Die Armen stärken
Das alles ist die Basis, auf der das Geschäft der organisierten kriminellen Gruppen floriert. "Die Kartelle und ihre Opfer sind Teile der Gesellschaft", sagt Edgardo Buscaglia, der die organisierte Kriminalität in Mexiko seit Jahren erforscht. "Das ist nur zusammen denkbar, man kann das nicht auseinander halten." Umso wichtiger sei es, die "soziale Prävention" voranzutreiben.
Dieser Prävention widmet sich zum Beispiel José Luis Carrillo, der im zentralmexikanischen Guanajuato eine Stiftung gegründet hat, ganz ohne staatliche Hilfe. "Ich will der Gesellschaft etwas zurückgeben", sagt er. "Mein Vater war Arzt. Meine Schwester und ich haben eine Ausbildung und haben Arbeit." Denen, die nicht so viel Glück hatten, will er helfen. Seine Stiftung soll "Gewehrkugeln in Lächeln verwandeln."
Die Mittelschicht in die Pflicht nehmen
Carrillo ist Experte für internationales Steuerrecht und öffentliche Finanzen, er hat im Ausland studiert und betreibt in Mexiko mehrere Anwaltsbüros. Seine Stiftung Impulso läuft nebenher. Mit ihr will er Menschen der Mittel- und Oberschicht dazu bewegen, sich für die Gesellschaft einzusetzen, sagt der Anwalt. "Man kann nicht die ganze Verantwortung der Regierung überlassen. Die Zivilgesellschaft muss das ergänzen." Sein Ansatz ähnelt dem des staatlichen Projektes in Monterrey: die Benachteiligten und Armen stärken.
Wie das funktionieren kann, zeigt die Rollstuhl-Spendenkampagne von Impulso: Zusammen mit Ärzten werden Rollstühle an Bedürftige verteilt. Sie ermöglichten es den Empfängern, zur Arbeit zu gelangen, und entlasteten nebenbei auch deren Familien. "Viele der Empfänger verkaufen Dinge auf dem Markt. Sie konnten sich nur kriechend fortbewegen", sagt er. "Wir begleiten sie auch, nachdem wir die Rollstühle übergeben haben, um zu sehen, welche Veränderungen das bringt." Diese Spendenkampagne entstand aus der privaten Initiative einer Unternehmerin, die sich mit ihrer Idee an Impulso wandte. "Sie hat ein kleines Geschäft für Orthopädiebedarf, kauft zu günstigen Preisen ein, und spendet einen Teil ihrer Gewinne", sagt Carillo. Dem schlossen sich weitere Unternehmer und Privatpersonen an, andere geben Zeit.
Impulso betreibt noch andere Programme. Eines soll dabei helfen, dass Kinder nicht in organisierte Kriminalität abrutschen. "Wir wollen erfolgreiche Unternehmer und Akademiker dazu bringen, ihre Erfahrungen an Jugendliche weiterzugeben. Für sechs- und siebenjährige Kinder gibt es ein anderes Programm, in dem sie familiäre Werte vermittelt bekommen", sagt Carrillo. Und die Stiftung kümmert sich mit einem Elektro-Recycling-Programm um den Umweltschutz.
Doch Carrillo hat noch weitere Pläne. Manche Orte in Mexiko seien so stark mit Giftstoffen verschmutzt, dass selbst das Grundwasser belastet sei, berichtet er. Viele Gemeinden auf dem Land hätten kein funktionierendes Abwassersystem, und der Müll werde nicht verlässlich entsorgt. Ihnen wolle man helfen, das Land zu säubern. "So könnten sie für Touristen attraktiv werden, das brächte ihren Bewohnern ein Einkommen", sagt er. Am Ende will Carrillo politischen Einfluss ausüben: Bessere Bildungs-, Umwelt- und Finanzpolitik sind sein Ziel.
Soziale Strukturen heilen
Doch zunächst kommt die langwierige Basisarbeit. Das ist auch in Monterrey so. Der Erfolg wird sich erst auf lange Sicht einstellen. Aber Carrillo und die Regierung von Nuevo León sind nicht die einzigen, die ihre Initiative gegen die zunehmende Gewalt setzen. Im Internet sind weitere Projekte zu finden. Die Plattform Causas.org beispielsweise, deren Macher engagierte Mexikaner zusammenbringen will. Oder die Organisation Cauce Ciudadano, die versucht, Jugendliche durch Straßenarbeit und eine bessere Ausbildung vom gewaltlosen Leben zu überzeugen.
Um die sozialen Strukturen zu heilen, müsse man ganz von vorne anfangen, sagt der Forscher Edgardo Buscaglia. Das ist mühsam. Aber am Ende ist es für Mexiko möglicherweise wichtiger als der Einsatz der Sicherheitskräfte gegen die Kartelle.
- Datum 14.06.2011 - 14:28 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Die staatlichen Einrichtungen rund um die Welt - auch in Deutschland - feiern jedes Gramm gefundene Drogen als Erfolg.
Parallel dazu werden Drogen "schiffladungsweise" eingeführt, weil die Nutznießer (Diktatur des Kapitals) bis in die jeweils höchsten Gesellschaftsspitzen zu finden sind und den Drogenhandel decken.
Würde man die Drogen abschaffen wollen, so wäre das bei entsprechenden Maßnahmen in 2 Jahren möglich. Man könnte in 2 Jahren jeglichen Drogenhandel unterbinden und austrocknen.
Aber weltweit gilt: Man will es nicht.
Um die Bevölkerung zu beruhigen, findet man ab und zu mal ein paar Drogen oder Drogenhändler lassen selbst ein paar Kuriere auffliegen, um nationalen Regierungen das Alibi zu geben, wir tun etwas.
Schlimm ist das für die Drogenpolizei rund um die Welt.
Sie kämpfen einen Sisyphos Kampf, den sie so niemals gewinnen können.
Weil man Drogen gar nicht bekämpfen will.
Auch in A. laufen die "Heere" der dort tätigen Länder an kmweiten Drogenfeldern vorbei - ohne dass man dieses Problem jemals angegangen wäre.
In TV Sendungen sucht die Polizei aufwendig, ob sie bei manchen Jugendlichen 1 paar Krümel in den Taschen finden kann - und dort in A. an der Quelle werden die Drogen zentnerweise verpackt -
unter den Augen des Westens.
Und man schweigt dazu.
... wie man in 2 Jahren sämtliche Drogen abschaffen kann.
Die Menschheit braucht ein gewisses Maß an Drogen, sogar die meisten primitiven Urwaldvölker kauen irgendwelche berauschenden Pflanzen. Und wo es Drogen gibt, gibt es natürlich auch Drogenhandel, den Sie auch in 2 Jahren komplett stoppen wollen, na dann viel Erfolg!
... wie man in 2 Jahren sämtliche Drogen abschaffen kann.
Die Menschheit braucht ein gewisses Maß an Drogen, sogar die meisten primitiven Urwaldvölker kauen irgendwelche berauschenden Pflanzen. Und wo es Drogen gibt, gibt es natürlich auch Drogenhandel, den Sie auch in 2 Jahren komplett stoppen wollen, na dann viel Erfolg!
Gute Ideen. Nur gemeinsam bekämpft man Kriminalität, vor allem auch ausdauernd und vorausschauend. Bei allem Gerede vom Werte-Wandel sind es letztlich immer die gleichen Wertmaßstäbe, die dazu erforderlich sind. Wertewandel ist eine Illusion, eine Ausrede für Werte-Verfall.
Der Artikel berichtet über (pädagogische) Hilfe für sozial Unterprivilegierte und zeigt dazu ein Foto, das Schulmädchen zwischen die Beine blicken lässt. Na prima, herzlichen Glückwunsch.
ich lebe hier in mexico,bin deutscher und es stimmt--fuer die grosse mehrheit der jungen leute gibt es keine perspektive- beruflich und folgedessen auch privat nicht.
kein geld-keine privaten verbindungen.
die, die etwas haben geben nichts ab und die die viel haben geben noch weniger.hier ist eine mischung reicher, politiker,kriminelle-sie stehen auf der selben seite.
gedeckt von der usa, die vielen tausend tot-mehr aus 40t in den letzten 4 jahren wurden mit waffen aus der usa ermordet,
die meisten kunden der drogenkartelle sind usbuerger, ihn in alenania habt keine ahnung von der mexikanischen gegenwart, sonst wuerden die deutschen regirungen das bildungssystem nicht so runterkommen lassen.
hansito
... wie man in 2 Jahren sämtliche Drogen abschaffen kann.
Die Menschheit braucht ein gewisses Maß an Drogen, sogar die meisten primitiven Urwaldvölker kauen irgendwelche berauschenden Pflanzen. Und wo es Drogen gibt, gibt es natürlich auch Drogenhandel, den Sie auch in 2 Jahren komplett stoppen wollen, na dann viel Erfolg!
MX größtes Problem ist die Grenze zu den USA und die Willkür der amerikanischen Behörden.
Mit der Legalisierung oder Vernichtung der Drogen wird die Gewalt in MX so nicht mehr aufhören. Zu weit ist der Vernichtungskrieg in allen Richtungen gewachsen, zu arm ist die hoffnungslose Bevölkerung, zu groß die Ansprüche der NiNis, die sie nicht decken können. MX und andere Schwellenländer müssen mit Bildung stechen, Armut und Hunger verbannen, Geburtenkontrollen einführen und den Menschen „dignidad“ Würde wiedergeben. Das braucht Generationen...und Willen.
So zieht sich ein roter Faden durch die enge Beziehung zwischen den USA und MX Behörden, in der Einige mal eben wegschauten, andere Mächtig Geld verdienten. MX Politiker waren schon immer Nutznießer und haben Vermögen in der CH gebunkert. Vermögen sind Milliarden USD. Die Liste ist lang...und das Schlimmste...bekannt!!!
Es herrscht Krieg zwischen den Banden, dem Militär und der Polizei. Wir, als Zivilisten, hechten von einer Ecke in die Andere, in der Hoffnung abends die Familie wieder beisammen zu haben. Fahren nachts kaum noch, und wenn, was der Wagen hergibt, sehen mehr in die Rück- und Seitenspiegel als auf die Straße vor uns...
So ist es...und doch ist MX lebenswert. Ein Land dass ein Vertrauensvorschuss verdient und Hilfe für den Wiederaufbau dringend nötig hat. Wir wollen hierbleiben.
http://www.gold-producers...
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