Griechenland Rückhalt für Papandreou schwindet

Aus Protest gegen die Sparpläne sind nun auch zwei Abgeordnete der Regierungspartei zurückgetreten. Dennoch behält der Ministerpräsident die Mehrheit im Parlament.

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou

Der Rückhalt für Griechenlands sozialistischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou in der eigenen Partei schwindet. Aus Protest gegen die Sparpolitik der Regierung haben zwei Abgeordnete ihr Mandat niedergelegt. Aus Loyalität zur Partei erklärten sie sich aber nicht für unabhängig, sodass zwei andere sozialistische Abgeordnete nachrücken können.

Kommentatoren sahen in der Absetzbewegung einen Schlag für die Moral der Sozialisten. Die Sozialisten verfügen über eine knappe Mehrheit von 155 Angeordneten im griechischen Parlament. Papandreou will noch am heutigen Donnerstag sein Kabinett umbilden.

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Die Bundesregierung will unterdessen die Entscheidung über ein zweites Hilfspaket bis September verzögern. Deutschland wolle angesichts des Streits über die private Gläubigerbeteiligung Zeit gewinnen und werde dabei von den Niederlanden und Finnland unterstützt, sagte ein mit den Beratungen vertrauter EU-Diplomat. "Das Argument ist: Wir möchten Zeit kaufen, weil wir nicht wissen, was wir tun sollen." Gegen den Vorschlag gebe es aber großen Widerstand.

Die drei Krisenländer Griechenland, Portugal und Irland, aber auch Spanien, Italien und Belgien seien dagegen, die Diskussion noch monatelang zu verschleppen. Sie fürchten, die Unruhe an den Finanzmärkten könne zu groß werden und die gesamte Euro-Zone anstecken. Auch in hochrangigen Bankenkreisen hieß es, Deutschland dränge auf eine Verschiebung bis September. Es sei aber nicht klar, ob andere Länder dies unterstützten.

Der IWF soll bereit sein, mit der baldigen Auszahlung von Hilfsgeldern für Griechenland Europa mehr Zeit für ein neues Rettungspaket zu geben. "Die Lage ist klar: Wenn es eine starke Verpflichtung der Europäer zur Unterstützung Griechenlands gibt, wird der IWF das Geld auszahlen", hieß es aus ranghohen Kreisen der Euro-Zone. Eine solche Verpflichtung der Europäer werde sicher kommen.

Griechenland, das 2010 mit einem 110 Milliarden Euro schweren Programm von IWF und Euro-Staaten gestützt wurde, ist ohne zusätzliche Milliardenhilfen von außen von der Pleite bedroht. Die Verhandlungen in der Euro-Zone sind bislang jedoch ohne Ergebnis geblieben. Streitpunkt ist die von Deutschland geforderte Beteiligung privater Gläubiger.

In einer früheren Version dieses Textes ist uns ein Fehler unterlaufen. In der Überschrift hieß es, dass zwei Minister aus der Regierung Papandreou das Kabinett verlassen hätten. Tatsächlich handelte es sich jedoch um zwei Mitglieder der Regierungspartei, die ihr Mandat niedergelegt haben. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen. Die Redaktion

 
Leser-Kommentare
  1. Es hat uns Deutschen noch nie gutgetan, einen Blankoscheck auszustellen, siehe 1914.
    Außerdem liest man in den Medien nur von Generalstreiks, es arbeitet wohl wirklich keiner in Griechenland.
    Ferner hat jetzt die griechische Staatsbank damit begonnen, ihre Griechenlandpapiere an die EZB zu verkaufen, und wir Steuerzahler sollen jetzt noch einmal in Griechenland investieren?! Wollen die Politiker uns für blöd verkaufen?!!!
    Gute Nacht, Deutschland. Es war schön vor dem Euro.

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    "Außerdem liest man in den Medien nur von Generalstreiks, es arbeitet wohl wirklich keiner in Griechenland."

    So ein Unsinn!

    Beim "Generalstreik" gestern waren alle Läden offen, bei meiner Arbeit waren alle da, die Busse fuhren (wenn auch nicht den ganzen Tag), das öffentliche Schwimmbad war offen, die Schulen auch. Also, was war? Die Gewerkschaft ruft einen Streik aus und HOFFT dass alle streiken. Worum geht es? Um die Lohnkürzungen im öffentlichen Dienst - gegenwärtig um 20%, wohl mehr mit den neuen Massnahmen. Also, wer streikt? Der öffentliche Dienst und 2, 3 andere.

    Die "griechische Staatsbank" ist keine, sondern die "National Bank of Greece", eine vor langer Zeit privatisierte Bank, die grösste des Landes. Die Zentralbank des Staates heisst "Bank of Greece" (Trapeza Ellados) und die hat natürlich andere Aufgaben. - Ist so wie bei "Deutsche Bank" vs. "Bundesbank".

    "Außerdem liest man in den Medien nur von Generalstreiks, es arbeitet wohl wirklich keiner in Griechenland."

    So ein Unsinn!

    Beim "Generalstreik" gestern waren alle Läden offen, bei meiner Arbeit waren alle da, die Busse fuhren (wenn auch nicht den ganzen Tag), das öffentliche Schwimmbad war offen, die Schulen auch. Also, was war? Die Gewerkschaft ruft einen Streik aus und HOFFT dass alle streiken. Worum geht es? Um die Lohnkürzungen im öffentlichen Dienst - gegenwärtig um 20%, wohl mehr mit den neuen Massnahmen. Also, wer streikt? Der öffentliche Dienst und 2, 3 andere.

    Die "griechische Staatsbank" ist keine, sondern die "National Bank of Greece", eine vor langer Zeit privatisierte Bank, die grösste des Landes. Die Zentralbank des Staates heisst "Bank of Greece" (Trapeza Ellados) und die hat natürlich andere Aufgaben. - Ist so wie bei "Deutsche Bank" vs. "Bundesbank".

  2. bekommt man als Euro-Kritiker dieser Tage. Vor 10 Jahren wurden alle Bedenken beiseite geschoben und die Kritiker des Euro als ignorante Bedenkenträger verunglimpft. Ein wichtiges Zeichen wäre es jetzt, wenn die EZB Flagge zeigen und den Vertrag ihres Vorsitzenden um zwei Jahre verlängern würde. Einem Nachfolger ist der Scherbenhaufen kaum zuzumuten. Axel Weber muß das rechtzeitig erkannt haben. Zur guten Sachkompetenz gehört auch die Kunst des zeitigen Absprungs. Mario Draghi ist natürlich nicht unerfahren und war in den letzten Jahren an Bord. Aber wäre es wirklich eine gute Idee, auf hoher See bei stürmischem Wetter den Kapitän zu wechseln?

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    Heute werden alle Befürworter des Euros verunglimpft.

    Dabei gibt es für beide Seiten Argumente.

    Heute werden alle Befürworter des Euros verunglimpft.

    Dabei gibt es für beide Seiten Argumente.

  3. Die Griechen sind am Ende! Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Für die griechische Bevölkerung, die an diesem Dilemma nicht die geringste Schuld trägt, tut es mir in der Seele leid. Sie stehen vor einem regelrechten Fiasko, in das sie diese Euro-Bürokraten mit ihren Geldhaien (Banken) getrieben haben. Griechenland ist zu einem Fass ohne Boden geworden. Selbst weitere Unsummen, würden hier nur vorübergehend das Schiff über Wasser halten. Ein Neuanfang muss her und raus aus diesem TEURO! Und es ist gut so, dass sich diese Geier (Banken und Spekulanten) die Flügel verbrennen.

    11 Leser-Empfehlungen
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    • joG
    • 16.06.2011 um 14:31 Uhr

    ....sondern auch unsere Leute wussten ob der Überschuldung. Trotzdem verkauften wir ihnen teurere Waffensysteme, die sie nicht brauchten und gaben weiter Kredite. Wir sagten wir würden Griechenland garantieren. Da haben die Banken die geringste Schuld, haben sie doch nur getan, was von unserer Politik erwartet wurde. Nun sollen Andere dafür leiden. Wer will den Eurokraten oder unseren Politikern noch glauben? Wer soll da noch Risiken kaufen oder Halten? Man muss Griechenland und Spanien und Portugal und Irland und Italien verkaufen. Eigentlich muss man auch Deutschland verkaufen, da niemand weiß, wie das Spiel weitergeht.

    • joG
    • 16.06.2011 um 14:31 Uhr

    ....sondern auch unsere Leute wussten ob der Überschuldung. Trotzdem verkauften wir ihnen teurere Waffensysteme, die sie nicht brauchten und gaben weiter Kredite. Wir sagten wir würden Griechenland garantieren. Da haben die Banken die geringste Schuld, haben sie doch nur getan, was von unserer Politik erwartet wurde. Nun sollen Andere dafür leiden. Wer will den Eurokraten oder unseren Politikern noch glauben? Wer soll da noch Risiken kaufen oder Halten? Man muss Griechenland und Spanien und Portugal und Irland und Italien verkaufen. Eigentlich muss man auch Deutschland verkaufen, da niemand weiß, wie das Spiel weitergeht.

  4. Heute werden alle Befürworter des Euros verunglimpft.

    Dabei gibt es für beide Seiten Argumente.

    Antwort auf "Ein gutes Gefühl"
    • autist
    • 16.06.2011 um 13:41 Uhr

    wieviele Ministr nun noch zurücktreten, den die Politik hat in Griechenland eh gegen die Finanzwelt haushoch verloren.

    Und das Chaos? Immerhin ist in der griechischen Mythologie aus dem Chaos eine schöne Märchenwelt geboren worden. Und wir befinden uns immer noch in der Märchenwelt, in der die kompletten Politikerriege der EU so tut, als könne sie um das Chaos herumsteuern.

  5. Europa schlittert in die nächste Wirtschaftskrise schon 2012. Der Titel-Artikel auf www.celadoor.com legt das sehr schön dar. Alle regelmäßigen Berichte über Griechenland lassen mittlerweile kaum einen anderen Schluss zu.

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    • noitom
    • 16.06.2011 um 15:03 Uhr

    auch wenn es bitter nötig ist, aber durch Spam wird ihr Portal auch nicht besser.

    • noitom
    • 16.06.2011 um 15:03 Uhr

    auch wenn es bitter nötig ist, aber durch Spam wird ihr Portal auch nicht besser.

  6. @Blankoscheck

    Es gibt in Griechenland durchaus viele Arbeiter die waehrend der Generalstreiks arbeiten (Ich, Deutscher! gehoere auch dazu!)

    In Griechenland gibt es leider ein himmelweiten Unterschied zwischen der Privatwirtschaft und dem oeffentlichen Dienst.
    Ich musste mich gehoerig umstellen als ich aus Deutschland hier runter bin. Kuendigungsschutz, Arbeitslosengeld etc. alles Fehlanzeige. Durchaus amerikanische Verhaeltnisse moechte man sagen.
    Natuerlich erlaubt mir das Gesetz streiken zu gehen, aber ich denke dann kann ich mir auch einen neuen Job suchen!

    Auf der anderen Seite ist dann der oeffentliche Sektor, der wenn er will halt den ganzen Staat lahmlegen kann.
    Dort sitzen die maechtigen Gewerkschaften die gegen jedwege Aenderung ihrer Privilegien auf die Strasse gehen.

    Das grosse Problem ist die Zerrissenheit hier im Land, es sind einfach zu viele Gruppen mit unterschiedlichen Interessen. 30% sind im oeffentlichen Dienst, die wollen das alles so bleibt wie es ist! 50% sind Selbststaendige die eher weniger als zu viel Steuern in der Vergangenheit bezahlt haben. Nur 20% sind Angestellte die keine andere Wahl haben als die Steuern zu bezahlen (wie in D halt)und die am einfachsten und gemolken werden koennen ueber direkte udn indirekte Steuererhoehungen.

    Dann gibt es die Studenten denen jedwege Perspektive fehlt,
    dazu die Kommunisten die immer noch ans marxistische Paradies glauben. usw.

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    ...mit dem Streiken, wenn die Müllberge zum Himmel stinken, die Milch ausgeht, Benzin und Strom - und sie keine Regierung mehr haben. Da können die dann ruhig weiter Steuern hinterziehen, die Staatsbeamten gucken dann halt in die Röhre an Ultimo.

    ...mit dem Streiken, wenn die Müllberge zum Himmel stinken, die Milch ausgeht, Benzin und Strom - und sie keine Regierung mehr haben. Da können die dann ruhig weiter Steuern hinterziehen, die Staatsbeamten gucken dann halt in die Röhre an Ultimo.

    • Zuntz
    • 16.06.2011 um 13:56 Uhr

    Wenn man das so liest,gibt es nichts was die
    Griechen verkaufen könnten.
    Außer südlicher Sonne und Wasser,ist da nichts zu holen.
    Vielleicht sollten wir da unsere Windräder ansiedeln.
    Auch wenn Deutschland bis September warten will.Es gibt
    keine Lösung wo man glimpflich davonkommt.
    Das dauert noch mindestens jahrzehnte,wie beim Ausbau Ost.
    http://diepresse.com/home...

    Eine Leser-Empfehlung

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