Wirtschaftswissenschaft Konkurrenz nützt Kunden nicht nur beim Preis

Eine Fallstudie am Beispiel von Supermärkten zeigt: Wenn auf einem Markt die Konkurrenz steigt, senken die Firmen nicht nur die Preise. Sie verbessern auch die Qualität.

Eigentlich sind die Daten, die Mitarbeiter der amerikanischen Statistikbehörden Monat für Monat in den Geschäften des Landes zusammentragen, für einen ganz profanen Zweck bestimmt: zum Messen der Inflation in den Vereinigten Staaten. Die Informationen bilden die Grundlage für den Index für die Verbraucherpreise, einen der wichtigsten wirtschaftlichen Indikatoren. Ein Wissenschaftler hat das Rohmaterial der Statistikämter jetzt für ganz andere Zwecke genutzt. Die Daten sind die Basis für eine Fallstudie, die faszinierende Einblicke in die Funktionsweise der Marktwirtschaft gibt.

David Matsa (Northwestern University) führt damit am Beispiel amerikanischer Supermärkte vor Augen, welche Folgen härterer Wettbewerb zwischen Unternehmen hat. Er analysiert ein Phänomen, das Volkswirte bislang weitgehend übersehen haben: Wenn auf einem Markt die Konkurrenz zwischen den Firmen steigt, senken diese nicht nur ihre Preise – sie verbessern gleichzeitig auch die Qualität ihrer Produkte.

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In den traditionellen Markt-Modellen der Ökonomen ist für solche Effekte kein Platz. Qualitätsverbesserungen bei Gütern und Dienstleistungen überzeugend einzufangen galt bislang als nahezu unmöglich. Volkswirte messen die Effekte von Wettbewerb bislang quasi ausschließlich anhand der Preise. David Matsa hat es geschafft, diesem Tunnelblick ein Ende zu bereiten. Mit Hilfe der Daten aus der US-Inflationsstatistik kann er die Servicequalität der Supermärkte im Detail messen – auf der Ebene einzelner Filialen und für die Jahre 1988 bis 2004.

Dreh- und Angelpunkt ist die Frage, wie viele Artikel in einem Supermarkt ausverkauft sind. Die Mitarbeiter der Statistikbehörden, die vor Ort die Preise erheben, vermerken in ihren Listen stets, wenn ein Produkt vergriffen ist.

Leser-Kommentare
  1. Ja, leere Regale ärgern mich am meisten und wenn ein Supermarkt schmuddelig ist.
    Bei mir ist in der Nähe ein EDEKA-Markt,auf dem beides zutrifft. Zudem wechselt an der Wust- u. Käsetheke häufig das Personal. Was viel über die Geschäftsführung des Marktes aussagt.
    Jedoch ist etwas weiter von meinen Wohnung ein anderer EDEKA-Markt, bei dem ich fast nur noch einkaufe, wenn ich bei EDEKA einkaufe. Der Markt ist sauber, das Personal meist freundlich, und die Regale sind immer gefüllt

  2. was Herr Matsa gemacht hat, (was sicherlich eine Fleissarbeit) aber so erstaunt über das Ergebnis bin ich längst nicht.

    "Insgesamt sprechen die Ergebnisse dafür, dass Volkswirte die positiven Effekte von Wettbewerb bislang unterschätzt haben."

    Vielleicht liegt's ja daran, dass ich kein Volkswirt bin?

    Bei uns in der Nähe gab es übrigens auch mal einen Wal-Mart. Ob der Service gut war weiss ich nicht mehr (muss er ja wohl gewesen sein, denn es gab ja noch Konkurrenten vor Ort).
    Ich glaube, letztlich ist er an der Qualität seiner Hausmarken-Produkte gescheitert.

    Vielleicht hätte man den Managern mal sagen sollen, dass die Deutschen mehr auf die Produkte selbst als auf den Service drum herum achten.

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    • Puka
    • 29.09.2011 um 12:16 Uhr

    Wo sind die Studien, die die Arbeitnehmerbedingungen bei zunehmender Konkurrenz untersuchen? Das ist doch das interessante Thema, der Rest ist Allgemeinwissen.

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    • PigDog
    • 29.09.2011 um 14:38 Uhr

    gut verschlossen in den Giftschränken diverser "Wirtschfts- und/oder Regierungsnaher Institute".

    Veröffentlicht wird nur was das gewünschte Ergebnis zeitigt.
    Was meistens eines ist, auf das auch Grundschüler mit etwas Nachdenken kommen...

    • PigDog
    • 29.09.2011 um 14:38 Uhr

    gut verschlossen in den Giftschränken diverser "Wirtschfts- und/oder Regierungsnaher Institute".

    Veröffentlicht wird nur was das gewünschte Ergebnis zeitigt.
    Was meistens eines ist, auf das auch Grundschüler mit etwas Nachdenken kommen...

  3. sind natürlich was fürchterliches. Viel besser dagegen ist es, wenn Lebensmittel weggeschmissen werden, damit wir Kunden immer schön aus dem Vollen schöpfen können.

    • PigDog
    • 29.09.2011 um 14:38 Uhr

    gut verschlossen in den Giftschränken diverser "Wirtschfts- und/oder Regierungsnaher Institute".

    Veröffentlicht wird nur was das gewünschte Ergebnis zeitigt.
    Was meistens eines ist, auf das auch Grundschüler mit etwas Nachdenken kommen...

    Antwort auf "Wo sind"
  4. 6. Klasse

    Super, dass man hier mit einem Erkenntnisgewinn vorangekommen ist. :-) Weiter so!

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