ErnährungsberichtLebensmittel werden noch teurer

Rasante Preisanstiege: Getreide und Fleisch könnten in Zukunft sehr viel teurer werden. Die G-20-Länder wollen versuchen, den Agrarmarkt zu beruhigen. von AFP

Die Lebensmittelpreise werden im kommenden Jahrzehnt weiterhin hoch und unberechenbar sein. Das geht aus einem gemeinsamen Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) hervor. Grund dafür seien unter anderem steigende Löhne in den Schwellenländern, in deren Folge auch die Nachfrage nach Milch- und Fleischprodukten und  nach Biosprit steige, heißt es in dem Bericht.

Zunächst könnten die zu Jahresbeginn extrem hohen Preise zwar wieder sinken. Langfristig jedoch würden die Getreidepreise um bis zu 20 Prozent steigen, die für Fleisch sogar um bis zu 30 Prozent.

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Der "Agricultural Outlook" ("landwirtschaftlicher Ausblick") genannte Bericht für die Jahre 2011 bis 2020 macht eher den angespannten Markt als Spekulationen für die zunehmenden Preisschwankungen verantwortlich. Bei einem Treffen der Landwirtschaftsminister der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) sollen kommende Woche in Paris Maßnahmen für eine größere Transparenz und Regulierung der Agrarmärkte vereinbart werden. Die hohen Lebensmittelpreise hatten Verbraucher weltweit in den vergangenen Jahren hart getroffen und in einigen Ländern soziale Unruhen hervorgerufen.

Dem Bericht zufolge werden höhere Energiepreise sowie begrenzte Bodenvorkommen und Wasserressourcen zu Gewinn- und Produktionsrückgängen führen, während das Bevölkerungswachstum und steigende Löhne in Schwellenländern wie China und Indien die Nachfrage ankurbeln werden. Angesichts geringer Vorräte und anhaltender Nachfrage könnten wetterbedingte Schwankungen bei der Getreideernte in Zukunft noch stärker zu Preisschwankungen führen, warnten FAO und OECD.

Fisch, Schwein und Käse werden nach Einschätzung der beiden Organisationen in diesem Jahrzehnt preisbereinigt zehn Prozent teurer sein als in der vergangenen Dekade. Reis wird demnach um 15 Prozent teurer, Mais, Zucker und pflanzliche Öle um 20 Prozent, Geflügel um 30 Prozent und Butter um fast 50 Prozent. Weltweit wird die landwirtschaftliche Produktion in diesem Jahrzehnt im Durchschnitt nur noch um 1,7 Prozent pro Jahr steigen – im vergangenen Jahrzehnt waren es noch 2,6 Prozent.

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Leserkommentare
  1. "Die Lebensmittelpreise werden im kommenden Jahrzehnt weiterhin hoch und unberechenbar sein."

    Eine Leserempfehlung
  2. Spekulanten profitieren vom Handel mit Nahrungsmitteln, während die Zahl der Hungernden weltweit steigt!
    Die Initiative handle-fair.de protestiert dagegen!

    2 Leserempfehlungen
  3. 3. ja, ja

    steigende Löhne in den Schwellenländern - dass ich nicht lache...

    Wie wäre es mal mit der Erkenntnis, dass wegen der Finanzkrise ALLES in Deutschland teuer wird.

    Man schaue sich nur mal die Preiswentwicklung der folgenden Produkte an:

    - Benzin

    http://www.finanzen.net/r... (dort auf das Chart für Ölpreis und auf 1 Jahres Entwicklung anklicken)

    - Nahrungsmittel

    http://www.spiegel.de/wir...

    - Zahnarztkosten

    http://www.welt.de/print/...

    Überall gibt es fette Aufschläge. Das ist unterste Schublade, den Schwellenländern die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben. GEBT ENDLICH ZU, DASS DIE DEUTSCHEN DESWEGEN MEHR FÜR PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN ZAHLEN, DA SIE GELD INS AUSLAND VERSCHENKEN!

    3 Leserempfehlungen
    • Zensur
    • 17. Juni 2011 17:41 Uhr
    4. ......

    Das ist Politisch gewollt, anderes kann man die gigantischen Subventionen und Zwangsmaßnahmen nicht erklären, wenn man Nahrung in "Bio"Sprit, "Bio"gas und "Bio"strom umwandelt.

    2 Leserempfehlungen
  4. Das Schlimme daran ist, dass die Preise nur wegen der Spekulanten steigen werden. Besser wäre ein Preisanstieg der Qualität wegen.

    • eeee
    • 17. Juni 2011 18:05 Uhr

    können gar nicht hoch genug sein

    Eine Leserempfehlung
  5. ...und schön. Heil Wachstum. Wir sind die Demokratie.

    2 Leserempfehlungen
  6. .. nicht immer nur etwas mit Spekulanten oder Politikern zu tun. Wenn man sich überlegt, dass die gesamte Nahrungsproduktion und der Transport von Öl abhängt und dieses leider begrenzt auf diesem Planeten vorhanden ist, ist ein Preisanstieg unausweichlich. Wie es in zehn Jahren mit den Ölpreisen aussieht ist natürlich schwer zu sagen, aber viel billiger können sie nicht werden.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    das ist auch nur wegen der Spekulanten. Und aus Euro Sicht gesehen natürlich wegen des Werteverlustes des Euro.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte OECD | FAO | Agrarmarkt | Bevölkerungswachstum | Fisch | Fleisch
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