Sie ist ein Hassobjekt in den Augen der Republikaner. Die Environmental Protection Agency (EPA), die oberste Umweltschutzbehörde der USA, steht für alles, was den Wirtschaftsliberalen zuwider ist: Sie sei verantwortlich für hohe Energiepreise, für Überregulierung, Arbeitslosigkeit und Geldverschwendung, wettern sie.

"Die EPA ist die furchteinflößendste Behörde der USA, die ich kenne", sagt der republikanische Kongressabgeordnete Mike Simpson aus Idaho. Wenn es um die Regierung gehe, höre er am häufigsten Beschwerden über die EPA. "Sie sorgt für wirtschaftliche Unsicherheit und vernichtet Arbeitsplätze."

Geht es nach Simpson und seinem aktuellen Gesetzesvorschlag , den er kürzlich im Finanzausschuss einbrachte, dann wird die EPA von einer schlagkräftigen Umweltbehörde mit 40-jähriger Geschichte zu einem unbedeutenden Gremium im US-Behördendschungel zurechtgestutzt. Um gleich 18 Prozent will er das EPA-Budget für 2012 streichen.

Weniger Einfluss für die Umweltbehörde

Die EPA soll weder giftige Emissionen aus Kohlekraftwerken regulieren können noch den Einsatz von Pestiziden. Ihre Aufsicht über Maßnahmen des Trinkwasserschutzes würde eingeschränkt und ebenso ihre Möglichkeit, Klimagas-Regulierungen und neue Energieeffizienzstandards einzuführen. Selbst Uran-Abbau in der Nähe des Grand Canyon National Park könnte durch das Gesetzesvorhaben möglich werden . Einen "Wunschzettel von Umweltsündern an Santa Claus" nennen Klimaschützer das Vorhaben.

An der EPA hat sich eine ideologische Debatte entfacht. "Die Stimmung in Washington ist vergiftet", sagt Arne Jungjohann von der Grünen-nahen Böll-Stiftung in Washington. Die EPA stehe für alles, was die Republikaner und insbesondere die Tea Party bekämpften. "Eine Diskussion, was uns der Staat wert ist und welche Aufgaben er übernehmen soll, fehlt komplett."

Woher sollen die Einsparungen kommen?

Nachdem Kongress und Senat Anfang der Woche dem Schuldenkompromiss zugestimmt haben, wird auf dem Capitol Hill nun darum gerungen, woher die geplanten 2,5 Billionen US-Dollar Einsparungen in den kommenden zehn Jahren kommen sollen.

Für Simpson ist sein Gesetzesvorschlag ein erster Beitrag zu dieser Diskussion. Zwar sind die Beratungen über das Papier zurzeit ausgesetzt. Aber amerikanische Umweltschützer befürchten das Schlimmste: "Dieses Gesetz ist wie ein Zombie, es kann jederzeit wiederkommen", warnt die Umweltschutzorganisation EarthJustice . Die Umweltschützer argwöhnen, Einzelheiten oder der gesamte Text könnten im Sparpaket wieder auftauchen, das die sogenannte Super-Kommission im November vorlegen muss.