Japans Atomlobby Wenn Aufseher zu Anstiftern werden
Japans Atomaufsicht hat versucht, die Stimmung im Volk zugunsten der Kernkraft zu manipulieren. Dieser Vorgang erschüttert Japan in seinen Grundfesten.
© Kim Kyung-Hoon/Reuters

Atomkraftgegner vor der Zentrale des japanischen Energiekonzerns Tepco in Tokyo
Die Meinung war schon vordiktiert. "Lasst uns das negative Image der Nuklearenergie auslöschen", lautete etwa die Vorgabe für einen Wortbeitrag. In einem anderen Fall kam die Anweisung verschleiert. Man solle bitte auf dem Symposium zur Atomkraft eine "kreative Debatte" entfachen. Gemeint war offenbar: die Atomkraft vehement verteidigen.
Denn tatsächlich, so kommt nun ans Tageslicht, stecken hinter diesen Vorgängen perfide Manipulationsversuche von Japans Atomkonzernen, die versucht haben, die Meinung in Japan zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Was die japanische Bevölkerung aber am meisten erschreckt: Mittlerweile deutet immer mehr darauf hin, dass die Atomaufsichtsbehörde dabei nicht nur mit den Konzernen unter einer Decke steckte – sie war sogar die treibende Kraft.
Der in Japan viel kritisierte Kurs von Premier Naoto Kan, langfristig aus der Atomenergie auszusteigen, dürfte damit neue Anhänger finden. Selbst so konservative und atomkraftfreundliche Massenblätter wie die Yomiuri sehen sich mittlerweile veranlasst, den Skandal mehrfach auf die Titelseiten zu heben.
Grund dafür sind Belege, dass die Nuklear- und Industriesicherheitsagentur, die dem Wirtschaftsministerium untersteht, versteckt auf die Energiekonzerne eingewirkt hat, ihre Mitarbeiter auf Veranstaltungen zur Kernkraft zu schicken. Dort sollten diese unter Verschleierung ihrer wahren Identität für die Kernenergie eintreten und insbesondere die gefährlichen Meiler, die sowohl Plutonium wie auch Uran verwenden, in ein positives Licht rücken. Dies geschah in vielen Fällen.
Premier Naoto Kan, der eine von Wirtschaftsinteressen unabhängige Aufsichtsbehörde schaffen will, musste sich herbe Kritik von Wirtschaftsminister Banri Kaieda anhören, als er eine Trennung von Atomaufsicht und Wirtschaftsministerium vorschlug. Kaieda, ein Befürworter der Kernenergie, spricht nun mittlerweile selbst von einer "schwierigen Situation."
Das ist weit untertrieben. Der Vorgang erschüttert Japan in seinen Grundfesten und verstärkt das Misstrauen der Bürger in die öffentlichen Institutionen. Den Stein ins Rollen brachten Berichte über einen ähnlichen Vorgang bei Kyushu Electric, einem der elf Energiemonopolisten.
Das Unternehmen, zuständig für die Versorgung der südlichsten der vier Hauptinseln Japans, hatte Ende Juni einige Mitarbeiter aufgefordert, E-Mails an eine live gesendete TV-Show zu schicken, in der die Kernkraft diskutiert wurde. Natürlich sprachen sich alle Absender für die Sicherheit der Kraftwerke aus. Zudem gaben sich einige der Mitarbeiter als Bewohner der betroffenen Gebiete aus.
Nachdem dies bekannt wurde, mussten andere Energieversorger überprüfen, ob es ähnliche Vorfälle bei ihnen gegeben hatte. Und siehe da: Sie legten Berichte vor, wonach 2007 Chubu Electric und 2006 Shikoku Electric versucht hatten, die öffentliche Meinung auf Symposien zu lenken und sicherzustellen, dass Kernkraftgegner nicht in der Mehrzahl waren. In beiden Fällen heißt es zudem, dass der Auftrag aus dem Wirtschaftsministerium kam, von der Atomaufsichtsbehörde.
- Datum 02.08.2011 - 16:47 Uhr
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- Quelle Handelsblatt
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..."Demokratie" und Gier nicht nur in Russland, sondern auch im Westen und Osten. Mehr fällt mir dazu nicht mehr ein, ja es erschüttert kaum noch, man erwartet sowas regelrecht und ist zufrieden, wenn gelegentlich mal ein kleiner Teil davon aufgedeckt wird. Auch wenn man immer wieder als VTler/in diffamiert wird.
richtig, und warum das alles? Die Macht liegt in den falschen Händen. Nämlich in denen derjenigen, die den Hals nicht vollkriegen.
richtig, und warum das alles? Die Macht liegt in den falschen Händen. Nämlich in denen derjenigen, die den Hals nicht vollkriegen.
dass alles, wirklich alles irgendwann herauskommt! Egal ob gefälschte Begründungen für völkerrechtswidrige Kriege (Irak), Bestechungsgelder, Medienmanipulation oder gefälschte Prüfberichte! Doch, hüten wir uns davor, allzu vorschnell mit dem Finger auf Japan zu zeigen: Auch, wenn es ein bisschen weh tun mag: Kehren wir vor unserer eigenen Tür! Konsequent wäre zum Beispiel von Parteien wie den GRÜNEN, derartige Spenden von Energieunternehmen hierzulande einfach zurückzusenden, deren Manöver sind doch zu durchsichtig! Und: Auch hier gibt es derartige Machenschaften, wie z. B. Rezensionen von Büchern auf AMAZON unter falscher Fahne, manipulierte Blogeinträge und gefälschte "Testimonials" zu Produkten ("Ich esse Activia, weil...!"). Alsdann: Glauben wir nicht alles, was wir sehen und lesen! Journalisten: Haltet die Fahne sauberer Recherche hoch (trotz der Einsparungen der Verlage)! Und wünschen wir den Menschen, die derartige Machenschaften mitbekommen, bzw. die man zur Mitwirkung daran animiert, das richtige Maß an Zivilcourage, denn jedes System lebt von seinen Mitläufern, die nicht rechtzeitig "STOPP!" gesagt haben - das haben wir hier in Deutschland doch nun wirklich schmerzhaft erfahren müssen - lernen wir daraus! Das erfordert manchmal ein gewisses Stehvermögen, ja manchmal auch persönlichen Verzicht (Karriere, etc.), aber es gibt immer eine "saubere" Alternative!
wirklich jemanden wundern, oder? Ich sehe da keinen großen Unterschied zu Deutschland, wo die Energiemonopole ebenfalls immer betont haben, Atomkraft sei sicher, wo ebenfalls Störfälle verschwiegen wurden und erst bestätigt wurden, wenn jemand sie aufgedeckt hatte, und wo die Energieunternehmen Lobbyisten damit beauftragen, für sie tätig zu werden - im Sinne ihrer Gewinne, versteht sich. Auch für Erpressung und Nötigung sind sie sich nicht zu schade - siehe die andauernde Androhung des Verlustes von Arbeitsplätzen und die Einschwörung der Politiker auf monopolartige Strukturen - Desertec u.a.
Im Lande des Lächelns bedeuten allerdings Auseinandersetzungen, wie man sie z.B. auf yt sehen kann, mit offenen Worten und eben nicht blumigen Verschleierungen und Verbeugungen, daß die japanische Volksseele offenbar kocht und sich ein neues Verständnis von demokratischen Strukturen breitmacht. Die bis jetzt so geschönte japanische Höflichkeit beginnt zu verfliegen - allein das ein Beweis, daß die Menschen sich nicht mehr beschwichtigen lassen wollen.
oder irre ich mich?
irren sich - ich möchte nicht wissen, wieviel bezahlte Schreiber die Atomlobby beschäftigt.
irren sich - ich möchte nicht wissen, wieviel bezahlte Schreiber die Atomlobby beschäftigt.
schon herzlichst unheimlich werden! :o
Noch besser kann man gar nicht herausstreichen, dass einem alles außer schnellem Geld völlig egal ist.
Bewohnbare Umwelt, Sicherheit der Bevölkerung, Nachhaltigkeit, Zukunftssicherheit und Umweltschutz - alles überflüssiger Tinnef.
wenn sie diese Welt verbraucht haben, kaufen sie sich eine neue - und oft genug gibt es ja auch Plätzchen auf dieser Erde, auf dem sie sich dann niederlassen und in Freuden leben können - sofern man diese Freuden mit Geld gleichsetzt.
Wie üblich halte ich es mit Max Liebermann.
wenn sie diese Welt verbraucht haben, kaufen sie sich eine neue - und oft genug gibt es ja auch Plätzchen auf dieser Erde, auf dem sie sich dann niederlassen und in Freuden leben können - sofern man diese Freuden mit Geld gleichsetzt.
Wie üblich halte ich es mit Max Liebermann.
Auch in Deutschland wird mit dem Leben von Menschen gespielt:
http://www.tagesspiegel.d...
Wobei man als Berliner viele "Gerüchte" d. h. Aussagen von Insidern hört, dass diese Praxis eben doch von OBEN angeordnet wurde.
Warum sollten auch die Mitarbeiter systematisch Wartungsprotokolle fälschen, wenn Sie nicht dazu angehalten werden?
ja, daß mehr als 40 % des Personals entlassen wurden - zwecks Einsparungen. Den Effekt der Einsparungen hat man dann gesehen.
Vermutlich wäre es mal nötig, nicht nur in diesem Fall, kräftig auf den Putz zu hauen - selbst wenn man die Entlassung riskiert in diesen deutschen Landen; das beste Beispiel hat die Altenpflegerin gegeben, die bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegangen ist, weil sie für ihre Kritik an den Mißständen und deren Veröffentlichung entlassen wurde. Leider haben bundesdeutsche Gerichte diese Entlassung bestätigt - man fragt sich wirklich manchmal, wo wir eigentlich leben.
ja, daß mehr als 40 % des Personals entlassen wurden - zwecks Einsparungen. Den Effekt der Einsparungen hat man dann gesehen.
Vermutlich wäre es mal nötig, nicht nur in diesem Fall, kräftig auf den Putz zu hauen - selbst wenn man die Entlassung riskiert in diesen deutschen Landen; das beste Beispiel hat die Altenpflegerin gegeben, die bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegangen ist, weil sie für ihre Kritik an den Mißständen und deren Veröffentlichung entlassen wurde. Leider haben bundesdeutsche Gerichte diese Entlassung bestätigt - man fragt sich wirklich manchmal, wo wir eigentlich leben.
nun, warum nur überrascht dies niemanden ?
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