Euro-Krise Schuldenbremsen führen nicht ins ökonomische Paradies

Wird die Welt besser, wenn alle Euro-Länder Verschuldungsregeln einführen? Von wegen, schreibt Gustav Horn im Gastbeitrag. Es käme zu erbitterten Verteilungskämpfen.

Demonstranten protestieren in Madrid gegen den Plan der spanischen Regierung, eine Schuldenbremse einzuführen

Demonstranten protestieren in Madrid gegen den Plan der spanischen Regierung, eine Schuldenbremse einzuführen

Alle Welt redet von der Schuldenkrise, die Europa in Atem hält. Als Heilmittel wird vor allem von der deutschen Politik eine Schuldenbremse empfohlen, wie sie im deutschen Grundgesetz steht. Sie sieht vor, dass die Staatsverschuldung in Deutschland deutlich sinken soll. Langfristig soll der Schuldenstand unter realistischen Annahmen nur noch rund zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen. Derzeit sind es rund 80 Prozent.

Sehen wir einfach mal von den Schwierigkeiten ab, die auf dem langen Weg zu diesem Ziel liegen. Vernachlässigen wir die Problematik mangelnder konjunktureller Flexibilität und stellen uns einfach vor, alle Welt hätte eine solche Schuldenbremse eingeführt, und die Staatsverschuldung betrüge allerorten nur noch jene rund zehn Prozent. Lebten wir dann im ökonomischen Paradies? Es wäre wahrscheinlich ein Paradies mit schlechten Schulen und erbitterten Verteilungskämpfen.

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Gustav A. Horn

leitet das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung

Denn in einer solchen Welt kann der Staat prinzipiell nur ausgeben, was er einnimmt. Gemessen am Status quo heute bedeutet dies, dass ein künftiger Staat entweder deutlich weniger ausgabenwirksame Aufgaben wahrnehmen kann oder dass es erheblich höhere Steuern und Abgaben als heute gibt, oder beides. Im Hinblick auf staatlichen Konsum, also insbesondere Personal, Transfers und Rentenzahlungen, ist dies im Prinzip ein gesundes Konzept. Denn wäre die Finanzierung dieser Ausgaben nicht gesichert, würde sich die Verschuldung des Staates auf Dauer über jedes Maß hinaus erhöhen.

Allerdings ist diese Beschränkung sehr konfliktträchtig. Es wird ein fortwährender Kampf zwischen jenen stattfinden, die eine ständige Rückführung staatlicher Aufgaben einfordern, um niedrigere Steuern zu zahlen. Und es wird jene geben, die dem Staat mehr Aufgaben zuschreiben wollen, auch um den Preis höherer Steuern. Erstere dürften eher unter den wohlhabenden Steuerzahlern zu finden sein. Letztere eher unter den weniger Wohlhabenden, die einen geringeren Teil der zusätzlichen Steuerlast zu tragen hätten.

An dieser Stelle ein Gleichgewicht zu finden, ist schwer. Im vergangenen Jahrzehnt wurde dieser Konflikt fast immer zu Gunsten der wohlhabenderen Steuerzahler entschieden. Es gab eine politische Präferenz für Wohlhabende und der Staat geriet in ernsthafte Finanzierungsprobleme. Er erfüllte seine Aufgaben teilweise nicht mehr adäquat. Dies könnte auch in Zukunft so sein. Das Ergebnis wäre je nach Standpunkt ein schlanker oder ein schwacher Staat.

Noch wichtiger ist die Frage nach der künftigen Finanzierung staatlicher Investitionen. Auch diese müssten in der Welt der Schuldenbremsen durch Steuern finanziert sein. Damit entstehen prinzipiell die gleichen Konflikte wie im Fall konsumtiver Ausgaben. Ihr Ausgang dürfte jedoch sogar noch stärker Richtung weniger Investitionen zugunsten niedriger Steuern tendieren. Denn die Erträge dieser Investitionen sind nicht nur unsicher, sie treten teilweise auch erst in der Zukunft ein. Also müssten die Steuerzahler der Gegenwart den höheren Lebensstandard der zukünftigen vorfinanzieren. Kein gutes Geschäft. Unter diesen Umständen ist auf Druck der Steuerzahler tendenziell eine zurückhaltende Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand zu erwarten. Eine solche Unterinvestition führt aber auf Dauer zu einem niedrigeren Wachstumspfad. Mithin ist in der Welt der Schuldenbremsen mit im Trend geringerem Wachstum und höherer Arbeitslosigkeit zu rechnen.

Schuldenbremsen verändern aber auch die Finanzmärkte. Das Angebot an Staatsanleihen schrumpft wegen der geringen staatlichen Schuldenaufnahme dramatisch. Der positive Effekt für Finanzminister: Die Zinsen dürften recht niedrig sein, das gibt Spielräume für Ausgaben oder – wahrscheinlicher – für Steuersenkungen. Zugleich vermindern sich die Möglichkeiten relativ sicherer Anlagen. Das trifft vor allem risikoscheue Privatanleger, Lebensversicherer und Pensionsfonds, die langfristig orientiert sind und Risiken zu vermeiden versuchen. Sie müssen nun auf riskantere Finanzmarktprodukte zurückgreifen, was beispielsweise die kapitalgedeckte Altersversorgung unsicherer macht. Die Welt der Schuldenbremsen ist also teilweise eine unsicherere Welt. Die erhoffte Lösung aller Probleme mit den Staatsfinanzen werden Schuldenbremsen also nicht bringen.

Sicher, der Staat wird schlank und Staatsverschuldung wäre kein beunruhigendes Thema mehr. Aber seine Aufgaben wird er mehr schlecht als recht erfüllen, was vor dem Hintergrund der beträchtlichen Herausforderungen durch Klimawandel, Energiewende und Bildungsnotstand alles andere als beruhigend ist. Zu befürchten ist zudem, dass die wirtschaftliche Dynamik niedriger und die Rente unsicherer ist, als es in einer Welt mit maßvollen und kontrollierten öffentlichen Schulden der Fall wäre.

 
Leser-Kommentare
  1. Seit wann ist es keine gute Idde mehr in die zukunft zu investieren und wer garantiert, dass alle Politiker so kurzsichtig sind, stets auf Steuersenkungen zu setzen, statt die Arbeitsfähigkeit des Staates zu garantieren?
    Eine Schuldenbremse schafft keine Konflikte, sie verschiebt den Raubbau an der Zukunft in eine Diskussion zwischen niedrigen Steuern und Handlungsfägihkeit des Staates, die dringend notwendig ist.

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    Sie missverstehen da was... es geht bei diesem Streit um grundsätzliche Ideologien.
    Die Realität, oder gar die "Arbeitsfähigkeit des Staates" sind doch lächerlich, verglichen mit der Tatsache dass IMMER Wahlkampf ist, und da heisst es in der Zeit nun mal so zu propagieren!

    Sie missverstehen da was... es geht bei diesem Streit um grundsätzliche Ideologien.
    Die Realität, oder gar die "Arbeitsfähigkeit des Staates" sind doch lächerlich, verglichen mit der Tatsache dass IMMER Wahlkampf ist, und da heisst es in der Zeit nun mal so zu propagieren!

    • gquell
    • 15.09.2011 um 16:46 Uhr

    Ich halte die Schuldenbremse im Grundgesetz für neoliberalen Schwachsinn, anders kann ich es nicht treffend ausdrücken. Durch diese Schuldenbremse soll ein Staat unveränderlich zementiert werden, auch wenn die Umstände schon ganz andere sind.

    Natürlich sollte ein Staat verantwortlich mit Krediten umgehen, aber eine absolute Bremse einzubauen, schwächt den Staat als Ganzes. Er hat keine Möglichkeit mehr, in wirtschaftlichen Notsituationen zu reagieren, Investitionen anzustoßen und Ungleichgewicht auszugleichen. Ein Staat ist kein wirtschaftlicher Betrieb! Der Staat sollte die Möglichkeit haben, im Fall einer Krise wirksame Hilfestellung zu geben, um das Gemeinwohl, also das Wohl aller, zu schützen. Wenn die Schuldenbremse greift, wird nur das Wohl der Mächtigen geschützt, eine Form des Feudalismus!

  2. 3. Devot?

    Nein, aber das Verschulden an sich führt zu einer Gängelung. Wo gibt es denn so was?

    Ein Wirtschaftsektor praßt, spielt und gebärdet sich, wird dann auch noch von den Menschen subventioniert und künstlich am Leben gehalten, auf welchen dieser beliebt herumzutrampeln.

    Sind wir denn noch ganz dicht? Dies grenzt an masochistische oder devote Verhaltensweisen.

    Insgesamt steht das ganze Schuldgeldsystem und das Erschaffen von "Vermögen" aus dem Nichts zur Disposition.
    Wenn wir nicht schnellstens den Laden aufräumen und die Fluchtwege offen halten, springen beim zu erwartenden Hausbrand einige über die Klinge.

    Fast schon verblödet mutet die Anwohner, welche den Pyromanen von ihren Fenstern aus zuschaun, wie diese um die Hausecken schleichen.

    Das ist kein Aufruf zum Kommunismus und Wohlstand für alle, das sind die nächsten Zündler, aber das muß wieder Ordnung rein, welche die gewählten "Volksvertreter(verräter)" in ihrer Gekauftheit nicht herzustellen gewillt sind.

  3. Die Finanzmarktkrisen zeigen doch, dass Konstrukte wie die private Rente oder Lebensversicherungen eh nur Glückspiele sind. Reformieren wir die Rente zu einer Umlagerente, fällt ein riesiger Berg an Finanzbedarf weg.

    Ähnlich lassen sich auch die anderen aufgezählten Punkte umdefinieren. Die Verteilungskämpfe fangen im Grunde doch schon bei der Arbeit an. In reifen, kapitalistischen Volkswirtschaften, die den Staat zurück drängen, wird Arbeit zu einem knappen Gut.

    Amerika hat versucht, die Tendenz mit Dienstleistungen abzufangen. Heute ist Amerika praktisch gezwungen billige Produkte aus Asien zu importieren, damit sich die Unterschichten überhaupt noch ein bisschen Konsum leisten können. Es wurde an zu vielen Schräubchen gedreht, die den Reichen Vergünstigen und den Armen Nachteile brachten. Die Lage ist heute ziemlich verfahren, das Land deindustrialisiert.

    Der Verteilungskampf sieht so aus, dass die, die noch was haben, sich mit Zähnen und Krallen gegen jeden staatlichen Eingriff wehren. Die Leistungsstarken wollen nur noch für die eigene Tasche leisten. Die Renditen werden durch die billige Arbeit der sozial schlechter platzierten optimiert.

    Der Knackpunkt ist nicht die Verschuldung. Der Knackpunkt sind die Prioritäten der Staatsführung. Immer weitere Vorteile für die Elite oder Wohlstand für möglichst viele.

    • Ron777
    • 15.09.2011 um 16:50 Uhr

    Wer meint, dass man mit Sparen einen überschuldeten Haushalt sanieren kann, der übersieht, dass Schuldenbremsen fast unweigerlich eine tiefe Bremsspuren in Wirtschaft und Gesellschaft hinterlassen. Fehlende Investitionen, zurückfallender Konsum und Angstsparen sind Folgen dieser Politik. Wachstum und ein mehr an Steuereinnahmen sind so nicht zu erreichen. Gerade für die Krisenländer bedeutet das radikale Sparen vielmehr eine Zuspitzung der Probleme. Wenn wir den kompletten Kollaps des Euro-Wirtschaftsraumes noch verhindern wollen, brauchen die Länder und Regierungen wieder Eigenständigkeit im Wirtschaften. Sie brauchen nationale Währungen, mit denen sie angemessen auf die durchaus unterschiedlichen Problemlagen ihrer Nationen reagieren können. Die Hilfsgelder der Rettungsschirme führen dagegen nur in eine Dauerabhängigkeit sowie in eine weitere Erosion der Wettbewerbsfähigkeit dieser Staaten. Griechenland bracuht seine Drachme, Spnaien braucht seine Peso zurück. Und auch Frankreich ist im Zwangskorsett des Euros bald ein Sanierungsfall. Wir müssen endlich handeln. Weg mit der Geiselhaftung durch den Euro!

    • Furor
    • 15.09.2011 um 16:55 Uhr

    "Unter diesen Umständen ist auf Druck der Steuerzahler tendenziell eine zurückhaltende Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand zu erwarten. Eine solche Unterinvestition führt aber auf Dauer zu einem niedrigeren Wachstumspfad. Mithin ist in der Welt der Schuldenbremsen mit im Trend geringerem Wachstum und höherer Arbeitslosigkeit zu rechnen."

    Wenn diese Staatsausgaben solch großartige Investitionen sind,warum steigen denn die Deutschlands Schulden seit Jahrzehnten schneller als das Bruttoinlandsprodukt? Was ist denn von einer Investition zu halten, die mehr kostet, als sie einbringt?

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    ...nicht immer so, bis in die 70iger war die Schuldenquote auf hohem Wohlstandsniveau relativ ausgeglichen zur Entwicklung des BIP.

    Wieso das heute nicht mehr so ist, kann ich nur spekulieren, ich vermute, dass viel von dem Geld nicht mehr in der Realwirtschaft investiert wird sondern letztlich an den Börsen landet und dass die Investitionen uneffektiv sind.

    Vielleicht ist es aber auch so, dass man immer mehr investieren muss, um immer weniger Wachstum damit zu erhalten. Da durchschaue ich den Ökonomen-Wachstumsbegriff aber nicht gut genug.

    möge sich dann jeder selbst eine Meinung bilden!

    Schuldenstand Deutschland z.Zt. ca 2,2 Billionen!

    1990 hatten wir knapp 600 Milliarden Schulden!

    Die Wiedervereinigung hat uns bisher rund 2 Billionen Euro gekostet!

    Gleichzeitig hat man die Steuern in einem bestimmten Segment gesenkt oder abgeschafft! ( Spitzensteuersatz, Vermögensteuer Börsenumsatzsteuer etc.)

    Das hat uns pro Jahr rund 50 Milliarden gekostet!

    Die Ausgaben des Staates sind seitdem um 1,8% gestiegen!

    Das Private Vermögen der Deutschen ist von 3 Billionen auf 5 Billionen angewachsen, allerdings nur bei rund 20% der Bürger!

    Und jetzt schaue ich mir hier im Ort die Strassen oder die Schule an, dann weiß ich das dieser Verteilungskampf längst im Gange ist und die Schuldenbremse nur ein Instrument ist um zu begründen das man Ausgaben NICHT tätigen kann!

    Wir hatten übrigens schon länger so etwas wie eine Schuldenbremse im GG stehen, hier war vorgesehen das der Staat nur Schulden machen darf für Investitionen!

    Mit der jetzigen Schuldenbremse dürfen wir uns um 0,35% des BIP Neuverschulden! Nur im Fall von Naturkatastrophen oder "Umständen" die sich der staatlichen Kontrolle entziehen wie z.b. Bankencrashs darf diese Grenze überschritten werden, aber nicht für die Finanzierung von Schulen, Renten oder Krankenhäusern!

    LG

    Klaus

    ...nicht immer so, bis in die 70iger war die Schuldenquote auf hohem Wohlstandsniveau relativ ausgeglichen zur Entwicklung des BIP.

    Wieso das heute nicht mehr so ist, kann ich nur spekulieren, ich vermute, dass viel von dem Geld nicht mehr in der Realwirtschaft investiert wird sondern letztlich an den Börsen landet und dass die Investitionen uneffektiv sind.

    Vielleicht ist es aber auch so, dass man immer mehr investieren muss, um immer weniger Wachstum damit zu erhalten. Da durchschaue ich den Ökonomen-Wachstumsbegriff aber nicht gut genug.

    möge sich dann jeder selbst eine Meinung bilden!

    Schuldenstand Deutschland z.Zt. ca 2,2 Billionen!

    1990 hatten wir knapp 600 Milliarden Schulden!

    Die Wiedervereinigung hat uns bisher rund 2 Billionen Euro gekostet!

    Gleichzeitig hat man die Steuern in einem bestimmten Segment gesenkt oder abgeschafft! ( Spitzensteuersatz, Vermögensteuer Börsenumsatzsteuer etc.)

    Das hat uns pro Jahr rund 50 Milliarden gekostet!

    Die Ausgaben des Staates sind seitdem um 1,8% gestiegen!

    Das Private Vermögen der Deutschen ist von 3 Billionen auf 5 Billionen angewachsen, allerdings nur bei rund 20% der Bürger!

    Und jetzt schaue ich mir hier im Ort die Strassen oder die Schule an, dann weiß ich das dieser Verteilungskampf längst im Gange ist und die Schuldenbremse nur ein Instrument ist um zu begründen das man Ausgaben NICHT tätigen kann!

    Wir hatten übrigens schon länger so etwas wie eine Schuldenbremse im GG stehen, hier war vorgesehen das der Staat nur Schulden machen darf für Investitionen!

    Mit der jetzigen Schuldenbremse dürfen wir uns um 0,35% des BIP Neuverschulden! Nur im Fall von Naturkatastrophen oder "Umständen" die sich der staatlichen Kontrolle entziehen wie z.b. Bankencrashs darf diese Grenze überschritten werden, aber nicht für die Finanzierung von Schulen, Renten oder Krankenhäusern!

    LG

    Klaus

  4. ...höherer Steuern gibt es nicht in einer europäischen Union mit Steueroasen wie Irland und Kapitalfreizügigkeit. Es sei denn die Steuern werden von den eher immobilen und einkommensschwachen Schichten eingezogen, was ungefähr genauso tödlich ist, wie soziale Transfers zu kürzen.

    Entweder Geld drucken, jahrelange bittere Rezession oder Abschaffung der Kapitalfreizügigkeit (was das Ende der EU wäre).

  5. Die Schuldenbremse ist vor allem Gesetz gewordene Feigheit. Künftig kann sich jede Regierung dahinter verstecken, wenn es mal wieder gilt, irgendwelche staatlichen Leistungen zu kürzen.
    Übrigens bilde ich mir ein, auch schon sagen zu können, welche Leistungen das sein werden. Die Subvention von Dienstwagen beispielsweise eher nicht.

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