"Wir haben kein Interesse, Nutzerdaten weiterzugeben"
Frage: Sehen Sie in der wachsenden Sorge über das Thema Datenschutz bei Diensten wie Facebook oder Google kein Problem für Ihr Geschäftsmodell?
Begemann: Wir hören diese Bedenken in Deutschland. Im Ausland hören wir sie kaum und auch nicht von den Nutzern. Wenn man genau hinsieht, sind es auch nicht viele Daten, die wir speichern. Wir finanzieren unsere Spiele nicht über Werbung, daher haben wir auch kein Interesse, Nutzerdaten weiterzugeben und tun es auch nicht.
Frage: Wir kritisch ist Ihre Abhängigkeit von den sozialen Netzwerken?
Begemann: Wir haben eine extrem gute Partnerschaft mit Facebook. Wir brauchen Facebook so sehr, wie Facebook Spieleanbieter wie uns braucht. Knapp die Hälfte der Nutzungszeit auf Facebook sind Spiele. Aber wir entwickeln jetzt auch Angebote für Handys und andere mobile Geräte – nicht aus defensiven Gründen, sondern weil wir beobachten, dass immer mehr Nutzer mobil spielen wollen.
Frage: Facebook bekommt 30 Prozent Ihrer Umsätze. Wie wird es bei Google plus sein?
Begemann: Während der Einführungsphase sind es fünf Prozent, später wird dieser Anteil steigen. Entscheidend ist aber nicht, welchen Anteil am Umsatzkuchen der Plattformbetreiber bekommt, sondern die Größe des Kuchens insgesamt.
Frage: Sind 30 Prozent nicht sehr viel?
Begemann: Wir können die Plattform und das Zahlungssystem von Facebook kostenlos nutzen. Und nur wenn wir Erfolg haben und Umsatz machen, hat auch Facebook etwas davon. Wir finden dieses Modell fair.
Frage: Vor kurzem haben Sie 24 Millionen Dollar bekommen. Wie lange wird das reichen?
Begemann: Wir haben keinerlei Pläne, in naher Zukunft eine weiter Finanzierungsrunde abzuschließen. Wir haben des Kapital aufgenommen, um zu wachsen und zu expandieren. Wir wollen das Spieleportfolio erweitern und unser Angebot mobil machen. Derzeit wachsen wir mit mehr als zwei neuen Mitarbeitern pro Woche.
Frage: Es werden hohe Summen für Spielefirmen bezahlt. Erhalten Sie Übernahmeangebote?
Begemann: Jeder, der in dieser Branche aktiv ist, bekommt regelmäßig E-Mails. Aber wir führen keine Gespräche. Ich habe kein Interesse, Wooga zu verkaufen. Mein Ziel ist es ja nicht Millionär zu werden.
Frage: Welches Ziel ist es dann?
Begemann: Meine Motivation ist es, etwas Großes zu schaffen. Ich möchte eines der größten Spieleunternehmen der Welt von Berlin aus aufbauen. Da haben wir noch einen sehr langen Weg vor uns. Unsere Vision ist es, das bis 2020 zu erreichen.
Frage: Zynga plant einen Milliarden-Börsengang. Baut sich da wieder ein Blase auf?
Begemann: Was ein fairer Wert ist, müssen andere entscheiden. Ich finde es bemerkenswert, dass ein Unternehmen das so schnell wächst, so profitabel ist. Das ist relativ selten für ein vier Jahre altes Unternehmen.
Frage: Sind die Standortbedingungen in Berlin gut genug, um Ihr Ziel zu erreichen?
Begemann: Berlin hat drei Dinge, die es für Start-ups unglaublich attraktiv macht: Es ist sehr international, zieht kreative Menschen an und ist im Vergleich zu anderen Weltstädten bezahlbar. Unsere Unternehmenskultur basiert stark auf dem persönlichen Austausch, deswegen ist es wichtig, alle Mitarbeiter an einem Standort zu haben.







...der stellt diese ganzen, immergleichen ...spiele her.
Naja, soll er seine Kohle mit dem Mist machen, hauptsache er bezeichne sich nicht als Game Designer.
Die Diskussion in Deutschland über Datenschutz ist stark von Hysterie und weniger von Sachlichkeit geprägt (die meisten Leute, die sich zum Thema äußern haben entweder betriebswirtschaftlich oder technisch absolut keine Ahnung). Deshalb: Dass sie das in anderen Ländern nicht so hören, sollte keinen halbwegs intelligenten Menschen überraschen.
Facebook verdient Millionen mit den Spielen auf Facebook (und stellt auch eine durchaus wertvolle Plattform bereit, die sehr interessante Möglichkeiten bietet). Konsolenhersteller nehmen auch Lizenzgebühren für Spiele auf ihrer Plattform. Das ist vollkommen normal, bitte informieren Sie sich.
Facebook braucht die Spiele für die Nutzerbindung (gerade am Anfang recht wichtig), die Hersteller dieser Spiele brauchen Facebook als Identity Provider und wegen des Social Graphs. Ich verstehe ihr Problem mit dieser Aussage nicht ganz..?
Ich bin immer noch unschlüssig, woher diese große Nachfrage nach Casual- und Social Games eigentlich stammt. Wenn eine gewisse Alternativlosigkeit bestehen würde, wäre das nachvollziehbar. Aber das ist ja nicht der Fall. Wir haben auf der einen Seite monumentale, tiefgründige und extrem aufwendige Spiele - ich denke da an kommende Titel wie Skyrim, Battlefield 3 oder Star Wars Old Republic - die dem Spieler eine Immersion, ein Abtauchen in andere Welten erlauben, wie es vor 20 Jahren noch gar nicht denkbar war. Und wir haben auf der anderen Seite simpleste Casual Games, die aber dennoch immens nachgefragt werden. Ich selbst spiele bspw. Rollenspiele oder Adventures sehr gern - social games würde ich jedoch nicht mal anfassen, selbst wenn man mir für Geld bezahlen würde --> Zeitverschwendung. Nun sicher, wird der ein oder andere entgegnen, Zeitverschwendung und Zeitnutzung sind rein subjektive Konzepte, jeder Mensch empfindet das anders. Dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass das alles erklärt. Spielt eventuell Nostalgie eine gewisse Rolle? Im Endeffekt erinnern diese Social Games doch sehr stark an die ersten Spiele-Gehversuche der späten Achtziger (grafisch und vom Anspruch).
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