Der Fachkräftemangel in der Altenpflege wird sich in den kommenden Jahrzehnten massiv verschärfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, die vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) beauftragt worden war. Bereits heute fehlten rund 30.000 Fachkräfte, bis 2020 würden 220.000 zusätzliche Fachkräfte benötigt. Es drohe ein Notstand in der Altenpflege.

Der IW-Studie zufolge dürfte die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland von derzeit 2,5 Millionen bis 2050 auf rund vier Millionen steigen. Entsprechend werde sich der Bedarf an Pflegefachkräften bis dahin auf bis zu 2,1 Millionen Beschäftigte mehr als verdoppeln, sagte der IW-Experte Dominik Enste. Derzeit arbeiten 970.000 Menschen im Pflegebereich.

Auf drei unbesetzte Stellen in der Altenpflege komme derzeit nur eine arbeitsuchende Fachkraft. Um dem Mangel zu begegnen, sprach sich bpa-Präsident Bernd Meurer für eine verstärkte Zuwanderung von Fachkräften aus anderen EU-Ländern, aber auch aus Nicht-EU-Staaten aus. Innerhalb der EU müsse die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse erleichtert und beschleunigt werden.

Für Bewerber aus anderen Staaten solle die sogenannte Vorrangprüfung entfallen, bei der nachgewiesen werden muss, dass keine deutschen Bewerber für eine offene Stelle zur Verfügung stehen. Meurer verlangte außerdem mehr Umschulungsangebote zum Beispiel für Frauen nach der Kinderbetreuungsphase sowie die Lockerung bürokratischer Vorgaben.