Die führenden Industrie- und Schwellenländer wollen verhindern, dass die Schuldenkrise in der Euro-Zone weltweit die Finanzmärkte und Banken schwächt. Die Zentralbanken der G-20-Länder seien bereit, die Finanzinstitute mit der nötigen Liquidität zu versorgen, hieß es in einem veröffentlichten Kommuniqué der G-20-Länder. "Wir verpflichten uns, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Stabilität des Bankensystems und der Finanzmärkte wie erforderlich zu gewährleisten."

Am Rande der Herbsttagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds in Washington versprach auch Frankreichs Finanzminister François Baroin, die Gruppe der G 20 werde sicherstellen, dass die Banken über genügend Kapital verfügten. Details über neue Maßnahmen, mit denen das Vertrauen in die Weltwirtschaft wiedergewonnen werden könnte, wurden nach dem gemeinsamen Abendessen der Finanzminister und Notenbankchefs in Washington nicht veröffentlicht.

Etliche europäische Banken haben wegen der Schuldenkrise drastische Kursverluste hinnehmen müssen. Am Donnerstag schlossen die Börsen weltweit im Minus, nicht nur wegen der Schuldenkrise in der Euro-Zone, sondern auch wegen der Gefahr einer neuen US-Rezession und schwächerer Wirtschaftsdaten aus China.

In Washington versicherte Finanzminister Baroin, die Mitglieder der Euro-Zone seien übereingekommen, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Flexibilität des Euro-Rettungsfonds EFSF zu vergrößern. Details nannte er zwar nicht. Doch dem Euro, der gegenüber dem Yen auf ein Zehn-Jahres-Tief gerutscht war, brachte die Erklärung einen Kursanstieg: Die Gemeinschaftswährung notierte im fernöstlichen Devisenhandel fester.

Nach Ansicht der französischen Finanzaufsicht AMF müssen zwischen 15 und 20 europäische Banken ihre Kapitaldecke stärken. Es gebe tatsächlich ein Problem mit der Kapitalausstattung, sagte AMF-Chef Jean-Pierre Jouyet in einem Interview des Hörfunksenders Europe 1. Auf die Frage, ob auch französische Institute eine Rekapitalisierung benötigten, antwortete Jouyet: "Nicht zu diesem Zeitpunkt".

Die französische Banken sind wegen ihres großen Engagements im hoch verschuldeten Griechenland an den Finanzmärkten zuletzt schwer unter Druck gekommen. Sollte es eine Insolvenz Griechenlands mit einem Schuldenschnitt geben, wären die französischen Institute wohl am stärksten betroffen.

Anleihen der Euro-Staaten mit Top-Bonität

Als Reaktion auf die Schuldenkrise in der Euro-Zone erwägt die EU-Kommission nun, gemeinsame Staatsanleihen der sechs verbliebenen Euro-Staaten mit Top-Bonität, einzuführen sagte die stellvertretende Kommissions-Chefin Viviane Reding. Zu diesem Kreis der Staaten mit Bestbewertung gehören Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Österreich, die Niederlande und Finnland. Reding fügte hinzu: "Das wäre dann ein großer kerneuropäischer Anleihenmarkt – ein Fels in der Brandung, mit starker Liquidität und Bonität."