Währungspolitik Schweizer Notenbank setzt Mindestkurs zum Euro fest

Schweizer Produkte sind im Ausland derzeit teuer, weil der Kurs des Franken im Vergleich zum Euro sehr hoch liegt. Nun zieht die nationale Währungsaufsicht eine Grenze.

Das Gebäude der Schweizer Notenbank in Bern

Das Gebäude der Schweizer Notenbank in Bern

Die Schweizerische Nationalbank hat in ihrem Kampf gegen die Stärke des Franken einen Mindest-Wechselkurs zum Euro festgelegt. Die Zentralbank toleriere ab sofort keinen Euro-Wechselkurs unter 1,20 Franken, teilte sie mit. "Die Nationalbank wird den Mindestkurs mit aller Konsequenz durchsetzen und ist bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen".

Indem die Nationalbank beispielsweise Euro oder Dollar kauft, erhöht sie künstlich die Nachfrage danach und senkt somit den Kurs der eigenen Währung.  

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Der Wert der Schweizer Währung ist seit Beginn des Jahres angesichts der Sorge um den Euro und den Dollar erheblich gestiegen. Wegen seiner Stabilität wird der Franken als Anlageobjekt geschätzt. Sein Kurs stieg seit Jahresbeginn um neun Prozent gegenüber dem Euro und um 14 Prozent gegenüber dem Dollar.

Das erschwert den Export. Laut einer Studie des Dachverbands der Schweizer Wirtschaft fürchten 20 Prozent der Exportunternehmen wegen der Stärke des Franken um ihre Existenz.

Die Ankündigung der Nationalbank ließ den Kurs umgehend deutlich sinken. Zum Euro sackte die Schweizer Währung um 9,6 Prozent auf 1,21 Franken ab. Zum US-Dollar fiel die Währung um 8,7 Prozent auf 0,85 Franken. Das sind die bislang höchsten Tagesverluste gegenüber der US-Währung und gegenüber dem Euro.

Dax steigt nach Ankündigung

Die Nationalbank entschied den Eingriff nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) vollkommen eigenständig.

Die Aktienmärkte reagierten positiv. Der Schweizer Index SMI stieg um fast fünf Prozent auf 5.409 Zähler. Der Dax stieg zwischenzeitlich um 1,4 Prozent auf 5.318 Zähler. "Das ist ein Signal, dass die Wirtschaftspolitik aktiver wird", kommentierte Analyst Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. Offenbar hofften Anleger, dass andere Notenbanken dem Schweizer Vorbild folgen und die Konjunktur mit ähnlichen Maßnahmen stützen.

Durch den Schritt gebe die Nationalbank der Wirtschaft langfristige Planungssicherheit, sagte Analyst Mario Mattera vom Bankhaus Metzler. Er vermutete aber auch, dass Devisenmarkt-Investoren nun austesten werden, wie vehement die Nationalbank den Kurs verteidigen wird.

 
Leser-Kommentare
  1. ...hauptsache die Merkel spielt fair in einem Spiel, bei dem alle anderen schummeln für eine Ideologie, an die wohl nur die Merkel selber glaubt...

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    Nein, so einfach geht das eben nicht. Die Schweizer Volkswirtschaft mit einem BIP von 400 Milliarden Euro und entsprechender Geldmenge ist zu klein, um als Reservewährung die massiven Kapitalströme aus den grössten Volkswirtschaften der Welt aufzunehmen. Die SNB ist auch für den Wechselkurs aber vor allem für die Preisstabilität verantwortlich. Vorzüglich wird dies die Immobilienwirtschaft zu spüren bekommen, weitere Preissteigerungen werden folgen. Die Abwertung des Frankens (Aufwertung des Euros) um 10% ist ein schönes Zugeld für alle, die sich vom politisch korrumpierten Euro trennen wollen. Frei nach dem Motto: Ihr Spekulanten(-lein) kommet.

    • self22
    • 06.09.2011 um 13:35 Uhr

    Man macht uns ständig mit dem Gespenst der D-Mark Angst. Die würde gleich durch irgendeine Decke gehen. Deshalb müssen wir uns bis zum eigenen Tode verschulden und diese "hochseriösen" Mittelmeerländer retten.

    Und dann das!

    Ganz einfach, ist meine Währung zu hoch bewertet, lasse ich sie einfach wieder krachen. Präzise gesteuert, genau so viel wie nötig. Ohne teure Rettung von irgendwelchen Pleite-Volkswirtschaften, auf die ich ansonsten gar keinen Einfluß habe.

    So stelle ich mir das auch vor. Da hätte ich vielmehr Vertrauen in die Zukunft meiner Währung als bei diesem Euro-Hickhack.

    Nein, so einfach geht das eben nicht. Die Schweizer Volkswirtschaft mit einem BIP von 400 Milliarden Euro und entsprechender Geldmenge ist zu klein, um als Reservewährung die massiven Kapitalströme aus den grössten Volkswirtschaften der Welt aufzunehmen. Die SNB ist auch für den Wechselkurs aber vor allem für die Preisstabilität verantwortlich. Vorzüglich wird dies die Immobilienwirtschaft zu spüren bekommen, weitere Preissteigerungen werden folgen. Die Abwertung des Frankens (Aufwertung des Euros) um 10% ist ein schönes Zugeld für alle, die sich vom politisch korrumpierten Euro trennen wollen. Frei nach dem Motto: Ihr Spekulanten(-lein) kommet.

    • self22
    • 06.09.2011 um 13:35 Uhr

    Man macht uns ständig mit dem Gespenst der D-Mark Angst. Die würde gleich durch irgendeine Decke gehen. Deshalb müssen wir uns bis zum eigenen Tode verschulden und diese "hochseriösen" Mittelmeerländer retten.

    Und dann das!

    Ganz einfach, ist meine Währung zu hoch bewertet, lasse ich sie einfach wieder krachen. Präzise gesteuert, genau so viel wie nötig. Ohne teure Rettung von irgendwelchen Pleite-Volkswirtschaften, auf die ich ansonsten gar keinen Einfluß habe.

    So stelle ich mir das auch vor. Da hätte ich vielmehr Vertrauen in die Zukunft meiner Währung als bei diesem Euro-Hickhack.

  2. Nein, so einfach geht das eben nicht. Die Schweizer Volkswirtschaft mit einem BIP von 400 Milliarden Euro und entsprechender Geldmenge ist zu klein, um als Reservewährung die massiven Kapitalströme aus den grössten Volkswirtschaften der Welt aufzunehmen. Die SNB ist auch für den Wechselkurs aber vor allem für die Preisstabilität verantwortlich. Vorzüglich wird dies die Immobilienwirtschaft zu spüren bekommen, weitere Preissteigerungen werden folgen. Die Abwertung des Frankens (Aufwertung des Euros) um 10% ist ein schönes Zugeld für alle, die sich vom politisch korrumpierten Euro trennen wollen. Frei nach dem Motto: Ihr Spekulanten(-lein) kommet.

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    Das Schweizer BIP ist natürlich zu klein um den Franken als Reservewährung "stemmen zu können". Das ist auch kaum die Intention; es geht da wohl eher um kurz- bis mittelfristiges "Absichern/Regulieren" - ein Balanceakt?

    Interessant ist aber, dass es überhaupt zu einer Koppelung kam, das ist nicht unbegingt etwas, was aus Schweizer Richtung gerne forciert wird/wurde.
    Zeigt auch, in welchem Spannungsverhältnis sich ein kleines Land mit substanziellen Exportabhängigkeiten auf Grund seiner starken und Anleger-beliebten Währung in der kriselnden globalen Finanzsituation befindet.
    Auch interessant ist die stabilisierende Signalwirkung, die die Koppelung (trotz des Zwergenstatus) hat und die Frage, wie lang diese sich hält und welche weiteren Konsequenzen sie hat.

    Das Schweizer BIP ist natürlich zu klein um den Franken als Reservewährung "stemmen zu können". Das ist auch kaum die Intention; es geht da wohl eher um kurz- bis mittelfristiges "Absichern/Regulieren" - ein Balanceakt?

    Interessant ist aber, dass es überhaupt zu einer Koppelung kam, das ist nicht unbegingt etwas, was aus Schweizer Richtung gerne forciert wird/wurde.
    Zeigt auch, in welchem Spannungsverhältnis sich ein kleines Land mit substanziellen Exportabhängigkeiten auf Grund seiner starken und Anleger-beliebten Währung in der kriselnden globalen Finanzsituation befindet.
    Auch interessant ist die stabilisierende Signalwirkung, die die Koppelung (trotz des Zwergenstatus) hat und die Frage, wie lang diese sich hält und welche weiteren Konsequenzen sie hat.

  3. Aber die ander Lösung den Kurs seinen Lauf zu lassen hätte die produzierende Wirtschaft geschwächt. Da können die ganzen DM Nostalger lernen was es bringt.

  4. kann man ihn früher oder später im Euro aufgehen lassen, oder?

    Eine Leser-Empfehlung
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    • D.Sch.
    • 06.09.2011 um 12:41 Uhr

    Solche Beiträge bitte mit dem Vermerk "Ironie" versehen - das wird niemals eintreten, da gehe ich jede Wette in jeder Höhe ein. Das ist Utopie und wäre einfach nur eine Katastrophe! Ich bin immer froh, wenn ich in der Schweiz bin und "richtiges" Geld in Händen habe!

    Kein schweizer Politiker wird es wagen dies auch nur zu denken. Vor allem jetzt nicht, wo man genau sieht was für ein verhunztes Produkt der Euro ist.

    • D.Sch.
    • 06.09.2011 um 12:41 Uhr

    Solche Beiträge bitte mit dem Vermerk "Ironie" versehen - das wird niemals eintreten, da gehe ich jede Wette in jeder Höhe ein. Das ist Utopie und wäre einfach nur eine Katastrophe! Ich bin immer froh, wenn ich in der Schweiz bin und "richtiges" Geld in Händen habe!

    Kein schweizer Politiker wird es wagen dies auch nur zu denken. Vor allem jetzt nicht, wo man genau sieht was für ein verhunztes Produkt der Euro ist.

  5. Die Entscheidung der Schweizer zeigt wo die Freiheit der Märkte gefangen gehalten wird.

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  6. Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/mo

    • D.Sch.
    • 06.09.2011 um 12:41 Uhr

    Solche Beiträge bitte mit dem Vermerk "Ironie" versehen - das wird niemals eintreten, da gehe ich jede Wette in jeder Höhe ein. Das ist Utopie und wäre einfach nur eine Katastrophe! Ich bin immer froh, wenn ich in der Schweiz bin und "richtiges" Geld in Händen habe!

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    Die Schweiz ist ein Staat von Europas Gnaden und besteht nur solange wie Europas Eliten ihr Geld dort steuerfrei unterbringen können und ohne Pöpel Urlaub machen können.

    Die Schweiz ist ein Staat von Europas Gnaden und besteht nur solange wie Europas Eliten ihr Geld dort steuerfrei unterbringen können und ohne Pöpel Urlaub machen können.

  7. Die Entscheidung der Nationalbank halte ich für im Kern richtig.

    Jeder kann sich anschauen, was ein Kurs von 1,10 Franken/EUR bedeutet. Gehen Sie mal an einem Samstag nach Konstanz. Da kriegen Sie kaum Luft in den Geschäften, obwohl die Einzelhändler schon die Preise hochgesetzt haben. Außerdem können Sie wirklich nur nach Konstanz gehen, fahren ist wegen des Verkehrschaos schwierig. Und dann gehen sie 200 m weiter nach Süden ins Schweizer Kreuzlingen. Da sind Sie fast der einzige Kunde im Laden Ihrer Wahl.

    Das Problem der Nationabank besteht in Zukunft darin, bei einer Gegenbewegung all diese Franken, die jetzt in den Markt gedrückt werden wieder einzusammeln.

    Eine Leser-Empfehlung

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