Jetzt verschwindet sie endgültig aus den Regalen: Von Donnerstag an, so eine Verfügung der Europäischen Union, darf keine 60-Watt-Glühlampe mehr auf den Markt gebracht werden. Das alte Sortiment wird über die kommenden Monate abverkauft. Energiesparlampen und andere effizientere Lampen ersetzen die vermeintlich entstehende Lücke im Regal.

Bei kaum einem anderen Produkt sind die Stimmen der Nostalgiker so laut, wird so viel Kritik am Alternativprodukt zur ineffizienten Glühlampe so vehement und anhaltend vertreten. Das Thema ist nicht neu. Aber die Gemüter erhitzen sich immer noch über das Verbot.

Energiesparlampen gibt es auf dem deutschen Markt bereits seit den achtziger Jahren. Auch in ihren Anfangsjahren waren sie schon Energiesparer, gingen jedoch schnell kaputt, waren sehr teuer in der Anschaffung und verbreiteten ein kalt-weißes, ungemütliches Licht. Ihre damaligen negativen Eigenschaften hängen der Energiesparlampe heute noch immer an – dabei ist das alte, schlechte Image in vielen Aspekten eindeutig überholt. Warum also die heftigen Gegenreaktionen?

Eine mögliche Erklärung ergibt sich aus dem vergleichsweise strikten Vorgehen des Gesetzgebers. Wie in kaum einem anderen Bereich gibt die Europäische Union den Einwohnern ihrer Mitgliedsstaaten vor, wie sie zu den Klimaschutzzielen der EU beizutragen haben. Werfen wir also einen Blick auf die Ziele, die bis zum Jahr 2020 erreicht werden sollen. Der Energieverbrauch soll um 20 Prozent sinken, der Ausstoß an Treibhausgasen um den gleichen Prozentsatz zurückgehen und der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtstromverbrauch ebenfalls um 20 Prozent steigen. Dreimal 20 bis 2020, so die Formel.

Bis zu 80 Prozent weniger Stromverbrauch

Rund zehn Prozent unseres Stromverbrauchs zu Hause brauchen wir für die Beleuchtung. Durch energieeffiziente Lampen und Leuchten kann der Stromverbrauch im Haushalt bis zu 80 Prozent reduziert werden – ein erhebliches Potenzial für den Klimaschutz. Energieeffiziente Leuchten sind bereits zu haben, damit fällt der Wechsel zur klimafreundlicheren Alternative (scheinbar) leicht. So wird das Bemühen der EU verständlich, die möglichst leicht erreichbaren Potenziale der Energieeffizienz zu erschließen. Bis 2012 will sie die herkömmlichen Glühlampen komplett vom Markt nehmen.

Zurück zu den Argumenten gegen die Energiesparer. Treffen sie heute, dreißig Jahre, nachdem sie erstmals zu kaufen war, noch zu? Es gibt die Energiesparer heute in vielen Formen, Farben und Fassungsgrößen. Ob als kerzenförmige Variante, als Spot, zum Dimmen oder mit gemütlichem Licht: Den Möglichkeiten einer angenehmen Beleuchtung, die noch dazu Energie spart, sind kaum Grenzen gesetzt.

Richtig ist, dass es noch immer viele Produkte in den Regalen gibt, die nicht besonders schnell hell werden und auch nicht lange halten. Konsumentinnen und Konsumenten sollten sich deshalb vor dem Einkauf gründlich informieren und beraten lassen. Informationen zu qualitativ hochwertigen Lampen und Modellen, die für unterschiedliche Einsatzzwecke wie schnelle Helligkeit oder häufiges Schalten geeignet sind, gibt es auf Verbraucherportalen wie EcoTopTen oder in Testberichten wie beispielsweise im aktuellen Heft der Stiftung Warentest.