SPD erfreut, BDI enttäuscht
Die SPD begrüßte den Fortbestand der Gewerbesteuer. Es sei erfreulich, dass sich die schwarz-gelbe Koalition nicht mit ihren Reformplänen durchgesetzt habe, erklärte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß. "Anderenfalls wäre den Kommunen ein schwerer finanzieller Schaden zugefügt worden, der ihre Handlungsfähigkeit auf Dauer bedroht hätte."
"Enttäuschend'" nannte hingegen der Sprecher der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Schweer, das Ergebnis. Er forderte eine Reformierung der Abgabe: "Wenn ein Ersatz der Gewerbesteuer derzeit nicht realisierbar ist, müssen als Minimalziel zumindest die systemwidrigen, ertragsunabhängigen Elemente der Gewerbesteuer ersetzt werden. Das Industrieland Deutschland kann sich den Sonderweg der Gewerbesteuer nicht länger leisten", so Schweer.
Primär gehe es der Wirtschaft nicht um eine Entlastung. Zentral sei ein dringend erforderliches Gesamtkonzept, das den Gemeinden langfristig eine verlässliche Finanzierung gewährleistet und das Steuerrecht modernisiert.
- Datum 15.06.2011 - 16:01 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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müssen dann ihren Laden in eine andere Gemeinde verlegen, und es findet sich in dichten oder gar Ballungsräumen (wo 90 % der Büros sind) dann sicher eine , die den Hebesatz auf fast Null reduziert!!!
FAZIT:
Das Ganze ist also ein Schuß in den Ofen!
DENN:
Der Verdienst etwa von kleinen Architekturbüros ohne oder mit 3 oder 5 Angestellten ist nicht so rosig, als daß man da
kräftig weiter absahnen könnte!
Von daher werden diese oft notgedrungen aus teuren Städten ins Umland abziehen müssen, um zu überleben.
So wird es bald kleine Städte mit schwerpunkt auf krativen Büros geben.Teure Städte vergammeln dann, wie Chicago über billige Raffgier und Idiotie vergammelte!
Das ist vielleichjt sogar richtig, denn die Kosten würden an den Bürger durchgereicht (oder an die Krankenkassen und damit letztlich auch wieder an den Bürger).
Herzlichst Crest
"Gewerbesteuer von Freiberuflern":
Freiberufler müssen ja auch ohnehin "NUR" ihre Kranken- und Rentenversicherung selbst zahlen, sowie ihre Krankentagegeldversicherung, Miete von Räumlichkeiten, Einrichtung ihres Arbeitsraumes, Material das Sie für die Arbeit benötigen etc. ppa..
Sie haben sozusagen im Vergleich zum Durchschitts-Angestellten wesentlich weniger aus eigener Tasche für ihren Lebensunterhalt aufzubringen.
Da können Sie natürlich auch locker mal 'n paar unbedeutente zusätzliche "Mäuse" in Form von Gewerbesteuer aufbringen. Finde ich auch.
Entschuldigen Sie bitte die Häme - aber was soll man sonst zu so einem Thema NOCH sagen ???
Die Gewerbesteuer ist zum größten Teil auf die ESt anrechenbar. D.h., Bund, Land und Gemeinden erhalten entsprechend weniger vom ESt-Kuchen.
Hinzurechnungen von Mieten und Zinsen entfallen aufgrund der Freibeträge auch. Zur Vermeidung von unnötigen Verwaltungskosten bei der Erhebung der GewSt wäre es also deutlich billiger – falls gewünscht - einen Scheck von Bund und Ländern an die Kommunen zu überreichen.
Gewinner gäbe es allerdings doch: Die freiberuflichen Steuerberater hätten eine zusätzliche Honorarquelle und die Politiker, die immer wieder eine Steuervereinfachung fordern, würden nicht arbeitslos...
An allererster Stelle sollte einmal geschaut werden, aus welchen Berufsgruppen und Tätigkeitsfeldern sich Freiberufler überhaupt zusammensetzen und wie die Verdienstmöglichkeiten jeweils aussehen.
Sind die meisten Freiberufler Ärzte und Anwälte, und zwar Gutverdiener selbstverständlich?
Was ist mit freien Grafikern, Autoren, Journalisten, Lehrkräften? Schon mal geschaut, wie da der Verdienst aussieht?
Nicht ohne Grund wurde z.B. für freie kreativ tätige Personen die Künstlersozialversicherung geschaffen, weil sich diese Leute zu einem Großteil ansonsten nicht einmal eine Sozialversicherung leisten könnten.
Diese kreativ Tätigen stellen bereits 24,9 % der Freiberufler, die Freien Heilberufe 30,1%, die Freien rechts-, wirtschafts- und steuerberatenden Berufe 27,2% und Freien technischen und naturwissenschaftlichen Berufe 17,9%.
Quelle: http://www.ifm-bonn.org/i...
Dabei sind bei Freien Heilberufen nicht nur Ärzte erfasst, sondern z.B. auch Hebammen, Physiotherapeuten, Krankengymnasten, Masseure/Medizinische Bademeister, Ergotherapeuten, Logopäden und Pflegeberufe (Krankenpfleger/Altenpfleger etc.) - also etliche Berufe, deren Einkommen erheblich geringer ist als das von Ärzten.
wie Opel, Daimler, Allianz, BMW, Infineon, MAN, Münchner Rück und Siemens ihre Gewerbesteuer?
http://www.manager-magazi...
http://www.handelsblatt.c...
Zustimmung! Was ist mit der Steuer der Großunternehmen in Deutschland??
Stattdessen findet offenbar wieder einmal eine Neiddiskussion gegenüber Leuten statt, die es selbst nicht so dicke haben - bis hin zu der Frage: Warum soll ein Freiberufler eigentlich mehr verdienen als eine Friseurin, die ja auch Hartz IV bekommt?
Gerechtigkeit ist wohl kaum, wenn alle Hartz IV bekommen müssen, weil die Friseurin ja schließlich auch davon leben muss.
Soziale Gerechtigkeit besteht, wenn mehr Steuern zahlt, wer wirklich sehr gut verdiet, und nicht, wenn denen, die größten Teils nicht zu den Gutverdienern zählen, noch mehr weggenommen wird.
Gleichheit auf Hartz IV-Niveau (nur eben nicht für die wirklich sehr gut Verdienenden) kann ja wohl nicht ernsthaft jemand wollen.
Dieser Vorschlag von Schäuble, Zitat:
"Bis zuletzt hatte Schäuble bei Städten und Gemeinden für seine Idee geworben, die Gewerbesteuer durch alternative Einnahmequellen zu ersetzen. So hätten die Kommunen direkt an der Einkommenssteuer beteiligt werden und in einem beschränkten Maße auch das Recht erhalten sollen, auf die Einkommens- und Körperschaftssteuer Zu- und Abschläge zu erheben."
hätte m.E. mehr soziale Gerechtigkeit bringen können (die großen Unternehmen zahlen nämlich i.d.R. Körperschaftssteuer), wenn man versucht hätte, es entsprechend auszugestalten.
Kleine Gewerbetreibende hätten dann ebenso von der Gewerbesteuer entlastet werden können wie man kleine Freiberufler davon verschonen sollte.
Zustimmung! Was ist mit der Steuer der Großunternehmen in Deutschland??
Stattdessen findet offenbar wieder einmal eine Neiddiskussion gegenüber Leuten statt, die es selbst nicht so dicke haben - bis hin zu der Frage: Warum soll ein Freiberufler eigentlich mehr verdienen als eine Friseurin, die ja auch Hartz IV bekommt?
Gerechtigkeit ist wohl kaum, wenn alle Hartz IV bekommen müssen, weil die Friseurin ja schließlich auch davon leben muss.
Soziale Gerechtigkeit besteht, wenn mehr Steuern zahlt, wer wirklich sehr gut verdiet, und nicht, wenn denen, die größten Teils nicht zu den Gutverdienern zählen, noch mehr weggenommen wird.
Gleichheit auf Hartz IV-Niveau (nur eben nicht für die wirklich sehr gut Verdienenden) kann ja wohl nicht ernsthaft jemand wollen.
Dieser Vorschlag von Schäuble, Zitat:
"Bis zuletzt hatte Schäuble bei Städten und Gemeinden für seine Idee geworben, die Gewerbesteuer durch alternative Einnahmequellen zu ersetzen. So hätten die Kommunen direkt an der Einkommenssteuer beteiligt werden und in einem beschränkten Maße auch das Recht erhalten sollen, auf die Einkommens- und Körperschaftssteuer Zu- und Abschläge zu erheben."
hätte m.E. mehr soziale Gerechtigkeit bringen können (die großen Unternehmen zahlen nämlich i.d.R. Körperschaftssteuer), wenn man versucht hätte, es entsprechend auszugestalten.
Kleine Gewerbetreibende hätten dann ebenso von der Gewerbesteuer entlastet werden können wie man kleine Freiberufler davon verschonen sollte.
Und wie nun sieht das Einkommen der Freiberufler aus - vor allem im Vergleich zu anderen Einkommen?
Dazu fand ich eine interessante Studie ("Hohe und niedrige Einkommen – Neue Ergebnisse zu Freien und anderen Berufen mit den Mikrodaten der Einkommensteuerstatistik", Merz, Joachim, Forschungsinstitut Freie Berufe (FFB, June 2006):
http://mpra.ub.uni-muench...
Der Blick gerät bei den Freiberuflern nämlich immer wieder gerne auf einige besonders Wohlhabende unter ihnen. Und prompt verdienen Freiberufler im Mittelwert tatsächlich viel mehr als Angestellte.
Nach Betrachtung von Teil 1 meiner Darstellung mit der Aufzählung einiger Beispielberufe erstaunt es jedoch ebenso wenig, dass die Einkommen der Freiberufler laut dieser Studie äußerst stark auseinanderliegen und sich für die allermeisten Freiberufler ein deutlich kleineres Einkommen als für Angestellte ergibt.
Im Folgenden gleich noch ein paar Zitate aus der Studie.
So viel kann bereits vorab als Fazit festgehalten werden:
Die Steuerwünsche der Kämmerer sind m.E. unrealistisch. Etliche Freiberufler müssten ihre Tätigkeit aufgeben oder würden zu ALG II-Aufstockern werden, wenn man ihnen zusätzliche Steuerlasten aufbürdet. Will man allen Ernstes Hebammen, freie Pflegeberufe und freie Kreative stärker besteuern?
Sollte es hingegen darum gehen, den besonders Wohlhabenden noch etwas mehr in die Geldbörse zu greifen, dann sollte man eher über andere Steuerarten nachdenken.
Hier die Zitate (Seite 10):
Mittelwerte/Mediane: Die entsprechenden Mittelwerte reichen von 27.660€ (abhängig Beschäftigte)über 37.354€ (Unternehmer) bis zu 46.821€ (Freiberufler). Nun sagt bekanntlich ein Mittelwert nichts darüber aus, wie die Einkommen verteilt sind. Ein erster Indikator dafür ist der Median, der Auskunft über die Höhe des Einkommens, das von der Hälfte aller Einkommensbezieher erreicht wird.
Für 2003 liegt der Median für das aus den Jahreseinkommen errechnete monatliche Nettoeinkommen bei den Freiberuflern bei 1.828€, bei Unternehmern bei 1.146€ und bei den abhängig Beschäftigten bei umgerechnet 1.960€. Das bedeutet, dass 50 % aller Selbständigen – Freiberufler und vor allem Unternehmer – weniger als das Medianeinkommen der abhängig Beschäftigten verdienen. [...]
[...] resultiert die besondere Ungleichheit der Unternehmereinkommen durch die hohen Einkommen: die reichsten 10% vereinigen hier über die Hälfte aller Unternehmereinkommen (56,5%). Auch bei den Freien Berufen liegt dieser Anteil mit 40,2% deutlich über dem Wert für die abhängig Beschäftigten (15,4%).
Die unterschiedliche Spreizung des Einkommens zwischen hohen und niedrigen Werten wird durch die 90/10 Relation gut deutlich: Danach ist der Einkommensanteil der 10% reichsten Unternehmer um das 97fache größer als der der 10% ärmsten Unternehmer. Die entsprechenden Werte der Freiberufler liegen bei dem 85-fachen, bei den abhängig Beschäftigten dagegen nur bei dem 27-fachen.
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