Nach großen Kursverlusten bis unter die 5.000-Punkte-Marke hat sich der Dax zu Börsenschluss etwas erholt. Im Gefolge der Wall Street stieg der deutsche Aktienindex dann zwar auf ein Tageshoch von 5.126 Punkten, gab dann aber wieder nach und schloss mit 5.072 Punkten, ein minus von knapp zwei Prozent zum Freitag.

Die Diskussion um eine Staatspleite Griechenlands hatte die starken Verluste ausgelöst. Der Leitindex fiel kurz nach Handelsstart auf 5.042 Punkte. Zwischenzeitlich lag er sogar bei 4.993 Punkten und damit mehr als drei Prozent im Minus. Besonders die Papiere der Banken verloren stark. 

Am Wochenende war über eine mögliche Pleite Griechenlands diskutiert worden. "Das sind alles andere als beruhigende Nachrichten", sagte ein Händler.

Der Rücktritt von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hatte den Dax bereits am Freitag erheblich belastet. Die Lage sehe zum Wochenstart kaum besser aus, hieß es am Markt. Die Anleger seien verunsichert durch die sich erneut verschärfende Schuldenkrise, zudem erwecke die Europäische Zentralbank den Eindruck, sich über Gebühr in die Bekämpfung dieser Krise verstrickt zu haben, sagte ein Sprecher der Commerzbank.

Kursfall französischer Banken

Auch in Frankreich fielen die Kurse der in Griechenland besonders engagierten französischen Banken Crédit Agricole, BNP Paribas und Société Générale zum Börsenauftakt. Sie verloren bis zu 12 Prozent.

Eine von den nationalen Medien als Option ins Spiel gebrachte teilweise Nationalisierung der Geldinstitute wurde von Industrieminister Eric Besson zurückgewiesen. "So eine These heute anzusprechen erscheint mir nicht nur völlig verfrüht, sondern auch am Ziel vorbeizuschießen", sagte er im Fernsehen.

Der Börsenwert der von einer Herabstufung durch die Rating-Agenturen bedrohten Banken ist bereits seit längerem kritisch. Der Marktwert der Großbank Société Générale ist  seit Anfang Juli um knapp 60 Prozent auf zuletzt nur noch etwas mehr als 13 Milliarden Euro gesunken. 

Société Générale will nun mit einem Stellenabbau und Spartenverkäufen die Ertrags- und Kapitalbasis absichern und bis Ende 2013 durch den Verkauf von Unternehmensteilen Kapital in Höhe von vier Milliarden Euro freisetzen, wie die Bank mitteilte.