Rating Moody's senkt Portugals Bonität auf "Ramsch"

Trotz Sparpakets und Finanzhilfe: Die Kreditwürdigkeit Portugals sinkt. Das Vertrauen des Finanzmarktes in die Sanierungskraft des Schuldenlandes ist gering wie nie.

Die Ratingagentur Moody's hat als erste Agentur die Bonitätsnote von Portugal auf Ramschstatus gesenkt. Es bestehe ein hohes Risiko, dass das überschuldete Land ein zweites Hilfspaket benötige, bevor es sich wieder Kredit am Kapitalmarkt beschaffen könne, begründete Moody's. Die Finanzfachleute hegen Bedenken, dass Portugal nicht in der Lage sein werde, die mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds vereinbarten Defizitziele zu erreichen.

Portugal erhält bereits Finanzhilfe der Europäischen Union und des Währungsfonds von 78 Milliarden Euro. Die Agentur bewertet die Kreditwürdigkeit nun mit Ba2 und damit vier Stufen unter dem bisherigen Rating. Der Ausblick sei negativ, hieß es zudem.

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Portugals Regierung kritisierte, Moody's berücksichtige nicht die jüngst eingeführte Sondersteuer und die politische Unterstützung für den Sparkurs. Das bisherige Sparpaket sieht vor, dass sich Portugal ab 2013 wieder selbst an den Märkten Geld beschafft. Moody's warnt nun vor dem Risiko, dass sich das Land im zweiten Halbjahr 2013 und einige Zeit danach nicht zu tragbaren Zinsen Geld leihen könne.

Portugals neue Mitte-Rechts-Regierung teilte mit, die Herabstufung verdeutliche die Anfälligkeit der portugiesischen Wirtschaft in der Schuldenkrise. Zugleich versicherte sie, es werde alles getan, um die verschärften Sparanstrengungen zu bewältigen. Anders als die griechische Regierung wird die Koalition in Lissabon in ihrem Sparkurs von den kürzlich abgewählten Sozialdemokraten unterstützt.

Der Euro fiel nach Bekanntgabe des Ratings auf ein Tagestief. Investoren verschreckte die Aussicht, dass neben Griechenland ein weiterer Euro-Staat zusätzliche Unterstützung beantragen könnte.

 
Leser-Kommentare
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    • Gafra
    • 06.07.2011 um 9:05 Uhr

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    • Gafra
    • 06.07.2011 um 9:05 Uhr

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    • Chali
    • 06.07.2011 um 8:07 Uhr

    Da werden ja jede Menge CDS fällig - vielleicht gehen sogar ein paar Zocker pleite!

    Da macht Marktwirtschaft - survival of the fittest, nicht wahr - doch richtig Freude!

  2. Ich frage mich wann die europäischen Politiker endlich merken das man verzogenen unersättliche Kinder nicht damit ruhigstellen kann indem man Ihnen noch einen Lutscher gibt!

    Ist der nämlich weg geht das Geschrei von vorne los!

    Solchen Kindern nimmt man den Lutscher weg (das Geldschöpfungsmonopol) und lässt Sie schreien bis Sie heiser sind!

    Aber naja, sind ja ethisch auch nicht viel reifer, unsere Politiker, wie die Spekulanten!

    LG

    Klaus

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    • ludna
    • 06.07.2011 um 8:38 Uhr

    das alle unter eine Decke stecken. Wir müssen nur beobachten, bei welchen Firmen die Politiker nach ihrem aktiven "Dienst" anheuern.

    Wo haben Sie erfahren, dass Portugal "mehr" will?
    Klaeren Sie mich bitte auf.

    • ludna
    • 06.07.2011 um 8:38 Uhr

    das alle unter eine Decke stecken. Wir müssen nur beobachten, bei welchen Firmen die Politiker nach ihrem aktiven "Dienst" anheuern.

    Wo haben Sie erfahren, dass Portugal "mehr" will?
    Klaeren Sie mich bitte auf.

    • abc...
    • 06.07.2011 um 8:24 Uhr

    plündern.
    Ein System, welches an Unternehmen weltweit erprobt wurde,
    scheint auch ein paar Nummern größer zu funktioniern.

    Zunächst mit unglaublich günstigen Kreditkonditionen
    in die Ver-und Überschuldung
    unter vorspiegelung falscher Tatsachen,-
    locken und dann
    die Vermögenswerte des Schuldners verramschen und
    auch noch den Bürgen abkassieren.

    Nun die Bank gewinnt bekanntlich immer.

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    • PW
    • 06.07.2011 um 8:40 Uhr

    //Zunächst mit unglaublich günstigen Kreditkonditionen
    in die Ver-und Überschuldung
    unter vorspiegelung falscher Tatsachen,-
    locken///

    Welche falschen Tatsachen wurden denn vorgespiegelt? Und seit wann bedürfen Staaten Anreize, um sichverantwortungslos in die Schuldenfalle zu stürzen? Dem Wahlvolk muß anstrengungsloser Wohlstand versprochen werden.

    • Chali
    • 06.07.2011 um 8:54 Uhr

    ... spricht man dabei auch von "anfixen".

    • PW
    • 06.07.2011 um 8:40 Uhr

    //Zunächst mit unglaublich günstigen Kreditkonditionen
    in die Ver-und Überschuldung
    unter vorspiegelung falscher Tatsachen,-
    locken///

    Welche falschen Tatsachen wurden denn vorgespiegelt? Und seit wann bedürfen Staaten Anreize, um sichverantwortungslos in die Schuldenfalle zu stürzen? Dem Wahlvolk muß anstrengungsloser Wohlstand versprochen werden.

    • Chali
    • 06.07.2011 um 8:54 Uhr

    ... spricht man dabei auch von "anfixen".

  3. Die Lehre von der Geldwirtschaft besagt, dass Geld im Normalfall immer genug da ist. So ist es auch hier. Leicht zeitlich verzögert merken wir alle es in der Inflation.

    Frau Merkel macht nur PR, indem sie uns glauben lassen will, dass die Banken mitzahlen sollen. Am Ende zahlen wir alle, über die Inflation. So war das im Kapitalismus schon die letzten 1000 Jahre und wird auch in Zukunft so sein.

    Merksatz: Geld ist immer genug da. Letztlich der Wert des Geldes leidet.

    Auf der Strecke bleibt dabei nie der Kapitalist, sondern nur derjenige, der glaubt er könne durch Sparen reich werden.

    2. Merksatz: Das Geld ist am meisten wert, solange es frisch ist. Deswegen sobald wie möglich ausgeben.

    via ZEIT ONLINE plus App

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    Von wegen Geld ist immer da.
    WOhl auch die Einführung in die Vwl gemacht. Dass genug Geld da ist sagen sie mal denen die gerade Haus, Job oder Geschäft verloren haben, Sie Ignorant.

    Bitte bemühen Sie sich um einen höflichen Tonfall. Danke, die Redaktion/mk

    Von wegen Geld ist immer da.
    WOhl auch die Einführung in die Vwl gemacht. Dass genug Geld da ist sagen sie mal denen die gerade Haus, Job oder Geschäft verloren haben, Sie Ignorant.

    Bitte bemühen Sie sich um einen höflichen Tonfall. Danke, die Redaktion/mk

  4. Das konnte nun wirklich keiner voraussehen - aber es war alternativlos.

    10 Leser-Empfehlungen
    • ludna
    • 06.07.2011 um 8:38 Uhr

    das alle unter eine Decke stecken. Wir müssen nur beobachten, bei welchen Firmen die Politiker nach ihrem aktiven "Dienst" anheuern.

    Antwort auf "Mehr! Will mehr!"
  5. [...]

    Die Verantwortlichen dt. Politiker müssen aufgerüttelt werden, von ihrer Zwangsvorstellung eines gemeinsamen €uros für Gesamteuropa Abstand zu nehmen.
    Die Dinge entwicklen sind in rasender Geschwindigkeit in Besorgnis erregender Weise.
    Gewaltsame Explosion der Situation in Griechenland.
    Frz. + ital. Banken vor einer mass. Herabstufung, Südländer in Default-Gefahr...

    Es muss nun darum gehen, die finanzielle Verwüstung Kerneuropas zu verhindern. Die Ansteckung ist schon weit fortgeschritten.
    Deutschland hängt mit unglaublichen Lasten drin. (EZBad Bank-Anteil von 30%-40%; je nach Lage von PIIGS-Bankrotten,
    GR-Bürgschaften in 3-stelliger Mrd-Höhe, Bundesbank-Target Ausstände der PIGS in selbiger Höhe, Anschlussfinanzierungen für GR, Zahlungsanteile für aktuelle €-Rettungsschirmbezüger (IRL,P), Sozialisierung der frz. Banken-Anleihen GR's via EZB, zu Lasten DE, usw.usw!!!
    Nach aktueller Lage kann die Aufgabe nur noch darin liegen, das noch (solvente) €uro-Kerneuropa (DE,F,A,NL,FIN) von einer DEFAULT-Ansteckung zu schützen und sich mit einer Kernzonenwährung abzutrennen.
    Die betreffenden Politiker - die doch sehr auf grossen, persönlichen Prestigegewinn durch "ihr Projekt" €uro zählten - müssen halt nun den gewaltigen Prestigeverlust hinnehmen und die öffentliche Demontage ertragen...
    Der gesamte Zusammenbruch der €urozone steht vor der Tür...

    Bitte verzichten Sie auf Polemik und Vergleiche, die nur der Provokation dienen. Danke, die Redaktion/fk.

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