Bonitätsprüfer: EU-Justizkommissarin will Rating-Agenturen zerschlagen
Es dürfe nicht sein, dass ein Kartell dreier US-Unternehmen über das Schicksal der EU entscheide, sagt Reding. Notfalls müsse eine neue, europäische Bonitätsprüfung her.
EU-Justizkommissarin Viviane Reding hat eine Zerschlagung der Rating-Agenturen ins Spiel gebracht. "Europa darf sich den Euro nicht von drei US-Privatunternehmen kaputt machen lassen", sagte Reding der Zeitung Die Welt mit Blick auf die drei großen Agenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch. Bei der Bewertung von Staaten und Unternehmen seien mehr Transparenz und mehr Wettbewerb nötig.
Die Justizkommissarin aus Luxemburg macht zwei mögliche Lösungen aus. "Entweder beschließen die G20-Staaten gemeinsam, das Kartell der drei US-Rating-Agenturen zu zerschlagen", sagte Reding. Die USA könnten beispielsweise aufgefordert werden, aus den drei Agenturen sechs zu machen. "Oder es werden unabhängige europäische und asiatische Rating-Agenturen geschaffen", forderte die EU-Politikerin. Es dürfe nicht sein, dass ein Kartell dreier US-Unternehmen über das Schicksal ganzer Volkswirtschaften und ihrer Bürger entscheide.
- Rating-Agenturen
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Rating-Agenturen bewerten die Bonität von Firmen und Staaten. Die Ergebnisse veröffentlichen sie in Form von Buchstaben-Zahlen-Kombinationen in 21 Abstufungen von AAA (zuverlässige Schuldner, beste Qualität) bis D (default, zahlungsunfähig).
Den Gläubigern und Investoren geben diese Ratings an, wie wahrscheinlich es ist, pünktlich die Zinsen sowie das verliehene Geld zurückzubekommen. Nach dem Rating richtet sich der Zinssatz, den Länder für ihre Staatsanleihen auf dem Kapitalmarkt entrichten müssen.
Für eine Bewertung zieht eine Rating-Agentur sowohl veröffentlichte Informationen als auch Interna wie Informationen über die zehn größten Kunden, Finanzpläne, die wichtigsten Wettbewerber und genaue Kosten- und Ertragsstrukturen heran. Mindestens einmal im Jahr wird das Rating aktualisiert.
- Die drei Großen
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Bevor Unternehmen am amerikanischen Aktienmarkt gezeichnet werden dürfen, müssen sie sich von zwei Rating-Agenturen bewerten lassen. Die einzigen drei Agenturen, die dafür von der Börsenaufsicht SEC zugelassen sind, sind Standard & Poor's (1941 aus der Fusion von Standard Statistics und Poor's Publishing entstanden); Moody's, die 1909 erstmals Analysen über US-Eisenbahnanleihen an Investoren verkauften, woraus sich der Markt für Rating-Agenturen entwickelte; und Fitch Ratings, eine Tochtergesellschaft der französischen Fimalac-Gruppe.
Die EZB hat angekündigt, künftig neben dem Urteil der drei großen auch das der kanadischen Rating-Agentur DBRS (Dominion Bond Rating Service) einzubeziehen. DBRS hat bislang keine Andeutungen gemacht, die Bonität Griechenlands herabzustufen.
- Kritik
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Kritiker bemängeln an Rating-Agenturen generell, ihr Urteil sei nicht transparent. Nach der Hypothekenkrise wurden die Agenturen besonders dafür kritisiert, die "Ramschpapiere" amerikanischer Hypotheken zu lange positiv bewertet zu haben. In der Euro-Krise beanstanden Politiker, dass die Bonität Griechenlands, Spaniens und Portugals unberechtigt herabgestuft worden sei – jetzt gelten die Agenturen als zu streng.
Die Urteile der Rating-Agenturen werden schnell zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung, da große Anleger unter Umständen nur Papiere mit gutem Rating halten dürfen. Das dient auch dem Anlegerschutz. Werden Anleihen aber herabgestuft, können Versicherungen und Banken zum Verkauf gezwungen sein, was die Krise verschärft. Die Verteidiger der Agenturen halten dagegen, dass diese nicht für die Ursachen der negativen Ratings verantwortlich seien.
Die Diskussion war entbrannt, nachdem Moody's die Kreditwürdigkeit von Portugal trotz seiner Sparbemühungen Anfang Juli um vier Stufen auf Ramschstatus herabgestuft hatte. Je schlechter die Bonität eines Staates beurteilt wird, desto teurer und schwieriger wird es für diesen, sich Geld zu besorgen. Die Refinanzierungskosten steigen, schlimmstenfalls ziehen Geldgeber ihr Kapital ab. Am Rating orientieren sich nicht nur Banken, sondern zum Beispiel auch institutionelle Investoren.
Kritik an Agenturen auf EU-Ebene wächst
Die EU-Kommission erwägt inzwischen, Rating-Agenturen die Bewertung von Euro-Staaten mit Schuldenproblemen zu untersagen. Er könne sich vorstellen, die Ratings für Staaten auszusetzen, die internationale Finanzhilfen erhielten, sagte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier.
Nach der unerwarteten Abwertung der Kreditwürdigkeit Portugals kritisieren EU-Politiker die Arbeit der Bonitätsprüfer zunehmend. "Wir müssen das Oligopol der Rating-Agenturen brechen", forderte auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in der vergangenen Woche. Die EU-Kommission verurteilte den Schritt als "fragwürdig" und drohte den Agenturen mit schärferen Gesetzen.
Die Bonitätsprüfer werden in Europa zwar mittlerweile umfassend beaufsichtigt, zudem kommen jetzt mehrere neue Gesetze auf sie zu. Vor der Finanzkrise agierten die Notengeber beinahe ohne jegliche Regulierung. Das hat sich mit der EU Richtlinie CRA I geändert, die 2010 in Kraft trat. Seitdem dürfen die Agenturen keine Finanzprodukte mehr bewerten, an deren Strukturierung sie beteiligt waren. Auch müssen sie etwa ihre Methoden offenlegen und sich von der EU-Finanzaufsicht ESMA kontrollieren lassen. Bei Verstößen drohen ihnen Bußgelder.




Ich habe mich schon lange gefragt warum so viel macht über Finanzmärkte in so wenigen Händen liegt; die zudem offensichtlich von privaten Interessen gesteuert sind und nicht neutral.
Gut dass das Thema Rating-Agenturen (mal wieder) auf den Tisch kommt? Vielleicht, die Frage ist aber gut für wen?
Einige Fragen die uns der Antwort näherbringen könnten:
1. Wer ist Schuld an der disaströsen Finanz-/Verschuldungslage in diversen Ländern der EU? Die Ratingagenturen?
2. Ist denn die Einschätzung der Agenturen falsch? Würden Sie aus Ihrem Privatvermögen griechische Staatsanleihen kaufen? Würden Sie das Ihren Freunden empfehlen?
3. Welche rechtliche Grundlage will man Nutzen um die Agenturen zu zerschlagen? Lieferung unbequemer Wahrheiten?
4. Wer profitiert davon, wenn sich Volk und Presse auf die Ratingagenturen als Bösewichter einig sind? Wer wird dadurch (teilweise) von seiner Schuld freigesprochen?
Ich bin ganz und gar kein Beführworter von Ratingagenturen, ich halte sie für so nütztlich wie einen Kropf (zumindest was die Bewertung von Staaten angeht) aber an der sich abzeichnenden Krise sind sie mMn nicht Schuld.
Dass Frau Reding jetzt verbal gegen die Agenturen vorgeht ist natürlich auch nur Kasperletheater. Sie weiß genau, dass man keinerlei rechtliche Handhabe hätte, selbst wenn man es wirklich wollte. Sie will natürlich nur die Verantwortung für das Scheitern der Finanzpolitik auf andere Abwälzen. Der Wahlkampf beginnt bald...
darunter sehr viele in Europa. Dadong in China hat über Portugal das gleiche Urteil gefällt, wie Moody's & Co.
Die Politik hat die Ratingagenturen in diesen Status gesetzt und mit z.B. Basel II einen quasi offiziellen Stempel gegeben.
Ich hoffe Ihre lange Frage- und Leidenszeit ist damit beendet.
...und nicht der Traum, der hier das Problem ist. Die Rating Agenturen überbringen die Nachricht. Aus ihrer Irrealität gerissen sind die Bürokraten der politischen Elite nun verwirrt und hysterisch schlagen sie um sich. Sie können doch nicht schuld sein.
Gut dass das Thema Rating-Agenturen (mal wieder) auf den Tisch kommt? Vielleicht, die Frage ist aber gut für wen?
Einige Fragen die uns der Antwort näherbringen könnten:
1. Wer ist Schuld an der disaströsen Finanz-/Verschuldungslage in diversen Ländern der EU? Die Ratingagenturen?
2. Ist denn die Einschätzung der Agenturen falsch? Würden Sie aus Ihrem Privatvermögen griechische Staatsanleihen kaufen? Würden Sie das Ihren Freunden empfehlen?
3. Welche rechtliche Grundlage will man Nutzen um die Agenturen zu zerschlagen? Lieferung unbequemer Wahrheiten?
4. Wer profitiert davon, wenn sich Volk und Presse auf die Ratingagenturen als Bösewichter einig sind? Wer wird dadurch (teilweise) von seiner Schuld freigesprochen?
Ich bin ganz und gar kein Beführworter von Ratingagenturen, ich halte sie für so nütztlich wie einen Kropf (zumindest was die Bewertung von Staaten angeht) aber an der sich abzeichnenden Krise sind sie mMn nicht Schuld.
Dass Frau Reding jetzt verbal gegen die Agenturen vorgeht ist natürlich auch nur Kasperletheater. Sie weiß genau, dass man keinerlei rechtliche Handhabe hätte, selbst wenn man es wirklich wollte. Sie will natürlich nur die Verantwortung für das Scheitern der Finanzpolitik auf andere Abwälzen. Der Wahlkampf beginnt bald...
darunter sehr viele in Europa. Dadong in China hat über Portugal das gleiche Urteil gefällt, wie Moody's & Co.
Die Politik hat die Ratingagenturen in diesen Status gesetzt und mit z.B. Basel II einen quasi offiziellen Stempel gegeben.
Ich hoffe Ihre lange Frage- und Leidenszeit ist damit beendet.
...und nicht der Traum, der hier das Problem ist. Die Rating Agenturen überbringen die Nachricht. Aus ihrer Irrealität gerissen sind die Bürokraten der politischen Elite nun verwirrt und hysterisch schlagen sie um sich. Sie können doch nicht schuld sein.
...werden angedroht.
Mein Morgen ist mit diesem Lacher gerettet. Danke.
Sehr geehrter PALVE,
vielen Dank für Ihre richtige Anmerkung! Bußgelder können natürlich nicht empfindlich sein. Wir haben das korrigiert.
Mit freundlichen Grüßen
Die Nachrichtenredaktion
Sehr geehrter PALVE,
vielen Dank für Ihre richtige Anmerkung! Bußgelder können natürlich nicht empfindlich sein. Wir haben das korrigiert.
Mit freundlichen Grüßen
Die Nachrichtenredaktion
Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/ag
...unsere Kontodaten direkt an die CIA? Die Swift-EU. Die Ratingagenturen machen nichts Falsches - Sie sind nur selektiv und beschützen ihren Obama. Aber das hat nichts damit zu tun, dass die EU-GIPSIs pleite sind.
Die Wahrheit ist doch ganz banal: Demokratie ist der Wettkampf wer als letztes pleite ist. Am Ende werden die Renten und Sozialerrungenschaften kassiert und die Gewinner starten die neue Runde mit ihren Bahnhöfen und dem Wasserwerk.
Hitler wurde doch nicht populär weil er einen hässlich Schnurrbart hatte - sondern weil die Demokraten versagt haben.
heute hat's nur bis zum vierten Posting gedauert - dann war 'das Thema' wieder auf dem Tisch.
Was bitte sollen immer diese dämlichen Nazivergleiche?
Demokratie hat absolut nichts mit dem gängigen Wirtschaftssystem zu tun.
Demokratie ist ein politisches System.
Sie können in einer Demokratie auch ein kommunistisches Wirtschaftsystem haben, oder in einer Diktatur ein kapitalistisches.
Wenn jemand wie Sie dies erkannt hat, sollte er auch handeln.
Gekürzt. Bitte bemühen Sie sich um angemessene Vergleiche. Danke, die Redaktion/jz
heute hat's nur bis zum vierten Posting gedauert - dann war 'das Thema' wieder auf dem Tisch.
Was bitte sollen immer diese dämlichen Nazivergleiche?
Demokratie hat absolut nichts mit dem gängigen Wirtschaftssystem zu tun.
Demokratie ist ein politisches System.
Sie können in einer Demokratie auch ein kommunistisches Wirtschaftsystem haben, oder in einer Diktatur ein kapitalistisches.
Wenn jemand wie Sie dies erkannt hat, sollte er auch handeln.
Gekürzt. Bitte bemühen Sie sich um angemessene Vergleiche. Danke, die Redaktion/jz
und eine grunden der die 'erwunschsten' ergebnisse liefert..
diesen EU ist gefährlich...es will der totalle kontrolle uber ALLES...
Sehr geehrter PALVE,
vielen Dank für Ihre richtige Anmerkung! Bußgelder können natürlich nicht empfindlich sein. Wir haben das korrigiert.
Mit freundlichen Grüßen
Die Nachrichtenredaktion
...das ist sprachlich nicht inkorrekt. "Empfindliche Buße" oder "empfindliche Strafe" ist eine stehende Wendung und nutzt die ältere Bedeutung des Wortes "empfindlich" im Sinne eines Reizes, der stark genug ist, um (schmerzlich) wahrgenommen zu werden. - Ich stehe den in der "Zeit" mainstreammäßig vertretenen politischen Positionen mit äußerster Reserve gegenüber, aber sprachlich hat sie immer noch das beste Niveau, vielleicht gemeinsam mit der FAZ.
...das ist sprachlich nicht inkorrekt. "Empfindliche Buße" oder "empfindliche Strafe" ist eine stehende Wendung und nutzt die ältere Bedeutung des Wortes "empfindlich" im Sinne eines Reizes, der stark genug ist, um (schmerzlich) wahrgenommen zu werden. - Ich stehe den in der "Zeit" mainstreammäßig vertretenen politischen Positionen mit äußerster Reserve gegenüber, aber sprachlich hat sie immer noch das beste Niveau, vielleicht gemeinsam mit der FAZ.
Wenn man nicht in der Lage ist, eine unbequeme Einrichtung zu zerschlagen, gründet man eine neue Einrichtung mit der gleichen Aufgabe wie die, die man eigentlich zerschlagen wollte.
Wo sind wir denn? Statt abzuschaffen, werden immer neue Institutionen generiert, die uns nicht nur einen Haufen Geld kosten, sondern uns das Leben schwer machen und eine gesunde Wirtschaft vernichten!
Wo bleibt eigentlich Herr Stoiber mit seinem Bürokratieabbau? Das wird in diesem Jahrhundert wohl doch nichts mehr werden! Er hat ja schon wieder eine neue Aufgabe, nämlich den öffentlich rechtlichen Rundfunk abzuschaffen.
Das mit dem zerschlagn der Agenturen finde ich sehr bedenklich die sind ja nichteinmal in unserem Einflussgebiet und es wird auch niemand gezwungen sich an diese Ratings zu halten. Sollen halt die Zentralbanken auch Ratingserstellen, dann ist es wenigstens halbwegs unabhängig und die Expertise dürfte auch da sein. Sich aber jetzt bei den Ratingagenturen zu beschweren weil wir seit Jahren die Maastricht Kriterien ignorieren kann nicht die Lösung sein.
Der qualvolle Tod des armen Euro durch tausend Wunden wird immer wieder auf die lange Bank geschoben. Eine Ende mit Schrecken wäre sicher besser als dieser Schrecken ohne
Ende. Die Politiker versuchen Stimmungsmache mit Aufschwungsparolen, doch es glaubt ihnen keiner mehr. Deshalb versucht die EU, die warnenden Stimmen der Ratingagenturen zu verbieten.
@mojo #8: Das "Zerschlagen der Ratingagenturen" ist natürlich Unsinn. Die Agenturen haben ja weltweite Standorte. Es geht nur darum, dass Europa ihre Warnungen nicht hört.
Der qualvolle Tod des armen Euro durch tausend Wunden wird immer wieder auf die lange Bank geschoben. Eine Ende mit Schrecken wäre sicher besser als dieser Schrecken ohne
Ende. Die Politiker versuchen Stimmungsmache mit Aufschwungsparolen, doch es glaubt ihnen keiner mehr. Deshalb versucht die EU, die warnenden Stimmen der Ratingagenturen zu verbieten.
@mojo #8: Das "Zerschlagen der Ratingagenturen" ist natürlich Unsinn. Die Agenturen haben ja weltweite Standorte. Es geht nur darum, dass Europa ihre Warnungen nicht hört.
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