Social Gaming "Ich möchte eines der größten Spieleunternehmen der Welt aufbauen"
Jens Begemann entwickelt mit seiner Firma World of Gaming Spiele für soziale Netze. Facebook sei angewiesen auf Unternehmen wie seines, sagt er im Interview.
Frage: Herr Begemann, wie viel wiegt Ihr Gehirn?
Jens Begemann: Bei unserem Gedächtnistrainer Brain Buddies wiegt es etwa drei Kilogramm. Aber im Spiel kann man sein Gehirngewicht – im Gegensatz zum eigenen biologischen Gehirngewicht – durch Übung steigern.
Frage: Woher kam die Idee zu Ihrem ersten Spiel?

Jens Begemann ist in Detmold geboren und hat in Berlin Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik studiert. Von 2001 bis 2008 arbeitete er bei der Klingeltonfirma Jamba. 2009 gründete er Wooga. Die Firma hat ihren Sitz in der Backfabrik in Prenzlauer Berg. Heute arbeiten dort 100 Mitarbeiter aus 20 Nationen, bis Jahresende sollen es 150 Mitarbeiter sein. Auf der gerade stattfindenden Game Developers Conference Europe wurde Wooga als bester europäischer Publisher und das Spiel Diamond Dash als bestes Social Game ausgezeichnet.
Begemann: Es gab 2008 mehrere recht erfolgreiche Gehirnjoggingspiele. Aber es gab nichts im Internet und nichts kostenlos. Meine Vision bei der Gründung von Wooga war, Spiele für jedermann zu machen. Die Spieleindustrie hat in den letzten Jahrzehnten Spiele für Spieler perfektioniert. Es sind vielleicht zehn Prozent der Bevölkerung, die sich als Gamer verstehen – meist männlich und zwischen 15 und 25 Jahren alt. Spielen ist aber ein menschliches Grundbedürfnis. Wir haben beschlossen, den Einstieg in die Spiele möglichst einfach zu machen und soziale Netzwerke als Plattform zu nutzen.
Frage: Ist die Vision aufgegangen?
Begemann: Ja. In den letzten 30 Tagen haben weltweit 35 Millionen Menschen unsere inzwischen fünf Spiele gespielt. Das ist ein starkes Indiz, finde ich. Seit Donnerstagnacht sind drei unsere Spiele auch auf Google plus verfügbar.
Frage: Wie verdienen Sie Geld?
Begemann: Alle unsere Spiele sind kostenlos. Wir haben keine Werbung. Die einzige Erlösquelle sind digitale Güter, also Zusatzfunktionen in den Spielen, die Nutzer kaufen können, wenn sie schneller vorankommen wollen.
Frage: Wie viele Spieler kaufen nichts?
Begemann: Weit mehr als 95 Prozent aller Nutzer spielen komplett kostenlos. Bei unserem wichtigsten Spiel Monster World, bei dem man einen fantastischen Garten zum Blühen bringen kann, geben zwei bis drei Prozent der Nutzer Geld aus. Nur wer vom Spiel begeistert ist und das entsprechende Einkommen hat, bezahlt für virtuelle Güter und finanziert das Spiel für alle mit. Wir sind mit der Geschäftsentwicklung sehr zufrieden. Zynga, die jetzt an die Börse gehen werden, zeigen ja, wie viel Geld man damit verdienen kann.
Frage: Die US-Firma Zynga ist mit 230 Millionen Nutzern Marktführer und wird derzeit mit mindestens zehn Milliarden Dollar bewertet. 2010 lag der Umsatz bei knapp 600 Millionen und der Gewinn bei 90 Millionen Dollar. Wie steht es bei Ihnen?
Begemann: Wir haben mit Brain Buddies keinen Euro Umsatz gemacht und nur auf Nutzerwachstum gesetzt. Außerdem haben wir uns darauf konzentriert, sehr gute Spiele zu entwickeln. Das war aus heutiger Sicht eine kluge Entscheidung. Inzwischen haben wir fünf Spiele online – und seit Mitte 2010 machen wir auch Umsatz. Auf der Computermesse Gamescom stellen wir unser sechstes Spiel vor.
- Datum 22.08.2011 - 09:39 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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...der stellt diese ganzen, immergleichen ...spiele her.
Naja, soll er seine Kohle mit dem Mist machen, hauptsache er bezeichne sich nicht als Game Designer.
Die Diskussion in Deutschland über Datenschutz ist stark von Hysterie und weniger von Sachlichkeit geprägt (die meisten Leute, die sich zum Thema äußern haben entweder betriebswirtschaftlich oder technisch absolut keine Ahnung). Deshalb: Dass sie das in anderen Ländern nicht so hören, sollte keinen halbwegs intelligenten Menschen überraschen.
Facebook verdient Millionen mit den Spielen auf Facebook (und stellt auch eine durchaus wertvolle Plattform bereit, die sehr interessante Möglichkeiten bietet). Konsolenhersteller nehmen auch Lizenzgebühren für Spiele auf ihrer Plattform. Das ist vollkommen normal, bitte informieren Sie sich.
Facebook braucht die Spiele für die Nutzerbindung (gerade am Anfang recht wichtig), die Hersteller dieser Spiele brauchen Facebook als Identity Provider und wegen des Social Graphs. Ich verstehe ihr Problem mit dieser Aussage nicht ganz..?
Ich bin immer noch unschlüssig, woher diese große Nachfrage nach Casual- und Social Games eigentlich stammt. Wenn eine gewisse Alternativlosigkeit bestehen würde, wäre das nachvollziehbar. Aber das ist ja nicht der Fall. Wir haben auf der einen Seite monumentale, tiefgründige und extrem aufwendige Spiele - ich denke da an kommende Titel wie Skyrim, Battlefield 3 oder Star Wars Old Republic - die dem Spieler eine Immersion, ein Abtauchen in andere Welten erlauben, wie es vor 20 Jahren noch gar nicht denkbar war. Und wir haben auf der anderen Seite simpleste Casual Games, die aber dennoch immens nachgefragt werden. Ich selbst spiele bspw. Rollenspiele oder Adventures sehr gern - social games würde ich jedoch nicht mal anfassen, selbst wenn man mir für Geld bezahlen würde --> Zeitverschwendung. Nun sicher, wird der ein oder andere entgegnen, Zeitverschwendung und Zeitnutzung sind rein subjektive Konzepte, jeder Mensch empfindet das anders. Dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass das alles erklärt. Spielt eventuell Nostalgie eine gewisse Rolle? Im Endeffekt erinnern diese Social Games doch sehr stark an die ersten Spiele-Gehversuche der späten Achtziger (grafisch und vom Anspruch).
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