Vier deutsche Millionäre haben sich für eine höhere Besteuerung von Vermögenden ausgesprochen. "Ich hätte kein Problem, wenn der Spitzensteuersatz angehoben würde", sagte der Hamburger Versandhändler Michael Otto der ZEIT. Das bringe viel mehr, als Diskussionen um eine Vermögenssteuer wieder aufzuwärmen.

Auch Martin Kind, Hörgeräteunternehmer und Präsident des Fußballvereins Hannover 96, würde eine höhere Steuerbelastung akzeptieren – "verbunden mit der Verpflichtung des Staates, die Mehreinnahmen ausdrücklich zur Schuldentilgung zu verwenden".

Der ehemalige Hamburger Versicherungsunternehmer Jürgen Hunke hält eine massive Erhöhung der Erbschaftssteuer für den vernünftigen Weg: "Ich rede dabei nicht von dem ersparten Haus, sondern von Menschen mit Hunderten Millionen Euro", sagte Hunke.

Milliardär Buffett fühlt sich verhätschelt

Der Sänger Marius Müller-Westernhagen würde ebenfalls mehr abgeben. "Ein paar Prozentpunkte mehr Steuern machen Wohlhabende nicht arm", sagte er. Es würden sogar alle reicher, wenn die Einnahmen konsequent zur Schuldentilgung genutzt und "Zukunft statt Zinsen" schafften.

Zum Abbau der hohen Staatsverschuldung in den USA hatte kürzlich der Milliardär Warren Buffett höhere Steuern für Superreiche gefordert. "Meine Freunde und ich sind lange genug von einem Milliardär-freundlichen Kongress verhätschelt worden", schrieb der 80-Jährige in einem Kommentar für die New York Times. Während Amerikaner der Mittelschicht immer schlechter mit ihrem Geld zurechtkämen, würden sich die Superreichen nach wie vor außerordentlicher Steuererleichterungen erfreuen.

Buffett ist Chef der Investmentfirma Berkshire Hathaway und einer der reichsten Männer der Welt. Mit seinem Artikel mischt er sich in den Streit um Steuererhöhungen in den USA ein.