Die Pläne für eine Steuerentlastung für untere und mittlere Einkommen stehen. So schnell, wie zunächst gedacht, wird die Steuersenkung aber nicht auf den Weg gebracht. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Donnerstag: "Die Bundesregierung wird in dieser Legislaturperiode Steuererleichterungen für kleine und mittlere Einkommen beschließen – aber noch nicht zum 1. Januar 2012."

Einen genauen Zeitraum ließ er offen. Damit widersprach Seibert indirekt der Bild-Zeitung. Das Blatt hatte in seiner Donnerstagsausgabe berichtet, die ersten Steuersenkungen könnten schon zum nächsten Jahresanfang in Kraft treten. Seibert sagte, Union und FDP würden gemeinsam beobachten, welche finanzielle Spielräume sich ergeben. "Denn es versteht sich, dass die Haushaltsentwicklung vorgibt, welche Entlastungen wir den Bürgern verschaffen können." 

Im Gespräch ist ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro. Der CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs brachte eine Reduzierung der Sozialbeiträge ins Spiel. "Wir können Entlastungen über die Versicherungen schaffen", sagte er. In der Kasse der Rentenversicherung sei "enorm viel Geld". Hier sei eine Beitragssenkung denkbar. Unter Umständen könne auch der Solidaritätszuschlag gesenkt werden. Die Pläne sollen Fuchs zufolge am 6. Juli im Kabinett besprochen werden.

Innerhalb der Union regt sich aber Widerstand gegen Steuersenkungen. Aus mehreren Bundesländern kommt Kritik von CDU-Politikern, die aufgrund der angespannten Finanzlage keinen Spielraum für Steuergeschenke sehen.