Euro-Krise Angst vor dem Lehman-Effekt
Hohe Schulden, schwaches Wachstum und Bankaktien im Keller: Drei Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank warnen Experten vor einer neuen Finanzkrise.
Rund drei Jahre ist es her, dass die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers pleite ging. Erholt hat sich die Weltwirtschaft noch lange nicht. Europa und die USA stecken im Schuldenloch, das Wirtschaftswachstum stagniert weltweit, Bankaktien sind im Keller. Schon warnen Experten vor einer neuen Finanzkrise. Europas Banken könnte durchaus ein "Lehman-Moment" bevorstehen, sagte Simon Johnson, Professor an der MIT Sloan School of Management und ehemaliger Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, vor rund drei Monaten in einem Interview. An dieser Einschätzung hält er fest: "Das europäische Bankensystem bleibt unterkapitalisiert und anfällig für einen Vertrauensverlust. Wir sind dabei, die Grenze dessen auszuloten, was die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren Liquiditätsspritzen ausrichten kann", schreibt er in einer E-Mail an ZEIT ONLINE.
Wie prekär die Lage ist, zeigt unter anderem die Situation auf den Geldmärkten, insbesondere der Interbankenhandel. Bereits zu Beginn der Finanzkrise im Spätsommer 2007 war er einer der ersten Brennpunkte gewesen, lange vor dem Lehman-Bankrott. Im offiziellen Bericht des vom US-Kongress eingesetzten Ausschusses zur Untersuchung der Ursachen der Finanzkrise heißt es dazu: "Da die Marktteilnehmer unsicher waren, wie stark die anderen in den Subprimesektor involviert waren, beeilten sie sich, ihre eigene Liquidität zu erhöhen. Die Bereitschaft der Banken, einander Geld zu leihen, sank. Der sogenannte LIBOR-OIS-Spread, ein aufmerksam verfolgter Indikator des Interbankenzinses, weitete sich aus und zeigte damit an, dass Banken über das Kreditrisiko bei der Darlehensvergabe an andere Banken besorgt waren."
- Oktober 2009
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© Vladimir Rys/Getty ImagesDie griechische Regierung revidiert die Schätzung des Staatsdefizits für 2009 nach oben – von sechs auf mehr als zwölf Prozent des BIPs. Bereits zuvor enthielt die Schuldenstatistik des Landes gravierende Fehler: Im Jahr 2004 wurde bekannt, dass die Neuverschuldung in den Jahren 1998 und 1999 – also kurz vor Einführung des Euro – deutlich über den im Maastricht-Vertrag festgeschriebenen drei Prozent des BIPs lag. Ende 2010 werden Griechenlands Schulden mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.
- 16. Dezember 2009
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© Justin Lane/dpaAls erste Rating-Agentur stuft Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab; die anderen Agenturen folgen. Die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus, um das Defizit nachhaltig zu verringern, begründet Standard & Poor's die Entscheidung. In der EU wächst die Angst vor einem Staatsbankrott, der andere Länder anstecken könnte. In Griechenland kommt es zu ersten Streiks gegen die Sparpolitik der Regierung.
- 11. Februar 2010
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© John Thys/Getty ImagesDie Staats- und Regierungschefs der EU erklären sich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern. Die EU fordert Griechenland jedoch gleichzeitig auf, die Sparanstrengungen zu verstärken. Zuvor bescheinigte die Kommission ihren Finanzstatistiken qualitative Mängel. Die griechische Regierung verkündet zusätzliche Sparmaßnahmen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Das entspricht rund zwei Prozent des griechischen BIPs.
- 2. Mai 2010
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© Jean-Christophe Verhaegen/AFPDie EU-Finanzminister beschließen, Griechenland Kredite in Höhe von 110 Milliarden Euro zu gewähren: 80 Milliarden kommen von den Euro-Staaten, 30 vom IWF. Nur zehn Tage später fließt die erste Tranche nach Athen. Im Gegenzug wird Griechenland verpflichtet, hart zu sparen, die Wirtschaft zu reformieren und staatliche Unternehmen zu privatisieren. An den Kapitalmärkten kann sich Griechenland nur noch zu hohen Zinsen refinanzieren. Standard & Poor's bewertet die Anleihen des Landes als hochspekulativ (B).
- 8. Mai 2010
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© Bernd Weißbrod/dpaDas Bundesverfassungsgericht lehnt einen Eilantrag gegen die Griechenland-Hilfen ab. Fünf Wissenschaftler hatten nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Griechenland-Hilfe im Bundestag Verfassungsbeschwerde eingelegt. Ihr Argument: Die Hilfe verstoße gegen die EU-Verträge, genauer: gegen das Verbot der gegenseitigen Haftung in der sogenannten No-Bailout-Klausel. Mit den Finanzhilfen werde eine "verheerende Inflationspolitik" betrieben.
- 10. Mai 2010
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© Frank Rumpenhorst/dpaDie Europäische Zentralbank (EZB) beschließt, Staatsanleihen kriselnder Staaten aufzukaufen. Sie will verhindern, dass die Länder ihre Schulden nicht mehr bedienen können, weil die Zinsen immer weiter steigen. Ihre Statuten verbieten ihr, Anleihen direkt von den Emittenten zu erwerben; also wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt – dem sogenannten Sekundärmarkt – tätig. Mit der Ankündigung bricht die EZB mit einem Tabu: Bisher hat sie derartige Mittel zur Krisenbekämpfung stets abgelehnt.
- 7. Juni 2010
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© Georges Gobet/AFPDie Euro-Finanzminister gründen in Luxemburg die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den sogenannten Euro-Rettungsschirm. Die Zweckgesellschaft soll im Notfall am Kapitalmarkt Kredite aufnehmen, um klamme Staaten finanziell zu stützen. Die Euro-Länder sollen für die Kredite bürgen, Deutschland mit bis zu 148 Milliarden Euro. Der EFSF umfasst insgesamt 750 Milliarden Euro. Die tatsächliche Kreditvergabekapazität liegt niedriger, weil für ein AAA-Rating hohe Garantien erforderlich sind.
- 29. September 2010
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© John Thys/Getty ImagesEU-Währungskommissar Olli Rehn präsentiert Vorschläge zur Krisenbewältigung. Der Finne will den Stabilitäts- und Wachstumspakt stärken und die EU finanzpolitisch besser steuern. Dazu sollen etwa Sanktionen künftig automatisch verhängt werden und nicht erst, wenn die Mitgliedsländer darüber entschieden haben. Und Schuldenstaaten sollen schon bei der Eröffnung eines Defizitverfahrens ein Strafpfand in Höhe von 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes hinterlegen. Die EU-Finanzminister entscheiden über die Vorschläge im März 2011.
- 30. September 2010
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© Bernd Thissen/dpaDie Rating-Agentur Moody's stuft Spanien herab, die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Sie bewertet die Bonität des Landes nun nicht mehr mit der Bestnote. Vor dem Platzen der Immobilienblase befand sich Spanien noch im Aufschwung. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen der Finanzkrise. Ministerpräsident Zapatero bestreitet, finanzielle Hilfe der EU zu brauchen. Spanien hat auf einen rigorosen Sparkurs geschwenkt – genau wie der ebenfalls hoch verschuldete Nachbar Portugal.
- 21. November 2010
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© David Cannon/Getty ImagesIrland muss vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden. Das Land hat seine Banken mit Milliardenbeträgen vor dem Zusammenbruch gerettet und ist dadurch selbst in eine Schieflage geraten. Die Euro-Finanzminister beschließen Hilfskredite in Höhe von 85 Milliarden Euro, im Gegenzug muss Irland wie zuvor schon Griechenland hart sparen. Die irischen Bürger sind wütend: Bis zuletzt hatte ihre Regierung bestritten, Hilfe aus Brüssel beantragen zu wollen.
- 28. November 2010
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© Georges Gobet/AFPDie Finanzminister der Euro-Länder einigen sich auf einen dauerhaften Krisenfonds, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Er soll 2013 den Rettungsfonds EFSF ablösen. Der ESM umfasst 700 Milliarden Euro, von denen maximal 500 Milliarden an Not leidende Staaten verliehen werden können. Der Rest dient als Sicherheitseinlage. Sie soll die Rating-Agenturen überzeugen, auch dem ESM Bestnoten zu verleihen. Im Gegensatz zum EFSF wird der neue Fonds mit einer Bareinlage in Höhe von 80 Milliarden Euro ausgestattet. In Einzelfällen können auch private Gläubiger beteiligt werden.
- 16. Dezember 2010 /25. Januar 2011
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© Frank Rumpenhorst/dpaDie EZB verdoppelt ihr Grundkapital auf elf Milliarden Euro, um ihre Anleihekäufe abzusichern. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits für 72 Milliarden Euro Anleihen aufgekauft – griechische, irische, portugiesische, spanische. Einen Monat später gibt der Rettungsfonds EFSF erstmals selbst Anleihen auf dem Kapitalmarkt aus. Das Interesse der Anleger an den EFSF-Anleihen ist enorm, unter anderem wegen seines Top-Ratings.
- 11. März 2011
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© Sean Gallup/Getty ImagesDie Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beschließen, die Kreditvergabekapazität des EFSF auf 440 Milliarden aufzustocken. Außerdem einigen sich die Staaten auf den "Pakt für den Euro" – die Selbstverpflichtung, sich in der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik enger abzustimmen – und verpflichten sich zum Sparen. Gleichzeitig wird der Stabilitäts- und Wachstumspakts verschärft. Die von Deutschland geforderten automatischen Sanktionen scheitern allerdings am Widerstand der Mitgliedsstaaten.
- April 2011
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© Wolfgang Kumm/dpaInnerhalb der schwarz-gelben Koalition regt sich Widerstand gegen den ESM: Mehr als 30 FDP-Politiker fordern, den Rettungsfonds auf dem Parteitag im Mai abzulehnen. Außerdem wollen sie ein Insolvenzverfahren für EU-Staaten mit starker Gläubigerbeteiligung und ein Verbot für die EZB, Anleihen aufzukaufen. Sie scheitern: Zwei Drittel der Liberalen sprechen sich gegen ein Nein zum ESM aus. Außenminister Westerwelle sagt: "Europa liegt im deutschen Interesse."
- 7. April 2011
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© Patrick Pleul/dpaAuch Portugal will unter den Rettungsschirm. Das ärmste Land Westeuropas sieht keine Alternative, nachdem die Opposition im März ein geplantes Sparprogramm der Minderheitenregierung ablehnte. Nach dreiwöchigen Verhandlungen bekommt Portugal 78 Milliarden Euro zugesprochen – und mehr Zeit für den Schuldenabbau: Die Neuverschuldung des Staats darf in diesem Jahr nun statt 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 5,9 Prozent betragen.
- Juli 2011
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© Vincenzo Pinto/AFPDie Sorge um Italien lässt die Gemeinschaftswährung abrutschen. Die Staatsverschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft Europas ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, mit fast 120 Prozent höher als die Irlands und Portugals. Die Renditen auf ihre Anleihen steigen. Die Regierung plant, in vier Jahren knapp 48 Milliarden Euro einzusparen, etwa im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen. Berlusconi meint trotzdem: "Wir sind stabil."
- 21. Juli 2011
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© Ralph Orlowski/Getty ImagesDie Euro-Länder beschließen das zweite Rettungspaket für Griechenland. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 109 Milliarden Euro und soll bis 2014 reichen. Erstmals beteiligen sich freiwillig private Gläubiger: Banken sollen 37 Milliarden Euro beisteuern, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Bonds mit geringeren Zinsen umtauschen. Ein Erfolg für die Bundesregierung, die sich für die Beteiligung privater Gläubiger eingesetzt hat.
- 8. August 2011
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© Daniel Roland/AFPDie Europäische Zentralbank kauft erstmals auch italienische und spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt. Sie will damit verhindern, dass die Zinsen für die Krisenstaaten weiter steigen. Mit Erfolg: Der Druck auf die beiden Länder nimmt in den kommenden Wochen etwas ab. Italien erklärt sich bereit, ein weiteres Sparpaket aufzulegen: Bis 2013 soll der Haushalt um weitere 45 Milliarden Euro gekürzt werden.
- August 2011
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© David Ramos/Getty ImagesDie Debatte über Euro-Bonds entflammt. Euro-Gruppen-Chef Juncker ist dafür, die Krisenstaaten im Süden auch. In Deutschland drängen SPD und Grüne auf die gemeinsamen Anleihen; auch in der CDU bröckelt der Widerstand. Die FDP ist weiterhin strikt gegen Euro-Bonds, auch Angela Merkel lehnt sie ab. Unterdessen sorgen Gerüchte, Frankreich könnte sein AAA-Rating verlieren, für Turbulenzen an den Börsen. Der Dax fällt zeitweise um bis zu sechs Prozent im Vergleich zum Vortag. Sarkozy kündigt weitere Sparpläne an.
- 16. August 2011
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© Patrick Kovarik/AFPMerkel und Sarkozy treffen sich zu einem Krisengipfel. Euro-Bonds sind dabei angeblich kein Thema. Stattdessen schlagen die beiden Staatschef eine EU-Wirtschaftsregierung vor, die sich aus dem Rat der Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder zusammensetzen soll. Außerdem soll eine Schuldenbremse nach deutschem Vorbild in die Verfassungen der Euro-Länder – und eine Steuer auf Finanztransaktionen. Letztere stößt vor allem bei den Banken auf wenig Gegenliebe.
- 31. August 2011
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© Sean Gallup/Getty ImagesDas Bundeskabinett bringt das "Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" auf den Weg. Damit setzt es die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 21. Juli um. Deutschland bürgt nun für weitere 211 Milliarden Euro. Knackpunkt in der deutschen Diskussion ist die Beteiligung des Bundestages: Künftig soll das Parlament über alle neuen Hilfen abstimmen. Unter anderem haben die Unions- und die FDP-Fraktion dies gefordert.
- August/September 2011
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Banken Frankfurt
© Alex Grimm/Getty ImagesDie europäischen Banken misstrauen einander zunehmend. Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, bemühen sie die EZB. Der Liquiditätsfluss im Finanzsektor droht auszutrocknen, die Angst vor einer neuen großen Bankenpleite wächst. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), fordert deshalb, die Banken mit neuem Kapital auszustatten, das direkt vom Rettungsfonds EFSF kommen soll. Auch die Bankenaufsicht (EBA) zeigt sich besorgt. EZB-Chef Trichet und Deutsche-Bank-Chef Ackermann hingegen kritisieren die Vorstöße.
- 7. September 2011
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Bundesverfassungsgericht
© Ralph Orlowski/Getty ImagesErneut weist das Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden gegen die Griechenland-Hilfen ab. Die Richter entscheiden, dass die deutsche Beteiligung am Rettungsfonds EFSF mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie setzen aber voraus, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages allen Rettungsmaßnahmen zustimmen muss. Bisher musste sich Finanzminister Wolfgang Schäuble lediglich um ein Einvernehmen mit dem Parlament bemühen.
- Mitte September 2011
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© Sakis Mitrolidis/AFPDie Spekulationen über eine mögliche Insolvenz Griechenlands nehmen zu. Eine neue Immobiliensteuer soll das benötigte Geld in die öffentlichen Kassen bringen. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos sagt, sein Land brauche weitere Milliarden, um seine Haushaltsziele zu erreichen. Die griechische Wirtschaft schrumpft stärker als gedacht. Ein Sprecher des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble nennt die Spekulationen "zwecklos", aber Wirtschaftsminister Philipp Rösler sagt öffentlich, es dürfe keine Denkverbote geben. Eine geordnete Insolvenz schließt er nicht mehr aus.
- 29. September 2011
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© Sean Gallup/AFP/Getty ImagesDer Bundestag billigt die von den Euro-Ländern geplante Aufstockung des Rettungsfonds EFSF auf 780 Milliarden Euro, von denen 440 Milliarden an überschuldete Euro-Staaten verliehen werden können. Treten die geplanten Änderungen in Kraft, steigen die deutschen Garantien um 88 Milliarden auf 211 Milliarden Euro. Zudem erhält der Fonds dann weitere Kompetenzen: Künftig soll er an der Börse Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen, um deren Kurse zu stabilisieren. Von 611 anwesenden Abgeordneten im Bundestag stimmen 523 dem Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu.
- Oktober 2011
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© Odd Andersen/AFP/Getty ImagesAm 26. Oktober stimmt der Bundestag schon wieder über eine Ausweitung des Rettungsfonds EFSF ab. In ihrer Regierungserklärung appelliert Kanzlerin Merkel an die Abgeordneten, ihre Rettungspolitik zu unterstützen: "Scheitert der Euro, scheitert Europa", sagt sie. 503 von 596 Abgeordneten stimmen für die Erweiterung. Auf dem anschließenden EU-Gipfel beschließen die Staats- und Regierungschefs einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Ausweitung des EFSF und eine Rekapitalisierung der Banken. Italien verspricht, stärker zu sparen.
- Anfang November 2011
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Lucas Papademos (r.) mit seinem Amtsvorgänger Giorgos Papandreou
© Orestis Panagiotou/EPA/dpaAm 31. Oktober kündigt Griechenlands Ministerpräsident Papandreou überraschend an, er wolle seine Bevölkerung über die EU-Rettungshilfen abstimmen lassen. Europas Regierungen setzten Griechenland daraufhin unter Druck: Die nächste Kredittranche, von den Euro-Finanzministern eigentlich schon gebilligt, wird auf Eis gelegt. Am 3. November sagt Papandreou das Referendum wieder ab. Sechs Tage später kündigt er seinen Rücktritt an. Das frühere EZB-Ratsmitglied Lucas Papademos wird neuer griechischer Ministerpräsident.
- Mitte November 2011
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Mario Monti
© Filippo Monteforte/AFP/Getty ImagesNach wachsendem Druck der Finanzmärkte auf Italien tritt Regierungschef Silvio Berlusconi zurück. Sein Nachfolger wird der frühere EU-Kommissar Mario Monti. Im Dezember stimmt das Parlament in Rom seinem Spar- und Sanierungsprogramm zu. Auch in Spanien wechselt die Regierung: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 20. November werden die Sozialisten abgewählt, die konservative Volkspartei (PP) mit ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy siegt. Er löst im Dezember José Luis Rodríguez Zapatero als Regierungschef ab.
- Dezember 2011
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David Cameron in Brüssel
© Eric Feferberg/AFP/Getty ImagesAm 5. Dezember, nur wenige Tage vor dem nächsten EU-Gipfel, droht die Rating-Agentur Standard & Poor's Deutschland und weiteren 14 Ländern der Euro-Zone mit der Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit. Auf dem Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs ist Großbritanniens Premierminister David Cameron isoliert: Er will einen Vertrag für mehr Haushaltsdisziplin nicht mittragen, die anderen Länder vereinbaren den Abschluss des Regelwerks. Für sein Verhalten erntet Cameron auch im eigenen Land viel Kritik.
- 13. Januar 2012
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© Getty Images
Die Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Frankreichs Kreditwürdigkeit herab. Einen Tag später entzieht sie neun weiteren Ländern die Bestnote. Auch der Krisenfonds EFSF verliert sein AAA-Rating. Die Folgen sind begrenzt: Die Zinsaufschläge für einige Krisenländer bleiben zwar hoch, sinken aber in der Tendenz. Die erste Auktion des EFSF nach seiner Herabstufung verläuft reibungslos. Allerdings nimmt die Flucht in sichere Häfen zu: Wenige Tage vor der Herabstufung von Frankreich zahlt Deutschland erstmals negative Zinsen auf kurzfristige Staatspapiere – wie zuvor die Schweiz und Dänemark.
- 31. Januar
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© Getty Images
Die Staats- und Regierungschefs der EU verabschieden in Brüssel den Fiskalpakt. 25 Staaten stimmen dem neuen Regelwerk zu; Großbritannien und Tschechien bleiben außen vor. Die neuen Regeln sollen ab 2013 gelten. Künftig kann die Kommission ein Defizitverfahren auch ohne die Zustimmung der Finanzminister eröffnen, immer dann, wenn die Defizitquote eines Landes drei Prozent überschreitet. Das strukturelle Defizit in den Haushalten darf in der Regel nicht mehr die Grenze von 0,5 Prozent überschreiten. Die Krisenstaaten müssen ihre Schulden um fünf Prozent jährlich abbauen. Die Regierungschefs verabschieden auch den dauerhaften Krisenmechanismus ESM, der ab Juli in Kraft treten soll.
- 21. Februar
Die EU-Finanzminister bringen in Brüssel ein zweites Rettungspaket für Griechenland auf den Weg. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro. Die Einigung der Minister mit Griechenland ist auch Voraussetzung für die Beteiligung privater Gläubiger an der Rettung des überschuldeten Landes. Sie sollen nun auf mehr als 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Der Schuldenstand Griechenlands soll dadurch auf rund 120 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken.
- 8. März 2012
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© Oli Scarff/Getty Images

Der Parthenon auf der Akropolis
Die griechische Regierung verschickt eine Erfolgsmeldung: An dem angekündigten Schuldenschnitt beteiligen sich nach Angaben des Finanzministeriums rund 86 Prozent aller Gläubiger, die Papiere nach griechischem Recht halten. Damit ist das nötige Quorum erreicht, um auch die anderen Gläubiger zum Umtausch zu zwingen. Insgesamt wären dann rund 95 Prozent der Investoren im Boot. Rund 197 Milliarden der 206 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden können nun umgeschuldet werden. Die Anleger erhalten Papiere mit längerer Laufzeit und niedrigerem Zinssatz. Griechenland bekommt mehr Zeit.
Dieses Barometer für die Stabilität des Finanzsystems steht nun wieder im Blickpunkt. Mehrere große europäische Finanzzeitungen schrieben diese Woche über den jüngsten Anstieg dieses Spreads und deuteten ihn als ein Zeichen schwindenden Vertrauens. In dieses Bild passt eine Zahl, die normalerweise weitgehend unbeachtet bleibt: das Volumen der Gelder, die Kreditinstitute bei der Europäischen Zentralbank parken. "Banken in bestimmten Regionen des Euro-Gebietes bevorzugen es, ihre überschüssige Liquidität bei der EZB zu deponieren, anstatt sie an andere Banken auszuleihen. Dieses Signal nehmen wir ernst", sagte EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark dem Handelsblatt.
Die Banken begnügen sich in diesem Fall mit einem niedrigeren Zins, als sie im Interbankenmarkt bekommen würden. Im Vordergrund steht also nicht der Rendite-, sondern der Sicherheitsaspekt, erläutert Dorothea Schäfer, Banken- und Finanzmarktexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW): "Was ich nicht anderen Banken geliehen habe, kann mir auch nicht durch einen Ausfall abhanden kommen. Was bei der EZB über Nacht liegt, steht am nächsten Tag auf jeden Fall wieder zur Verfügung."
- Datum 26.08.2011 - 10:47 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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sich irgend etwas ändern? Das Denken und Handeln hat sich nicht verändert. Weder bei den Bankern noch bei den Politikern. Die Blase platzt. In der Krise war das Geschrei groß und es wurden , wie schon so oft, Luftblasen produziert und eine Änderung der Verhältnisse und des damit Umgehens gepredigt und beschworen.
Was passierte?? NICHTS!Die Einen scheffelen das Geld weiter, die Anderen redeten sich raus.
Es wird mal wieder ein Rettungspaket geschnürt. Das werden wieder Milliarden sein aus Steuergeldern, die die Mehrheit der Steuerzahler erwirtschaften. Und die Banken nehmen das Geld der Leute, denen SIE ohne Sicherheiten niemals auch nur einen Kleinkredit geben würden.
Wann wacht die schweigende Mehrheit endlich auf?
Also müßt ihr euch nicht wundern, wenn jeder
- Versicherungsvertreter
- Sparkassenleiter
- Investmentbanker
- Hedgefondmanager
- Landesbanker
- Eurobanker
- Finanzredakteur
danach schreit.
Nein.
George Walker Bush rief seiner Zeit seinen Cousin George W. Bush an. George W. hatte ihn auf dem Display. Er hob nicht ab.
Lehmann - Klatsch-Bumm.
Die suchen Geld, viel Geld. Und sonst garnichts.
Mit Sicherheit!
Aus der Lehman-Pleite hat man nichts gelernt - und man will auch nichts lernen. Man hat einfach auf die Staaten gesetzt, die die Banken mit neuem Geld versorgen - zu Lasten der Steuerzahler.
Jetzt nölen, greinen und jammern die Finanzkonzerne rum, die Staaten wären zu hoch verschuldet - und sie könnten, leider, leider, nur den Daumen senken.
Lasst das Weltwirtschaftssystem und das Finanzsystem einfach zusammen brechen. Es am Leben zu erhalten lohnt sich nicht und mehr noch: Wenn der Hund in seinem Pelz eine Zecke findet, reisst er sie auch raus - und lässt sie nicht drin. Wenn man diese "Naturgesetze", die die "Wirtschaftswissenschaftler" und die "Finanzkonzerne" über Jahre gepredigt haben, jetzt einmal auf sie selbst anwendet, dann ist ganz schnell der Ofen aus.
Mit Sicherheit!
Aus der Lehman-Pleite hat man nichts gelernt - und man will auch nichts lernen. Man hat einfach auf die Staaten gesetzt, die die Banken mit neuem Geld versorgen - zu Lasten der Steuerzahler.
Jetzt nölen, greinen und jammern die Finanzkonzerne rum, die Staaten wären zu hoch verschuldet - und sie könnten, leider, leider, nur den Daumen senken.
Lasst das Weltwirtschaftssystem und das Finanzsystem einfach zusammen brechen. Es am Leben zu erhalten lohnt sich nicht und mehr noch: Wenn der Hund in seinem Pelz eine Zecke findet, reisst er sie auch raus - und lässt sie nicht drin. Wenn man diese "Naturgesetze", die die "Wirtschaftswissenschaftler" und die "Finanzkonzerne" über Jahre gepredigt haben, jetzt einmal auf sie selbst anwendet, dann ist ganz schnell der Ofen aus.
"Drei Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank warnen Experten vor einer neuen Finanzkrise."
Was ist das denn? Schon wieder eine neue Finanzkrise? Die alte ist doch noch nicht weg und nimmt gerade mal wieder so richtig Fahrt auf.
Sollte es wirklich Experten geben, die von einer neuen Finanzkrise reden, dann muss man den Begriff Experte wohl neu definieren: Dummb....
Genau ...
Wo waren denn diese Experten vor dem Platzen der Immobilien-Blase? Gerade die "Experten" aus den USA sollten sich um ihr Land kümmern und das was es bereits angerichtet hat.
> Drei Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank warnen Experten vor einer neuen Finanzkrise. <
Experte Simon Johnson (Cambridge, Massachusetts)= USA
Genau ...
Wo waren denn diese Experten vor dem Platzen der Immobilien-Blase? Gerade die "Experten" aus den USA sollten sich um ihr Land kümmern und das was es bereits angerichtet hat.
> Drei Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank warnen Experten vor einer neuen Finanzkrise. <
Experte Simon Johnson (Cambridge, Massachusetts)= USA
"Leider haben manche Akteure in der internationalen Finanzwelt vergessen, dass Freiheit sich in Verantwortung binden muss, wenn sich ihre volle Kraft im Guten entfalten soll. Schrankenlose Freiheit ist auch zerstörerisch...Die Wahrheit ist... Was wir jetzt erleben, ist eine Krise des gesamten Bankenwesens, aber auch der Bankenpolitik und der Bankenaufsicht... Bei der Aufsicht über die Institute und die Märkte muss jetzt entschlossen und gründlich angepackt werden...
Gute Ergebnisse sind jetzt gute Politik.
... wenn es eine neue Kultur in der Finanzbranche gibt, Freiheit mit Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft zu verbinden, dann muss sich einerseits niemand vor Überregulierung fürchten (wobei manche mit der Warnung vor Überregulierung bloß neue, wirksame Regeln verwässern wollen). Und dann kann andererseits niemand klammheimlich darauf hoffen, die heutige Neuordnung der Finanzmärkte verlaufe am Ende doch im Sande und dann gehe alles weiter wie bisher.
Das wäre der Eintritt zu einer noch größeren Krise in einigen Jahren.(Das war 2009!!!)
Der Markt braucht einfache, wirksame und robuste Regeln, deren Einhaltung dann auch klar und zuverlässig beaufsichtigt und durchgesetzt werden kann..."
Aus der Rede des Finanzexperten, Bundespräsident Horst Köhler, 2009
http://www.bundespraeside...
Was hat der hoch gelobte "Sachverstand" des Wulff-Vorgängers in Wirtschaft und Politik eigentlich bewirkt?
Hat wirklich ein ernstzunehmender Experte auf diesem Erdball geglaubt, man könne eine Krise durch einen einfachen Bilanztrick (Umbuchung der Schulden in die Staatenhaushalte) beseitigen?
Können die denn gar nichts anderes als warnen?
Warnen kann ich auch: Bin ich dann auch schon Experte?
Ich bin Experte im Geld ausgeben!
Das dumme an der Sache ist, ich habe kein Geld das ich ausgeben kann, sonnst könnte ich es beweisen.
Wäre ich Politiker könnte ich wenigstens Schulden machen auf kosten der Allgemeinheit.
Kluger Rat ist teuer! Nur mich bezahlt keiner.
wahrscheinlich "Hexperten" und erfanden die Nummer mit der Wasserprobe:
die Angeklagte wurde über Kreuz gefesselt und mit einem Seil sitzend in einen Teich oder ein ähnliches Gewässer heruntergelassen oder hineingeworfen. Schwamm sie oben, galt dies als Beweis für Hexerei, doch wenn sie unterging längst nicht als Gegenbeweis, da dies immer noch als Ausnahme gewertet werden konnte...
Ich bin Experte im Geld ausgeben!
Das dumme an der Sache ist, ich habe kein Geld das ich ausgeben kann, sonnst könnte ich es beweisen.
Wäre ich Politiker könnte ich wenigstens Schulden machen auf kosten der Allgemeinheit.
Kluger Rat ist teuer! Nur mich bezahlt keiner.
wahrscheinlich "Hexperten" und erfanden die Nummer mit der Wasserprobe:
die Angeklagte wurde über Kreuz gefesselt und mit einem Seil sitzend in einen Teich oder ein ähnliches Gewässer heruntergelassen oder hineingeworfen. Schwamm sie oben, galt dies als Beweis für Hexerei, doch wenn sie unterging längst nicht als Gegenbeweis, da dies immer noch als Ausnahme gewertet werden konnte...
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