Finanzen Bankenaufsicht besorgt über europäische Geldinstitute

Die europäische Schuldenkrise könnte für viele Banken noch teuer werden. Deshalb schlagen Aufseher vor, künftig auch Geldinstitute mit dem Euro-Rettungsfonds zu stützen.

Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) ist über die Kapitalausstattung europäischer Banken besorgt. Angeschlagene Institute sollen deshalb fortan direkt Geld von dem Euro-Rettungsfonds (EFSF) bekommen, berichtet die Financial Times Deutschland. Bislang darf der Fonds nur hoch verschuldeten Staaten Geld leihen. Im Fall von Irland aber ging indirekt Rettungsgeld des EFSF an die Banken, indem der Staat die Kredite weiterreichte.

EBA-Chef Andrea Enria plane, ein entsprechendes Schreiben in dieser Woche an den Rat der europäischen Finanz- und Wirtschaftsminister zu schicken, schreibt die Zeitung. Mit direkten Kapitalspritzen würde der EFSF zum Miteigentümer der unterstützten Geldhäuser.

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Bei Verwirklichung des Vorschlags könnte der Rettungsfonds bei Bedarf schneller handeln und angeschlagene Banken mit einem dickeren Kapitalpolster ausstatten. Die Mehrheit der 27 EBA-Länder habe den Plan bereits gutgeheißen. Deutschland allerdings sei strikt gegen mehr Befugnisse für den EFSF, hieß es.

Der stellvertretende Union-Fraktionsvorsitzenden Michael Meister kritisierte die Pläne umgehend. "Ich plädiere dafür, dass es dabei bleibt, dass wir notfalls Kredit-Garantien für Länder geben", sagte Meister. Jede Bank habe einen Sitz und ein Land, das die Erstzuständigkeit habe. Erst wenn ein Euro-Staat die Rettung einer Bank nicht stemmen könne, sollte der EFSF angerufen werden.

IWF-Chefin Lagarde fordert höhere Kapitalausstattung

Die Bankenaufsicht EBA hatte im Juli die Ergebnisse ihres jüngsten Stresstests von 91 europäischen Banken veröffentlicht. Dabei fielen nur acht Banken durch, unter ihnen fünf spanische Institute. Die Stresstests sollten die Widerstandsfähigkeit von Banken im Falle einer Krise überprüfen. Die EBA hatte sich dazu Krisenszenarien ausgedacht, die die Banken durchrechnen mussten.

Am Wochenende hatte die neue Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, mit ihrer Forderung Aufsehen erregt, die europäischen Banken dringend mit Kapital zu versorgen. Nur so könnten sie den Risiken widerstehen, die angesichts der Schuldenkrise und des schwachen Wirtschaftswachstums drohten.

Der europäische Rettungsfonds verfügt über 725 Milliarden Euro von Euro-Ländern, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds. Er soll 2013 auslaufen und von einem ständigen Krisenmechanismus abgelöst werden.

 
Leser-Kommentare
  1. Zitat:
    Die europäische Schuldenkrise könnte für viele Banken noch teuer werden. Deshalb schlagen Aufseher vor, künftig auch Geldinstitute mit dem Euro-Rettungsfonds zu stützen.
    Zitat Ende:

    Die Banken haben doch erst einen Streßtest durchgemacht und bestanden.
    Kriterien waren die Eigenkapitalausstattung und ob sie in der Lage sind, eine weitere Krise zu überstehen.
    Und jetzt jammern sie schon wieder und wollen unser Steuergeld, weil sie sich verspekuliert haben.
    So nicht!
    Der EFSF ist nicht dazu da, Pleitebanken zu retten.
    Wenn Banken nur 5% Eigenkapital haben und sich verspekulieren, dann sollen sie halt pleite gehen!
    Um diese ist es nicht schade.

    12 Leser-Empfehlungen
  2. Bei der ganzen „Griechenland-Rettung“ handelte es sich in Wirklichkeit von Anfang an darum, ein marodes Bankensystem zu retten, Konkursverschleppung im Auftrag der Gläubigerbanken.

    Dazu Max Otte in Monitor: „Griechenland ist insolvent,...dennoch wird auf Zeit gespielt,..inzwischen haben die Banken ihre Bankanleihen abgeladen, sind also 'raus aus dem Spiel und am Ende zahlt's der Steuerzahler.“

    http://www.youtube.com/wa...

    Ein klarer Fall von Konkursverschleppung im Dienste der großen Banken.
    weiter heißt es in dem Bericht: „Eine große Show also,...Drehbuch Deutsche Bank, sie hat mal wieder ihre Ziele erreicht.“

  3. Meine Firma soll auch einen Rettungsfonds bekommen. Der tritt dann ein, wenn sich der Boss man verbastelt.

    Im Ernst. Warum scheint in der Politik die Rettung der Banken aller oberste Priorität zu haben, wo diese doch nur indirekt den Wohlstand sichern. Wäre es nicht viel sinnvoller, die dienstleistenden und produzierenden Gewerbe vor Ausfällen zu schützen? Ein Auto in der Garage ist Wohlstand, ein Guthaben auf dem Konto nur eine Zahl, die man ggf. in Wohlstand wandeln kann.

    Eine Leser-Empfehlung
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    • Chali
    • 30.08.2011 um 14:30 Uhr

    Fiele Dicke Posten?

    • Chali
    • 30.08.2011 um 14:30 Uhr

    Fiele Dicke Posten?

    • ThorHa
    • 30.08.2011 um 14:29 Uhr

    Und wieder sollen Steuergelder Unternehmen in Privatbesitz retten, die sich versemmelt haben. Ich bin einhundertprozentig überzeugter Marktwirtschaftler. Und jetzt entschieden für eine der beiden folgenden Lösungen: Entweder man verkleinert die Institute zwangsweise so radikal, dass zu jedem beliebigen Zeitpunkz jede beliebige Anzahl von ihnen pleitegehen kann. Das wäre die marktkonforme Lösung. Oder man verstaatlicht sie schlichtweg - die Verluste trägt momentan ja eh der Steuerzahler. Ich möchte keinen meiner Steuereuros mehr für Bankenrettungen eingesetzt sehen. Und das wird bei der nächsten Bundestagswahl ein ausschlaggebender Wahlgesichtspunkt!

    10 Leser-Empfehlungen
    • Chali
    • 30.08.2011 um 14:30 Uhr

    Fiele Dicke Posten?

  4. Ich will für meine Firma auch einen Rettungsschirm, der einspringt wenn ich Scheiße gebaut habe. Außerdem will ich gefälligst auch - wie die Landwirte - von der EU subventioniert werden.

  5. Haben wir schon wieder den 1. April?

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    • Otto2
    • 31.08.2011 um 11:15 Uhr

    Ausnahmen gibt es natürlich, wenn z. B. eine Bank besonders groß ist (also auch GROßEN Schaden anrichtet) und das Verfassungsorgan Bundesregierung beschließt, diese Straftat als solche zu ignorieren.
    Sozusagen ein Rechtsstaat der für gleiche Straftaten je nach Person des Täters, unterschiedliche (oder auch keine) Strafen verhängt.
    Erinnert irgendwie an Hammurapi vor ca. 3800 Jahren in Babylon.

    • Otto2
    • 31.08.2011 um 11:15 Uhr

    Ausnahmen gibt es natürlich, wenn z. B. eine Bank besonders groß ist (also auch GROßEN Schaden anrichtet) und das Verfassungsorgan Bundesregierung beschließt, diese Straftat als solche zu ignorieren.
    Sozusagen ein Rechtsstaat der für gleiche Straftaten je nach Person des Täters, unterschiedliche (oder auch keine) Strafen verhängt.
    Erinnert irgendwie an Hammurapi vor ca. 3800 Jahren in Babylon.

  6. So langsam reichts! Keinen Cent mehr vom deutschen Steuerzahler zu den Banken! Kann man überhaupt irgentwas gegen diesen Wahnsinn tun, ausser vielleicht Linke wählen?

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    Die Linke ist in der Tat im Moment die einzige Partei im Parlament, die wirklich oppositionelle Ansichten vertritt (in Sachen neoliberaler Finanzkapitalismus und in Sachen NATO).

    "Kann man überhaupt irgentwas gegen diesen Wahnsinn tun, ausser vielleicht Linke wählen?"

    Wäre protestmäßig zumindest eine Alternative zu Alternativlos einer Frau Merkel.Schlimmer kanns jetzt ehe nicht mehr kommen.

    Man kann nur hoffen daß bei den anstehenden Landtagswahlen ein Warnschuss gesetzt wird.Landespolitik hin,Bund her.Die Sache ist doch schon längst ausgemacht und gehört per Wahlen kräftig abgewatscht

    Die Linke ist in der Tat im Moment die einzige Partei im Parlament, die wirklich oppositionelle Ansichten vertritt (in Sachen neoliberaler Finanzkapitalismus und in Sachen NATO).

    "Kann man überhaupt irgentwas gegen diesen Wahnsinn tun, ausser vielleicht Linke wählen?"

    Wäre protestmäßig zumindest eine Alternative zu Alternativlos einer Frau Merkel.Schlimmer kanns jetzt ehe nicht mehr kommen.

    Man kann nur hoffen daß bei den anstehenden Landtagswahlen ein Warnschuss gesetzt wird.Landespolitik hin,Bund her.Die Sache ist doch schon längst ausgemacht und gehört per Wahlen kräftig abgewatscht

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