Nach Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten ist der Dax in Deutschland um 3,2 Prozent auf 5.550 Zähler gefallen. Auch die Börsen in Mailand, Madrid, London und Paris verzeichneten ein deutliches Minus. Statt eines erwarteten Zuwachses von 75.000 Stellen blieb die Zahl der Arbeitsplätze im August in den USA unverändert. Außerhalb der Landwirtschaft wurden keine neuen Jobs geschaffen.

"Der Arbeitsmarktbericht ist eine große Enttäuschung, auch wenn die Zahlen durch Sondereffekte etwas verzerrt sind", sagte Chefvolkswirt Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus. Er bezog sich damit auf einen Streik von 45.000 Angestellten von Verizon Communications, der die Statistik der IT-Branche verändert. "Fest steht, dass auch nach Herausrechnung der Sondereffekte der Beschäftigungsaufbau schwach bleibt. Die US-Wirtschaft durchläuft eine Phase außerordentlich schwachen Wachstums, die sich für viele Haushalte in den USA wie eine Rezession anfühlt." 

Für Unruhe hatte zuvor bereits die deutliche Rücknahme der Wachstumsprognosen für dieses wie auch für das kommende Jahr durch die US-Regierung gesorgt. Das Präsidialamt geht für 2011 nur noch von einer Steigerung des Bruttoinlandsproduktes von 1,7 Prozent aus. Im Februar hatte die Regierung von Präsident Barack Obama noch mit einem Wachstum von 2,6 Prozent gerechnet.

Deutliche Verluste verzeichnete neben dem Dax auch der EuroStoxx. Er verlor 3,3 Prozent. Im Gegenzug wurden die als sicher geltenden Bundesanleihen verstärkt nachgefragt. Die Rendite der Papiere fiel unter zwei Prozent auf ein Rekordtief von 1,991 Prozent.