Schuldenkrise Prinzip Hoffnung für den Euro
Der Zentralbank blieb keine Wahl, als italienische und spanische Anleihen zu kaufen, um die Märkte zu beruhigen. Dennoch steht Europas Währung auf der Kippe.
© John Thys/AFP/Getty Images

Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank, nach dem europäischen Krisengipfel am 21. Juli 2011
Zwei bis fünf Milliarden Euro soll die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag ausgegeben haben, um italienische und spanische Anleihen zu kaufen, berichten Börsenhändler. Das ist viel Geld, und es hat zumindest vorübergehend geholfen. Die Kurse der Krisenanleihen stabilisierten sich.
Aber die Verschnaufpausen werden immer kürzer. Auch dem Milliarden-Eingriff der EZB könnte nur vorübergehender Erfolg beschieden sein. Nervöse Anleger brauchen klare politische Botschaften, doch in Europa hält die Auseinandersetzung über das weitere Vorgehen in der Krise an. Dabei hatten die Mächtigen der Welt noch am Sonntagabend versucht, Einigkeit zu demonstrieren: Die Finanzminister und Notenbankchefs der G20-Staaten versprachen, alles Nötige zu tun, um Stabilität und Wirtschaftswachstum zu gewährleisten.
Doch schon einen Tag später flackerte der alte Streit der Europäer wieder auf. Deutschland sah sich genötigt, zu betonen, der Rettungsfonds EFSF werde die von der EZB gekauften Papiere keinesfalls zu einem späteren Zeitpunkt übernehmen, und die vom Fonds bereitgestellte Summe werde auch nicht erhöht. Das ist – erneut – ein klarer Widerspruch zur Position des EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso und des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Ökonomen berechneten derweil, dass der EFSF auf mindestens 1,5 Billionen Euro wachsen müsse. Skeptiker rechnen gar mit einer Summe von 3,5 Billionen Euro, die nötig sei, um im Notfall auch Italien und Spanien zu retten. Zum Vergleich: Bislang verfügt der Fonds über 750 Milliarden, und er kann nur 440 Milliarden Euro verleihen. Fast 200 Milliarden davon hat er schon ausgegeben. Italien steht aber mit 1,8 Billionen Euro in der Kreide.
Die Zahlen zeigen: Die EZB kann die Krise nicht alleine bekämpfen. Es wäre auch nicht wünschenswert, ihr die Rolle des Nothelfers ganz zu überlassen, denn ihre Anleihekäufe bereiten den Boden für eine höhere Inflation. Überdies gehört es nicht zu ihren Aufgaben, hoch verschuldete Staaten zu unterstützen. Sie tut es trotzdem, weil die Politik in der Krise nicht schnell genug agiert.
Wenn die Europäer die Krise eindämmen wollen, müssen sie den Anlegern zwei Botschaften glaubhaft vermitteln: Die Schuldner müssten willens und in der Lage sein, ihre Finanzen wieder in den Griff zu bekommen. Weil die Sanierung der öffentlichen Haushalte aber lange braucht, müssten die Retter unzweifelhaft klar machen, dass sie bereit sind, alles zu tun, die Schuldenstaaten in der Zwischenzeit zu schützen. Je länger diese Krise anhält, desto schwieriger wird es, die Märkte von beidem zu überzeugen.
- Datum 08.08.2011 - 18:24 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Was heißt hier der EZB blieb keine andere Wahl? Die Zinsen der Länder die in der Vergangenheit massiv gesündigt haben werden jetzt auf unsere Kosten von der EZB künstlich niedrig gehalten. Der Sparwille dieser Länder ist letztendlich zweifelhaft, z.B. will Italien erst 2013 damit beginnen seine Schulden zu reduzieren. So geht das nicht Herr Trichet und Frau Merkel nickt auf unsere Kosten alles ab. So werden wir keine Lösung für den Euro finden.
"Die Zinsen der Länder die in der Vergangenheit massiv gesündigt haben werden jetzt auf unsere Kosten von der EZB künstlich niedrig gehalten."
Auf unsere Kosten? Die EZB druckt das Geld und solange die Inflation niedrig bleibt, das Geld also primär an die Börse fliesst, kostet uns das gar nichts. Nachhaltig ist anders, aber ein Aufkaufprogramm der EZB ist zumindest eine der weniger schlechten Alternativen.
Denn anderenfalls würden die Zinsen explodieren und wir dürften wieder staatliche Rettungspakete auflegen, bezahlt aus Steuergeldern und unsere Verschuldung hochtreibend. Wäre dir das lieber?
"Der Sparwille dieser Länder ist letztendlich zweifelhaft"
Gott sei Dank, es gibt keinen Grund, warum noch mehr Länder dem Rezessionskurs von Griechenland folgen sollten. Mittlerweile sollte wirklich jeder kapiert haben, dass DAS keine Lösung ist sondern das Ende nur beschleunigt.
Mir soll es natürlich recht sein, ich wäre froh der Euro wäre verschwunden. Nur um die Ofer, die auf dem langen, dummen und schmerzhaften Rezessionweg entstehen, tut es mir leid.
Aus diesem Chaos kann man sich nicht heraussparen - Griechenland sei ein abschreckendes Beispiel.
Man kann sich entweder herausproduzieren oder es kommt zu einem Währungsschnitt a la 1948.
...gefallen: "Der Schaden, den das EZB-Direktorium mit seinem Einlenken anrichtet, ist nicht zu verniedlichen. Das wichtigste Kapital der EZB ist nämlich das mühsam erarbeitete Vertrauen in ihre Stabilitätspolitik. Indem sie nur schon in Verdacht gerät, ihre Geldpresse in den Dienst von Staaten mit Fiskalproblemen zu stellen, verliert die EZB ihre Unschuld und politische Unabhängigkeit. Die EZB sollte sich deshalb viel dezidierter dagegen wehren, von der Politik dazu missbraucht zu werden, die Probleme insolventer Staaten zu kaschieren oder zu lösen. Ihre geldpolitische Funktion gehört dringend von fiskalpolitischen Zielen europäischer Politiker separiert. Staatsanleihen von Problemstaaten sind kein Fall für die Geldpresse und deshalb auch nicht für die EZB", meint die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG.
"Die Zinsen der Länder die in der Vergangenheit massiv gesündigt haben werden jetzt auf unsere Kosten von der EZB künstlich niedrig gehalten."
Auf unsere Kosten? Die EZB druckt das Geld und solange die Inflation niedrig bleibt, das Geld also primär an die Börse fliesst, kostet uns das gar nichts. Nachhaltig ist anders, aber ein Aufkaufprogramm der EZB ist zumindest eine der weniger schlechten Alternativen.
Denn anderenfalls würden die Zinsen explodieren und wir dürften wieder staatliche Rettungspakete auflegen, bezahlt aus Steuergeldern und unsere Verschuldung hochtreibend. Wäre dir das lieber?
"Der Sparwille dieser Länder ist letztendlich zweifelhaft"
Gott sei Dank, es gibt keinen Grund, warum noch mehr Länder dem Rezessionskurs von Griechenland folgen sollten. Mittlerweile sollte wirklich jeder kapiert haben, dass DAS keine Lösung ist sondern das Ende nur beschleunigt.
Mir soll es natürlich recht sein, ich wäre froh der Euro wäre verschwunden. Nur um die Ofer, die auf dem langen, dummen und schmerzhaften Rezessionweg entstehen, tut es mir leid.
Aus diesem Chaos kann man sich nicht heraussparen - Griechenland sei ein abschreckendes Beispiel.
Man kann sich entweder herausproduzieren oder es kommt zu einem Währungsschnitt a la 1948.
...gefallen: "Der Schaden, den das EZB-Direktorium mit seinem Einlenken anrichtet, ist nicht zu verniedlichen. Das wichtigste Kapital der EZB ist nämlich das mühsam erarbeitete Vertrauen in ihre Stabilitätspolitik. Indem sie nur schon in Verdacht gerät, ihre Geldpresse in den Dienst von Staaten mit Fiskalproblemen zu stellen, verliert die EZB ihre Unschuld und politische Unabhängigkeit. Die EZB sollte sich deshalb viel dezidierter dagegen wehren, von der Politik dazu missbraucht zu werden, die Probleme insolventer Staaten zu kaschieren oder zu lösen. Ihre geldpolitische Funktion gehört dringend von fiskalpolitischen Zielen europäischer Politiker separiert. Staatsanleihen von Problemstaaten sind kein Fall für die Geldpresse und deshalb auch nicht für die EZB", meint die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG.
Das Prinzip Hoffnung wäre, wenn die [...] deutschen Politiker doch noch Zweifel an unseren feinen südlichen Freunden bekommen, die ganz selbstlos für einen unbegrenzten Rettungsschirm votieren.
Die EZB selber ist fertig und ist wie Flasche leer. Was für ein armseliger, politisch gesteuerter Haufen von Finanzopportunisten!
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke. Die Redaktion/vn
...EFSF werde die von der EZB gekauften Papiere keinesfalls zu einem späteren Zeitpunkt übernehmen, und die vom Fonds bereitgestellte Summe werde auch nicht erhöht."
Das scheint wie mit einer Spritzpistole zum Waldbrand zu gehen. Aber Deutschland hofft wieder darauf von den Ausgaben Anderer auf die billige gerettet zu werden. So war das in der Finanzkrise, Afghanistan oder am Horn von Afrika.
...EFSF werde die von der EZB gekauften Papiere keinesfalls zu einem späteren Zeitpunkt übernehmen, und die vom Fonds bereitgestellte Summe werde auch nicht erhöht."
Das scheint wie mit einer Spritzpistole zum Waldbrand zu gehen. Aber Deutschland hofft wieder darauf von den Ausgaben Anderer auf die billige gerettet zu werden. So war das in der Finanzkrise, Afghanistan oder am Horn von Afrika.
Eine Lösung gibt es nicht, denn die enormen Schuldenberge offizielle 10 billionen in der Eurozone, können nie mit etwas sparen bezahlt werden. Der Schirm bäuchte nun dieselbe Summe, denn die EZB-Müllbank kauft ungeniert alles auf, und mutiert zur größten Bad-Bank der Welt. Das Risiko allerdings wird elegant auf die Bürger abgewälzt. [...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke. Die Redaktion/vn
...wenn die EZB aufkauft, dann ist das gleichbedeutend mit *Geld drucken*, klar dass das Inflationsparanoia unter den einflussreichen Besitzständlern auslöst. Die USA machen das zwar seit Jahrzehnten, aber in der EU ist das *no go*.
... dann spielt es sowieso keine Rolle mehr, dass die EZB dauernd ihr Mandat verletzt. Aber Italien hat den drittgrößten Schuldenberg der Welt -- das kann die EZB sowieso nie verkraften. Und selbst wenn die Griechen alles verkauften, was sie besitzen, denn wären sie immer noch nicht in der Lage, ihre riesigen Schulden zu bedienen. Die Gefahr für Deutschland ist, dass es sich selbst immer mehr durch diese Rettungen verschuldet.
Vielleicht sollte man für diese Rettungen Sondersteuern einführen, damit auch jeder mitkriegt, was uns das alles eigentlich kostet.
Entfernt. Der Kommentar, auf den Sie sich kritisch beziehen, wurde mittlerweile gekürzt. Bitte beachten Sie auch die Möglichkeit, Kommentare als bedenklich zu melden. Des Weiteren können Sie Kritik an der Moderation gerne an community@zeit.de richten. Danke. Die Redaktion/vn
...wenn die EZB aufkauft, dann ist das gleichbedeutend mit *Geld drucken*, klar dass das Inflationsparanoia unter den einflussreichen Besitzständlern auslöst. Die USA machen das zwar seit Jahrzehnten, aber in der EU ist das *no go*.
... dann spielt es sowieso keine Rolle mehr, dass die EZB dauernd ihr Mandat verletzt. Aber Italien hat den drittgrößten Schuldenberg der Welt -- das kann die EZB sowieso nie verkraften. Und selbst wenn die Griechen alles verkauften, was sie besitzen, denn wären sie immer noch nicht in der Lage, ihre riesigen Schulden zu bedienen. Die Gefahr für Deutschland ist, dass es sich selbst immer mehr durch diese Rettungen verschuldet.
Vielleicht sollte man für diese Rettungen Sondersteuern einführen, damit auch jeder mitkriegt, was uns das alles eigentlich kostet.
Entfernt. Der Kommentar, auf den Sie sich kritisch beziehen, wurde mittlerweile gekürzt. Bitte beachten Sie auch die Möglichkeit, Kommentare als bedenklich zu melden. Des Weiteren können Sie Kritik an der Moderation gerne an community@zeit.de richten. Danke. Die Redaktion/vn
das prinzip hoffnung > http://www.youtube.com/wa...
Wenn ein Unternehmen in Schwierigkeiten gerät, ist es auch nicht das Sinnvollste, sofort den Geldhahn zuzudrehen. Dasselbe gilt bei Privatpersonen. Doch eines ist klar: wenn ein Unternehmen oder eine Privatperson so weit kommt, dann schreibt ihm die Bank sehr viel vor. Wofür noch Geld ausgegeben werden kann, Dividendenausschüttungen sind zu vergessen, das Gehalt der obersten Etage muss nach unten angepasst werden ... Nach diesen Prinzipien hat auch der IWF in der Vergangenheit Rosskuren durchgezogen.
Doch was passiert mit den Grossschuldnern in Europa? Dem Trauerspiel der griechischen Opposition wurde geduldig zugeschaut. Es wird akzeptiert, dass Italiens Parlamentarier, die bestbezahlten Europas, allenfalls gedenken, 2013, so sie noch gewählt sind, über eine eventuelle Kürzung ihrer Gehälter eine Studie in Auftrag zu geben ...
Was mehr stört als nur die Tatsache, dass diese Länder Kredite bekommen, ist, dass sie bedingungslose Kredite bekommen.
"Was mehr stört als nur die Tatsache, dass diese Länder Kredite bekommen, ist, dass sie bedingungslose Kredite bekommen."
...noch ist die letzte große nationale Souveränität, die Kontrolle der Steuern usw. nicht komplett in der EU. Ich bin froh darum. Auch deswegen, weil die EU-Oberen unwissend sind und weil Griechenland kein Vorbild sein kann, mit *sparen* saniert man gar nichts, man ruiniert. Wer es nicht glaubt soll sich mal die aktuellen Wirtschaftsdaten von dort anschauen:
http://www.querschuesse.d...
übrigens sind auch die Steuereinahmen massiv eingebrochen...
"Was mehr stört als nur die Tatsache, dass diese Länder Kredite bekommen, ist, dass sie bedingungslose Kredite bekommen."
...noch ist die letzte große nationale Souveränität, die Kontrolle der Steuern usw. nicht komplett in der EU. Ich bin froh darum. Auch deswegen, weil die EU-Oberen unwissend sind und weil Griechenland kein Vorbild sein kann, mit *sparen* saniert man gar nichts, man ruiniert. Wer es nicht glaubt soll sich mal die aktuellen Wirtschaftsdaten von dort anschauen:
http://www.querschuesse.d...
übrigens sind auch die Steuereinahmen massiv eingebrochen...
die "sorgenkinder des euro" haben (spaetestens) seit der euro-einfuehrung zu den gleichen konditionen geld bekommen wie deutschland.
welche tiefgreifende sicherheit hat die maerkte damals (bis fast "heute") davon ueberzeugt das diese staaten zu solchen konditionen kreditwurdig sind?
http://www.jjahnke.net/ru...
das "die maerkte" diesbezueglich auf die europaeische solidaritaet ausserhalb der damals bekannten rahmenbedingungen gesetzt haben, ist doch die einzige erklaerung?
.... wo sind die Denker eines neuen Europas......
.... der Turbokapitalismus ist am Ende nur keiner will es wahrhaben... Sommerdenkloch....und die Regierenden machen Urlaub.....
Frankreich steht vor dem Verlust seines AAA-Raings
http://www.handelsblatt.c...
Langsam müsste den Eurofetischisten der ZEIT doch auch klar werden, dass wir einen Ausstieg aus der Währung brauchen. Sobald Frankreich fällt, wird Deutschland der nächste Kandidat sein. Und die EU Propaganda der ZEIT wird dafür mitverantwortlich sein.
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