Drei Millionen Arbeitsplätze würden geschaffen werden, der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung würde sich verdreifachen und es wären keine neuen Kohle- oder Atomkraftwerke mehr nötig. Das wären die Konsequenzen, wenn die USA ein Erneuerbare-Energien-Gesetz nach der deutschen Vorlage einführen würden. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie, die ich während meiner Arbeit an der Columbia University in New York zusammen mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) durchgeführt habe.

Das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist bisher äußerst erfolgreich. Die Preise für erneuerbare Technologien sind gesunken, über 250.000 Arbeitsplätze sind entstanden und das Bewusstsein der Bevölkerung für Energiefragen ist gestiegen. Die einzig wirklich negative Folge des Gesetzes ist, dass der Preis für eine Kilowattstunde Strom um rund 3,5 Cent gestiegen ist. 

Unsere Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Strompreiserhöhung in den USA bis 2020 nur maximal 1,8 Cent pro Kilowattstunde betragen würde. Neben den eingangs genannten positiven Auswirkungen könnten in diesem Zeitraum einige der ältesten Kohlekraftwerke der USA abgeschaltet werden, die derzeit noch mit über 55 Gigawatt Leistung zur amerikanischen Stromversorgung beitragen.

Zum Vergleich: Laut Bundeswirtschaftsministerium gab es 2009 in Deutschland Kohlekraftwerke mit einer Leistung von knapp 52 Gigawatt und einem Anteil an der Gesamtstromerzeugung von 43 Prozent. Die USA könnten mit einem Erneuerbare-Energien-Gesetz also mehr Kohlekraftwerke abschalten als Deutschland insgesamt besitzt.

Amerika würde mit der Einführung eines EEGs seine gesamten Kohlendioxid-Emissionen um rund 10 Prozent senken. Mehrausgaben müsste die amerikanische Regierung nicht befürchten, da das EEG über die Erhöhung des Strompreises um 1,8 Cent pro Kilowattstunde finanziert würde.