Weltwirtschaft China, der starke Helfer
China bietet Europa und den Amerikanern Hilfe in der Krise an. Ist das eine Chance – oder eher eine Bedrohung?
© STR/AFP/Getty Images

Chinas Premier Wen Jiabao
Das Angebot zeugt von Selbstbewusstsein. China will Europa und den USA mit Investitionen aus der Schuldenkrise helfen. Der chinesische Premier Wen Jiabao forderte am Mittwoch auf dem Treffen des Weltwirtschaftsforums, dem "Sommer-Davos", in der nordostchinesischen Hafenstadt Dalian aber zugleich ein Entgegenkommen der Europäer und Amerikaner.
Was bietet China genau an?
Ministerpräsident Wen Jiabao erklärte auf dem Treffen, sein Land sei bereit, "eine helfende Hand auszustrecken". Wirklich konkrete Zusagen machte er allerdings nicht. Bisher hat sich China vor allem über den Kauf von Staatsanleihen strauchelnder Eurostaaten engagiert. Die jüngsten Äußerungen Wen Jiabaos können als Zusage verstanden werden, den Kauf von europäischen Staatsanleihen weiter auszubauen. In welcher Höhe sich China bisher in Europa eingekauft hat, ist allerdings unbekannt. Doch mit der Ankündigung, weiter in europäische Staaten investieren zu wollen, zeigt Peking vor allem seine Zuversicht in die wirtschaftliche Entwicklung Europas. So will China zur Beruhigung der Märkte beitragen. Die EU ist der größte Außenhandelspartner Chinas. Eine stabile Eurozone ist schon deshalb im Interesse der Volksrepublik.
Auch die USA sind für China als Handelspartner zu wichtig, als dass man sich in Peking über deren wirtschaftlichen Niedergang freuen könnte. Zumal China einen großen Teil seiner Devisenreserven in amerikanischen Staatsanleihen investiert hat. Zwar möchte China seine riesigen Devisenreserven in Höhe von 3,2 Billionen US-Dollar (2,3 Billionen Euro) weiter streuen. Doch laut Experten wird Peking vorerst auch weiterhin in US-Anleihen investieren müssen. Schon allein, um einen Wertverlust der bereits bestehenden Bestände zu verhindern. "China kann sich nicht isoliert vom Rest der Welt entwickeln, und die Welt braucht auch China für seine Entwicklung", betonte Wen Jiabao in Dalian.
Welche Bedingungen hat Peking an diese Hilfen geknüpft?
China erwartet von den europäischen Krisenstaaten und den USA größere Anstrengungen, ihre Verschuldung in den Griff zu bekommen. Die Regierungen müssten "ihrer Verantwortung gerecht werden und ihr eigenes Haus in Ordnung bringen", sagte Wen Jiabao am Mittwoch. Erneut forderte er die USA und Europa auf, chinesische Investitionen zu schützen. Besonders die Schuldenpolitik der USA hatte China in den vergangenen Wochen mehrfach scharf kritisiert.
- Datum 15.09.2011 - 12:38 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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Was sich hier andeutet, kann eine Verschiebung der Weltmacht ankündigen.
Das wäre nicht ungewöhnlich. Immer sind große "Reiche" aufgestiegen und wieder untergegangen. Es gibt dazu massenhaft Bsp.
Die USA wurden ca. ab 1776 gegründet. Vielleicht geht nun die Zeit des Westens zu Ende. Das wäre ganz normal. Es gab schon mal Zeiten in denen China eine beherrschende Großmacht war und nur durch Fehler nicht die Großmacht dieser Welt wurde.
Nun hat der Westen aus reiner Profitgier schwere Fehler gemacht.
Dafür muss er wohl bezahlen.
Es wird wohl so weit kommen, dass der Westen gar nicht mehr anders kann als die Hilfe Chinas anzunehmen. Die USA sind schwer angeschlagen. Und die treuen Vasallen haben den USA immer blindlings gedient und sich jeder Kritik enthalten.
Europa wollte ein Gegengewicht aufbauen, scheinen aber ebenso jämmerlich zu scheitern.
Man kann nicht verhehlen, dass die Chinesen eine sehr kluge Strategie verfolgt haben, um den Westen aufzubrechen. Der Westen war dumm genug darauf hereinzufallen. Ich zitiere Dr. Heiner Geißler: Die Gier verklebt die Hirne der Menschen.
Natürlich sind die Chinesen nicht ohne Gier - aber sie hatten nichts zu verlieren. Der Westen hat praktisch kostenlos sein gesamtes Know How aus kurzfristiger Profitgier kostenlos nach China und in andere Länder getragen. So dumm muss man erst mal sein.
Und dafür muss man eben bezahlen.
Der Westen ließ sich primitiv von Billigschrott einfangen und gab das einzige auf, was er hatte: Qualität.
..."Blaumänner" nähen?
.....
ein starker Partner muß es heißen. Wann lernen wir das endlich?
China hat doch selber enorme Schulden angehäuft, davon hier aber kein Wort?
Klar, in Sachen Menschenrechten wird demnächst leiser gemeckert, wenn überhaupt noch.
Gleiches gilt übrigens für Russland und auch für Themen des nahen Ostens.
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