François Baroin gab sich optimistisch. Nach dem Treffen der Euro-Finanzminister vergangene Woche ließ der neue französische Finanzminister wissen, er habe eine Wiederbelebung des "Geistes vom Frühjahr 2010" gespürt. Der Satz sollte nach Zuversicht klingen, danach, dass Europa sich zusammenrauft. Doch tatsächlich lassen sich Baroins Worte auch so verstehen: Europas Politiker sind so schlau wie vor rund einem Jahr, als die Regierenden schon einmal einen gewaltigen Rettungsfonds auflegten. Schon damals lautete das Motto: Alles für den Euro! Gerettet hat es die Währungsunion nicht.

Die Krise hat sich sogar noch verschärft. Zum Beginn der vergangenen Woche zogen die Anleger in Scharen ihr Kapital aus italienischen Anleihen ab. Zwar sanken die Zinsaufschläge, die die Regierung in Rom für neue Schulden zahlen muss, bis zum Wochenende leicht, und Italiens Regierung stemmt sich mit einem großen Sparpaket gegen die Panik. Die Unsicherheit an den Märkten aber hat Europas Politiker aufgeschreckt. Würde Italien kippen, wäre der Rettungsfonds zu klein. Der Euro wäre am Ende. Spätestens jetzt ist klar: Ein besserer Plan muss her. Ein "Plan B", wie der britische Großinvestor George Soros ihn fordert.

In den Hauptstädten Europas und in Brüssel wird daran längst gearbeitet. Der deutsche Finanzminister spricht davon, den ganzen "Instrumentenkasten" ausschöpfen zu wollen. Mit mehr als dreißig unterschiedlichen Verfahren zur Lösung der Krise beschäftigen sich die Fachbeamten der EU angeblich in diesen Tagen.

Am Donnerstag werden sich die Regierungschefs der Euro-Zone nun zu einem Krisengipfel treffen, um ihr weiteres Vorgehen zu beschließen. Was könnte dabei herauskommen? ZEIT ONLINE stellt drei Szenarien vor.