Steuerpolitik "Die Reichen kommen zu leicht davon"
Die Politik sollte endlich die wachsende Ungleichheit bekämpfen, sagt der Finanzwissenschaftler Giacomo Corneo im Interview. Ideal sei ein Spitzensteuersatz von 66 Prozent.
© Luke Sharrett/AFP/Getty Images

Besucher eines Pferderennens im Bundestaat Kentucky, USA
ZEIT ONLINE: Herr Corneo, zahlen die Reichen in Deutschland zu viel oder zu wenig Steuern?
Giacomo Corneo: Aus der ökonomischen Perspektive lautet die Antwort: zu wenig.
ZEIT ONLINE: Warum?
Corneo: In den vergangenen zwei Jahrzehnten beobachten wir eine Konzentration der Nettoeinkommen an der Spitze der Einkommenshierarchie. Das trifft nicht nur auf Deutschland zu, sondern auf die meisten entwickelten Volkswirtschaften. Die deutsche Entwicklung ist aber extrem: Die rund 5.000 Haushalte mit den höchsten Einkommen konnten seit Mitte der neunziger Jahre ihren Anteil am Gesamteinkommen um rund 50 Prozent steigern. Die Realeinkommen aller Deutschen sind in dieser Zeit stagniert. Wir erleben eine gewaltige Spaltung.
ZEIT ONLINE: Warum ist das ein Argument für höhere Steuern für Reiche?

ist seit dem Jahr 2004 Professor für Finanzwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Der gebürtige Italiener hat zahlreiche Aufsätze in internationalen Journalen publiziert, hauptsächlich zu Problemen des öffentlichen Sektors und des Arbeitsmarkts. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt ist die Ökonomie des Wohlfahrtsstaates.
Corneo: Weil verschiedene Studien zeigen, dass größere Unterschiede zwischen Arm und Reich auch größere soziale Probleme mit sich bringen. Ungleiche Staaten schneiden schlechter ab, wenn es etwa um Kriminalität, Gewalt oder andere soziale Indikatoren geht. Es gibt aber auch ein einfaches Argument für mehr Umverteilung: Jeder Euro, den der Staat den Reichen nimmt und den Armen gibt, stiftet einen größeren Nutzen. Zehn Euro mehr sind für einen Hartz-IV-Empfänger ein erheblicher Betrag. Bei einem Millionär fallen sie nicht ins Gewicht. Deshalb lautet eine goldene Regel der Finanzwissenschaft: Wenn sich die Markteinkommen spreizen, sollte das Steuersystem progressiver werden.
ZEIT ONLINE: Das wäre das Gegenteil von dem, was derzeit der Verfassungsrechtler Paul Kirchhof vorschlägt. Er will einen einheitlichen Steuersatz von 25 Prozent – dafür aber alle Ausnahmen abschaffen.
Corneo: Ich bin auch dafür, das Steuersystem einfacher zu machen. Aber ich verstehe nicht, warum es eine Flat Tax sein soll. Der progressive Steuertarif macht doch nur einen Bruchteil der Komplexität unseres Steuersystems aus. Im Grunde sind die Tarife transparent und keinesfalls so komplex. Es sind die zahlreichen Ausnahmen, die man begrenzen sollte. Eine Flat Tax, wie sie Kirchhof will, ist ohne Steuerausfälle aber nicht zu machen. Eine solche Idee mag in eine Zeit passen, in der die Einkommen fast gleich geworden sind. Weltweit aber driften die Gesellschaften auseinander. Der Staat sollte deshalb alle Möglichkeiten nutzen, diese Ungleichheit zu bekämpfen, wenn er nicht das bewährte Gesellschaftsmodell aufgeben will.
ZEIT ONLINE: Und sie sagen: Der Staat nutzt seine Möglichkeiten zu wenig?
Corneo: Ja. Wir haben unlängst in einer Studie untersucht, wie sich das Steueraufkommen unter den Beziehern von sehr hohen Einkommen entwickelt hat. Das Ergebnis: Seit den Neunziger Jahren blieb ihr Anteil weitgehend konstant. Das mag nach einer guten Nachricht klingen, aber das stimmt nicht, denn die Bruttoeinkommen sind am oberen Rand währenddessen stark gewachsen. Der Staat verschenkt also Einnahmen. Ein Grund waren verschiedene Steuerreformen – zuletzt jene des früheren Finanzministers Hans Eichel. Sie hatten sinkende Spitzensteuersätze zur Folge und waren ökonomisch ein Fehler. Der Staat fördert damit sogar die Konzentration am oberen Rand. Die reale Steuerbelastung der Superreichen in Deutschland beträgt – unter anderem wegen der vielen Ausnahmen im Steuerrecht – etwas mehr als 30 Prozent. Die Reichen kommen zu leicht davon.
ZEIT ONLINE: Was schlagen Sie vor?
Corneo: Der Spitzensteuersatz in Deutschland sollte so angepasst werden, dass er ein maximales Aufkommen generiert. Unseren Berechnungen zufolge wäre es sinnvoll, den Steuersatz ab einem Jahreseinkommen von 700.000 für Verheiratete und 350.000 für Alleinstehende auf rund 2/3 anzuheben. Also 66,6 Prozent inklusiv Soli. Das wäre optimal, wenn es zu keinen Wohnsitzverlagerungen ins Ausland käme.
- Datum 06.07.2011 - 10:49 Uhr
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Schade nur, dass sie nicht will.
ist ja wohl eine dreistigkeit und kommt einer enteignung gleich!
das ist das erwirtschaftete geld einer person, der staat darf geld für leistungen einbehalten, aber bei fast 70% würde ich an stelle der besteuerten auswandern. ich gehe schließlich für mich arbeiten. steuern ja, aber irgendwo muss auch mal schluss sein.
und nein, ich verdiene keine 200000 im jahr. ich zähle zu den geringverdienern. und da würde ich bei einem solchen steuersatz auch bleiben, wozu sollte ich noch leistung bringen, wenn ich zwei drittel wieder abgeben muss?
dass sie als "Geringverdiener" nicht verstehen wollen/können warum in Deutschland so viel im Argen ist. Und warum sollten nicht die Besserverdienenden einen erheblichen Teil der Finanzkrise satteln, schließlich gehören viele von denen auch zu denjenigen, die es uns eingebrockt haben. Kleine Erinnerung -der Spitzensteuersatz lag die meiste Zeit in Deutschland zwischen 53 und 56%. Das ist unter anderem einer der Gründe warum der deutsche Staat immer weniger Geld zur Verfügung hat und immer mehr Schulden machen muß. Aber feiern sie ruhig ihre nächste Lohnstagnation -zum wohle der Reichen natürlich..
Ps. Schätzungen zur Folge gehen dem deutschen Staat durch die Steuersenkungspolitik der letzten Jahre jedes Jahr 80 Mrd. Euro flöten.
Es empören sich hier einige über die reine Zahl von 66%. Dabei handelt es sich aber um den so genannten Grenzsteuersatz (auf den an der jeweiligen letzten Tarifschwelle verdienten Euro). Der Durschnittssteuersatz (auf das gesamte Einkommen gerechnet) dürfte in so einem Fall immer noch deutlich unter 50% liege. Zum Vergleich: Momentan haben wir 45% Grenzsteuersatz (inkl. "Reichensteuer") aber nur die im Artikel genannten 30% Durchschnittssteuersatz für Reiche.
In den 80er Jahren betrug der Spitzensteuersatz schon mal 56%, da ist auch kein Reicher verhungert.
Das wirklich Schlimme ist, dass der Spitzensteuersatz heute viel zu früh greift: In den 50er Jahren musste man das 20fache des Durchscnitts verdienen, um den maximalen Steuersatz zu zaheln. Heute reicht (ohne Reichensteuer) schon das 1,8fache!
Ein Spitzensteuersatz von 66% ist eigentlich noch zu wenig, die USA haben bis zu Ronald Reagen einen Spitzensteuersatz von ca. 90% gehabt!
Sie dürfen Spitzensteuersatz nicht mit dem Durchschnittssteuersatz verwechseln. Ausserdem dürfen Sie nicht glauben, daß Sie je in die Regionen des Einkommens vorstoßen werden, um die es hier geht. Es ist schon seit Jahren so, daß gerade diese Gruppe der ca. 30.000 Superreichen in Deutschland medial den Eindruck erweckt, daß ihre Belastungen mit denen der weniger Reichen vergleichbar wären. Das ist definitiv nicht der Fall. Superreiche zahlen in Deutschland weniger als 30% Steuern, vor allem, wenn sie ihre Einkünfte aus Kapitalerträgen beziehen!
Und zu der Abwanderung ist zu sagen, daß sich das Problen einfach lösen läßt. Einkommen, die in Deutschland erzielt werden, sind auch in Deutschland zu versteuern! Was hat dann ein Reicher, wenn er nach Rumänien mit niedrigem Spitzensteuersatz zieht? Er erzielt seine Einkünfte doch in Deutschland, also muß er sie hier auch versteuern!
Wer die Abwanderung der Reichen beschwört, der vergißt, wo diese ihre Einkommen erzielen. Und bei Unternehmen muß die Körperschaftssteuer auch auf den Spitzensteuersatz angehoben werden. Aus wirtschaftspolitischer Sicht und um die kleinen und mittleren Betriebe zu fördern, plädiere ich für eine progressive Körperschaftssteuer. Denn 80% der Arbeitsplätze werden von diesen Unternehmen gestellt!
"den Steuersatz ab einem Jahreseinkommen von 700.000 für Verheiratete und 350.000 für Alleinstehende auf rund 2/3 anzuheben. Also 66,6 Prozent inklusiv Soli."
entsprechend dem geltendem system wirken die 2/3 erst ab dem einkommen was ueber 700.000€ liegt.
wie sie hier auf ihre geringverdienertheorie kommen,
bleibt ihnen ueberlassen.
wie man als Geringverdiener so argumentieren kann. Ich sage Ihnen mal was, sollte es eine solche Steuerreform geben mit einem Höchstsatz von 66% geben dann wäre ich heilfroh ich müsste 66% Steuern zahlen. Jetzt fragen sie natürlich, warum. Ich sags IHnen, ich würde nämlich mindestens 350.000 Euro im Jahr verdienen und hätte netto ein SChweinegeld in der Tasche, von dem ich heute nur träumen kann, ganz egal ob 48 oder 66 % Steuersatz, rechnen sie mal nach ;-)
Es ist echt unbegreiflich, aber wenn die Menschen so denken wie Sie ist das leider de r Grund, warum sich in unserer Gesellschaft nichts zum Positiven ändern kann! Echt erschreckend.
Wenn man davon ausgeht, dass ein Hochverdiener sein Einkommen tatsächlich "verdient", dann kann man Ihnen beipflichten. Aber daran glaubt doch kein Mensch! Vielleicht sollte Sie einmal die rein physikalischen und physischen Möglichkeiten für die Schaffung von Mehrwert bedenken. Der Tag hat nur 24 Stunden und der Mensch nur zwei Arme und einen Kopf. Das, was Hoch"verdiener" als Einkommen zur Verfügung haben wurde mithin zum größten Teil von anderen erarbeitet.
Meist ist es ja nicht die Leistung nur einer Person.
Ohne diverse Zuträger stünde diese "eine Person" ganz schön alleine da.
Man denke nur ein Architekt oder die Manager von Hochtief müssten die Steine selbst mit dem Mörtel verkleben...
66% finde ich ganz angemessen. Denn was könnte ich letztlich vorweisen ohne die Leistung der anderen? Eine Ideenblase - maximal.
Allerdings wäre eine bereits im Vorfeld gerechtere Verteilung der Entlohnung für jeden einzelnen Beteiligten noch sinnvoller als ein späterer steuerlicher Ausgleich zur Umverteilung.
Geld schafft Geld - dieser Grundsatz gilt in einem zinseszinsbasierten Geldsystem wie unserem immer.
Die Kapitalkonzentration bei wenigen ist im Geldsystem
manifestiert und wird durch die (Lobby-)Politik seit
ca. zwei Jahrzehnten noch beschleunigt.
Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass wir hier einschneidende Abgaben bei Spitzeneinkommen erreichen werden da die Lobby zu konzentriert dagegen arbeitet - und der Normalverdiener im Schnitt (dummerweise) politikverdrossen und teils ignorant nicht über seinen Tellerrand hinausblicken kann.
Geld ist Macht - wann in der Geschichte wurde Macht jemals freiwillig geteilt?
je mehr ich erwirtschafte, desto mehr "schulde" ich auch
dem Staat, der die Bedingungen dafür zur Verfügung stellt.
Ich teile gerne mein Einkommen mit der Gesellschaft in der,
mit der und von der ich lebe.
Es bleibt ja ausreichend für mich,
auch wenn es noch ein bischen schöner sein könnte.
Die hohen Standarts unseres Staates sind mir lieb und teuer,
daher zahle ich gerne Steuern !
Haben Sie es denn nicht richtig gelesen. Der Steuersatz von 66,6 % kommt doch nur bei Einkommen 700.000€ Verheiratete bzw. 350.000€ bei Ledigen in Frage.
Sie als Geringverdiener müssen also nicht 2/3 abgeben.
Sie zahlen ja gerade die meisten Steuern. Schalten Sie mal Ihren Verstand ein. Zählen Sie einfach mal die Mehrwertssteuer dazu. Denn für jeden Cent, den Sie mal verdienen zahlen Sie irgendwann die Mehrwertssteuer. Dann noch die Sozialversicherung. Und etliche Konsumsteuern. Und schwups sind wir bei etwa 70%.
Haben Sie es jetzt begriffen? Der Reiche wird sein Geld nie verschwenden. Es liegt brav rum und vermehrt sich. Wer sorgt dafür? Sie. Sie sind derjenige der materielle Werte schafft.
Und Sie sind gegen eine Reichensteuer? Warum? Weil die reichen erfolgreich Gehirne waschen und Märchen erzählen. Gehen ins Ausland und so. Niemals.
als die Tatsache, dass Sie von Besteuerung keine Ahnung haben und trotzdem Ihren unqualifizierten Unsinn verbreiten dürfen ist, dass es noch weitere 9 "Rechengenies" gibt, die Ihren Blödsinn empfehlen.
Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mk
Der größte Teil der großen Einkommen stammt aus leistungslosen Zinseinnahmen. Für die hat nicht der Zinsempfänger gearbeitet, sondern der Zinszahler. Es wäre nur gerecht den arbeitenden Menschen diese Summen über die Staatseinnahmen wieder zur Verfügung zu stellen. Wenn jemand wirklich 200.000 Euro im Jahr mit eigener Arbeit verdient, sind das bei angenommenen 6 Wochen Urlaub mit 40 h/w effektiv 108 Euro pro Stunde. Selbst wenn er 2/3 davon abgibt, hat er mehr als 80% der Bevölkerung für echte Schufterei.
In Wirklichkeit verdient ein solcher Arbeiter nur etwa die Hälfte durch eigene Arbeit und den Rest erhält er über Zinseinnahmen. Die sollte sich der Staat holen. Im Jahr 2003 wurden in Deutschland 420 Milliarden Euro als Zinsen von den Banken ausgezahlt. Das war mehr als der Bundeshaushalt. Würden also 90% davon an den Staat fliessen, könnten die übrigen Steuern sofort auf einen Steuersatz von 0% gesenkt werden. Dann dürfte auch der Reiche das selbst erarbeitet Geld komplett behalten, nur die Zinsen gehören dem Staat, also der Gemeinschaft aller Bürger. Das wäre noch gerechte als die Flatrate von Kirchhoff- und viel einfacher für das Finanzamt, denn die Banken machen die Arbeit.
dann sollen sie doch umziehen; die armen Reichen.
Überall in Europa zahlen sie mehr Steuer.
Wie wärs mit einer Rückbesinnung darauf, dass wir eine Gemeinschaft bilden? Wie wärs mal m it einer innovativen Neubestimmung, wie Gesellschaft aussehen soll?
Hier scheint alles zementiert;
sogar die Garantie als Reicher an der Gesllschaftsentwicklung unbeteiligt bleiben zu dürfen.
...des Volksvermögens - 66% der Bevölkerung verfügen über kein oder nur ein geringes Vermögen.(in Deutschland, 2010, Quelle:OECD) Im vorgeschlagenen Steuersatz kann ich weder eine Ungerechtigkeit noch gar eine Enteignung erkennen: Die findet eher durch laufende Umverteilung (durch gigantische Finanzspekulationen und ungerechte Steuergestaltung) statt - Griechenland und andere Länder sind der offensichtliche Beweis dafür.
Bei der Ermittlung der Einkommensteuer kommt es auf den Gesamtbetrag der Einkünfte an und nicht auf deinen Jahresverdienst ! Es gibt genug Möglichkeiten sich arm zu rechnen, keine Sorge !
Tango Korrupti (leicht abgeändert):
Dann nimmt man sich einen Steueranwalt, der was kann halt und ist schwubbdi ..
keine Ahnung!
Auf der einen Seite stimme ich ihnen vorbehaltlos zu. Der Staat bzw. die Mehrheit würde dann entscheiden, was ein "verträgliches" Einkommen ist und oberhalb davon enteignen (und es Besteuerung nennen).
Auf der anderen Seite: Bestimmte Einkommen sind schon obszön. Nicht bei echten Unternehmern (die dann auch das Risiko tragen), sondern bei angestellten Managern.
Dazu kommt auch noch die Frage der Durchführbarkeit. Wie weit wollen wir denn gehen, um solche Steuersätze zu erheben? Wieviel Zwang darf denn sein, bis hin zu Strafzahlungen bei "Republikflucht"?
An vielen Stellen stimme ich mit Herrn Corneo durchaus überein. Ich glaube aber nicht, dass wir
- die Finanzprobleme des Staates auf die einfache Tour (bei wenigen die Steuern zu erhöhen) lösen
- über extreme Besteuerung extreme Einkommen "bestrafen" sollten
Vielleicht finden sich ja doch noch ein paar andere Wege, wie man die extreme Spreizung reduzieren kann. Wie wäre es zum Beispiel, wenn jede AG das Verhältnis der Spitzeneinkommen zum Durchschnittsverdienst kommunizieren müsste. Dann könnte der mündige Verbraucher das durchaus mit in Betracht ziehen.
dass sie als "Geringverdiener" nicht verstehen wollen/können warum in Deutschland so viel im Argen ist. Und warum sollten nicht die Besserverdienenden einen erheblichen Teil der Finanzkrise satteln, schließlich gehören viele von denen auch zu denjenigen, die es uns eingebrockt haben. Kleine Erinnerung -der Spitzensteuersatz lag die meiste Zeit in Deutschland zwischen 53 und 56%. Das ist unter anderem einer der Gründe warum der deutsche Staat immer weniger Geld zur Verfügung hat und immer mehr Schulden machen muß. Aber feiern sie ruhig ihre nächste Lohnstagnation -zum wohle der Reichen natürlich..
Ps. Schätzungen zur Folge gehen dem deutschen Staat durch die Steuersenkungspolitik der letzten Jahre jedes Jahr 80 Mrd. Euro flöten.
Es empören sich hier einige über die reine Zahl von 66%. Dabei handelt es sich aber um den so genannten Grenzsteuersatz (auf den an der jeweiligen letzten Tarifschwelle verdienten Euro). Der Durschnittssteuersatz (auf das gesamte Einkommen gerechnet) dürfte in so einem Fall immer noch deutlich unter 50% liege. Zum Vergleich: Momentan haben wir 45% Grenzsteuersatz (inkl. "Reichensteuer") aber nur die im Artikel genannten 30% Durchschnittssteuersatz für Reiche.
In den 80er Jahren betrug der Spitzensteuersatz schon mal 56%, da ist auch kein Reicher verhungert.
Das wirklich Schlimme ist, dass der Spitzensteuersatz heute viel zu früh greift: In den 50er Jahren musste man das 20fache des Durchscnitts verdienen, um den maximalen Steuersatz zu zaheln. Heute reicht (ohne Reichensteuer) schon das 1,8fache!
Ein Spitzensteuersatz von 66% ist eigentlich noch zu wenig, die USA haben bis zu Ronald Reagen einen Spitzensteuersatz von ca. 90% gehabt!
Sie dürfen Spitzensteuersatz nicht mit dem Durchschnittssteuersatz verwechseln. Ausserdem dürfen Sie nicht glauben, daß Sie je in die Regionen des Einkommens vorstoßen werden, um die es hier geht. Es ist schon seit Jahren so, daß gerade diese Gruppe der ca. 30.000 Superreichen in Deutschland medial den Eindruck erweckt, daß ihre Belastungen mit denen der weniger Reichen vergleichbar wären. Das ist definitiv nicht der Fall. Superreiche zahlen in Deutschland weniger als 30% Steuern, vor allem, wenn sie ihre Einkünfte aus Kapitalerträgen beziehen!
Und zu der Abwanderung ist zu sagen, daß sich das Problen einfach lösen läßt. Einkommen, die in Deutschland erzielt werden, sind auch in Deutschland zu versteuern! Was hat dann ein Reicher, wenn er nach Rumänien mit niedrigem Spitzensteuersatz zieht? Er erzielt seine Einkünfte doch in Deutschland, also muß er sie hier auch versteuern!
Wer die Abwanderung der Reichen beschwört, der vergißt, wo diese ihre Einkommen erzielen. Und bei Unternehmen muß die Körperschaftssteuer auch auf den Spitzensteuersatz angehoben werden. Aus wirtschaftspolitischer Sicht und um die kleinen und mittleren Betriebe zu fördern, plädiere ich für eine progressive Körperschaftssteuer. Denn 80% der Arbeitsplätze werden von diesen Unternehmen gestellt!
"den Steuersatz ab einem Jahreseinkommen von 700.000 für Verheiratete und 350.000 für Alleinstehende auf rund 2/3 anzuheben. Also 66,6 Prozent inklusiv Soli."
entsprechend dem geltendem system wirken die 2/3 erst ab dem einkommen was ueber 700.000€ liegt.
wie sie hier auf ihre geringverdienertheorie kommen,
bleibt ihnen ueberlassen.
wie man als Geringverdiener so argumentieren kann. Ich sage Ihnen mal was, sollte es eine solche Steuerreform geben mit einem Höchstsatz von 66% geben dann wäre ich heilfroh ich müsste 66% Steuern zahlen. Jetzt fragen sie natürlich, warum. Ich sags IHnen, ich würde nämlich mindestens 350.000 Euro im Jahr verdienen und hätte netto ein SChweinegeld in der Tasche, von dem ich heute nur träumen kann, ganz egal ob 48 oder 66 % Steuersatz, rechnen sie mal nach ;-)
Es ist echt unbegreiflich, aber wenn die Menschen so denken wie Sie ist das leider de r Grund, warum sich in unserer Gesellschaft nichts zum Positiven ändern kann! Echt erschreckend.
Wenn man davon ausgeht, dass ein Hochverdiener sein Einkommen tatsächlich "verdient", dann kann man Ihnen beipflichten. Aber daran glaubt doch kein Mensch! Vielleicht sollte Sie einmal die rein physikalischen und physischen Möglichkeiten für die Schaffung von Mehrwert bedenken. Der Tag hat nur 24 Stunden und der Mensch nur zwei Arme und einen Kopf. Das, was Hoch"verdiener" als Einkommen zur Verfügung haben wurde mithin zum größten Teil von anderen erarbeitet.
Meist ist es ja nicht die Leistung nur einer Person.
Ohne diverse Zuträger stünde diese "eine Person" ganz schön alleine da.
Man denke nur ein Architekt oder die Manager von Hochtief müssten die Steine selbst mit dem Mörtel verkleben...
66% finde ich ganz angemessen. Denn was könnte ich letztlich vorweisen ohne die Leistung der anderen? Eine Ideenblase - maximal.
Allerdings wäre eine bereits im Vorfeld gerechtere Verteilung der Entlohnung für jeden einzelnen Beteiligten noch sinnvoller als ein späterer steuerlicher Ausgleich zur Umverteilung.
Geld schafft Geld - dieser Grundsatz gilt in einem zinseszinsbasierten Geldsystem wie unserem immer.
Die Kapitalkonzentration bei wenigen ist im Geldsystem
manifestiert und wird durch die (Lobby-)Politik seit
ca. zwei Jahrzehnten noch beschleunigt.
Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass wir hier einschneidende Abgaben bei Spitzeneinkommen erreichen werden da die Lobby zu konzentriert dagegen arbeitet - und der Normalverdiener im Schnitt (dummerweise) politikverdrossen und teils ignorant nicht über seinen Tellerrand hinausblicken kann.
Geld ist Macht - wann in der Geschichte wurde Macht jemals freiwillig geteilt?
je mehr ich erwirtschafte, desto mehr "schulde" ich auch
dem Staat, der die Bedingungen dafür zur Verfügung stellt.
Ich teile gerne mein Einkommen mit der Gesellschaft in der,
mit der und von der ich lebe.
Es bleibt ja ausreichend für mich,
auch wenn es noch ein bischen schöner sein könnte.
Die hohen Standarts unseres Staates sind mir lieb und teuer,
daher zahle ich gerne Steuern !
Haben Sie es denn nicht richtig gelesen. Der Steuersatz von 66,6 % kommt doch nur bei Einkommen 700.000€ Verheiratete bzw. 350.000€ bei Ledigen in Frage.
Sie als Geringverdiener müssen also nicht 2/3 abgeben.
Sie zahlen ja gerade die meisten Steuern. Schalten Sie mal Ihren Verstand ein. Zählen Sie einfach mal die Mehrwertssteuer dazu. Denn für jeden Cent, den Sie mal verdienen zahlen Sie irgendwann die Mehrwertssteuer. Dann noch die Sozialversicherung. Und etliche Konsumsteuern. Und schwups sind wir bei etwa 70%.
Haben Sie es jetzt begriffen? Der Reiche wird sein Geld nie verschwenden. Es liegt brav rum und vermehrt sich. Wer sorgt dafür? Sie. Sie sind derjenige der materielle Werte schafft.
Und Sie sind gegen eine Reichensteuer? Warum? Weil die reichen erfolgreich Gehirne waschen und Märchen erzählen. Gehen ins Ausland und so. Niemals.
als die Tatsache, dass Sie von Besteuerung keine Ahnung haben und trotzdem Ihren unqualifizierten Unsinn verbreiten dürfen ist, dass es noch weitere 9 "Rechengenies" gibt, die Ihren Blödsinn empfehlen.
Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mk
Der größte Teil der großen Einkommen stammt aus leistungslosen Zinseinnahmen. Für die hat nicht der Zinsempfänger gearbeitet, sondern der Zinszahler. Es wäre nur gerecht den arbeitenden Menschen diese Summen über die Staatseinnahmen wieder zur Verfügung zu stellen. Wenn jemand wirklich 200.000 Euro im Jahr mit eigener Arbeit verdient, sind das bei angenommenen 6 Wochen Urlaub mit 40 h/w effektiv 108 Euro pro Stunde. Selbst wenn er 2/3 davon abgibt, hat er mehr als 80% der Bevölkerung für echte Schufterei.
In Wirklichkeit verdient ein solcher Arbeiter nur etwa die Hälfte durch eigene Arbeit und den Rest erhält er über Zinseinnahmen. Die sollte sich der Staat holen. Im Jahr 2003 wurden in Deutschland 420 Milliarden Euro als Zinsen von den Banken ausgezahlt. Das war mehr als der Bundeshaushalt. Würden also 90% davon an den Staat fliessen, könnten die übrigen Steuern sofort auf einen Steuersatz von 0% gesenkt werden. Dann dürfte auch der Reiche das selbst erarbeitet Geld komplett behalten, nur die Zinsen gehören dem Staat, also der Gemeinschaft aller Bürger. Das wäre noch gerechte als die Flatrate von Kirchhoff- und viel einfacher für das Finanzamt, denn die Banken machen die Arbeit.
dann sollen sie doch umziehen; die armen Reichen.
Überall in Europa zahlen sie mehr Steuer.
Wie wärs mit einer Rückbesinnung darauf, dass wir eine Gemeinschaft bilden? Wie wärs mal m it einer innovativen Neubestimmung, wie Gesellschaft aussehen soll?
Hier scheint alles zementiert;
sogar die Garantie als Reicher an der Gesllschaftsentwicklung unbeteiligt bleiben zu dürfen.
...des Volksvermögens - 66% der Bevölkerung verfügen über kein oder nur ein geringes Vermögen.(in Deutschland, 2010, Quelle:OECD) Im vorgeschlagenen Steuersatz kann ich weder eine Ungerechtigkeit noch gar eine Enteignung erkennen: Die findet eher durch laufende Umverteilung (durch gigantische Finanzspekulationen und ungerechte Steuergestaltung) statt - Griechenland und andere Länder sind der offensichtliche Beweis dafür.
Bei der Ermittlung der Einkommensteuer kommt es auf den Gesamtbetrag der Einkünfte an und nicht auf deinen Jahresverdienst ! Es gibt genug Möglichkeiten sich arm zu rechnen, keine Sorge !
Tango Korrupti (leicht abgeändert):
Dann nimmt man sich einen Steueranwalt, der was kann halt und ist schwubbdi ..
keine Ahnung!
Auf der einen Seite stimme ich ihnen vorbehaltlos zu. Der Staat bzw. die Mehrheit würde dann entscheiden, was ein "verträgliches" Einkommen ist und oberhalb davon enteignen (und es Besteuerung nennen).
Auf der anderen Seite: Bestimmte Einkommen sind schon obszön. Nicht bei echten Unternehmern (die dann auch das Risiko tragen), sondern bei angestellten Managern.
Dazu kommt auch noch die Frage der Durchführbarkeit. Wie weit wollen wir denn gehen, um solche Steuersätze zu erheben? Wieviel Zwang darf denn sein, bis hin zu Strafzahlungen bei "Republikflucht"?
An vielen Stellen stimme ich mit Herrn Corneo durchaus überein. Ich glaube aber nicht, dass wir
- die Finanzprobleme des Staates auf die einfache Tour (bei wenigen die Steuern zu erhöhen) lösen
- über extreme Besteuerung extreme Einkommen "bestrafen" sollten
Vielleicht finden sich ja doch noch ein paar andere Wege, wie man die extreme Spreizung reduzieren kann. Wie wäre es zum Beispiel, wenn jede AG das Verhältnis der Spitzeneinkommen zum Durchschnittsverdienst kommunizieren müsste. Dann könnte der mündige Verbraucher das durchaus mit in Betracht ziehen.
Die Ziele und Vorstellungen des Interviewten sind schon nobel und ehrenhaft.
ABER ich denke doch ein wenig unrealistisch.
Abgesehen muss man bedenken, dass sich seine letzten Arbeiten, entsprechend Text neben dem Bild, mit dem Wohlfahrtsstaat beschäftigt haben.
Und ich denke Leistungsgerechtigkeit widerspricht dem Wohlfahrtsstaat irgendwo...
Aber zurück zum Thema:
Warum denke ich seine Einschätzungen sind unrealistisch?
Auf die Frage, ob die reichen dann nicht einfach auswandern will er eine europaweite Mindestbesteuerung...
Wenn es zu einer solchen kommen sollte, was ich nicht glaube, wäre sie sicherlich nicht so hoch.
Und noch weiter: Selbst wenn eine 66% Mindestbesteuerung europaweit eingeführt würde:
Es gibt noch mehr als genug Länder in die die reichen auswandern könnten.
Also müsste es eine weltweite Mindestbesteuerung geben...
Tja und mal ehrlich: Wer hält eine weltweite Mindestbesteuerung von 50% und mehr für Reiche realistisch?
(Dabei bitte auch an andere Staatsformen denken)
Für mich ist das Traumtänzerei...
Das gleiche Problem sehe ich beim Mindestlohn...
Der wirkt nur dann wirklich allumfassend, wenn er weltweit gilt!
Aber glaubt daran wirklich jemand?
Mein Fazit:
Der Interviewte hat sehr noble und ehrenhafte Ziele lebt meiner Einschätzung allerdings in einer gewissen Traumwelt, wenn es um die Umsetzung geht.
Gute Ziele aber bei Umsetzung nur so weit gedacht, wie ein Schwein sch....
wenn man die Einkünfte dort besteuern lässt, wo sie passieren. D.h. es würde einem Superreichen nichts bringen nach Rumänien auszuwandern wenn er trotzdem sein Geld HIER in Deutschland macht..
Deutschland ist nämlich ein Steuerparadies für Reiche. Guckst Du:http://www.dgb.de/themen/++co++article-mediapool-431d8bd717f4be30a50faa3ec0585815
oder
http://www.heise.de/tp/ar...
In Großbritannien, wohl weder als kommunistisch oder sozialistisch angehaucht anzusehen, eher quasi ein neoliberales Musterland, sind die Steuern und Abgaben auf Vermögen vier mal so hoch wie in Deutschland. Und? Wo sind die in Massen fliehenden Reichen Briten.
Das die Reichen aus Deutschland abhauen ist also mehr als unwahrscheinlich. Und wenn sie ihr Geld in Deutschland erwirtschaften wirds mit dem abhauen eh schwer. Einkommensteuergesetz lesen kann da helfen:http://www.juraforum.de/gesetze/estg/1-steuerpflicht
Also nicht in s Bockshorn jagen lassen oder für dumm verkaufen lassen. Die Reichen bescheissen den Staat, weil die Mehrheit der Bevölkerung es zuläßt!
dass es um den sog. Grenzsteuersatz geht, der beim Vorschlag "dieses Italieners" erst ab 350.000 bzw. 700.000 EURO steuerbares Einkommen zur Anwendung kommen würde.
Und noch ein Argument kommt hinzu:
In vielen anderen Ländern ist die Besteuerung hoher Einkommen noch wesentlich höher. Sind die deshalb vielleicht "entvölkert"?
Selbstverständlich können Vermögens- sowie einige wenige Einkommens-Millionäre wie z.B. der Jungstar Vettel viel leichter der -höheren- Besteuerung in Deutschland durch Flucht in bestimmte anderen Länder oder Fürstentümer entfliehen - und trotzdem "Deutschen Heldenstatus" erringen bzw. behalten!
Aber die absolute Mehrheit der weniger Begüterten und der Durschnittsverdiener muss dableiben und "blechen", gleichgültig wie hoch die Besteuerung ist!
Schön, wie immer wieder reflexhaft das Argument "wenn wir das machen, werden die Reichen abwandern" gebracht wird. Die Konditionierung ist perfekt gelungen. So perfekt, dass man die Vorschläge von Herrn Corneo sogar dann ablehnt, wenn man sie eigentlich gut und richtig findet.
Vor einer Abwanderung dieser sogenannten Leistungsträger fürchte ich mich zunehmend weniger. Reichtum hat in unserer Gesellschaft mittlerweile nämlich wenig bis gar nichts mehr mit Leistung zu tun. Ich garantiere Ihnen, dass für jede Spitzenkraft mit einem Jahreseinkommen von 350.000 € oder mehr, die wegen "faktischer Enteignung" die Flucht ergreifen würde, zahlreiche fähige und leistungswillige Leute zur Verfügung stünden, die bereit und in der Lage wären, die gleiche Leistung für 100.000 € im Jahr zu erbringen.
Fakt ist, dass in unserer Gesellschaft einer wohlhabenden Minderheit hemmungslos süß schmeckende Saccharide ins verlängerte Rückgrat geblasen werden. Es ist eine der grandiosesten Leistungen des Neoliberalismus, uns das als ursächlich mit deren erbrachter Leistung zusammenhängend zu verkaufen.
MfG
wenn man die Einkünfte dort besteuern lässt, wo sie passieren. D.h. es würde einem Superreichen nichts bringen nach Rumänien auszuwandern wenn er trotzdem sein Geld HIER in Deutschland macht..
Deutschland ist nämlich ein Steuerparadies für Reiche. Guckst Du:http://www.dgb.de/themen/++co++article-mediapool-431d8bd717f4be30a50faa3ec0585815
oder
http://www.heise.de/tp/ar...
In Großbritannien, wohl weder als kommunistisch oder sozialistisch angehaucht anzusehen, eher quasi ein neoliberales Musterland, sind die Steuern und Abgaben auf Vermögen vier mal so hoch wie in Deutschland. Und? Wo sind die in Massen fliehenden Reichen Briten.
Das die Reichen aus Deutschland abhauen ist also mehr als unwahrscheinlich. Und wenn sie ihr Geld in Deutschland erwirtschaften wirds mit dem abhauen eh schwer. Einkommensteuergesetz lesen kann da helfen:http://www.juraforum.de/gesetze/estg/1-steuerpflicht
Also nicht in s Bockshorn jagen lassen oder für dumm verkaufen lassen. Die Reichen bescheissen den Staat, weil die Mehrheit der Bevölkerung es zuläßt!
dass es um den sog. Grenzsteuersatz geht, der beim Vorschlag "dieses Italieners" erst ab 350.000 bzw. 700.000 EURO steuerbares Einkommen zur Anwendung kommen würde.
Und noch ein Argument kommt hinzu:
In vielen anderen Ländern ist die Besteuerung hoher Einkommen noch wesentlich höher. Sind die deshalb vielleicht "entvölkert"?
Selbstverständlich können Vermögens- sowie einige wenige Einkommens-Millionäre wie z.B. der Jungstar Vettel viel leichter der -höheren- Besteuerung in Deutschland durch Flucht in bestimmte anderen Länder oder Fürstentümer entfliehen - und trotzdem "Deutschen Heldenstatus" erringen bzw. behalten!
Aber die absolute Mehrheit der weniger Begüterten und der Durschnittsverdiener muss dableiben und "blechen", gleichgültig wie hoch die Besteuerung ist!
Schön, wie immer wieder reflexhaft das Argument "wenn wir das machen, werden die Reichen abwandern" gebracht wird. Die Konditionierung ist perfekt gelungen. So perfekt, dass man die Vorschläge von Herrn Corneo sogar dann ablehnt, wenn man sie eigentlich gut und richtig findet.
Vor einer Abwanderung dieser sogenannten Leistungsträger fürchte ich mich zunehmend weniger. Reichtum hat in unserer Gesellschaft mittlerweile nämlich wenig bis gar nichts mehr mit Leistung zu tun. Ich garantiere Ihnen, dass für jede Spitzenkraft mit einem Jahreseinkommen von 350.000 € oder mehr, die wegen "faktischer Enteignung" die Flucht ergreifen würde, zahlreiche fähige und leistungswillige Leute zur Verfügung stünden, die bereit und in der Lage wären, die gleiche Leistung für 100.000 € im Jahr zu erbringen.
Fakt ist, dass in unserer Gesellschaft einer wohlhabenden Minderheit hemmungslos süß schmeckende Saccharide ins verlängerte Rückgrat geblasen werden. Es ist eine der grandiosesten Leistungen des Neoliberalismus, uns das als ursächlich mit deren erbrachter Leistung zusammenhängend zu verkaufen.
MfG
dass man meist bloß auf die Nettolöhne guckt, ohne die Preise zu berücksichtigen. Wer kann sich denn heute in einer deutschen Großstadt noch Eigentum leisten? Der (höhere) Beamte vielleicht, aber sonst?
Das eigentliche Problem einer entwickelten Volkswirtschaft wie Deutschland, abhängig von den meisten Rohstoffimporten wie Öl, ist die fehlende Nutzung des eigenen Potenzials in Bezug auf Arbeitsplätze und Wirtschaften.
Seit 30 Jahren leistet sich das Land 3-5 Millionen Arbeitslose, Millionen Frührentner und hohe soziale Kosten. Etwa 1/5 oder bis zu 20 Millionen Menschen können auf dem Arbeitsmarkt nicht das leisten, wozu sie unter optimalen Bedingungen imstande gewesen wären.
Vergleich mit Skandinavien, wo Kindergärten 90-100% zur Verfügung stehen, Frauen daher sich ausbilden und Vollzeit arbeiten können. Wo Ausländer stärker im Arbeitsmarkt integriert sind etc.
Das ist auf Sicht gesehen sogar noch viel schlimmer als die ohnehin ungerechte Steuerbelastung zwischen Otto auf der Straße und den HDWIs in Deutschland (Dollarmillionäre, etwa 924.000 davon).
"Eine Flat Tax, wie sie Kirchhof will, ist ohne Steuerausfälle aber nicht zu machen. Eine solche Idee mag in eine Zeit passen, in der die Einkommen fast gleich geworden sind."
Corneo denkt in die richtige Richtung, Kirchhof immer noch in die falsche.
Vermögen müssen aber differenziert betrachtet werden.
Das ist doch wieder eine Steilvorlage für den SPD-Vorschlag, der vor ein paar Wochen durch die Gazetten geisterte.
Und wenns dann nicht 66% werden, dann eben 49%. Alle atmen auf, ist ja doch nicht so schlimm gekommen und schlucken die Kröte.
Na ja, auch die "Wissenschaft" beteiligt sich am Manipulationsspielchen.
Wenn ich 350000 EUR/Kopf verdienenen würde, wäre ich schon längst weg, und das werden auch viele Leidtragende machen. Bleiben nur noch ein paar Geschäftsführer, die nicht ins Ausland ausweichen können. Tolle Steuerausbeute.
Die Zahl der Deutschen die eine sehr gute Ausbildung haben, steigt... Und zwar in der Schweiz! Immer mehr gut qualifizierte Deutschen gehen Deutschland verloren. Zudem hat es viele deutsche Millionäre die sich ebenfalls nicht mehr in Deutschland aufhalten. Bleiben noch die "Otto Normal verdiener". Und denen wollen die Linken NOCH mehr abzwacken? Die NSP = Neidische Sozialisten Partei lässt grüssen...
... könnten Sie ja gar nicht weg, ohne Ihr Einkommen zu verdienen.
Das ist einer der Kernpunkte von Prof. Corneo: Besteuerung dort, wo das Geld erwirtschaftet wird.
Dort (also i Deutschland) profitiert der einzelne ja auch von den Standortvorteilen, die mit den Steuergeldern erhalten werden sollen.
Die Zahl der Deutschen die eine sehr gute Ausbildung haben, steigt... Und zwar in der Schweiz! Immer mehr gut qualifizierte Deutschen gehen Deutschland verloren. Zudem hat es viele deutsche Millionäre die sich ebenfalls nicht mehr in Deutschland aufhalten. Bleiben noch die "Otto Normal verdiener". Und denen wollen die Linken NOCH mehr abzwacken? Die NSP = Neidische Sozialisten Partei lässt grüssen...
... könnten Sie ja gar nicht weg, ohne Ihr Einkommen zu verdienen.
Das ist einer der Kernpunkte von Prof. Corneo: Besteuerung dort, wo das Geld erwirtschaftet wird.
Dort (also i Deutschland) profitiert der einzelne ja auch von den Standortvorteilen, die mit den Steuergeldern erhalten werden sollen.
dass sie als "Geringverdiener" nicht verstehen wollen/können warum in Deutschland so viel im Argen ist. Und warum sollten nicht die Besserverdienenden einen erheblichen Teil der Finanzkrise satteln, schließlich gehören viele von denen auch zu denjenigen, die es uns eingebrockt haben. Kleine Erinnerung -der Spitzensteuersatz lag die meiste Zeit in Deutschland zwischen 53 und 56%. Das ist unter anderem einer der Gründe warum der deutsche Staat immer weniger Geld zur Verfügung hat und immer mehr Schulden machen muß. Aber feiern sie ruhig ihre nächste Lohnstagnation -zum wohle der Reichen natürlich..
Ps. Schätzungen zur Folge gehen dem deutschen Staat durch die Steuersenkungspolitik der letzten Jahre jedes Jahr 80 Mrd. Euro flöten.
welchen Anteil der Geschäftsführer eines Mittelständlers, ein etablierter Zahnarzt, der Eigentümer eines mittleren Handwerksbetriebes usw. an der Finanzkrise haben. Die Entscheidung, die dazu geführt haben, wurden überwiegend in den USA gefällt und die Auswirkungen in D haben einige Dutzend Bänker unter den einigen Hunderttausend Bänkern in D zu verantworten.
Den Spitzensteuersatz zu senken war eine Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts. Heutzutage versteuern ihren Verdienst über EUR 250.000 mit 45% + Soli, zusammen also rund 47,5%. Viel Luft nach oben ist da nicht mehr.
Haben Sie je mal daran gedacht, dass die meisten Politici einfach keine Ahnung haben wie man verantwortungsvoll mit dem Geld des Steuerzahlers umgehen muss. Sie geben dies Geld eigenmächtig, am Volkswillen vorbei aus, als sei es ein Lotto gewinn! Nicht Mehreinnahmen ist die Lösung, sondern Geld Politik mit mehr Hirn!
Schätzungen zur Folge gehen dem deutschen Staat durch die Steuersenkungspolitik der letzten Jahre jedes Jahr 80 Mrd. Euro flöten.
Packen Sie noch die 100 Milliarden Euro drauf, die sich der Staat durch Steuerhinterziehung jährlich durch die Lappen gehen lässt!
Deutschland könnte bald saniert und schuldenfrei sein....aber nööö, man baut lieber fake Paläste in der Hauptstadt (nur mal eins von vielen Beispielen).
welchen Anteil der Geschäftsführer eines Mittelständlers, ein etablierter Zahnarzt, der Eigentümer eines mittleren Handwerksbetriebes usw. an der Finanzkrise haben. Die Entscheidung, die dazu geführt haben, wurden überwiegend in den USA gefällt und die Auswirkungen in D haben einige Dutzend Bänker unter den einigen Hunderttausend Bänkern in D zu verantworten.
Den Spitzensteuersatz zu senken war eine Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts. Heutzutage versteuern ihren Verdienst über EUR 250.000 mit 45% + Soli, zusammen also rund 47,5%. Viel Luft nach oben ist da nicht mehr.
Haben Sie je mal daran gedacht, dass die meisten Politici einfach keine Ahnung haben wie man verantwortungsvoll mit dem Geld des Steuerzahlers umgehen muss. Sie geben dies Geld eigenmächtig, am Volkswillen vorbei aus, als sei es ein Lotto gewinn! Nicht Mehreinnahmen ist die Lösung, sondern Geld Politik mit mehr Hirn!
Schätzungen zur Folge gehen dem deutschen Staat durch die Steuersenkungspolitik der letzten Jahre jedes Jahr 80 Mrd. Euro flöten.
Packen Sie noch die 100 Milliarden Euro drauf, die sich der Staat durch Steuerhinterziehung jährlich durch die Lappen gehen lässt!
Deutschland könnte bald saniert und schuldenfrei sein....aber nööö, man baut lieber fake Paläste in der Hauptstadt (nur mal eins von vielen Beispielen).
Die obersten 20% der Vermögensverteilung besitzen rund 80% des Nettogeldvermögens (Bruttogeldvermögen minus Konsumentenkredite), während alleine die obersten 10% zwei Drittel besitzen. Die untersten 25% besitzen übrigens nicht nur kein Nettogeldvermögen, sondern sie verfügen sogar über ein negatives Nettogeldvermögen
Und eine heutige Schlagzeile lautet: Uno kritisiert deutsches Sozialsystem
Ein sehr empfehlenswertes Video über die Vermögensverteilung:
http://www.youtube.com/wa...
Daran ändert aber eine Einkommensteuer von 66% Nichts...
Im Gegenteil, die führt dazu, dass die Reichen unter sich bleiben und genau das ist beabsichtigt.
Daran ändert aber eine Einkommensteuer von 66% Nichts...
Im Gegenteil, die führt dazu, dass die Reichen unter sich bleiben und genau das ist beabsichtigt.
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