Schuldenkrise Rating-Agentur stuft Italiens Kreditwürdigkeit herab

Standard & Poor's hält die Regierung für nicht imstande, wichtige Strukturreformen umzusetzen. Berlusconi wettert dagegen: Die Entscheidung sei politisch beeinflusst.

Die US-Rating-Agentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Italiens herabgestuft. Das Land werde bei der langfristigen Bonität fortan mit der Note A statt A+ bewertet, teilte Standard & Poor's mit. Grund seien "die sich abschwächenden Wachstumsaussichten" und die Einschätzung, dass die derzeitige Koalition die Fähigkeit des Landes einschränke, entschlossen auf die Schuldenkrise zu reagieren.

Durch eine Senkung der Bonitätsnote wird es für Länder in der Regel teurer, an den Finanzmärkten Kredite aufzunehmen. Damit könnte sich Italiens Schuldenproblem verschärfen, auch wenn die Einstufung noch weit vom Ramschstatus entfernt ist. Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Das Land hat mit etwa 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nach Griechenland den höchsten Schuldenstand in der Euro-Zone und muss entsprechende Zinszahlungen leisten.

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Die Herabstufung kommt für Italien zu einem Zeitpunkt, in dem über neue Finanzhilfen für das von der Insolvenz bedrohte Griechenland verhandelt wird und nährt daher die Angst vor einem Übergreifen der Krise auf andere Staaten. Infolge der Entscheidung gab an den asiatischen Devisenmärkten der Euro um mehr als einen halben US-Cent auf zeitweise unter 1,36 Dollar nach.

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi kritisierte die Entscheidung der Rating-Agentur umgehend. "Die Einschätzung von Standard & Poor's scheint mehr von Medienberichten als von der Realität diktiert worden zu sein. Sie scheint auch von politischen Erwägungen negativ beeinflusst", sagte Berlusconi. Die Regierung habe bereits Maßnahmen zur Haushaltssanierung eingeleitet. Schritte zur Förderung des Wirtschaftswachstums seien in Vorbereitung.

Standard & Poor's hatte die Herabstufung bereits im Mai angedroht. Die Agentur vollzog diese nun, obwohl das italienische Parlament erst vor wenigen Tagen ein weiteres Sparpaket der Regierung von Berlusconi in Höhe von 54,2 Milliarden Euro verabschiedet hatte. Zusammen mit bereits im Juli gebilligten Sparmaßnahmen will die Regierung mehr als 102 Milliarden Euro einsparen, um bis 2013 wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen.

"Reduzierte Geschwindigkeit der wirtschaftlicher Aktivität"

Die Rating-Agentur hat aber Zweifel, ob das Programm wirklich umgesetzt wird. "Wir glauben, dass die bisher reduzierte Geschwindigkeit von Italiens wirtschaftlicher Aktivität es schwer machen wird, die überarbeiteten Haushaltsziele der Regierung zu erreichen", teilte Standard & Poor's mit. Als Gründe für die Einschätzung nannte das US-Unternehmen eine niedrige Beschäftigungsquote, einen ineffizienten öffentlichen Sektor und geringe Investitionen aus dem Ausland. "Aus unserer Sicht scheut sich die Regierung davor, diese Fragen anzugehen", erklärte die Agentur mit Blick auf fehlende Strukturreformen.

Zeitleiste
Chronik Euro-Krise
Oktober 2009

Die griechische Regierung revidiert die Schätzung des Staatsdefizits für 2009 nach oben – von sechs auf mehr als zwölf Prozent des BIPs. Bereits zuvor enthielt die Schuldenstatistik des Landes gravierende Fehler: Im Jahr 2004 wurde bekannt, dass die Neuverschuldung in den Jahren 1998 und 1999 – also kurz vor Einführung des Euro – deutlich über den im Maastricht-Vertrag festgeschriebenen drei Prozent des BIPs lag. Ende 2010 werden Griechenlands Schulden mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.

16. Dezember 2009

Als erste Rating-Agentur stuft Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab; die anderen Agenturen folgen. Die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus, um das Defizit nachhaltig zu verringern, begründet Standard & Poor's die Entscheidung. In der EU wächst die Angst vor einem Staatsbankrott, der andere Länder anstecken könnte. In Griechenland kommt es zu ersten Streiks gegen die Sparpolitik der Regierung.

11. Februar 2010

Die Staats- und Regierungschefs der EU erklären sich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern. Die EU fordert Griechenland jedoch gleichzeitig auf, die Sparanstrengungen zu verstärken. Zuvor bescheinigte die Kommission ihren Finanzstatistiken qualitative Mängel. Die griechische Regierung verkündet zusätzliche Sparmaßnahmen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Das entspricht rund zwei Prozent des griechischen BIPs.

2. Mai 2010

Die EU-Finanzminister beschließen, Griechenland Kredite in Höhe von 110 Milliarden Euro zu gewähren: 80 Milliarden kommen von den Euro-Staaten, 30 vom IWF. Nur zehn Tage später fließt die erste Tranche nach Athen. Im Gegenzug wird Griechenland verpflichtet, hart zu sparen, die Wirtschaft zu reformieren und staatliche Unternehmen zu privatisieren. An den Kapitalmärkten kann sich Griechenland nur noch zu hohen Zinsen refinanzieren. Standard & Poor's bewertet die Anleihen des Landes als hochspekulativ (B).

8. Mai 2010

Das Bundesverfassungsgericht lehnt einen Eilantrag gegen die Griechenland-Hilfen ab. Fünf Wissenschaftler hatten nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Griechenland-Hilfe im Bundestag Verfassungsbeschwerde eingelegt. Ihr Argument: Die Hilfe verstoße gegen die EU-Verträge, genauer: gegen das Verbot der gegenseitigen Haftung in der sogenannten No-Bailout-Klausel. Mit den Finanzhilfen werde eine "verheerende Inflationspolitik" betrieben.

10. Mai 2010

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschließt, Staatsanleihen kriselnder Staaten aufzukaufen. Sie will verhindern, dass die Länder ihre Schulden nicht mehr bedienen können, weil die Zinsen immer weiter steigen. Ihre Statuten verbieten ihr, Anleihen direkt von den Emittenten zu erwerben; also wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt – dem sogenannten Sekundärmarkt – tätig. Mit der Ankündigung bricht die EZB mit einem Tabu: Bisher hat sie derartige Mittel zur Krisenbekämpfung stets abgelehnt.

7. Juni 2010

Die Euro-Finanzminister gründen in Luxemburg die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den sogenannten Euro-Rettungsschirm. Die Zweckgesellschaft soll im Notfall am Kapitalmarkt Kredite aufnehmen, um klamme Staaten finanziell zu stützen. Die Euro-Länder sollen für die Kredite bürgen, Deutschland mit bis zu 148 Milliarden Euro. Der EFSF umfasst insgesamt 750 Milliarden Euro. Die tatsächliche Kreditvergabekapazität liegt niedriger, weil für ein AAA-Rating hohe Garantien erforderlich sind.

29. September 2010

EU-Währungskommissar Olli Rehn präsentiert Vorschläge zur Krisenbewältigung. Der Finne will den Stabilitäts- und Wachstumspakt stärken und die EU finanzpolitisch besser steuern. Dazu sollen etwa Sanktionen künftig automatisch verhängt werden und nicht erst, wenn die Mitgliedsländer darüber entschieden haben. Und Schuldenstaaten sollen schon bei der Eröffnung eines Defizitverfahrens ein Strafpfand in Höhe von 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes hinterlegen. Die EU-Finanzminister entscheiden über die Vorschläge im März 2011.

30. September 2010

Die Rating-Agentur Moody's stuft Spanien herab, die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Sie bewertet die Bonität des Landes nun nicht mehr mit der Bestnote. Vor dem Platzen der Immobilienblase befand sich Spanien noch im Aufschwung. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen der Finanzkrise. Ministerpräsident Zapatero bestreitet, finanzielle Hilfe der EU zu brauchen. Spanien hat auf einen rigorosen Sparkurs geschwenkt – genau wie der ebenfalls hoch verschuldete Nachbar Portugal.

21. November 2010

Irland muss vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden. Das Land hat seine Banken mit Milliardenbeträgen vor dem Zusammenbruch gerettet und ist dadurch selbst in eine Schieflage geraten. Die Euro-Finanzminister beschließen Hilfskredite in Höhe von 85 Milliarden Euro, im Gegenzug muss Irland wie zuvor schon Griechenland hart sparen. Die irischen Bürger sind wütend: Bis zuletzt hatte ihre Regierung bestritten, Hilfe aus Brüssel beantragen zu wollen.
 

28. November 2010

Die Finanzminister der Euro-Länder einigen sich auf einen dauerhaften Krisenfonds, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Er soll 2013 den Rettungsfonds EFSF ablösen. Der ESM umfasst 700 Milliarden Euro, von denen maximal 500 Milliarden an Not leidende Staaten verliehen werden können. Der Rest dient als Sicherheitseinlage. Sie soll die Rating-Agenturen überzeugen, auch dem ESM Bestnoten zu verleihen. Im Gegensatz zum EFSF wird der neue Fonds mit einer Bareinlage in Höhe von 80 Milliarden Euro ausgestattet. In Einzelfällen können auch private Gläubiger beteiligt werden.

16. Dezember 2010 /25. Januar 2011

Die EZB verdoppelt ihr Grundkapital auf elf Milliarden Euro, um ihre Anleihekäufe abzusichern. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits für 72 Milliarden Euro Anleihen aufgekauft – griechische, irische, portugiesische, spanische. Einen Monat später gibt der Rettungsfonds EFSF erstmals selbst Anleihen auf dem Kapitalmarkt aus. Das Interesse der Anleger an den EFSF-Anleihen ist enorm, unter anderem wegen seines Top-Ratings.

11. März 2011

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beschließen, die Kreditvergabekapazität des EFSF auf 440 Milliarden aufzustocken. Außerdem einigen sich die Staaten auf den "Pakt für den Euro" – die Selbstverpflichtung, sich in der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik enger abzustimmen – und verpflichten sich zum Sparen. Gleichzeitig wird der Stabilitäts- und Wachstumspakts verschärft. Die von Deutschland geforderten automatischen Sanktionen scheitern allerdings am Widerstand der Mitgliedsstaaten.

April 2011

Innerhalb der schwarz-gelben Koalition regt sich Widerstand gegen den ESM: Mehr als 30 FDP-Politiker fordern, den Rettungsfonds auf dem Parteitag im Mai abzulehnen. Außerdem wollen sie ein Insolvenzverfahren für EU-Staaten mit starker Gläubigerbeteiligung und ein Verbot für die EZB, Anleihen aufzukaufen. Sie scheitern: Zwei Drittel der Liberalen sprechen sich gegen ein Nein zum ESM aus. Außenminister Westerwelle sagt: "Europa liegt im deutschen Interesse."

7. April 2011

Auch Portugal will unter den Rettungsschirm. Das ärmste Land Westeuropas sieht keine Alternative, nachdem die Opposition im März ein geplantes Sparprogramm der Minderheitenregierung ablehnte. Nach dreiwöchigen Verhandlungen bekommt Portugal 78 Milliarden Euro zugesprochen – und mehr Zeit für den Schuldenabbau: Die Neuverschuldung des Staats darf in diesem Jahr nun statt 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 5,9 Prozent betragen.

Juli 2011

Die Sorge um Italien lässt die Gemeinschaftswährung abrutschen. Die Staatsverschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft Europas ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, mit fast 120 Prozent höher als die Irlands und Portugals. Die Renditen auf ihre Anleihen steigen. Die Regierung plant, in vier Jahren knapp 48 Milliarden Euro einzusparen, etwa im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen. Berlusconi meint trotzdem: "Wir sind stabil."

21. Juli 2011

Die Euro-Länder beschließen das zweite Rettungspaket für Griechenland. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 109 Milliarden Euro und soll bis 2014 reichen. Erstmals beteiligen sich freiwillig private Gläubiger: Banken sollen 37 Milliarden Euro beisteuern, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Bonds mit geringeren Zinsen umtauschen. Ein Erfolg für die Bundesregierung, die sich für die Beteiligung privater Gläubiger eingesetzt hat.

8. August 2011

Die Europäische Zentralbank kauft erstmals auch italienische und spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt. Sie will damit verhindern, dass die Zinsen für die Krisenstaaten weiter steigen. Mit Erfolg: Der Druck auf die beiden Länder nimmt in den kommenden Wochen etwas ab. Italien erklärt sich bereit, ein weiteres Sparpaket aufzulegen: Bis 2013 soll der Haushalt um weitere 45 Milliarden Euro gekürzt werden.

August 2011

Die Debatte über Euro-Bonds entflammt. Euro-Gruppen-Chef Juncker ist dafür, die Krisenstaaten im Süden auch. In Deutschland drängen SPD und Grüne auf die gemeinsamen Anleihen; auch in der CDU bröckelt der Widerstand. Die FDP ist weiterhin strikt gegen Euro-Bonds, auch Angela Merkel lehnt sie ab. Unterdessen sorgen Gerüchte, Frankreich könnte sein AAA-Rating verlieren, für Turbulenzen an den Börsen. Der Dax fällt zeitweise um bis zu sechs Prozent im Vergleich zum Vortag. Sarkozy kündigt weitere Sparpläne an.

16. August 2011

Merkel und Sarkozy treffen sich zu einem Krisengipfel. Euro-Bonds sind dabei angeblich kein Thema. Stattdessen schlagen die beiden Staatschef eine EU-Wirtschaftsregierung vor, die sich aus dem Rat der Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder zusammensetzen soll. Außerdem soll eine Schuldenbremse nach deutschem Vorbild in die Verfassungen der Euro-Länder – und eine Steuer auf Finanztransaktionen. Letztere stößt vor allem bei den Banken auf wenig Gegenliebe.

31. August 2011

Das Bundeskabinett bringt das "Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" auf den Weg. Damit setzt es die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 21. Juli um. Deutschland bürgt nun für weitere 211 Milliarden Euro. Knackpunkt in der deutschen Diskussion ist die Beteiligung des Bundestages: Künftig soll das Parlament über alle neuen Hilfen abstimmen. Unter anderem haben die Unions- und die FDP-Fraktion dies gefordert.

August/September 2011
Banken Frankfurt

Die europäischen Banken misstrauen einander zunehmend. Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, bemühen sie die EZB. Der Liquiditätsfluss im Finanzsektor droht auszutrocknen, die Angst vor einer neuen großen Bankenpleite wächst. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), fordert deshalb, die Banken mit neuem Kapital auszustatten, das direkt vom Rettungsfonds EFSF kommen soll. Auch die Bankenaufsicht (EBA) zeigt sich besorgt. EZB-Chef Trichet und Deutsche-Bank-Chef Ackermann hingegen kritisieren die Vorstöße.

7. September 2011
Bundesverfassungsgericht

Erneut weist das Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden gegen die Griechenland-Hilfen ab. Die Richter entscheiden, dass die deutsche Beteiligung am Rettungsfonds EFSF mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie setzen aber voraus, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages allen Rettungsmaßnahmen zustimmen muss. Bisher musste sich Finanzminister Wolfgang Schäuble lediglich um ein Einvernehmen mit dem Parlament bemühen.

Mitte September 2011

Die Spekulationen über eine mögliche Insolvenz Griechenlands nehmen zu. Eine neue Immobiliensteuer soll das benötigte Geld in die öffentlichen Kassen bringen. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos sagt, sein Land brauche weitere Milliarden, um seine Haushaltsziele zu erreichen. Die griechische Wirtschaft schrumpft stärker als gedacht. Ein Sprecher des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble nennt die Spekulationen "zwecklos", aber Wirtschaftsminister Philipp Rösler sagt öffentlich, es dürfe keine Denkverbote geben. Eine geordnete Insolvenz schließt er nicht mehr aus.

29. September 2011

Der Bundestag billigt die von den Euro-Ländern geplante Aufstockung des Rettungsfonds EFSF auf 780 Milliarden Euro, von denen 440 Milliarden an überschuldete Euro-Staaten verliehen werden können. Treten die geplanten Änderungen in Kraft, steigen die deutschen Garantien um 88 Milliarden auf 211 Milliarden Euro. Zudem erhält der Fonds dann weitere Kompetenzen: Künftig soll er an der Börse Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen, um deren Kurse zu stabilisieren. Von 611 anwesenden Abgeordneten im Bundestag stimmen 523 dem Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu.

Oktober 2011

Am 26. Oktober stimmt der Bundestag schon wieder über eine Ausweitung des Rettungsfonds EFSF ab. In ihrer Regierungserklärung appelliert Kanzlerin Merkel an die Abgeordneten, ihre Rettungspolitik zu unterstützen: "Scheitert der Euro, scheitert Europa", sagt sie. 503 von 596 Abgeordneten stimmen für die Erweiterung. Auf dem anschließenden EU-Gipfel beschließen die Staats- und Regierungschefs einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Ausweitung des EFSF und eine Rekapitalisierung der Banken. Italien verspricht, stärker zu sparen.

Anfang November 2011
Lucas Papademos (r.) mit seinem Amtsvorgänger Giorgos Papandreou

Am 31. Oktober kündigt Griechenlands Ministerpräsident Papandreou überraschend an, er wolle seine Bevölkerung über die EU-Rettungshilfen abstimmen lassen. Europas Regierungen setzten Griechenland daraufhin unter Druck: Die nächste Kredittranche, von den Euro-Finanzministern eigentlich schon gebilligt, wird auf Eis gelegt. Am 3. November sagt Papandreou das Referendum wieder ab. Sechs Tage später kündigt er seinen Rücktritt an. Das frühere EZB-Ratsmitglied Lucas Papademos wird neuer griechischer Ministerpräsident.
 

Mitte November 2011
Mario Monti

Nach wachsendem Druck der Finanzmärkte auf Italien tritt Regierungschef Silvio Berlusconi zurück. Sein Nachfolger wird der frühere EU-Kommissar Mario Monti. Im Dezember stimmt das Parlament in Rom seinem Spar- und Sanierungsprogramm zu. Auch in Spanien wechselt die Regierung: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 20. November werden die Sozialisten abgewählt, die konservative Volkspartei (PP) mit ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy siegt. Er löst im Dezember José Luis Rodríguez Zapatero als Regierungschef ab.

Dezember 2011
David Cameron in Brüssel

Am 5. Dezember, nur wenige Tage vor dem nächsten EU-Gipfel, droht die Rating-Agentur Standard & Poor's Deutschland und weiteren 14 Ländern der Euro-Zone mit der Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit. Auf dem Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs ist Großbritanniens Premierminister David Cameron isoliert: Er will einen Vertrag für mehr Haushaltsdisziplin nicht mittragen, die anderen Länder vereinbaren den Abschluss des Regelwerks. Für sein Verhalten erntet Cameron auch im eigenen Land viel Kritik.

13. Januar 2012

Die Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Frankreichs Kreditwürdigkeit herab. Einen Tag später entzieht sie neun weiteren Ländern die Bestnote. Auch der Krisenfonds EFSF verliert sein AAA-Rating. Die Folgen sind begrenzt: Die Zinsaufschläge für einige Krisenländer bleiben zwar hoch, sinken aber in der Tendenz. Die erste Auktion des EFSF nach seiner Herabstufung verläuft reibungslos. Allerdings nimmt die Flucht in sichere Häfen zu: Wenige Tage vor der Herabstufung von Frankreich zahlt Deutschland erstmals negative Zinsen auf kurzfristige Staatspapiere – wie zuvor die Schweiz und Dänemark.

31. Januar

Die Staats- und Regierungschefs der EU verabschieden in Brüssel den Fiskalpakt. 25 Staaten stimmen dem neuen Regelwerk zu; Großbritannien und Tschechien bleiben außen vor. Die neuen Regeln sollen ab 2013 gelten. Künftig kann die Kommission ein Defizitverfahren auch ohne die Zustimmung der Finanzminister eröffnen, immer dann, wenn die Defizitquote eines Landes drei Prozent überschreitet. Das strukturelle Defizit in den Haushalten darf in der Regel nicht mehr die Grenze von 0,5 Prozent überschreiten. Die Krisenstaaten müssen ihre Schulden um fünf Prozent jährlich abbauen. Die Regierungschefs verabschieden auch den dauerhaften Krisenmechanismus ESM, der ab Juli in Kraft treten soll. 

21. Februar

Die EU-Finanzminister bringen in Brüssel ein zweites Rettungspaket für Griechenland auf den Weg. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro. Die Einigung der Minister mit Griechenland ist auch Voraussetzung für die Beteiligung privater Gläubiger an der Rettung des überschuldeten Landes. Sie sollen nun auf mehr als 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Der Schuldenstand Griechenlands soll dadurch auf rund 120 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken.

8. März 2012
Der Parthenon auf der Akropolis

Der Parthenon auf der Akropolis

Die griechische Regierung verschickt eine Erfolgsmeldung: An dem angekündigten Schuldenschnitt beteiligen sich nach Angaben des Finanzministeriums rund 86 Prozent aller Gläubiger, die Papiere nach griechischem Recht halten. Damit ist das nötige Quorum erreicht, um auch die anderen Gläubiger zum Umtausch zu zwingen. Insgesamt wären dann rund 95 Prozent der Investoren im Boot. Rund 197 Milliarden der 206 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden können nun umgeschuldet werden. Die Anleger erhalten Papiere mit längerer Laufzeit und niedrigerem Zinssatz. Griechenland bekommt mehr Zeit.

Im schlimmsten Szenario geht Standard & Poor's davon aus, dass Italien 2012 in eine Rezession gerät. Die Wirtschaftsleistung würde dabei um 0,6 Prozent sinken, gefolgt von einer "bescheidenen Erholung" in den Jahren 2013 und 2014. Der Ausblick für die weitere Bewertung bleibe daher negativ, teilte die Agentur mit.

Auch die Rating-Agentur Moody's hat Italien bereits eine Herabstufung angedroht. Derzeit hat das Land bei Moody's für langfristige Darlehen noch ein Aa2-Rating – es liegt damit zwei Stufen unter der Bestnote Aaa. Am Freitag hatte Moody's mitgeteilt, die Prüfung der Lage in Italien zu verlängern. Eine Entscheidung sei "im kommenden Monat" zu erwarten.

 
Leser-Kommentare
  1. denn da kann die EZB ja jetzt einfach Italienische Anleihen mit kaufen mit Geld das Deutschland ausleiht.
    Der Michl wird sowieso zahlen- er ist zwar gegen die Verschwendung seines Geldes im Mittelmeerraum aber waehlt trozdem stramm SPD!
    Mein ernster Vorschlag für Italien: Einführung einer eigenen Waehrung- genau wie Griechenland durfte Italien den Teuro ja nie bekommen!

    14 Leser-Empfehlungen
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    Die Wiedereinführung der Lira würde Italiens Wirtschaft zum immerwährenden Stillstand verdammen und Deutschlands Exporte wenigstens vorübergehend gefährden. Gründe:
    1. Schon einmal hat sich Italien vor dem Zusammenbruch gerettet mittels einer ungezügelten Abwertung der Lira. Die Konsequenz war der absolute Stillstand der Bemühungen um technologische Erneuerung. Gerade der technologische Rückstand und die fehlenden Investitionen sind auch heute Italiens Hauptproblem. Das Letzte, was Italien jetzt braucht, ist ein Schluck aus der Pulle mit veralteten Strukturen und Produkten.
    2. Bereits mit der Einführung des Euros wurden in Italien aus altbekannter Gier die Verbraucherpreise viel stärker als in den meisten anderen Ländern angehoben, so dass Italien immer noch das teuerste Land der Eurozone ist. Eine neue Währungsumstellung wäre ein willkommener Anlass für die immer noch gierigen Gewerbetreibenden Italiens, um eine neue Teuerungswelle einzuleiten.
    3. Durch eine drastische Geldentwertung würden italienische Produkte trotz technischer Unterlegenheit viele Märkte erobern, vor allem die, welche nicht so technologieempfindlich sind (Haushaltgeräte, Kleinautos, Lebensmittel, Bekleidung, Haushaltswaren) und damit die deutschen Exporte zumindest kurzfristig bedrohen. Der deutsche Binnenmarkt (Arbeitslosigkeit, Minijobs, immer noch kein Mindestlohn) ist noch nicht in der Lage, Ausfälle im Export zu kompensieren.

    Die Wiedereinführung der Lira würde Italiens Wirtschaft zum immerwährenden Stillstand verdammen und Deutschlands Exporte wenigstens vorübergehend gefährden. Gründe:
    1. Schon einmal hat sich Italien vor dem Zusammenbruch gerettet mittels einer ungezügelten Abwertung der Lira. Die Konsequenz war der absolute Stillstand der Bemühungen um technologische Erneuerung. Gerade der technologische Rückstand und die fehlenden Investitionen sind auch heute Italiens Hauptproblem. Das Letzte, was Italien jetzt braucht, ist ein Schluck aus der Pulle mit veralteten Strukturen und Produkten.
    2. Bereits mit der Einführung des Euros wurden in Italien aus altbekannter Gier die Verbraucherpreise viel stärker als in den meisten anderen Ländern angehoben, so dass Italien immer noch das teuerste Land der Eurozone ist. Eine neue Währungsumstellung wäre ein willkommener Anlass für die immer noch gierigen Gewerbetreibenden Italiens, um eine neue Teuerungswelle einzuleiten.
    3. Durch eine drastische Geldentwertung würden italienische Produkte trotz technischer Unterlegenheit viele Märkte erobern, vor allem die, welche nicht so technologieempfindlich sind (Haushaltgeräte, Kleinautos, Lebensmittel, Bekleidung, Haushaltswaren) und damit die deutschen Exporte zumindest kurzfristig bedrohen. Der deutsche Binnenmarkt (Arbeitslosigkeit, Minijobs, immer noch kein Mindestlohn) ist noch nicht in der Lage, Ausfälle im Export zu kompensieren.

  2. wer noch ernsthaft glaubt die lage europas bzw. der westl. welt ist noch irgendwie in den griff zu bekommen, täuscht sich gewaltig. Zu hoch die Zinslasten, zu unkontrollierbar die zockermärkte.

    wir befinden uns im freien fall, es ist nur eine frage von wochen, vllt. sogar nur mehr tagen, ehe die ersten finanzinstitute den bach runter gehen (frankreich!) und die gesamte weltwirtschaft mitreißen.

    pessimistisch? - nein realistisch.

    11 Leser-Empfehlungen
  3. gehen oder gegangen werden. Das ist Kondition Italiens für den nötigen Wandel. Schluss mit lustig.

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    Sie doch mal den Luca, dass er es macht. Die fähigen Leute in Italien wollen nicht in die Politik weil Sie wissen, dass sie nichts gegen die Mafia ausrichten können. Es ist die Tragik dieses Landes.

    Sie doch mal den Luca, dass er es macht. Die fähigen Leute in Italien wollen nicht in die Politik weil Sie wissen, dass sie nichts gegen die Mafia ausrichten können. Es ist die Tragik dieses Landes.

  4. 4. na ja

    um diesen ratingkino ein ende zu machen, sollte der euroraum endlich dicht machen und die kredite nur bei der ezb holen.

    kommt aufs gleich raus, aber die zinsen bleiben bei den euroländern, es gibt eine kontrolle der verschuldung und vor allem die erpressung durch die finanzmärkte ist erledigt.

    deren geschäft mit nichts, also erfundenem geld, den volkswirtschaften wertschöpfung abzuknöpfen auch.

    12 Leser-Empfehlungen
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    Ews wissen doch alle, dass die Abstufungen so weiter gehen werden, weiter gehen müssen nach den gängigen Kriterien der Ratingagenturen.

    Im Prinzip sind das alles Nicht-Nachrichten: In den Wirtschaftsredaktionen schreibt man dann: Alles schon eingepreist.

    Und die Aufregung ist vergeblich: Die Politiker sollten mal zeigen dass sie Kerle (auch Frau Merkel) sind und wirklich die Führungsrolle übernehmen anstatt sich immer nur treiben zu lassen!

    • an-i
    • 20.09.2011 um 13:00 Uhr

    ...geht leider nicht. die amis haben uns die "globalisierung der märkte" aufgedrängt, aber selber pflegen einen elenden protektionismus. sitzen überall in aller welt (in banken, firmen, konzernen...) und diktieren was geschieht.
    und wir europäer, statt uns gemeinsam zu wehren, fallen auch beleidigend über uns her.
    etliche bundesstaaten der usa sind mehr verschuldet als griechenland, aber würde ein einziger ami über auschluss nachdenken? wir haben den frieden nicht verdient...elende bemitleidenswerte chauvinisten.
    den anschluss der ddr mit 16 mio ew. haben wir locker bewältigt, einschl. rückbau von etlichen kombinaten. und bei griechenland mit 10 mio ew. wird so ein gezeter gemacht, ich schäme mich für deutschland...

    Ews wissen doch alle, dass die Abstufungen so weiter gehen werden, weiter gehen müssen nach den gängigen Kriterien der Ratingagenturen.

    Im Prinzip sind das alles Nicht-Nachrichten: In den Wirtschaftsredaktionen schreibt man dann: Alles schon eingepreist.

    Und die Aufregung ist vergeblich: Die Politiker sollten mal zeigen dass sie Kerle (auch Frau Merkel) sind und wirklich die Führungsrolle übernehmen anstatt sich immer nur treiben zu lassen!

    • an-i
    • 20.09.2011 um 13:00 Uhr

    ...geht leider nicht. die amis haben uns die "globalisierung der märkte" aufgedrängt, aber selber pflegen einen elenden protektionismus. sitzen überall in aller welt (in banken, firmen, konzernen...) und diktieren was geschieht.
    und wir europäer, statt uns gemeinsam zu wehren, fallen auch beleidigend über uns her.
    etliche bundesstaaten der usa sind mehr verschuldet als griechenland, aber würde ein einziger ami über auschluss nachdenken? wir haben den frieden nicht verdient...elende bemitleidenswerte chauvinisten.
    den anschluss der ddr mit 16 mio ew. haben wir locker bewältigt, einschl. rückbau von etlichen kombinaten. und bei griechenland mit 10 mio ew. wird so ein gezeter gemacht, ich schäme mich für deutschland...

  5. 5. [...]

    Bitte äußern Sie sich nur, wenn Sie sich konstruktiv und sachich an der Diskussion beteiligen wollen. Danke, die Redaktion/mk

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Mir fällt zum dem Thema nichts Konstruktives mehr ein.

    Das Ganze ist doch schon längst an die Wand gefahren - es tut nur noch nicht weh!
    Und mit dem Silvio unterm Rettungsschirm gibts auch nur Ringelpietz mit Anfassen.

    Sie haben völlig recht. Kann mich nur absolut unsachlich anschließen...

    Anders gesagt:

    Auf Unsachliches mit Unsachlichem zu reagieren, ist das nicht schon wieder "sachlich".

    Vielleicht kennen sich ja die Studenten in der ZEIT-Redaktion damit aus...

    Mir fällt zum dem Thema nichts Konstruktives mehr ein.

    Das Ganze ist doch schon längst an die Wand gefahren - es tut nur noch nicht weh!
    Und mit dem Silvio unterm Rettungsschirm gibts auch nur Ringelpietz mit Anfassen.

    Sie haben völlig recht. Kann mich nur absolut unsachlich anschließen...

    Anders gesagt:

    Auf Unsachliches mit Unsachlichem zu reagieren, ist das nicht schon wieder "sachlich".

    Vielleicht kennen sich ja die Studenten in der ZEIT-Redaktion damit aus...

  6. Der ClubMed ist weder fähig, noch willig, die gemeinsamen Euro-Kriterien einzuhalten. Sie hatten zehn Jahre Zeit, die Spielregeln eines harten Niedriginflationseuro in ihren Ländern umzusetzen. Passiert ist: Nichts!

    Deutschland sollte anfangen, die D-Mark (reloaded) zu drucken und jedem Gebietsansässigen erlauben, seine Euros in D-Mark zu einem Startkurs umzutauschen. Der Rest der Welt darf das nur in bestimmten Kontingenten oder aber für nachgewiesene Exporte nach Deutschland. In Zeiten des Internet sollten sich solche Devisenkontrollen einfach machen lassen.
    Und gegen die angeblich vernichtende Aufwertung der D-Mark(reloaded) kann die Bundesbank einen handelsgewichteten Zielwechselkurs festlegen.

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    so einfach ist das, nur leider gar nicht.

    1. Nicht der Club Med, nicht einmal Italien selbst ist der Beweggrund für Standard&Poors. Bunga Bunga hat jeglichen Kredit seiner Regierung verspielt.

    Zitat:"..Einschätzung, dass die derzeitige Koalition die Fähigkeit des Landes einschränke.." S&P

    Spanien steht an den Märkten z.Zt. besser da als Italien obwohl das Land wirtschaftlich deutlich schlechter drann ist. PO macht bessere Vortschritte als erwartet.

    Um es einmal einzuordnen D hat 83% erreicht Spanien steht jetzt bei guten 60%. Unsere Verschuldung ist also höher, wir stehen nicht besser da weil unsere Politik so toll ist, sondern weil unsere Unternehmen so stark sind. Soviel zum soliden D vs. Club Med.

    2. Zurück zur D-Mark und die Bundesbank legt einen Wechselkurskorridor fest.
    Das geht nur über Devisenbewirtschaftung (Politik). Die Umsetzung ist komplex und im Ergebniss schwächt es unsere Unternehmen, die sind aber unsere Stärke.
    Okay dann konvertibele Währung und Interventionen am Devisenmarkt. Mal davon abgesehen das wir dafür die Bundesbank erst einmal unter die Kontrolle der Politik stellen müssten, ist das Ergebniss Inflation in D also Enteignung der Sparer.

    Im Euro bleiben, Italien kann nur die EZB mit der Notenpresse retten und die Inflation teilen wir uns mit den anderen Eurostaaten. Ist auch nicht toll aber deutlich billiger als zurück zur D-Mark.

    mit gegangen - mit gefangen

    so einfach ist das, nur leider gar nicht.

    1. Nicht der Club Med, nicht einmal Italien selbst ist der Beweggrund für Standard&Poors. Bunga Bunga hat jeglichen Kredit seiner Regierung verspielt.

    Zitat:"..Einschätzung, dass die derzeitige Koalition die Fähigkeit des Landes einschränke.." S&P

    Spanien steht an den Märkten z.Zt. besser da als Italien obwohl das Land wirtschaftlich deutlich schlechter drann ist. PO macht bessere Vortschritte als erwartet.

    Um es einmal einzuordnen D hat 83% erreicht Spanien steht jetzt bei guten 60%. Unsere Verschuldung ist also höher, wir stehen nicht besser da weil unsere Politik so toll ist, sondern weil unsere Unternehmen so stark sind. Soviel zum soliden D vs. Club Med.

    2. Zurück zur D-Mark und die Bundesbank legt einen Wechselkurskorridor fest.
    Das geht nur über Devisenbewirtschaftung (Politik). Die Umsetzung ist komplex und im Ergebniss schwächt es unsere Unternehmen, die sind aber unsere Stärke.
    Okay dann konvertibele Währung und Interventionen am Devisenmarkt. Mal davon abgesehen das wir dafür die Bundesbank erst einmal unter die Kontrolle der Politik stellen müssten, ist das Ergebniss Inflation in D also Enteignung der Sparer.

    Im Euro bleiben, Italien kann nur die EZB mit der Notenpresse retten und die Inflation teilen wir uns mit den anderen Eurostaaten. Ist auch nicht toll aber deutlich billiger als zurück zur D-Mark.

    mit gegangen - mit gefangen

  7. Länder lassen sich halt nicht aus einem Bordell heraus regieren.
    Es wurde Zeit, dass die Italiener das mal langsam verstehen.

    10 Leser-Empfehlungen
  8. Der Artikel stellt fest:

    "Durch eine Senkung der Bonitätsnote wird es für Länder in der Regel teurer, an den Finanzmärkten Kredite aufzunehmen."

    Das hat auch sein Gutes. Wird die Droge teurer, können sich die Abhängigen weniger davon leisten, was ihnen dabei helfen kann, clean zu werden.

    Das ist kein Zynismus, sondern offizielle Politik vieler demokratischer Staaten, wie zum Beispiel von Deutschland, das Zigaretten besteuert, oder von Irland, das Alkohol hoch besteuert (weil die irische Regierung ihr Volk kennt).

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    die "Droge" kauft, wenn sie den Italienern zu teuer wird?

    die "Droge" kauft, wenn sie den Italienern zu teuer wird?

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