedoch zu einer Verzögerung, weil sich einige Parteimitglieder bei diversen Details noch nicht einig waren.

Tepco-Präsident Masataka Shimizu hatte erst am Dienstag ein offizielles Gesuch um Staatshilfen eingereicht. In dem Papier sprach Tepco von einer "extrem schwierigen Situation", Finanzmittel zu beschaffen. Analysten hatten allein die fälligen Entschädigungszahlungen auf umgerechnet insgesamt etwa 86 Milliarden Euro geschätzt.

Zugleich begründete der Stromkonzern seinen Antrag damit, dass Engpässe bei der Stromversorgung vermieden werden müssten. Nach der Abschaltung der Atomreaktoren in Fukushima und im erdbebengefährdeten Hamaoka brauche Tepco Erdöl zum Betrieb von Elektrizitätswerken. Dadurch entstünden im laufenden Finanzjahr Mehrkosten von umgerechnet rund 8,7 Milliarden Euro. Im Gegenzug für die Staatshilfe akzeptierte Tepco die Bedingung der Regierung, harte Sparmaßnahmen zu ergreifen. Zudem soll ein unabhängiger Ausschuss das Finanzgebaren des Konzerns überprüfen.

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Kommentare

8 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Wer bezahlt 43 Mrd. Euro zurück?

43 Mrd Euro, als Kredit, Fond.... wie auch immer. Wovon soll eine Firma bei normaler Verzinsung solche Summen zurückzahlen?
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Im Klartext übernimmt doch die Regierung, der Staat... d.h. der Steuerzahler die Probleme und Schäden die Fukushime angerichtet haben.
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Wie immer halt. So lange Geld verdient wird ist solch eine Anlage privat, wenn es Proleme gibt, gehört sie der Allgemeiheit. Siehe auch Bankenrettung hier in DE.
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Wie wäre es mal mit einem Rückgriff auf die ehemaligen Eigentümer und die vergangenen Gewinne?
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Das zum Thema preiswerten Atomstrom!
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Kopfschüttelnde Gruesse
Sikasuu

Systemrelevantes Unternehmen AKW ?

Also wie schon in der Finanzkrise von den Banken vorgemacht, jetzt auch in der AKW-Betreiber-Szene: da die Risiken des AKW-Betriebs von keinem Versicherer der Welt abgedeckt werden, muss wieder der Staat ran. Der Steuerzahler muss für den Fall des Super-GAUs gleich mehrfach: territorial (Evakuierung von ganzen Landstrichen) gesundheitlich (Verseuchung der Lebensmittel) und finanziell haften. Na klar, wenn das so gedacht ist, dann rechnet sich Atomkraft (natürlich nur für die Betreiber) auf einmal wieder. Nach dem Motto: habe ich Glück und es gibt keinen GAU, streiche ich die Gewinne ein, gibt es jedoch einen GAU, schiebe ich die Kosten auf den Staat und verdiene danach weiter.