Gläubiger-BeteiligungRatingagentur warnt vor Folgen der Griechenland-Hilfe

Athen in der Krise zu helfen, ist nicht ohne Risiko für den Finanzmarkt: Die Rating-Agentur Standard & Poor's droht, die Umschuldung als Zahlungsausfall zu werten.

Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) hat vor einem teilweisen Kreditausfall bei der Hilfe der EU-Staaten für Griechenland gewarnt. Die Analysten beziehen sich auf die bisher diskutierten Möglichkeiten einer Beteiligung privater Gläubiger an der Entschuldung des vom Bankrott bedrohten Landes.

"Nach unserer Ansicht führt jede der beiden Finanzierungsoptionen, die im Vorschlag der Fédération Bancaire Française beschrieben sind, nach unseren Kriterien wahrscheinlich zu einem Zahlungsausfall", heißt es in einer Mitteilung von S&P. Frankreich und Deutschland hatten sich auf eine freiwillige Beteiligung der Gläubiger verständigt, die EU-Staaten dies anschließend gebilligt.

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Französische Banken entwickelten dann das "Pariser Modell": Banken und Versicherer wollen demnach einen Beitrag leisten, indem sie bis 2012 fällige Gelder aus griechischen Anleihen wieder reinvestieren. Diesem Modell wollen sich im Grundsatz auch deutsche Banken anschließen.

Laut S&P sind die Details jedoch noch offen. Als Kreditausfall gewertet würden aber nur Anleihen, die von den Verlängerungen betroffen wären. Sie könnten im Schadensfall nicht mehr bei der Europäischen Zentralbank als Sicherheiten hinterlegt werden.

Zuvor hatte Griechenland von den Euro-Staaten mehr als 110 Milliarden Euro Kredit erhalten, um eine Staatspleite zu verhindern. Die Finanzminister bewilligten zudem am Wochenende weitere zwölf Milliarden Euro. Zuvor hatte das Parlament des Landes ein Sparpaket verabschiedet, das Voraussetzung für weitere Finanzhilfe ist.

Ein zweites Hilfspaket soll in den kommenden Wochen ausgearbeitet werden. Daran sollen sich auch private Gläubiger wie Banken und Versicherungen beteiligen.

 
Leserkommentare
  1. Ich schlage vor die europäischen Länder verklagen diese um Schadensersatz für den von ihnen produzierten Schaden zu erhalten - natürlich vor einem Europäischem Gericht.

    Ich schlage auch vor die Mitarbeiter mit einem internationalen Haftbefehl zu suchen - und dann möglichst demütigend und unbequem nach Europa zu verfrachten (ja, ist Frachtgut).

    Die Idee eines Ratings mag ja an ich gut sein - aber amerikanische Unternehmen die sich erdreisten den Europäischen Markt zu schwächen während das eigene Pleiteland ignoriert wird kann man nicht ernst nehmen - oder wenn doch, wie es die Märkte tun, muss für das eigene Handeln die Haftung übernehmen.

    19 Leserempfehlungen
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    > .... aber amerikanische Unternehmen die sich erdreisten den Europäischen Markt zu schwächen während das eigene Pleiteland ignoriert wird kann man nicht ernst nehmen ... <

    Lesen Sie mal wie die Rating-Agenturen mit den USA umgehen.

    http://www.spiegel.de/the...

    "Die Idee eines Ratings mag ja an ich gut sein - aber amerikanische Unternehmen die sich erdreisten den Europäischen Markt zu schwächen während das eigene Pleiteland ignoriert wird kann man nicht ernst nehmen - oder wenn doch, wie es die Märkte tun, muss für das eigene Handeln die Haftung übernehmen."

    Erstmal mag das Rating nicht gut sein, aber es sind die besten vorhandenen. Von daher bedient sich der Markt (oder genauer die Gesamtheit der Marktteilnehmer) eben dieses Ratings.
    Ein weiteres Problem sind die gesetzlichen Vorschriften, dass Versicherungen, die deutsche Institute kaufen, ein gewisses Rating haben müssen. Auf der einen Seite gibt dies Ratingargenturen natürlich starke Macht, aber auf der anderen Seite ist eben die Frage, wie der Markt ohne diese Kopplung aussähe. Denn dies würde eben bedeuten, dass jeder die Papiere kaufen dürfte, die er möchte. Ob dies auf Dauer dann zur Stabilisierung beiträgt oder es eher dafür sorgt, dass einzelne Banken noch schneller die Rendite verzocken, darüber läßt sich trefflich streiten. Im Moment verhindern die Rating Agenturen ja, dass die Banken die größten Schrottpapiere in der Hoffnung auf Gewinne aufkaufen. Ob es so sinnvoll ist, diese Schranke fallen zu lassen, bezweifle ich ehrlich gesagt.

    Die Geschichte mit dem Rating der USA habe ich auch lange gebraucht um zu verstehen. Folgendes: Die Rating Agenturen bewerten, ob sie ihr Geld mit den vereinbarten Zinsen zurückbekommen, nicht ob ihr Geld danach noch den gleichen Wert hat. D.h. solange die FED weiter fleißig weiter Staatsanleihen aufkauft und so den Markt mit Dollars flutet, wird das Rating nicht sinken. Die Ratings für Griechenland und die Peripheriestaaten wären ebenfalls kein Problem, wenn die EZB fleißig Euro drucken würde. Da sie allerdings der Geldwertstabilität verpflichtet ist, kann sie das nicht. Und deshalb haben die Peripherieländer jetzt auch so ein Problem.
    Am Markt wird das Rating "ich bekomme mein Geld zurück" eben aufgrund der Tatsache, dass es keine alternativen Ratings gibt in "Ich bekomme den Wert meines Geldes zurück" umgedeutet. Das Problem hierbei ist weniger die Rating Agentur. Die ist tatsächlich nur der überbringer der schlechten Nachrichten...

    • EURO
    • 04.07.2011 um 22:50 Uhr

    sagen, nämlich dass Griechenland pleite ist? Und für solchen Unsinn gibt 19 Empfehlungen? Nicht der Spieler ist für das Foul verantwortlich, sondern der Schiedsrichter?
    Man mag von Ratingagenturen halten, was man will. Eins sollte man jedoch nicht tun: Henne und Ei verwechseln.

    > .... aber amerikanische Unternehmen die sich erdreisten den Europäischen Markt zu schwächen während das eigene Pleiteland ignoriert wird kann man nicht ernst nehmen ... <

    Lesen Sie mal wie die Rating-Agenturen mit den USA umgehen.

    http://www.spiegel.de/the...

    "Die Idee eines Ratings mag ja an ich gut sein - aber amerikanische Unternehmen die sich erdreisten den Europäischen Markt zu schwächen während das eigene Pleiteland ignoriert wird kann man nicht ernst nehmen - oder wenn doch, wie es die Märkte tun, muss für das eigene Handeln die Haftung übernehmen."

    Erstmal mag das Rating nicht gut sein, aber es sind die besten vorhandenen. Von daher bedient sich der Markt (oder genauer die Gesamtheit der Marktteilnehmer) eben dieses Ratings.
    Ein weiteres Problem sind die gesetzlichen Vorschriften, dass Versicherungen, die deutsche Institute kaufen, ein gewisses Rating haben müssen. Auf der einen Seite gibt dies Ratingargenturen natürlich starke Macht, aber auf der anderen Seite ist eben die Frage, wie der Markt ohne diese Kopplung aussähe. Denn dies würde eben bedeuten, dass jeder die Papiere kaufen dürfte, die er möchte. Ob dies auf Dauer dann zur Stabilisierung beiträgt oder es eher dafür sorgt, dass einzelne Banken noch schneller die Rendite verzocken, darüber läßt sich trefflich streiten. Im Moment verhindern die Rating Agenturen ja, dass die Banken die größten Schrottpapiere in der Hoffnung auf Gewinne aufkaufen. Ob es so sinnvoll ist, diese Schranke fallen zu lassen, bezweifle ich ehrlich gesagt.

    Die Geschichte mit dem Rating der USA habe ich auch lange gebraucht um zu verstehen. Folgendes: Die Rating Agenturen bewerten, ob sie ihr Geld mit den vereinbarten Zinsen zurückbekommen, nicht ob ihr Geld danach noch den gleichen Wert hat. D.h. solange die FED weiter fleißig weiter Staatsanleihen aufkauft und so den Markt mit Dollars flutet, wird das Rating nicht sinken. Die Ratings für Griechenland und die Peripheriestaaten wären ebenfalls kein Problem, wenn die EZB fleißig Euro drucken würde. Da sie allerdings der Geldwertstabilität verpflichtet ist, kann sie das nicht. Und deshalb haben die Peripherieländer jetzt auch so ein Problem.
    Am Markt wird das Rating "ich bekomme mein Geld zurück" eben aufgrund der Tatsache, dass es keine alternativen Ratings gibt in "Ich bekomme den Wert meines Geldes zurück" umgedeutet. Das Problem hierbei ist weniger die Rating Agentur. Die ist tatsächlich nur der überbringer der schlechten Nachrichten...

    • EURO
    • 04.07.2011 um 22:50 Uhr

    sagen, nämlich dass Griechenland pleite ist? Und für solchen Unsinn gibt 19 Empfehlungen? Nicht der Spieler ist für das Foul verantwortlich, sondern der Schiedsrichter?
    Man mag von Ratingagenturen halten, was man will. Eins sollte man jedoch nicht tun: Henne und Ei verwechseln.

    • Chali
    • 04.07.2011 um 10:51 Uhr

    Ich verstehe das doch recht?
    Wenn S&P das rating entsprechend heruntersetzt,
    werden all die schönen CDS-Wetten fällig?
    ("Versicherungen" sind das ja nicht - versichern kann man nur, was einem gehört.)

    Das wäre ja ganz hervorragend!
    Das wäre ja ... MARKT? Und MARKT-Wirtschaft?

    5 Leserempfehlungen
  2. Daumen hoch, Daumen runter – mit einer einzigen Bewertung können Rating-Agenturen die globalen Finanzmärkte nachhaltig beeinflussen und zum Brandbeschleuniger der Krise werden. Transparenz gibt es kaum. Und demokratisch ist das auch nicht. Wer hat diesen Agenturen eigentlich diesen unglaublichen Einfluss beschert?:
    http://bit.ly/jIIX7c

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    Es ist doch klar, warum es diese Agenturen gibt. Sie sind entstanden um den Markt besser zu kontrollieren, in der Öffentlichkeit wurde das damals als Verbraucherschutz und großer Fortschritt verkauft. Die Macht der drei großen Ratingagenturen hat ihnen das SEC verliehen.

    Regulierungsbehörden sind schon was feines.

    Es ist doch klar, warum es diese Agenturen gibt. Sie sind entstanden um den Markt besser zu kontrollieren, in der Öffentlichkeit wurde das damals als Verbraucherschutz und großer Fortschritt verkauft. Die Macht der drei großen Ratingagenturen hat ihnen das SEC verliehen.

    Regulierungsbehörden sind schon was feines.

  3. Zitat: "Die Untauglichkeit aller bisher eingesetzten, großzügigen EU- Maßnahmen gegenüber Griechenland beschleunigen die Erkenntnis, dass die Lösung der EWU-Probleme nicht mehr systemimmanent, sondern nur noch durch konzertierten Austritt aus der Eurozone zu erreichen ist."

    Nachzulesen unter:

    „Warum Deutschland die Euro-Zone verlassen sollte“

    http://www.handelsblatt.c...

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    Wenn raus kommt, dass die USA gemessen an der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft ebenso überschuldet ist wie Griechenland, will der Herr Professor vermutlich aus der Welt austreten.

    Das kommt überraschend! Ist Deutschlands Raumfahrt denn schon so weit?

    Genau solche Lehrkräfte brauchen die Wirtschaftsfächer, um den Karren mit maximaler Geschwindigkeit und Effizienz und (!) mit minimaler Abweichung vom rechten Winkel gegen die Mauer zu fahren.

    Wenn raus kommt, dass die USA gemessen an der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft ebenso überschuldet ist wie Griechenland, will der Herr Professor vermutlich aus der Welt austreten.

    Das kommt überraschend! Ist Deutschlands Raumfahrt denn schon so weit?

    Genau solche Lehrkräfte brauchen die Wirtschaftsfächer, um den Karren mit maximaler Geschwindigkeit und Effizienz und (!) mit minimaler Abweichung vom rechten Winkel gegen die Mauer zu fahren.

  4. müsste man diese sog. "Ratingagenturen"

    es schlichtweg ein witz, dass diese drei kasperfirmen mit ihren mit der us-politik abgestimmten ratings die komplette welt im würgegriff halten. ich kann mich düster erinnnern, dass auch mal eine abwertung deutschlands im gespräch war - interessanterweise genau zu dem zeitpunkt, als deutschland sich weigerte, im irakkrieg mitzuspielen.

    wahrscheinlich halten diese agenturen über tochter- und enkelfirmen kreditausfallversicherungen für griechische staatsanleihen en masse. wenn gr dann zahlungsunfähig ist, wird richtig kasse gemacht.

    12 Leserempfehlungen
  5. Dann sollen doch die Europäer einfach zurück drohen. Besonders die Griechen sollten den Agenturen drohen freiwillig Insolvenz anzumelden. Jede Wette, dass sich die einseitige Abhängigkeit von Schuldnern umkehren lässt, wenn Staaten souverän handeln.

    Die Griechen sollten aber vor allem den Deutschen, Franzosen und Luxemburgern drohen ihre Solidarität mit der Eurozone aufzukündigen. Es kann nicht sein, dass in Griechenland Weimar reload organisiert wird, und Juncker dann offen einräumt, Griechenland "müsste" jetzt seine Souveränität einschränken. So funktioniert Europa nicht. Und wer ist eigentlich dieser Juncker, dass er so reden darf? Was bildet der sich ein?

    Wäre ich griechischer Politiker, ich würde das Land schleunigst umschulden und einer Währungsreform unterziehen.

    14 Leserempfehlungen
    • chamsi
    • 04.07.2011 um 10:59 Uhr

    gesetzlich vorgeschrieben.
    Es wäre nun allmählich an der Zeit, die US Ratingagenturen
    durch europäische zu ersetzen !!!
    Die Interessen der USA und Europas sind leider nicht deckungsgleich...:)))

    3 Leserempfehlungen
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    Genau das ist das Problem.
    Während es sicher sinnvoll ist, über eine verbindliche Risikoeinstufung zu verfügen, haben sich die existierenden Ratingagenturen in meinen Augen spätestens mit Lehman disqualifiziert.
    Hier sollte sich der (europäische) Gesetzgeber schnell was einfallen lassen, die Situation ist doch mittlerweile zu absurd!

    Genau das ist das Problem.
    Während es sicher sinnvoll ist, über eine verbindliche Risikoeinstufung zu verfügen, haben sich die existierenden Ratingagenturen in meinen Augen spätestens mit Lehman disqualifiziert.
    Hier sollte sich der (europäische) Gesetzgeber schnell was einfallen lassen, die Situation ist doch mittlerweile zu absurd!

    • sopome
    • 04.07.2011 um 11:02 Uhr

    Immer noch beeinflussen die selben Ratingagenturen das Geschehen die schon den letzten Supergau maßgeblich mitzuverantworten hatten! Erwiesener Massen gaben sie undurchsichtigen, gefährlichen Finanzprodukten beste Ratings, ohne rücksicht auf Verluste und nur um immer grössere Provisionen einzuheimsen. Und auf die hört die Welt?!
    Wie kann das sein? Müssten die "Märkte" nicht auch die unparteiische Urteilskraft dieser Agenturen anzweifeln?
    Sollten nicht diese Agenturen selbst ihr AAA Rating verlieren?

    10 Leserempfehlungen
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    Sehr treffend!

    Sehr treffend!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
  • Kommentare 56
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