AmtsmissbrauchFranzösische Justiz ermittelt gegen IWF-Chefin

Christine Lagarde muss sich Vorermittlungen wegen Amtsmissbrauchs stellen. Ein französisches Gericht entschied, eine Entschädigungszahlung in Millionenhöhe zu prüfen. von dpa und AFP

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, muss sich in Frankreich Vorermittlungen wegen Amtsmissbrauchs stellen. Der französische Gerichtshof der Republik habe die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens angeordnet, sagte ein Sprecher. Es gehe in den Ermittlungen außerdem um Veruntreuung öffentlicher Gelder und Komplizenschaft.

Es geht um eine Entschädigungszahlung von 285 Millionen Euro plus Zinsen aus der Staatskasse an den Geschäftsmann Bernard Tapie, die Lagarde 2008 als französische Wirtschaftsministerin ermöglicht hatte. Die 55-Jährige, die beim IWF Nachfolgerin des wegen versuchter Vergewaltigung angeklagten Dominique Strauss-Kahn wurde, bestreitet jegliches Fehlverhalten.

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Ihre Funktion als IWF-Chefin sieht Lagarde durch die bevorstehenden Ermittlungen nicht beeinträchtigt. Ihr Anwalt sagte, das Verfahren werde sie "endgültig" von dem Verdacht reinwaschen, den "eine Handvoll Abgeordnete" gegen sie aufgebracht hätten.

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Leserkommentare
  1. Eine chinesische Weisheit besagt:

    "Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken".

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  2. 2. tja...

    für den IWF sind Korruption, Lug und Betrug ja hervorragende Eigenschaften, um nicht zu sagen zwingend erforderlich.

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    in transnationalen Stil.

    • JD
    • 04. August 2011 15:49 Uhr

    ... dreht sich das Politkarussell des Wahnsinns! Mehr ist dazu nicht zu sagen.

    8 Leserempfehlungen
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    Es würde schon etwas von Lächerlichkeit hergeben, wenn man Frau L. der Vergewaltigung eines Hotelboys bezichtigen würde.

    Schließlich sind wir "Männer" ja keine "Weich-Eier" und passen würde es ja auch nicht - ins maskuline Weltbild unserer Gesellschaft.

    Vielleicht wird sich das auch einmal ändern - der "Frauenquote" wegen!

    Wem soll man eigentlich noch "vertrauen"?

    Bis dahin begnügen wir uns mit dem, was uns zur Verfügung steht und Bestechung macht halt vor keinem Geschlecht halt und sei es "nur" mit irgendwelchen "Doktoren"-Titeln, die mal so nebenbei als Plagiate irgendwo auftauchen.
    Die "Dummheit" der "Doktor-Väter" kann wohl kaum den Ausschlag gegeben haben.

  3. Es würde schon etwas von Lächerlichkeit hergeben, wenn man Frau L. der Vergewaltigung eines Hotelboys bezichtigen würde.

    Schließlich sind wir "Männer" ja keine "Weich-Eier" und passen würde es ja auch nicht - ins maskuline Weltbild unserer Gesellschaft.

    Vielleicht wird sich das auch einmal ändern - der "Frauenquote" wegen!

    Wem soll man eigentlich noch "vertrauen"?

    Bis dahin begnügen wir uns mit dem, was uns zur Verfügung steht und Bestechung macht halt vor keinem Geschlecht halt und sei es "nur" mit irgendwelchen "Doktoren"-Titeln, die mal so nebenbei als Plagiate irgendwo auftauchen.
    Die "Dummheit" der "Doktor-Väter" kann wohl kaum den Ausschlag gegeben haben.

    Antwort auf "Und weiter..."
  4. in transnationalen Stil.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "tja..."
  5. … Ermittlungen gelten ja in Frankreich quasi als berufsbegleitende Maßnahme für Politiker und Funktionäre. Und offensichtlich ist es auch eine Voraussetzung, um sich für höhere Ämter in internationalen Gremien zu qualifizieren, siehe IWF und EZB.
    Vielleicht schauen in Frankreich aber auch nur die Ermittlungsrichter etwas genauer hin. Es wird schon seinen Grund gehabt haben, warum Sarkozy sich seine Variante der Lex Berlusconi zimmern wollte.

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    Sollten wir Franzosen wirklich so einen Abgrund an Korruption haben? Sollte unser Staatswesen wirklich so verfault sein, dass per se alle französischen Politiker korrupt sind? In Deutschland kommt so etwas natürlich nicht vor! Klar, Deutschland ist das Vorzeigeland Europas: Keine Staatsverschuldung, keine politische Korruption, eine weisungsunabhängige Justiz und strikte Gewaltenteilung. Wussten Sie dass es in Frankreich seit 1811 den weisungsunabhängigen Untersuchungsrichter gibt? Haben Sie so etwas auch in Deutschland? Wussten Sie, dass die Affaire Tapie auf die Präsidentschaft Mitterand's zurückgeht und Frau Lagarde damals noch Studentin war? Wussten Sie, dass Bernhard Tapie 15 Jahre durch alle Instanzen den Staat verklagt hat, der ihm nun den von einem Gericht zugesprochennen Schadenersatz auszahlen musste. Wie der Zufall es will, war gerade zu diesem Zeitpunkt der Auszahlung Mme Lagarde Finanzministerin. Sie hat mit der Affaire Tapie rein gar nichts zu tun!

  6. Bernard Tapie war ein ungezogener Zögling von Präsident François Mitterand und machte neben seiner steilen Politikerkarriere auch mächtig Wirbel als Präsident von Olympic Marseille und Chef eines zusammengekauften Konzerns. Eines Tages war der Traum geplatzt, er verlor alle seine Ämter, machte Pleite und musste ins Gefängnis. Er verklagte den Staat auf Schadenersatz. Vier Instanzen und 15 Jahre später bekam er recht und der Staat musste ihm eine hohe Summe zurückbezahlen. Es gab also ein rechtskräftiges Urteil, auf Grund dessen das französische Finanzministerium den Schadenersatz zu zahlen hatte. Zufällig war gerade Mme Christine Lagarde Finanzministerin. Was hat sie mit der ganzen Affaire zu tun? Rien! Zufälle gibt es, die gibt es gar nicht! Erst die Affaire Strauss -Kahn und nun Mme Christine Lagarde. Honi soit qui mal y pense!

    3 Leserempfehlungen
  7. Dem sollte sie es nachmachen und genauso zurücktreten.

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