Architekturfotografie

Bröckelnde Utopien aus Beton

Ein Gebäude in Tiflis, Georgien

Ein Gebäude in Tiflis, Georgien  |  © Roman Bezjak/Hatje Cantz Verlag

Der slowenische Fotograf Roman Bezjak pflegt keine Vorurteile gegen die Architektur des Kommunismus und Sozialismus. In den vergangen fünf Jahren ist er durch Ost- und Südosteuropa gereist und hat dort mit seiner Großbildkamera Wohnungsbauten, Hotels und Kulturpaläste aufgenommen. Seine Fotos zeigen einst utopische Gebäude, die heute teils von Abriss bedroht sind, teils schon gar nicht mehr stehen. Abnutzungsspuren werden sichtbar: Wasserflecken hier, bröckelnder Beton dort. Doch trotz des Verfalls ist in den kühnen Formen der Bauten die ursprüngliche Zuversicht ihrer Erbauer noch zu spüren.

Die grauen Kaufhäuser, die Bezjak zeigt, könnten ebenso gut auch im Westen stehen. Menschen kommen auf seinen Bildern nur am Rande vor. Sie sind wie Miniaturpüppchen, die den breiten Straßen vor den Betonkolossen ein wenig Leben verleihen.