Armut in den USA Überleben mit "food stamps"

Weil ihr Lohn nicht reicht, sind Millionen Amerikaner auf Lebensmittelmarken angewiesen. ZEIT ONLINE hat eine Betroffene durch den Tag begleitet.

6.30 Uhr, der Wecker klingelt: Yvonne Shields steht auf, schaut auf ihren Kalender und überlegt, wie viele Stunden sie heute bei der Broadway Community Incorporated (BCI) arbeiten wird. Das BCI ist eine Hilfsorganisation für Bedürftige. Yvonne hat dort in der Suppenküche einen Job. Offiziell arbeitet sie 18 Stunden pro Woche, oft sind es jedoch viel mehr. Dennoch reicht Yvonnes Lohn nicht zum Überleben in einer Stadt, in der die durchschnittliche Monatsmiete bei über 2.000 Dollar liegt. Selbst ein Vollzeitjob wäre nicht genug, sagt sie. "Allein die Bahnkarte zur Arbeit kostet schon über 100 Dollar im Monat."

Ihr Haushaltseinkommen für zwei Personen liegt unter 1.579 Dollar Brutto pro Monat. Deshalb bekommt sie wie mehr als 1,7 Millionen andere New Yorker food stamps vom Staat: Gutscheine, die sie in bestimmten Läden gegen Lebensmittel und andere Waren eintauschen kann. Landesweit erhält inzwischen jeder achte Amerikaner solche Lebensmittelmarken. Yvonne ist dankbar für die Hilfe, aber verärgert über die Umstände, die sie nötig machen. "Das ist doch verrückt: Ich setze mich voll ein, und verdiene nicht einmal genug, um meine Familie zu versorgen", sagt sie.

Yvonne Shields
Yvonne Shields

Sie ist 65 Jahre alt und lebt mit ihrer 33-jährigen Tochter in einer Sozialwohnung im New Yorker Arbeiterviertel The Bronx. Yvonne Shields hat Kommunikationswissenschaften studiert, ist heute jedoch von Foodstamps, jenen Essensmarken, die für viele Amerikaner die einzige staatliche Unterstützung bedeuten, abhängig. Die Republikaner wollen die Hilfsmaßnahme kürzen. Sie glauben, dass durch sie viele Arbeitslose zu wenig Motivation haben, ein Job anzunehmen.

7.15 Uhr, Frühstück: An guten Tagen macht ihre Tochter Frühstück, bevor sie selbst zur Arbeit geht, meist gibt es Rührei oder etwas von dem, was Yvonne am Tag zuvor aus der Suppenküche mitgebracht hat. Sie war nicht immer auf die Mildtätigkeit anderer angewiesen. 15 Jahre lang arbeitete sie als Erziehungsberaterin bei Childcare Inc., einer gemeinnützigen Krippe. Ihr Gehalt war nicht üppig, aber sie kam über die Runden.

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Die Stelle wurde 1999 gestrichen. Yvonne hatte 27 Wochen Anspruch auf Arbeitslosenhilfe, doch das Geld reichte nicht. Ein finanzielles Polster hatte sie nicht. "Ich war mit meinem Gehalt nicht in der Lage gewesen, mir etwas anzusparen", sagt sie. Die unbezahlten Rechnungen häuften sich, die Kreditkartenschulden wuchsen. Knapp ein Jahr später wurde sie obdachlos, zusammen mit ihrer damals 19-jährigen Tochter.

Die Erinnerung ist noch immer frisch: "Innerhalb von zwei Tagen mussten wir die Wohnung verlassen, in der ich dreißig Jahre gelebt hatte." Ihre Bank – JP Morgan Chase – schloss ihr Konto. "Wir standen mit unserem Hab und Gut, drei Einkaufswagen voller Sachen und einer Katze auf der Straße. Es war mir furchtbar peinlich vor meiner Tochter", sagt Yvonne.

8.00 Uhr, auf zur Suppenküche: Yvonne macht sich auf den Weg zum Bus. Sie könnte auch einen Zug nehmen, das wäre schneller, doch der Eingang zur Metro hat keinen Fahrstuhl, und Treppensteigen ist schlecht für ihre kranke Hüfte.

9.30 Uhr, Arbeiten zum Mindestlohn: Die Suppenküche wird von der Presbyterianischen Kirche auf der 114th Street in Harlem betrieben. Als Yvonne ankommt, wird gerade die Essensausgabe für das Frühstück vorbereitet. Als Yvonne ihre feste Stelle verlor und auf der Straße landete, beschloss sie, sich zur Köchin umschulen zu lassen. Ihre erste Position nach sechs Monaten, finanziert über öffentliche Gelder, war ausgerechnet eine Stelle in der Konzernküche von JP Morgan Chase. Der Bank, die ihr das Konto kündigte, als sie in Not geraten war.

Über die Jahre arbeitete sie in den unterschiedlichsten Jobs: als Reinigungskraft, als Fahrerin von Mietwagenfirmen, als Haushälterin, als Fotografin, als Masseurin, als Hilfskraft der Aufklärungsprogramme zur Sozialhilfe. Sie erhielt immer den gesetzlichen Mindestlohn, der in New York mit 7,25 Dollar pro Stunde einer der höchsten im ganzen Land ist. Zum Leben reicht das aber nicht. Wenn sie kann, verkauft Yvonne ihren selbstgebackenen Karotten- und Süsskartoffelkuchen, um eine paar zusätzliche Dollars einzunehmen.

Leser-Kommentare
  1. ...warum in USA schauen? Hier zu Lande wird es doch ebenfalls immer dramatischer. "Working poor" ist unter deutschen Leiharbeitern und Minijobbern doch weit verbreitet, da muss mit HarzIV aufgestockt werden und die Tafeln werden auch oft genug aufgesucht.
    Fehlt nur noch, dass immer mehr Bedürftige aus den normalen Wohnungen herausfallen und in diverse Einrichtungen kampieren müssen, dann haben wir endgültig us-amerikanische Verhältnisse. Aber - das sollte man bedenken, vermutlich wird dann auch die Kriminalitätsrate entsprechend ansteigen.
    Denn, das scheinen Politiker (wie Schröder und Konsorten) gerne zuvergessen, der Sozialstaat, der seine Bürger, welche sich aus welchen Gründen auch immer nicht sich selbst versorgen können, auffängt, garantiert auch einen großen sozialen Frieden, der die Grundlage für unseren wirtschaftlichen Wohlstand bildet - eigentlich.

    Ich denke, dass ein Sozialstaat am Ende billiger kommt als ein Staat, der die Menschen durch das Netz fallen lässt. Aber das ist vermutlich nicht populär....

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    HarzIV wurde nicht nur von Schröder, sondern auch von der Merkel und der Union geschaffen. Merkel konnte der ebenfalls damals von von Schröder festgelegte Atomausstieg rückgängig machen warum hat Sie das nicht für HarzIV gemacht...

    ...nichtmal einen Almosen-Sozialstaat, man könnte gleich eine Beschäftigungsgarantie schaffen. Wenn die Privatwirtschaft die Leute nicht braucht und ernährt, dann halt der Staat und das Geld holt er sich bei denen die an Zins- und Renditen die Gesellschaft ausbluten.

    Eine ähnliche Diskussion lief übrigens gerade:
    http://www.weissgarnix.de...

    • Harzer
    • 07.06.2011 um 16:31 Uhr

    ..."Bedrückend, aber...
    ...warum in USA schauen? Hier zu Lande wird es doch ebenfalls immer dramatischer. "Working poor" ist unter deutschen Leiharbeitern und Minijobbern doch weit verbreitet, da muss mit HarzIV aufgestockt werden und die Tafeln werden auch oft genug aufgesucht."...

    Und viele, die es gerade hier auch besonders nötig hätten, scheitern an den Hartz4-Formularen, aber noch mehr an der unwilligen, abweisenden und herablassenden Hartz4-Bürokratie.

    Aber, wie sagte doch Herr Mussolini: "Der Faschismus ist die Verschmelzung von Großkapital und Staat."

    HarzIV wurde nicht nur von Schröder, sondern auch von der Merkel und der Union geschaffen. Merkel konnte der ebenfalls damals von von Schröder festgelegte Atomausstieg rückgängig machen warum hat Sie das nicht für HarzIV gemacht...

    ...nichtmal einen Almosen-Sozialstaat, man könnte gleich eine Beschäftigungsgarantie schaffen. Wenn die Privatwirtschaft die Leute nicht braucht und ernährt, dann halt der Staat und das Geld holt er sich bei denen die an Zins- und Renditen die Gesellschaft ausbluten.

    Eine ähnliche Diskussion lief übrigens gerade:
    http://www.weissgarnix.de...

    • Harzer
    • 07.06.2011 um 16:31 Uhr

    ..."Bedrückend, aber...
    ...warum in USA schauen? Hier zu Lande wird es doch ebenfalls immer dramatischer. "Working poor" ist unter deutschen Leiharbeitern und Minijobbern doch weit verbreitet, da muss mit HarzIV aufgestockt werden und die Tafeln werden auch oft genug aufgesucht."...

    Und viele, die es gerade hier auch besonders nötig hätten, scheitern an den Hartz4-Formularen, aber noch mehr an der unwilligen, abweisenden und herablassenden Hartz4-Bürokratie.

    Aber, wie sagte doch Herr Mussolini: "Der Faschismus ist die Verschmelzung von Großkapital und Staat."

    • Buono
    • 07.06.2011 um 14:53 Uhr

    Nobel-Restaurant "1789" nachfragen; Obama und Merkel haben da bestimmt fuer alle noch ein opulentes Mahl uebrig. Und das Beste daran: Letztlich bezahlt China die gesamte Rechnung.

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    des Restaurants Programm? Dann könnten beide noch bitter bereuen, daß sie gerade da gespeist haben. Es entbehrt nicht einer gewissen schwarzen Ironie - die Herrschenden zweier Länder in einem Restaurant mit diesem Namen. Wer jemals den Film 'Marie Antoinette' gesehen hat, weiß, was ich meine. Da sitzt das französische Herrscherpaar auch kurz vor Schluß noch in Versailles an einer üppig gedeckten Tafel, während sich draußen schon der Pöbel, sprich das Volk, zusammenrottet.

    des Restaurants Programm? Dann könnten beide noch bitter bereuen, daß sie gerade da gespeist haben. Es entbehrt nicht einer gewissen schwarzen Ironie - die Herrschenden zweier Länder in einem Restaurant mit diesem Namen. Wer jemals den Film 'Marie Antoinette' gesehen hat, weiß, was ich meine. Da sitzt das französische Herrscherpaar auch kurz vor Schluß noch in Versailles an einer üppig gedeckten Tafel, während sich draußen schon der Pöbel, sprich das Volk, zusammenrottet.

  2. HarzIV wurde nicht nur von Schröder, sondern auch von der Merkel und der Union geschaffen. Merkel konnte der ebenfalls damals von von Schröder festgelegte Atomausstieg rückgängig machen warum hat Sie das nicht für HarzIV gemacht...

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    Antwort auf "Bedrückend, aber..."
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    für den prekären Anteil in der Bevölkerung, obwohl dieser Zuwachsraten verzeichnen muss, wie kaum ein anderer "Wirtschafts"-Zweig hierzulande, kein mächtiger, umtriebiger Lobbyistenapparat parat stand und bei Dr. Angela Merkel & Co. die Strippen gezogen, bzw. die richtigen Knöpfe gedrückt hat!

    für den prekären Anteil in der Bevölkerung, obwohl dieser Zuwachsraten verzeichnen muss, wie kaum ein anderer "Wirtschafts"-Zweig hierzulande, kein mächtiger, umtriebiger Lobbyistenapparat parat stand und bei Dr. Angela Merkel & Co. die Strippen gezogen, bzw. die richtigen Knöpfe gedrückt hat!

  3. Aufstocken hüben, wo ist da der Unterschied?

    Poor working hat auf der ganzen Welt das gleiche Gesicht; Das kalte, abweisende, hartherzige Antlitz eines raffgierigen Kapitalismus, der auf menschliche Aspekte, Sorgen und Nöte, keinerlei Rücksicht nimmt...

    27 Leser-Empfehlungen
    • kkr
    • 07.06.2011 um 15:13 Uhr

    da denke noch mal jeder nach: "jeder achte bezieht Lebensmitelmarken" und das die USA die 2 teure Kriege führt und wo sich die Politik über Steuersenkungen für die Reichen zerfetzt.Die Staatsschulden turmhoch und werden bei steigenden Zinsen zum Mühlstein.

    Und was bei dem Artikel zu kurz kommt: Die Krankenversicherung, das ist ein höchst brisantes Eisen, viele Amerikaner (ca. 40%) haben keine ausreichende Deckung und sind auf Medicare/Mediaid angewiesen, was auch noch gekürzt werden soll.

    Ich verstehe überhaupt nicht, warum die Menschen dort nicht andere Politiker wählen.

    26 Leser-Empfehlungen
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    Was würde das helfen?

    • Harzer
    • 07.06.2011 um 16:39 Uhr

    ..."Ich verstehe überhaupt nicht, warum die Menschen dort nicht andere Politiker wählen."

    Weil solche Politiker dort überhaupt nicht "zur Wahl gestellt" werden ... ... !
    Da müßten die armen Leute in den USA erst alle wichtigen Plätze besetzen ... ... .

    Wie man so hört und liest, stehen in in Amerika meist liberale und ultraliberale Politiker zur Wahl.

    Wenn ein Politiker das soziale Näschen raus streckt, wird im drauf gehauen, bis ihm Hören und Sehen vergeht. Siehe Obamas Versuch einer Gesundheitsreform.

    Den Konservativen in Amerika gelingt es wieder und wieder, den Armen und mäßig wohlhabenden, die von sozialen Reformen profitieren könnten, einzureden, dass es einem guten Amerikaner besser ansteht, zu verelenden und dabei vom amerikanischen Traum zu träumen, als für mehr Gerechtigkeit, gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit einzustehen.

    Die Propaganda prasselt von allen Seiten auf die Amerikaner nieder. Wenn sich einer nicht vom Sozialdarwinismus oder den Vorrechten der besseren Geburt überzeugen lässt, wirkt meist die Idee von Gottes Wille. Der kleine Rest, der noch verbleibt, reicht für keine Wahl.

    Schaut man bei uns auf CDU und SPD wird klar, dass alles was uns von Amerika trennt, ein anderes Wahlrecht ist, das noch ein paar Parteien mehr ermöglicht, und auch dafür sorgt, dass eine Partei, die ihre Wähler stark enttäuscht hat, von einer Volkspartei zu einer Mehrheitsbeschaffumgspartei werden kann.

    zu wissen!
    Sonst müsste auch Ihnen bekannt sein, dass in den USA
    - das höchste Gericht vor kurzem slle Begrenzungen für Parteispenden aufgehoben hat!
    - das Geld dort inzwischen alle Politik "regiert"!
    - 1% Superreiche ebensoviel besitzen wie 90% der übrigen Bevölkerung!
    - soeben festgestellt wurde, dass 146 Millarden Unternehmens-Gewinne keinen einzigen Cent Steuern zahlten!
    - die Republikaner trotzdem kategorisch GEGEN Steuer-Erhöhungen für Millionäre sind!

    weil sie stolz sind auf ihre Freiheit & auch bereit sind mit den Konsequenzen dieser Freiheit zu leben.

    "Sie muss sich etwas Neues überlegen. Ihre Idee: Ein Gebrauchtwaren-Laden, in dem man Dinge tauschen und günstig kaufen kann. "Es geht immer darum, weiterzumachen und nicht aufzugeben" sagt Yvonne und lacht."

    Die Frau nimmt ihr Schicksal in die Hand , und entwickelt Eigeninitiative - sowas würde Deutschland mal guttun.
    Aber zugegeben.
    Wär sie hier in Deutschland würde sie sich wahrscheinlich
    auf HartzIV ausruhen , weil es ja ihr "Recht" ist.

    Was würde das helfen?

    • Harzer
    • 07.06.2011 um 16:39 Uhr

    ..."Ich verstehe überhaupt nicht, warum die Menschen dort nicht andere Politiker wählen."

    Weil solche Politiker dort überhaupt nicht "zur Wahl gestellt" werden ... ... !
    Da müßten die armen Leute in den USA erst alle wichtigen Plätze besetzen ... ... .

    Wie man so hört und liest, stehen in in Amerika meist liberale und ultraliberale Politiker zur Wahl.

    Wenn ein Politiker das soziale Näschen raus streckt, wird im drauf gehauen, bis ihm Hören und Sehen vergeht. Siehe Obamas Versuch einer Gesundheitsreform.

    Den Konservativen in Amerika gelingt es wieder und wieder, den Armen und mäßig wohlhabenden, die von sozialen Reformen profitieren könnten, einzureden, dass es einem guten Amerikaner besser ansteht, zu verelenden und dabei vom amerikanischen Traum zu träumen, als für mehr Gerechtigkeit, gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit einzustehen.

    Die Propaganda prasselt von allen Seiten auf die Amerikaner nieder. Wenn sich einer nicht vom Sozialdarwinismus oder den Vorrechten der besseren Geburt überzeugen lässt, wirkt meist die Idee von Gottes Wille. Der kleine Rest, der noch verbleibt, reicht für keine Wahl.

    Schaut man bei uns auf CDU und SPD wird klar, dass alles was uns von Amerika trennt, ein anderes Wahlrecht ist, das noch ein paar Parteien mehr ermöglicht, und auch dafür sorgt, dass eine Partei, die ihre Wähler stark enttäuscht hat, von einer Volkspartei zu einer Mehrheitsbeschaffumgspartei werden kann.

    zu wissen!
    Sonst müsste auch Ihnen bekannt sein, dass in den USA
    - das höchste Gericht vor kurzem slle Begrenzungen für Parteispenden aufgehoben hat!
    - das Geld dort inzwischen alle Politik "regiert"!
    - 1% Superreiche ebensoviel besitzen wie 90% der übrigen Bevölkerung!
    - soeben festgestellt wurde, dass 146 Millarden Unternehmens-Gewinne keinen einzigen Cent Steuern zahlten!
    - die Republikaner trotzdem kategorisch GEGEN Steuer-Erhöhungen für Millionäre sind!

    weil sie stolz sind auf ihre Freiheit & auch bereit sind mit den Konsequenzen dieser Freiheit zu leben.

    "Sie muss sich etwas Neues überlegen. Ihre Idee: Ein Gebrauchtwaren-Laden, in dem man Dinge tauschen und günstig kaufen kann. "Es geht immer darum, weiterzumachen und nicht aufzugeben" sagt Yvonne und lacht."

    Die Frau nimmt ihr Schicksal in die Hand , und entwickelt Eigeninitiative - sowas würde Deutschland mal guttun.
    Aber zugegeben.
    Wär sie hier in Deutschland würde sie sich wahrscheinlich
    auf HartzIV ausruhen , weil es ja ihr "Recht" ist.

  4. Ich denke, dass der Sozialstaat eine essentielle und zentrale Funktion im kapitalistischen Wirtschaftssystem hat und das der gegenwärtige Druck auf diesen von allen Seiten (ob es neoliberale Träumer sind, reiche Individuen und multinationale Unternehmen die in ihren respektiven Heimatländern keine Steuern mehr zahlen oder Banker die dem Gemeinwohl ihre "Intelligenz" aufbürden) und seine daher notwendige Verschlankung negative Konsequenzen hat.

    Als erstes denke ich sollte man aber man realistischerweise die wachsende Armut in den US und Europa auf jeden Fall als Konsequenz der immer mehr schwindenden Arbeitsmöglichkeiten für Mittel- und Arbeiterklassen sowieso "offiziell" Arme sehen und die Konzentration von Einkommen für höhere Schichten und in verschieden Wirtschaftssektoren. Das mag für das Individuum toll sein, das mit einem top Jurastudium bei 100.000 Euro einsteigt, aber gesellschaftlich gesehen sehe ich das als sehr problematisch. Und unsere Regierungen sind eher darauf konzentriert neoliberale Wirtschaftspolitik zu machen, die aber leider eher dem Kapital nützt als der Gesellschaft.

    Andere Frage, bringen Juristen eigentlich auch einen gesellschaftlichen Mehrwert, außer als Verteidiger vor Gericht? Z.b. Herr Becker (http://www.zeit.de/2011/2...) der sein Geld mit der Verteidigung von Steuerhinterziehern macht oder der Patentanwalt der für Microsoft Konkurrenten mit Klagen überzieht, ist dort irgendein gesellschaftlicher Mehrwert?

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    vieler Topverdiener tendiert gegen Null, die eignen sich überwiegend den von den Lowverdienern geschaffenen Mehrwert an.

    vieler Topverdiener tendiert gegen Null, die eignen sich überwiegend den von den Lowverdienern geschaffenen Mehrwert an.

    • fanfun
    • 07.06.2011 um 15:24 Uhr

    Die finanzielle Unterstützung in Deutschland ist nicht in Ansätzen mit der in USA zu vergleichen.
    In Deutschland hat z.B. ein alleinerziehende Frau mit 2 Kindern folgende Ansprüche:
    Regelsatz Frau 364 €
    Regelsatz Kind 5 Jahre 215 € und 8 Jahre 251 €
    Mehrbedarf für alleinerziehende 129 €
    Mietkosten bis 560 €
    Heizkosten ca. 100 €
    Daneben gibt es noch einmalige Hilfen z.B. Sonderbedarf bei Einschulung etc.
    Alle 3 Personen sind selbstverständlich krankenversichert.
    Wir sollten uns nicht schämen, sondern stolz darauf sein Menschen in Not wie im Beispiel oben mit 1619 € monatlich unterstützen zu können.

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    • snoek
    • 07.06.2011 um 15:36 Uhr

    Solange die Kinder unter drei Jahre sind, muss man sich um keinen Job bemühen. Das ist auch richtig so. In den USA kennt man so einen Luxus nicht, eine alleinerziehende Mutter müsste dort dennoch arbeiten. Denn –wie im Artikel erwähnt- mit Lebensmittelmarken lässt sich keine Wohnung bezahlen.

    Und das in einem der reichsten Länder der Welt. Unser H4 System mag manchen nicht weitreichend genug sein, aber verglichen mit so gut wie allen anderen Ländern der Welt geht es unseren Armen hier ziemlich gut. So schlecht, wie oft behauptet wird, ist unser System nicht.

    Verantwortung für einen Job übernehmen kann jeder
    aber Verantwortung für einen Kind bzw. einen Kind kriegen und erziehen
    kann nicht jeder... Der Staat sollte sogar mehr als das tun.

    Ich finde merkwürdig dass gerade die diejenigen die Kinderscheu sind,
    neidig auf die 1619 € monatlich von Staat sind...

    Am besten sollen sie auch 2 Kindern Kriegen und das gleiche vom Staat bekommen

    • Zuntz
    • 07.06.2011 um 16:24 Uhr

    damit haben es sich so einige gut eingerichtet,samt
    dem meist arbeitslosen Freund oder Ehemann.

    Meinen Respekt an diese Frau für ihre Fürsorge gegenüber Kind und Tier.
    Der Erzeuger hat sich wohl aus dem Staub gemacht und
    überläßt der Frau den Überlebenskampf für das gemeinsame
    Kind..wie soviele andere auch.

    Man sollte auch nicht vergessen, dass es sich unser Staat leisten kann jährlich auf 100 Milliarden Euro zu verzichten, die Steuerhinterzieher (Reiche und Firmen) uns allen schulden.

    Auch die exorbitanten Wehr- und Kriegsausgaben, die sich in den letzten 10 Jahren auf nun 400 Milliarden Euro beziffern, sollten nicht unerwähnt bleiben.

    Ich habe keine Probleme damit, wenn "Yvonnes" Kindern durch staatliche Unterstützung alle Bildungswege offen stehen, als eine Art Investition in die Zukunft.
    Sie könnten möglicherweise ihr Potential voll entfalten und Ärzte, Pfleger, Lehrer, Ingenieure, Wissenschaftler, Rechtsanwälte etc. werden und es als zukünftige Fachkräfte und Steuerzahler mehrfach wieder zurückgeben....

    Lieber ein Paradies mit Chancengleichheit für unsere Kinder als andauernd gutes Geld dem schlechten Geld hinterwerfen.

    wir sollten uns schämen, daß in so einem reichen land menschen (meist chancenlose mitglieder der unterschicht) in not kommen und auf almosen angewiesen sind. Auf ein hartz4-ghetto kann ich nicht stolz sein.

    Jetzt arbeitet sie noch, wenn auch nur gemeinnützig.

    Wovon leben Arme in den USA, die nicht mehr dazu verdienen können?
    Bei uns bleibt die Hilfe wie von fanfun beschrieben, auch im Alter stabil, nur dass dann das Sozialamt zahlt.

    Personen, die gebrechlich werden, bekommen Haushaltshilfe von SGBXII bezahlt. Pflegekassen zahlen das nicht.

    Das Leben mit Sozialhilfe ist im Alter nicht üppig, aber niemand landet auf der Straße.

    Wie fanfun sagt: wir haben noch paradiesische Zustände in D.

    Ganz vergessen sind dabei die Abzüge von 2x 184€ Kindergeld und 2x Unterhalt von 133€.
    Etwaige Renten wie Halbwaisen oder Wohngeld nicht eingerechnet, macht dann einen Überhang von 634€
    Was natürlich voll angerechnet wird...
    Und so kommen wir dann auf 985€ incl. Miete und Nebenkosten.
    Ein wahrhaft paradiesischer Betrag für einen Alleinerziehenden mit 2 Kindern.

    • snoek
    • 07.06.2011 um 15:36 Uhr

    Solange die Kinder unter drei Jahre sind, muss man sich um keinen Job bemühen. Das ist auch richtig so. In den USA kennt man so einen Luxus nicht, eine alleinerziehende Mutter müsste dort dennoch arbeiten. Denn –wie im Artikel erwähnt- mit Lebensmittelmarken lässt sich keine Wohnung bezahlen.

    Und das in einem der reichsten Länder der Welt. Unser H4 System mag manchen nicht weitreichend genug sein, aber verglichen mit so gut wie allen anderen Ländern der Welt geht es unseren Armen hier ziemlich gut. So schlecht, wie oft behauptet wird, ist unser System nicht.

    Verantwortung für einen Job übernehmen kann jeder
    aber Verantwortung für einen Kind bzw. einen Kind kriegen und erziehen
    kann nicht jeder... Der Staat sollte sogar mehr als das tun.

    Ich finde merkwürdig dass gerade die diejenigen die Kinderscheu sind,
    neidig auf die 1619 € monatlich von Staat sind...

    Am besten sollen sie auch 2 Kindern Kriegen und das gleiche vom Staat bekommen

    • Zuntz
    • 07.06.2011 um 16:24 Uhr

    damit haben es sich so einige gut eingerichtet,samt
    dem meist arbeitslosen Freund oder Ehemann.

    Meinen Respekt an diese Frau für ihre Fürsorge gegenüber Kind und Tier.
    Der Erzeuger hat sich wohl aus dem Staub gemacht und
    überläßt der Frau den Überlebenskampf für das gemeinsame
    Kind..wie soviele andere auch.

    Man sollte auch nicht vergessen, dass es sich unser Staat leisten kann jährlich auf 100 Milliarden Euro zu verzichten, die Steuerhinterzieher (Reiche und Firmen) uns allen schulden.

    Auch die exorbitanten Wehr- und Kriegsausgaben, die sich in den letzten 10 Jahren auf nun 400 Milliarden Euro beziffern, sollten nicht unerwähnt bleiben.

    Ich habe keine Probleme damit, wenn "Yvonnes" Kindern durch staatliche Unterstützung alle Bildungswege offen stehen, als eine Art Investition in die Zukunft.
    Sie könnten möglicherweise ihr Potential voll entfalten und Ärzte, Pfleger, Lehrer, Ingenieure, Wissenschaftler, Rechtsanwälte etc. werden und es als zukünftige Fachkräfte und Steuerzahler mehrfach wieder zurückgeben....

    Lieber ein Paradies mit Chancengleichheit für unsere Kinder als andauernd gutes Geld dem schlechten Geld hinterwerfen.

    wir sollten uns schämen, daß in so einem reichen land menschen (meist chancenlose mitglieder der unterschicht) in not kommen und auf almosen angewiesen sind. Auf ein hartz4-ghetto kann ich nicht stolz sein.

    Jetzt arbeitet sie noch, wenn auch nur gemeinnützig.

    Wovon leben Arme in den USA, die nicht mehr dazu verdienen können?
    Bei uns bleibt die Hilfe wie von fanfun beschrieben, auch im Alter stabil, nur dass dann das Sozialamt zahlt.

    Personen, die gebrechlich werden, bekommen Haushaltshilfe von SGBXII bezahlt. Pflegekassen zahlen das nicht.

    Das Leben mit Sozialhilfe ist im Alter nicht üppig, aber niemand landet auf der Straße.

    Wie fanfun sagt: wir haben noch paradiesische Zustände in D.

    Ganz vergessen sind dabei die Abzüge von 2x 184€ Kindergeld und 2x Unterhalt von 133€.
    Etwaige Renten wie Halbwaisen oder Wohngeld nicht eingerechnet, macht dann einen Überhang von 634€
    Was natürlich voll angerechnet wird...
    Und so kommen wir dann auf 985€ incl. Miete und Nebenkosten.
    Ein wahrhaft paradiesischer Betrag für einen Alleinerziehenden mit 2 Kindern.

  5. kam ein sehenswerter Bericht über Sportförderung in Nordkorea.

    Verstörende und deprimierende Bilder des letzten kommunistisch-stalinistischen Systems auf der Welt.

    Die Menschen dort beziehen ihre Lebensmittel - mit Karten.

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    ...so gleichen sich die Systeme an. Erschreckend :-)

    ...so gleichen sich die Systeme an. Erschreckend :-)

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