M. ist überhaupt kein Außenseiter. Er ist sogar ziemlicher Mainstream.
M. hat einmal in einem Kommentar ausgerechnet, wie hoch der Stapel von Fünf-Euro-Scheinen wäre, würde die gesamte Summe des Rettungsschirmes für den Euro ausbezahlt. Er kam auf 14 Kilometer. "Das ist unser Geld – und niemand fragt uns", sagt er.
M. sagt, dass man die Politiker besser kontrollieren müsse. Er würde sogar so weit gehen, dass diese für Fehlentscheidungen bestraft werden könnten. M. sagt, dass er von mehr Fachleuten in der Politik träumt, von "Teams", die objektiv beste Entscheidungen treffen, nicht politisch opportune. M. hat sich darum entschieden, dem System fern zu bleiben, vielleicht auch, sagt er, weil er Angst habe "genauso zu werden". Er hat beschlossen zu tun, was in seiner Macht steht. "Mülltrennen, ein kleineres Auto fahren, nicht andauernd neue Elektrogeräte kaufen – was man halt tun kann". Manchmal macht ihn wütend, wie leichtfertig die Politik mit dem Wohlstand der Menschen umgeht. Dann setzt er sich an den Computer und schreibt einen Kommentar.
Je länger man mit M. spricht, desto mehr versteht man, dass er überhaupt kein Außenseiter ist. Eigentlich ist er ziemlicher Mainstream, einer von uns. Er wählt Grün – so wie inzwischen viele Deutsche. Es geht ihm nicht sonderlich schlecht, er hat Arbeit, mehrere Autos – so geht es den meisten Deutschen auch. Irgendwie aber ist da das Gefühl, dass etwas ganz gewaltig schief läuft. Dass die Wirtschaftskrise alles wegschwemmen wird. Dass die Politik die Sache nicht mehr im Griff hat. Er hat für sich den Schluss gezogen, dass man sich besser ins Private und Grüne zurückzieht. Im Grunde passt M. ganz gut in die Zeit.
Soll man mit ihm Mitleid haben? Ihn verstehen? Ihm vorhalten, dass er es sich zu einfach macht? Immerhin hat sich nicht nur die Politik von ihm entfernt, auch M. hat sich zurückgezogen. Er delegiert die Politik an die Politiker, um sie anschließend dafür zu verachten. Hin und wieder setzt er sich an den Computer und schimpft, bis die Wut verraucht ist. Manchmal, sagt M. gegen Ende unseres Gesprächs, gehe er aufs Dach und schaue durch ein Teleskop in die Sterne. Dann sehe er wie klein der Planet sei, wie nebensächlich so vieles, was ihn aufrege. Auf den Heimweg bleibt noch ein Satz von ihm im Gedächtnis: "Um die Welt zu verändern, bin ich eine Nummer zu klein."
- Datum 04.08.2011 - 13:53 Uhr
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Hallo Herr Faigle,
nett geschrieben und nur die Brille ist Fiktion.
Danke!
....dass sie schwer fokussiert werden kann, weil meist intransparent bleibt, wer schuld ist, am Zustand, den man nicht ändern kann.
M. ist immer noch sauer, weil er seinen Willen nicht bekommen hat. Siehe die Episode mit dem grünen Gemeinderatsmitglied.
Ich frage mich, wie viele der digitalen "Wutbürger" ihren Zorn auf so etwas Unbedeutendes zurückführen und nicht mehr rational denken können.
M. ist immer noch sauer, weil er seinen Willen nicht bekommen hat. Siehe die Episode mit dem grünen Gemeinderatsmitglied.
Ich frage mich, wie viele der digitalen "Wutbürger" ihren Zorn auf so etwas Unbedeutendes zurückführen und nicht mehr rational denken können.
Zur Abwechslung mal ein guter Artikel mit Realitätsbezug. Wer will noch über Merkel, Schweinsteiger und die ganze Bande lesen. Ich jedenfalls nicht.
Herr Faigle.
Supertext!!
Ehrlich gesagt, hätte ich gar nicht gedacht, dass sich die Redakteure auch nur einen Deut darum kümmern, was Foristen hier zum Besten geben. Um so erstaunter stelle ich nun fest, dass wohl - zumindest bei diesem Autor - dies nicht zutrifft.
Dennoch möchte ich Sie an dieser Stelle auf einen kleinen Denkfehler hinweisen:
>>Immerhin hat sich nicht nur die Politik von ihm entfernt, auch M. hat sich zurückgezogen. Er delegiert die Politik an die Politiker, um sie anschließend dafür zu verachten.<<
Dabei übersehen Sie, dass ein normaler Bürger in diesem Land gar nichts anderes kann, als Politik an einige wenige zu delegieren. Wir haben nämlich keinerlei Mitbestimmungsmöglichkeiten, die ständige Bevormundung durch Politiker, die oft genug zwar keine Ahnung haben, aber dafür umso deutlicher Interessen gewisser Lobbyisten vertreten, haben viele Bürger einfach satt.
Genau das erzeugt Bürger wie hier beschrieben.
Wir müssen endlich mehr Demokratie in diesem Land haben und einfordern. Wir müssen endlich unser GG so umgestalten, dass Bürgerentscheide möglich werden.
Stattdessen werden wir von Politikern regiert, die es nicht einmal für nötig halten uns ein neues Wahlgesetz zu geben - was dazu führt, dass wir derzeit keinen neuen Bundestag wählen können und die Presse (als selbsternannte vierte Macht) reagiert auch nicht, sondern lässt die Politiker unkommentiert in den Urlaub fahren. Versagen auf allen Seiten!
Das soll nicht wütend machen?
"Wir müssen endlich mehr Demokratie in diesem Land haben und einfordern. Wir müssen endlich unser GG so umgestalten, dass Bürgerentscheide möglich werden."
Wie wollen Sie das bei Ihrer Passivität erreichen?
Ich finde es blauäugig zu glauben, dass nur Bürgerentscheide mehr Demokratie bringen.
Waren Sie wählen, oder gehören Sie zu den 33% Wahlberechtigten, die der BTW fern blieben? Nicht nur Lobbyismus & Medien sind an dieser schlechtesten Bundesregierung aller Zeiten schuld, sondern auch die Nichtwähler die einen anderen Ausgang der BTW hätten erwirken können.
Wann haben Sie das letzte Mal Ihrem Abgeordneten Dampf gemacht?
Alleine? Mit Freunden, Verwandten & Bekannten? Noch nie?
Richtig, Abgeordnete sind nur ihrem Gewissen unterworfen, aber wir Wähler hätten die Macht, ihnen Gewissensbisse zu bereiten! Wenn der eigene Abgeordnete nicht "spurt", konsequent abwählen! Der Abgeordnete muss begreifen, dass der Wähler seine einzig legitime Lobby zu sein hat!
Bitte achten Sie auf Ihren Tonfall und verzichten Sie auf die Provokation anderer User. Danke, die Redaktion/mk
Es kann mir doch keiner erzählen, daß es in Deutschland nicht möglich sein sollte, 299 unabhängige Bürger in den Wahlkreisen aufzustellen und mit Erststimme zu wählen. Die Listen wären endlich gezwungen ihre Politik bürgernäher zu gestalten.
Aber dafür müsste man selbst den Hintern hoch bekommen. Das ist sicherlich viel anstrengender als daheim auf eine 2/3-Mehrheit zu warten, die so nie zu Stande kommen wird.
Schließlich gibt es noch die Möglichkeit zu Demonstrationen. Immerhin haben die Stuttgarter gezeigt, wie man das macht.
Sicherlich, niemand hat uns zum Euro befragt. Aber Pläne über eine einheitliche europäische Währung gab es seit 1990, und sie wurden in den Medien ständig erörtert.
Aber wo waren die Demonstrationen? Ich kann mich an KEINE gegen den Euro in diesen 10 Jahren erinnern, geschweige denn irgendwelche namhaften Bürgerinitiativem.
Ihr hattet 10 Jahre gehabt, Euch gegen den Euro zu organisieren! Wo wahrt Ihr?
Sie schreiben: "Wir müssen endlich mehr Demokratie in diesem Land haben und einfordern. Wir müssen endlich unser GG so umgestalten, dass Bürgerentscheide möglich werden."
Sie meinen, Bürgerentscheide würden immer so ausfallen, wie Sie es sich vorstellen? Auch da entscheidet die Mehrheit - genau wie sonst bei Wahlen. Und die "Mehrheit" bei Bürgerentscheiden ist meist noch sehr viel kleiner als die "Mehrheit" bei Wahlen. Fragen Sie mal die Raucher in Bayern.
/Zitat Wikipedia
Am 4. Juli 2010 entschieden die Bürger in Bayern über das neue Gesetz. Eine Mehrheit von 61,0 % (bei einer Wahlbeteiligung von 37,7 %) votierte für den „echten Nichtraucherschutz“.
Zitat/
Eine "Mehrheit" von 61 % von 37,7% hat entschieden!
Fakt ist: Wir sind im Alltag als Einzelmenschen ohnmächtig, denn wir sind auf Gemeinschaft mit anderen angelegt und von anderen abhängig - von Geburt an. Daran sind weder Politiker noch Wirtschaftsbosse noch Hinz noch Kunz schuld, das ist einfach die condition humaine: es ist halt so und nicht zu ändern.
Wenn wir uns allerdings nicht allmählich wieder besinnen und mit unserer Demokratie, mit Politikern und Politik nicht wieder etwas sorgsamer umgehen, könnten wir sehr schnell auch die Mitwirkungsmöglichkeiten verlieren, die wir haben, Ich habe den Eindruck, allzu vielen würde erst dann klar, was dabei verloren ging. Nur dann wäre es zu spät.
PS: Ich bin für Bürgerbegehren nach bayerischem Muster.
nachlesen (Wäre sicher auch was für den Herrn Biermann):
Wie die deutsche Internet-Kinderpornosperre zustande kam – und zugrunde ging
Geschrieben von einem geschassten Informatiker, der dabei war.
Ansonsten meinen herzlichen Dank an Herrn Faigle für seinen "Besuchsbericht" und ich bin ganz sicher - hätte er mich besucht, wäre das Ergebnis nicht anders ausgefallen als bei Herrn M.
Die Frage wäre nun, was hat Herr Faigle daraus gelernt, was sollen und können die Medien daraus lernen und "mit nehmen"?
Am Besten, bevor wieder ein neuer Bericht über die "Vorzüge der Riesterrente" kommt oder über das "ausgeglichene Sparpaket" von schwarz-gelb ;-)
Vielen Dank, Herr Faigle: Super Idee und Umsetzung!!
Ohnmacht? Gar nichts tun können, als delegieren? Sicher ist die empfundene Ohnmacht real - aber ist sie gemessen an den tatsächlichen Beteiligungsmöglichkeiten gerechtfertigt?
Wir können unsere lokal, regional, landesweit und bundesweit agierenden Politiker anspitzen und drängen, in unserem Sinne zu entscheiden! Als Einzelner, als Gruppe, als Interessengruppe, als Verein, ... Wenn man sich als Einzelner machtlos vorkommt, dann kann man sich eine geeignete Interessengruppe suchen oder selbst eine gründen. Mitglieder finden sich in den meisten Fällen, wenn das Problem mehrere sehen. Pressearbeit und Einbindung/Beeinflussung von Politikern verschiedener Parteien ist möglich. Das meine ich durchaus auch positiv. Politiker haben sehr viel zu entscheiden - müssen in vielen Dingen Experte sein. Dabei können sie kompetente und aufrichtige, sachorientierte Unterstützung durch ihre Wähler zuweilen sehr gut brauchen. Und das IST möglich und funktioniert - habe ich selbst mehrmals erlebt/mitgemacht.
Nur einen Bürgerentscheid oder Direktdemokratie einzufordern, bleibt weit hinter den Bedürfnissen und Möglichkeiten zurück, die wir als Gesellschaft heute haben. Beide würden die Massen zu wenigen Wahlterminen treiben; die "richtigen" Fragen zu formulieren, ist sehr diffizil, ungünstige Fragestellungen entwerten den ganzen Entscheid. Werbung vorab kann das Urteilsvermögen des Einzelnen trüben. Man kann nicht allzu viele Entscheide innerhalb eines Jahres durchführen - tatsächlich gibt es aber viel mehr zu entscheiden und kritisieren.
Ich weiss nicht, ob unsere Politiker heute unfähiger oder fähiger sind, als früher. In jedem Fall haben sie m. E. heute in einer komplexeren Welt über deutlich mehr und unterschiedlichere Dinge zu entscheiden und in dieser Situation kompetent zu lenken, als früher. Dabei hat jeder heute viel mehr Möglichkeiten, die Entscheidungswege und Argumente der Politiker nachzuvollziehen und zu begleiten, als früher. Man bekommt Fehler mit, beobachtet, kritisiert - man kriegt schlechte Laune und schimpft - man wirft das Handtuch hin und fühlt sich ohnmächtig! Warum? Wir HABEN deutlich mehr Möglichkeiten, uns zu engagieren, als nur alle vier Jahre Kreuze auf dem Wahlzettel zu machen. Klar: Der Einzelne kann nicht das Ruder herumreissen und im Minutentakt Entscheidungen von BRD-weiter Bedeutung treffen. Wollen wir das denn überhaupt? Ist das ein Grund, sich ohnmächtig zu fühlen? Nein.
Wir können ein Stein sein, der zwei oder zehn oder hundert Steine anstösst - je nachdem wie kompetent wir in der Sache sind und auch wie geschickt wir im Themen und Meinungen setzen sind. Das kann dann - auch je nachdem, wie sehr unsere Mitmenschen das wichtig finden - kleine, keine oder auch ab und an grosse Veränderungen bewirken!
Ich sage nicht, dass mich das zufrieden stellt. Es ist aber mehr als gar nichts.
Eine wichtige Aufgabe ist m. E. die Umgestaltung wichtiger politischer Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesse dahingehend, dass mehr dokumentierte und kommentierte Beteiligung des Einzelnen integriert wird - bei der auch zusammenfassend dokumentiert wird, welche Anregungen aus der Beteiligung welchen Einfluss auf die Entscheidungsfindung gehabt haben.
Wir brauchen eine hochqualitative Debatte um eine Erneuerung/Reformierung unseres politischen Systems -> allein weil viele unzufrieden sind.
Resultiert die Unzufriedenheit eigentlich nur aus der Qualität des politischen Systems und der Politik derzeit - oder vielleicht auch aus der Situation, in der wir uns alle befinden, dass es angesichts vieler drängender Probleme in Deutschland und auf der Welt (die oft eng vernetzt sind) immer schwieriger wird, gute Entscheidungen zu treffen? Und brauchen wir angesichts dieser Situation nicht drängender denn je, ein weithin akzeptiertes politisches, demokratisches System, in dem auch für viele mit Einschnitten verbundene Entscheidungen weithin akzeptiert werden können?
"Wir müssen endlich mehr Demokratie in diesem Land haben und einfordern. Wir müssen endlich unser GG so umgestalten, dass Bürgerentscheide möglich werden."
Wie wollen Sie das bei Ihrer Passivität erreichen?
Ich finde es blauäugig zu glauben, dass nur Bürgerentscheide mehr Demokratie bringen.
Waren Sie wählen, oder gehören Sie zu den 33% Wahlberechtigten, die der BTW fern blieben? Nicht nur Lobbyismus & Medien sind an dieser schlechtesten Bundesregierung aller Zeiten schuld, sondern auch die Nichtwähler die einen anderen Ausgang der BTW hätten erwirken können.
Wann haben Sie das letzte Mal Ihrem Abgeordneten Dampf gemacht?
Alleine? Mit Freunden, Verwandten & Bekannten? Noch nie?
Richtig, Abgeordnete sind nur ihrem Gewissen unterworfen, aber wir Wähler hätten die Macht, ihnen Gewissensbisse zu bereiten! Wenn der eigene Abgeordnete nicht "spurt", konsequent abwählen! Der Abgeordnete muss begreifen, dass der Wähler seine einzig legitime Lobby zu sein hat!
Bitte achten Sie auf Ihren Tonfall und verzichten Sie auf die Provokation anderer User. Danke, die Redaktion/mk
Es kann mir doch keiner erzählen, daß es in Deutschland nicht möglich sein sollte, 299 unabhängige Bürger in den Wahlkreisen aufzustellen und mit Erststimme zu wählen. Die Listen wären endlich gezwungen ihre Politik bürgernäher zu gestalten.
Aber dafür müsste man selbst den Hintern hoch bekommen. Das ist sicherlich viel anstrengender als daheim auf eine 2/3-Mehrheit zu warten, die so nie zu Stande kommen wird.
Schließlich gibt es noch die Möglichkeit zu Demonstrationen. Immerhin haben die Stuttgarter gezeigt, wie man das macht.
Sicherlich, niemand hat uns zum Euro befragt. Aber Pläne über eine einheitliche europäische Währung gab es seit 1990, und sie wurden in den Medien ständig erörtert.
Aber wo waren die Demonstrationen? Ich kann mich an KEINE gegen den Euro in diesen 10 Jahren erinnern, geschweige denn irgendwelche namhaften Bürgerinitiativem.
Ihr hattet 10 Jahre gehabt, Euch gegen den Euro zu organisieren! Wo wahrt Ihr?
Sie schreiben: "Wir müssen endlich mehr Demokratie in diesem Land haben und einfordern. Wir müssen endlich unser GG so umgestalten, dass Bürgerentscheide möglich werden."
Sie meinen, Bürgerentscheide würden immer so ausfallen, wie Sie es sich vorstellen? Auch da entscheidet die Mehrheit - genau wie sonst bei Wahlen. Und die "Mehrheit" bei Bürgerentscheiden ist meist noch sehr viel kleiner als die "Mehrheit" bei Wahlen. Fragen Sie mal die Raucher in Bayern.
/Zitat Wikipedia
Am 4. Juli 2010 entschieden die Bürger in Bayern über das neue Gesetz. Eine Mehrheit von 61,0 % (bei einer Wahlbeteiligung von 37,7 %) votierte für den „echten Nichtraucherschutz“.
Zitat/
Eine "Mehrheit" von 61 % von 37,7% hat entschieden!
Fakt ist: Wir sind im Alltag als Einzelmenschen ohnmächtig, denn wir sind auf Gemeinschaft mit anderen angelegt und von anderen abhängig - von Geburt an. Daran sind weder Politiker noch Wirtschaftsbosse noch Hinz noch Kunz schuld, das ist einfach die condition humaine: es ist halt so und nicht zu ändern.
Wenn wir uns allerdings nicht allmählich wieder besinnen und mit unserer Demokratie, mit Politikern und Politik nicht wieder etwas sorgsamer umgehen, könnten wir sehr schnell auch die Mitwirkungsmöglichkeiten verlieren, die wir haben, Ich habe den Eindruck, allzu vielen würde erst dann klar, was dabei verloren ging. Nur dann wäre es zu spät.
PS: Ich bin für Bürgerbegehren nach bayerischem Muster.
nachlesen (Wäre sicher auch was für den Herrn Biermann):
Wie die deutsche Internet-Kinderpornosperre zustande kam – und zugrunde ging
Geschrieben von einem geschassten Informatiker, der dabei war.
Ansonsten meinen herzlichen Dank an Herrn Faigle für seinen "Besuchsbericht" und ich bin ganz sicher - hätte er mich besucht, wäre das Ergebnis nicht anders ausgefallen als bei Herrn M.
Die Frage wäre nun, was hat Herr Faigle daraus gelernt, was sollen und können die Medien daraus lernen und "mit nehmen"?
Am Besten, bevor wieder ein neuer Bericht über die "Vorzüge der Riesterrente" kommt oder über das "ausgeglichene Sparpaket" von schwarz-gelb ;-)
Vielen Dank, Herr Faigle: Super Idee und Umsetzung!!
Ohnmacht? Gar nichts tun können, als delegieren? Sicher ist die empfundene Ohnmacht real - aber ist sie gemessen an den tatsächlichen Beteiligungsmöglichkeiten gerechtfertigt?
Wir können unsere lokal, regional, landesweit und bundesweit agierenden Politiker anspitzen und drängen, in unserem Sinne zu entscheiden! Als Einzelner, als Gruppe, als Interessengruppe, als Verein, ... Wenn man sich als Einzelner machtlos vorkommt, dann kann man sich eine geeignete Interessengruppe suchen oder selbst eine gründen. Mitglieder finden sich in den meisten Fällen, wenn das Problem mehrere sehen. Pressearbeit und Einbindung/Beeinflussung von Politikern verschiedener Parteien ist möglich. Das meine ich durchaus auch positiv. Politiker haben sehr viel zu entscheiden - müssen in vielen Dingen Experte sein. Dabei können sie kompetente und aufrichtige, sachorientierte Unterstützung durch ihre Wähler zuweilen sehr gut brauchen. Und das IST möglich und funktioniert - habe ich selbst mehrmals erlebt/mitgemacht.
Nur einen Bürgerentscheid oder Direktdemokratie einzufordern, bleibt weit hinter den Bedürfnissen und Möglichkeiten zurück, die wir als Gesellschaft heute haben. Beide würden die Massen zu wenigen Wahlterminen treiben; die "richtigen" Fragen zu formulieren, ist sehr diffizil, ungünstige Fragestellungen entwerten den ganzen Entscheid. Werbung vorab kann das Urteilsvermögen des Einzelnen trüben. Man kann nicht allzu viele Entscheide innerhalb eines Jahres durchführen - tatsächlich gibt es aber viel mehr zu entscheiden und kritisieren.
Ich weiss nicht, ob unsere Politiker heute unfähiger oder fähiger sind, als früher. In jedem Fall haben sie m. E. heute in einer komplexeren Welt über deutlich mehr und unterschiedlichere Dinge zu entscheiden und in dieser Situation kompetent zu lenken, als früher. Dabei hat jeder heute viel mehr Möglichkeiten, die Entscheidungswege und Argumente der Politiker nachzuvollziehen und zu begleiten, als früher. Man bekommt Fehler mit, beobachtet, kritisiert - man kriegt schlechte Laune und schimpft - man wirft das Handtuch hin und fühlt sich ohnmächtig! Warum? Wir HABEN deutlich mehr Möglichkeiten, uns zu engagieren, als nur alle vier Jahre Kreuze auf dem Wahlzettel zu machen. Klar: Der Einzelne kann nicht das Ruder herumreissen und im Minutentakt Entscheidungen von BRD-weiter Bedeutung treffen. Wollen wir das denn überhaupt? Ist das ein Grund, sich ohnmächtig zu fühlen? Nein.
Wir können ein Stein sein, der zwei oder zehn oder hundert Steine anstösst - je nachdem wie kompetent wir in der Sache sind und auch wie geschickt wir im Themen und Meinungen setzen sind. Das kann dann - auch je nachdem, wie sehr unsere Mitmenschen das wichtig finden - kleine, keine oder auch ab und an grosse Veränderungen bewirken!
Ich sage nicht, dass mich das zufrieden stellt. Es ist aber mehr als gar nichts.
Eine wichtige Aufgabe ist m. E. die Umgestaltung wichtiger politischer Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesse dahingehend, dass mehr dokumentierte und kommentierte Beteiligung des Einzelnen integriert wird - bei der auch zusammenfassend dokumentiert wird, welche Anregungen aus der Beteiligung welchen Einfluss auf die Entscheidungsfindung gehabt haben.
Wir brauchen eine hochqualitative Debatte um eine Erneuerung/Reformierung unseres politischen Systems -> allein weil viele unzufrieden sind.
Resultiert die Unzufriedenheit eigentlich nur aus der Qualität des politischen Systems und der Politik derzeit - oder vielleicht auch aus der Situation, in der wir uns alle befinden, dass es angesichts vieler drängender Probleme in Deutschland und auf der Welt (die oft eng vernetzt sind) immer schwieriger wird, gute Entscheidungen zu treffen? Und brauchen wir angesichts dieser Situation nicht drängender denn je, ein weithin akzeptiertes politisches, demokratisches System, in dem auch für viele mit Einschnitten verbundene Entscheidungen weithin akzeptiert werden können?
mir geht es irgendwie recht ähnlich. Ich fass das mal so zusammen: Es fehlt das verantwortungsvolle Handeln der Manager, Banker und Politiker, was bei einem selber anfängt. Für die Euro-Rettung sind Milliarden da, da und bei 5 Euro für die Hartzer wird monatelang gezankt. usw usf....
...sonst wäre Herr Faigle ins Stottern gekommen. Die Spaltung der Gesellschaft scheint heute selbstverständlich. Und wenn sich mal ein "Gewinner" der Entwicklung in die Parallelwelt von "Verlierern" begibt, ist es eine Ausnahme.
Hier und heute wird einfach hingenommen, dass Unschuldige für immer als Mindermenschen gelten sollen :
Hartz-IV-Menschen inklusive Sippenhaft für Kinder und Angehörige
Würde sich eine solch extreme Diskriminierung / Entrechtung und Verarmung auf eine andere Gruppe beziehen, z. B. die Roma und Sinti - nur dann würden dies Journalisten /Lobbyisten nicht akzeptieren.
Dabei wäre das Geld für mehr Arbeitsstellen, Sozial- und Bildungsausgaben vorhanden. Nur wird es den Privilegierten nachgeworfen, die es dann nochmal in den Sand setzen dürfen. Für Fehlentscheidungen bzgl. Euro, EU und extrem teure Prestigebauten. Für Schulen und Kindergärten und mehr Lohn für die wahren Leistungsträger sei angeblich aber nie Geld da.
Und am meisten schmerzen offensichtliche Lügen. Noch vor 10 Jahren hätte man das nie in Deutschland erwartet, auch wenn schon damals die Arbeitslosenstatistik nicht ganz real war. Inzwischen hat sich die Arbeitswelt zu einer einzigen Erpressung verwandelt.
Freut mich natürlich, dass Herr Faigle das nicht kennt in seinem Turm. Politiker allerdings sollten wirklich auch auf dem Boden landen können, wenn sie komplett versagen: ihre eigenen Rezepte mal ausprobieren.
Entweder Leistungsgesellschaft oder Feudalismus!
die Unternehmen aus dem Nichts heraus aufbauen, Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen und von vielen wohlmeinenden Zeitgenossen dafür gescholten werden, Unternehmer zu sein. Bitte nicht vergessen: auch große Arbeitgeber fingen einmal klein an.
Die Rahmenbedingungen für Menschen, die in diesem Land etwas bewegen wollen und eben nicht herummaunzen, sind nicht gerade großartig. Aber es geht.
Erst neulich begegnete ich einem Unternehmer, der aus dem Nichts heraus, vor fünfzehn Jahren mit einem Bankkredit von 40.000 Euro ein Unternehmen gründete, das heute 800 Mitarbeiter beschäftigt. Man sieht es geht, auch jenseits der New Economy.
...sonst wäre Herr Faigle ins Stottern gekommen. Die Spaltung der Gesellschaft scheint heute selbstverständlich. Und wenn sich mal ein "Gewinner" der Entwicklung in die Parallelwelt von "Verlierern" begibt, ist es eine Ausnahme.
Hier und heute wird einfach hingenommen, dass Unschuldige für immer als Mindermenschen gelten sollen :
Hartz-IV-Menschen inklusive Sippenhaft für Kinder und Angehörige
Würde sich eine solch extreme Diskriminierung / Entrechtung und Verarmung auf eine andere Gruppe beziehen, z. B. die Roma und Sinti - nur dann würden dies Journalisten /Lobbyisten nicht akzeptieren.
Dabei wäre das Geld für mehr Arbeitsstellen, Sozial- und Bildungsausgaben vorhanden. Nur wird es den Privilegierten nachgeworfen, die es dann nochmal in den Sand setzen dürfen. Für Fehlentscheidungen bzgl. Euro, EU und extrem teure Prestigebauten. Für Schulen und Kindergärten und mehr Lohn für die wahren Leistungsträger sei angeblich aber nie Geld da.
Und am meisten schmerzen offensichtliche Lügen. Noch vor 10 Jahren hätte man das nie in Deutschland erwartet, auch wenn schon damals die Arbeitslosenstatistik nicht ganz real war. Inzwischen hat sich die Arbeitswelt zu einer einzigen Erpressung verwandelt.
Freut mich natürlich, dass Herr Faigle das nicht kennt in seinem Turm. Politiker allerdings sollten wirklich auch auf dem Boden landen können, wenn sie komplett versagen: ihre eigenen Rezepte mal ausprobieren.
Entweder Leistungsgesellschaft oder Feudalismus!
die Unternehmen aus dem Nichts heraus aufbauen, Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen und von vielen wohlmeinenden Zeitgenossen dafür gescholten werden, Unternehmer zu sein. Bitte nicht vergessen: auch große Arbeitgeber fingen einmal klein an.
Die Rahmenbedingungen für Menschen, die in diesem Land etwas bewegen wollen und eben nicht herummaunzen, sind nicht gerade großartig. Aber es geht.
Erst neulich begegnete ich einem Unternehmer, der aus dem Nichts heraus, vor fünfzehn Jahren mit einem Bankkredit von 40.000 Euro ein Unternehmen gründete, das heute 800 Mitarbeiter beschäftigt. Man sieht es geht, auch jenseits der New Economy.
Dieser Artikel über "Ohnmacht" im eigenen Land ist ein beeindruckendes Beispiel, dass auf erheblich mehr Missstände angewandt werden kann.
Für die Wahrheit, - mein Kompliment.
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