Uganda Wie aus armen Bauern Geschäftsleute werden

Viele Bauern in Uganda sind von Entwicklungshilfe abhängig, sollen aber bald auf eigenen Füßen stehen. Das ist das große Ziel der Vereinten Nationen.

Kinder müssen gefüttert werden, sagt der Führer der Bauern. Erwachsene aber wollen sich selbst ernähren. Das sei eine Frage von Würde und Stolz. "Wir wollen weg von Lebensmittelhilfe und Bettelei." Die Kleinbauern von Amuru in Norduganda wollen künftig so viel Mais und Bohnen ernten, dass sie ihre Überschüsse verkaufen können. Sie wollen selbstständige Geschäftsleute werden.

Otika Samuel Ogikson ist Generalsekretär der Bauernvereinigung von Amuru. Wer ihn und seine Leute besuchen will, braucht unempfindliches Sitzfleisch, einen robusten Wagen und viel Übung in Geduld. Von der Distrikthauptstadt Gulu fährt der Jeep mindestens eine Dreiviertelstunde über holprige Straßen, bis er bei den Kleinbauern ankommt. Immerhin gibt es überhaupt einen Fahrweg. Es ist noch nicht lange her, da führte überhaupt keine Straße zu den Bauern von Amuru.

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Ogikson lässt die neue Straße auf eine bessere Zukunft hoffen – ebenso wie das Gebäude, das in seinem Rücken inmitten der grünen Felder steht. Es ist eine kleine, steinerne Lagerhalle, die vor Kurzem fertig geworden ist. Noch steht sie leer. Bald aber soll sie mit Waagen, Feuchtigkeitsmessern und Maisentkernern ausgestattet werden. In dieser Halle können Feldfrüchte besser gelagert werden als in den Lehmhütten, in denen die Bauern wohnen und die ihnen bisher als Aufbewahrungsort dienten. Straße und Lagerhalle sollen den Farmern die Möglichkeit geben, Mais und die Bohnen, die sie ernten, in nennenswerten Mengen und in guter Qualität zu vermarkten.

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So könnten sie sich einen bescheidenen Wohlstand erwirtschaften. Für die Bauern von Amuru käme das einem Quantensprung gleich. In ihrer Heimat gibt es viele Konflikte. Lange wurde der Norden Ugandas von einem Bürgerkrieg verwüstet. Die Lord’s Resistance Army des Fanatikers Joseph Kony terrorisierte die Einwohner und entführte Kinder, um sie als Soldaten in ihre Reihen zu zwingen. Weil die Menschen ihre Dörfer verließen und Schutz in Flüchtlingscamps suchten, konnten sie ihre Äcker nicht mehr bebauen. Sie überlebten, weil Hilfsorganisationen sie mit Nahrungsmitteln versorgten.

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In und um Gulu sind die Verletzungen des Krieges spürbar. In vielen Familien sind die Kinder auf sich gestellt. Manchmal kümmern sich die Großeltern um sie. Es fehlt an allem: Das Bildungssystem und medizinische Versorgung seien kaum in der Lage, ihre Aufgabe zu erfüllen, sagt Martin Ojara Mapenduzi. Er versucht als Chef der Distriktregierung, für die Menschen der Region eine bessere Zukunft zu schaffen. Es gebe zu wenige Straßen, sagt Mapenduzi, zu wenige gut ausgebildete Leute, die das Land wieder aufbauen könnten, und zu wenige Einnahmen für die öffentlichen Kassen.

Die Felder der Region bringen noch nicht so hohe Erträge wie früher. Vor zwei Jahren sind die Menschen in ihre Dörfer zurückgekehrt. Den Boden so zu bearbeiten, dass er wieder gute Ernten hervorbringt, dauert. Trotzdem sind die Bauern von Amuru zuversichtlich. "Wir haben eine Vision", sagen sie. "Wir halten zusammen", und: "Früher waren wir nicht so produktiv. Wir mussten unsere Ernte schnell verkaufen, damit sie nicht verrottete, und einen billigen Preis akzeptieren."

Der Grund ihres Optimismus ist eine neue Strategie des World Food Programmes (WFP). Die UN-Organisation will weg von der puren Nothilfe und hin zum langfristigen Aufbau tragfähiger Strukturen. Wie das klappen kann, testet sie in Uganda. Irgendwann einmal, so das Ziel, sollen Bauern wie die in Amuru auf eigenen Füßen stehen. "Einkauf für den Fortschritt" oder "Purchase for Progress" heißt das Programm im Jargon der Vereinten Nationen, abgekürzt P4P. Die Idee: Das WFP oder andere Händler kaufen, die Landwirte verkaufen. Beide Seiten profitieren.

"Es geht darum, die Bauern mit dem Markt zu verlinken", erklärt Tiziana Zocheddu, die Chefin des WFP-Regionalbüros in Gulu. Bislang bringen viele Kleinbauern in Uganda nur einen Bruchteil ihrer Ernte auf den Markt. Bis zu 30 Prozent des Mais verdarben früher in Amuru, erzählen die Menschen, denn es gab keine Lagermöglichkeiten. Die übrig gebliebenen Körner waren oft schmutzig, zerbrochen oder von Tieren angefressen.

Ausbildung

Schulungen für Bauern und eine bessere Infrastruktur, um ihre Produkte zu lagern und zu vermarkten: Das sind die Kernelemente des Programms Purchase for Progress. Das Mitarbeiter von Entwicklungsorganisationen, mit denen das World Food Programme (WFP) zusammenarbeitet, zeigen den Farmern, wie Maiskörner und Bohnen richtig getrocknet werden, wie sie als Gruppe gut zusammenarbeiten können und was bei der Vermarktung ihrer Produkte zu beachten ist. Es geht darum, eine möglichst hohe Qualität zu erreichen, denn die Anforderungen der Händler sind groß. Mais, der zu stark verunreinigt, zu feucht oder beschädigt ist, wird von den großen Lagerhäusern nicht akzeptiert.

Straßen und Lagerhäuser

Weil mehr Wissen um bessere Lager- und Vermarktungsmethoden alleine nicht ausreicht, baut das WFP auch eine  Infrastruktur auf. Die UN-Organisation errichtet kleine Gebäude, die als Sammelstellen auf dem Land dienen, und sie baut oder renoviert große Lagerhäuser in den Städten. Weil dort die Ernten vieler kleiner Bauern gesammelt werden, kommen große Mengen zusammen. Gegen eine geringe Gebühr reinigen und trocknen die Betreiber den Mais. So wird das Angebot auch für Kunden interessant, die viel Getreide guter Qualität benötigen, etwa für Händler aus dem Südsudan oder aus Kenia.

Internet und Banken

Die großen Lagerhäuser werden von privaten Handelsunternehmen betrieben und sind der ugandischen Warenbörse angeschlossen, die online über gehandelte Mengen und Preise informiert. Die Bauern können die Marktinformationen im Lagerhaus einsehen. Auf dieser Basis können sie entscheiden, wann und an wen sie verkaufen. Mancherorts informieren sie sich auch per Handy. Mit der eingelagerten Ware als Sicherheit erhalten sie bei bestimmten Banken Kredit. Das Geld hilft ihnen über die Zeit zwischen Ernte und Verkauf oder es ermöglicht wichtige Anschaffungen.

Um einen geringen finanziellen Ertrag zu erzielen, verscherbelten die Bauern ihre Produkte an den erstbesten Zwischenhändler, der im Dorf auftauchte, und akzeptierten jeden Preis. "Wegen der hohen Verluste hatten wir nicht immer genug zu essen. Der Verkauf brachte kaum etwas ein", fasst einer die Konsequenzen zusammen. Schulungen und eine neue Infrastruktur sollen den Bauern nun helfen, ihre Erzeugnisse auf den Markt zu bringen.

Erfahrungen aus dem Südosten

Im Distrikt Kapchorwa, weit weg von Gulu, im fruchtbaren Hochland Südost-Ugandas, arbeiten die Bauern seit einiger Zeit mit neuen Anbaumethoden. Hier, im Dorf Tambacha, lebt Mike Andyama. In den vergangenen beiden Jahren haben sich seine Erträge vervielfacht, berichtet er. Mit den Erträgen finanziert Andyama das Schulgeld für seine drei Kinder, kauft Nahrungsmittel und Kleidung für sich und seine Familie. Sein nächstes Haus soll aus Stein sein, sagt er.

Es ist für den Bauern aber immer noch ein Problem, seine Ernten in die Distrikthauptstadt zu transportieren. "Bisher haben wir unsere Erzeugnisse auf Eseln zum Markt gebracht", sagt er. Für Autos sind die Pfade hier nicht geeignet. Aber ein Bulldozer fräst gerade eine breite rote Erdpiste in die grüne Landschaft Kapchorwas. Über die Piste sollen die Erzeugnisse von Andyamas Gemeinschaft künftig schneller und sicherer ins zentrale Lagerhaus gelangen. Straßen und Lagerhäuser – wie Samuel Ogikson in Gulu setzt auch Andyama große Hoffnungen auf diesen neuen Weg.

Das Lagerhaus von Jinja

Etwas weiter südwestlich, in Jinja, lässt sich besichtigen, wie sich das World Food Programme den Betrieb in seinen Lagerhäusern künftig vorstellt. Hier steht schon ein Lagerhaus, Arbeiter schleppen Säcke mit Mais, Trocknungs- und Reinigungsmaschinen lärmen. Und auf dem Gelände entsteht eine weitere Lagerhalle, Jinja expandiert. Die neue Anlage soll bis zu 15.000 Tonnen Mais pro Stunde reinigen und trocknen können. Die bisherige schafft nur ein Drittel davon.

In Amuru und Gulu ist es noch nicht so weit. Generalsekretär Ogikson macht sich Sorgen, das WFP könnte sich zurückziehen, bevor die Bauern ihr Geschick wirklich in die eigenen Hände nehmen können. Er bittet um mehr Unterstützung: Vorsichtig fragt er, ob das WFP ihnen nicht auch helfen könne, ihre Erzeugnisse leichter zum Markt zu bringen. Etwa durch die Spende eines Fahrzeugs?

Die Helfer erteilen ihm eine freundliche Absage. "Es wäre nicht fair, euch Geld oder einen Wagen zu geben", sagt P4P-Koordinator Elvis Odeke den Bauern, dann wären die wieder Hilfsempfänger. Wenn derzeit Waren auf den Markt sollen, legen die Bauern zusammen und mieten ein Fahrzeug. Das ist der richtige Weg, meint Odeke. "Ihr müsst gemeinsam Lösungen für Eure Probleme entwickeln." So könnten sie Erfahrungen sammeln und dann später, wenn das WFP sich zurückziehe, als Geschäftsleute alleine bestehen. "Wir geben unser Bestes", sagt Odeke. "Aber den Rest – den müsst Ihr alleine regeln."

 
Leser-Kommentare
  1. ""Wir wollen weg von Lebensmittelhilfe und Bettelei."
    Das ist in Deutschland nicht anders, auch dann wie deutschen Egomanen-Betonköpfe das einfach nicht begreifen (H4 etc.)

    Wenn das so ist, so wäre das immerhin mal ein Konzept für diese Länder.

    "Die Kleinbauern von Amuru in Norduganda wollen künftig so viel Mais und Bohnen ernten, dass sie ihre Überschüsse verkaufen können. Sie wollen selbstständige Geschäftsleute werden."

    Mir scheint aber unklar zu sein, ob diese Geschäftsmodelle auch abgeprüft sind, dh ob diese Märkte auf den Weltmärkten unterzubringen sind, nicht dass wir Produkte erzeugen, welche nachher vernichtet werden müssen.

    Der deutsche Staat hatte auch mal die glorreiche Idee von Geschäftsgründungen für Arbeitslose etc. Das war ein riesengroßer Schlag ins Wasser. Weil man "Geschäfte" nur gründen kann, wenn es dafür einen Markt gibt. Im Prinzip war das eine Vollverarschung der Bürger.

    Wenn man dort also Konzepte entwickelt, was gut ist, so sollten diese geprüft sein, ob diese auch erfolgreich sein können.

    Auf jeden Fall geben sie den Menschen erst mal Hoffnung.
    Das ist in dieser Situation schon viel.

    Eine Leser-Empfehlung
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    • Dok06
    • 15.09.2011 um 16:30 Uhr

    Da müssen Sie sich keine Sorgen machen, die Lebensmittelpreise sind nach wie vor hoch und die Nachfrage wird potenziell steigen und nicht sinken.

    Kommentare macht es keinen Spass mehr, bei Zeit-online zu lesen.
    Zitat. "Mir scheint aber unklar zu sein, ob diese Geschäftsmodelle auch abgeprüft sind,...".
    Wer bitte soll prüfen? Wir in Europa? Die dortige Regierung? Mir scheint, Sie sind gedanklich im Sozialismus hängen geblieben.
    Zitat: "Der deutsche Staat hatte auch mal die glorreiche Idee von Geschäftsgründungen für Arbeitslose etc. Das war ein riesengroßer Schlag ins Wasser. Weil man "Geschäfte" nur gründen kann, wenn es dafür einen Markt gibt. Im Prinzip war das eine Vollverarschung der Bürger."
    Dieses Zitat ist ja nun selten d.... Was ist daran "Vollverarsche"? Jemand hat eine Idee, macht sich selbstständig und der Staat unterstützt dies mit Steuergeldern. Wunderbar. Wo ist da Verarsche? Soll der Staat für den Erfolg garantieren? Soll der Steuerzahlung für eventuelle Verluste geradestehen???
    Mit Ihrer gedanklichen Einstellung (rumsitzen, rummotzen und andere verantwortlich machen) sägen Sie an dem Ast, auf dem wir alle sitzen und von dem wir alle leben!!!

    • Dok06
    • 15.09.2011 um 16:30 Uhr

    Da müssen Sie sich keine Sorgen machen, die Lebensmittelpreise sind nach wie vor hoch und die Nachfrage wird potenziell steigen und nicht sinken.

    Kommentare macht es keinen Spass mehr, bei Zeit-online zu lesen.
    Zitat. "Mir scheint aber unklar zu sein, ob diese Geschäftsmodelle auch abgeprüft sind,...".
    Wer bitte soll prüfen? Wir in Europa? Die dortige Regierung? Mir scheint, Sie sind gedanklich im Sozialismus hängen geblieben.
    Zitat: "Der deutsche Staat hatte auch mal die glorreiche Idee von Geschäftsgründungen für Arbeitslose etc. Das war ein riesengroßer Schlag ins Wasser. Weil man "Geschäfte" nur gründen kann, wenn es dafür einen Markt gibt. Im Prinzip war das eine Vollverarschung der Bürger."
    Dieses Zitat ist ja nun selten d.... Was ist daran "Vollverarsche"? Jemand hat eine Idee, macht sich selbstständig und der Staat unterstützt dies mit Steuergeldern. Wunderbar. Wo ist da Verarsche? Soll der Staat für den Erfolg garantieren? Soll der Steuerzahlung für eventuelle Verluste geradestehen???
    Mit Ihrer gedanklichen Einstellung (rumsitzen, rummotzen und andere verantwortlich machen) sägen Sie an dem Ast, auf dem wir alle sitzen und von dem wir alle leben!!!

  2. Da können die Kleinbauern jetzt ihren Mais lagern und werden von den Zwischenhändlern nicht mehr übers Ohr gehauen.
    .
    Und demnächst kommt der IWF/die Eu /usw. ruft Freihandel und die Kleinbauern können mit ihrem Mais nicht mehr gegen die subventionierten Landwirtschaften ijn USA/Europa konkurieren.
    .
    Nettes Prinziep, nur nicht zu Ende gedacht. Erinnert mich an den Fisch und das Netz.... nur leider fischen die EU-Trawler den Küstenfischer in Afrika die Fischgründe leer!
    .

    • Dok06
    • 15.09.2011 um 16:30 Uhr

    Da müssen Sie sich keine Sorgen machen, die Lebensmittelpreise sind nach wie vor hoch und die Nachfrage wird potenziell steigen und nicht sinken.

    Antwort auf "Das Prinzip Hoffnung"
  3. Das Land auf dem Foto sieht gut aus und dürfte produktiv sein. Wenn es in der Gegend friedlich bleibt, sollte es kein Problem sein, Mais und Bohnen anzubauen wie früher. Am wichtigsten an dem ganzen Unternehmen scheint mir die Verbesserung der Zufahrtswege. Das sollte vermehrt Händler anlocken, die sich beim Ankauf von Produkten und eventuellen Verkauf von Saatgut und Mineraldünger untereinander Konkurrenz machen und die Transportkosten senken. Der Lagerhausbau und der Ankauf der lokalen Erzeugnisse durch das WFP sind nicht gerade ´´market driven´´, aber eine willkommene Starthilfe. Das Lagerhaus sollte nach Übergabe an die Bauern, eher von professionellen Händlern gemanagt werden als von einer Bauernkooperative, der oft das Kapital und know-how zur Führung eines solchen, notwendigermassen kommerziellen Betriebs fehlt.

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    Redaktion

    Lieber Blauäugiger,

    danke für Ihren Kommentar. Drei Anmerkungen:

    - Die Bauernkooperativen betreiben nur die Sammelstellen auf dem Land. Die städtischen Lagerhäuser werden sehr wohl von professionellen Händlern geleitet, nicht vom WFP und auch nicht von den Bauern. Die UN-Organisation gibt Starthilfe: Sie finanziert Bau, Renovierung und/oder Ausstattung und subventioniert anfangs den Betrieb.
    - Die Bauern liefern an die städtischen Lagerhäuser. Diese müssen wirtschaftlich arbeiten und Qualitätsstandards erfüllen. D.h. sie akzeptieren nur Mais einer bestimmten Qualität. Was schlechter ist, müssen die Bauern wieder mitnehmen (Schulungen sollen aber helfen, dass sie die Qualitätsstandards immer besser halten können). Gegen eine geringe Gebühr trocknen und reinigen die Lagerhausbetreiber den Mais und lagern ihn ein.
    - Die Kunden kaufen über die Lagerhäuser bei den Bauern. Das WFP ist nur ein Kunde unter vielen. Wenn südsudanesische oder kenianische Händler höhere Preise zahlen, können die Bauern ebenso gut an sie verkaufen wie ans WFP.

    Viele Grüße aus der Redaktion!
    Alexandra Endres

    Redaktion

    Lieber Blauäugiger,

    danke für Ihren Kommentar. Drei Anmerkungen:

    - Die Bauernkooperativen betreiben nur die Sammelstellen auf dem Land. Die städtischen Lagerhäuser werden sehr wohl von professionellen Händlern geleitet, nicht vom WFP und auch nicht von den Bauern. Die UN-Organisation gibt Starthilfe: Sie finanziert Bau, Renovierung und/oder Ausstattung und subventioniert anfangs den Betrieb.
    - Die Bauern liefern an die städtischen Lagerhäuser. Diese müssen wirtschaftlich arbeiten und Qualitätsstandards erfüllen. D.h. sie akzeptieren nur Mais einer bestimmten Qualität. Was schlechter ist, müssen die Bauern wieder mitnehmen (Schulungen sollen aber helfen, dass sie die Qualitätsstandards immer besser halten können). Gegen eine geringe Gebühr trocknen und reinigen die Lagerhausbetreiber den Mais und lagern ihn ein.
    - Die Kunden kaufen über die Lagerhäuser bei den Bauern. Das WFP ist nur ein Kunde unter vielen. Wenn südsudanesische oder kenianische Händler höhere Preise zahlen, können die Bauern ebenso gut an sie verkaufen wie ans WFP.

    Viele Grüße aus der Redaktion!
    Alexandra Endres

  4. Kommentare macht es keinen Spass mehr, bei Zeit-online zu lesen.
    Zitat. "Mir scheint aber unklar zu sein, ob diese Geschäftsmodelle auch abgeprüft sind,...".
    Wer bitte soll prüfen? Wir in Europa? Die dortige Regierung? Mir scheint, Sie sind gedanklich im Sozialismus hängen geblieben.
    Zitat: "Der deutsche Staat hatte auch mal die glorreiche Idee von Geschäftsgründungen für Arbeitslose etc. Das war ein riesengroßer Schlag ins Wasser. Weil man "Geschäfte" nur gründen kann, wenn es dafür einen Markt gibt. Im Prinzip war das eine Vollverarschung der Bürger."
    Dieses Zitat ist ja nun selten d.... Was ist daran "Vollverarsche"? Jemand hat eine Idee, macht sich selbstständig und der Staat unterstützt dies mit Steuergeldern. Wunderbar. Wo ist da Verarsche? Soll der Staat für den Erfolg garantieren? Soll der Steuerzahlung für eventuelle Verluste geradestehen???
    Mit Ihrer gedanklichen Einstellung (rumsitzen, rummotzen und andere verantwortlich machen) sägen Sie an dem Ast, auf dem wir alle sitzen und von dem wir alle leben!!!

    Antwort auf "Das Prinzip Hoffnung"
  5. Hört sich erst einmal alles sehr positiv an. Ich drücke den Bauern die Daumen, dass es ein Happy End geben wird.

    In dem Projekt werden zwei Sachen getestet: einmal ob solche einfache Bauern mit einer jüngeren sehr schmerzvollen Vergangenheit wieder ihr Leben in den Griff bekommen können und zweitens ob das Welternährungsprogramm es hinbekommt das nötige Fingerspitzengefühl und den nötigen langen Atem besitzt, bis zum letztendlichen Erfolg mit zu helfen.

    Es zeigt doch: ein Bauer hat keine Chance ohne Infrastrukur, ein Minimum an technischer Ausrüstung, stabile Wirtschaftspolitik seines Staates. Es warten noch Millionen von Kleinbauern in Entwicklungsländern auf ihre Chance.

    Es gibt noch viel zu tun, für Lobhudelei ist es also noch viel zu früh.

  6. Redaktion

    Lieber Blauäugiger,

    danke für Ihren Kommentar. Drei Anmerkungen:

    - Die Bauernkooperativen betreiben nur die Sammelstellen auf dem Land. Die städtischen Lagerhäuser werden sehr wohl von professionellen Händlern geleitet, nicht vom WFP und auch nicht von den Bauern. Die UN-Organisation gibt Starthilfe: Sie finanziert Bau, Renovierung und/oder Ausstattung und subventioniert anfangs den Betrieb.
    - Die Bauern liefern an die städtischen Lagerhäuser. Diese müssen wirtschaftlich arbeiten und Qualitätsstandards erfüllen. D.h. sie akzeptieren nur Mais einer bestimmten Qualität. Was schlechter ist, müssen die Bauern wieder mitnehmen (Schulungen sollen aber helfen, dass sie die Qualitätsstandards immer besser halten können). Gegen eine geringe Gebühr trocknen und reinigen die Lagerhausbetreiber den Mais und lagern ihn ein.
    - Die Kunden kaufen über die Lagerhäuser bei den Bauern. Das WFP ist nur ein Kunde unter vielen. Wenn südsudanesische oder kenianische Händler höhere Preise zahlen, können die Bauern ebenso gut an sie verkaufen wie ans WFP.

    Viele Grüße aus der Redaktion!
    Alexandra Endres

    Antwort auf "Mal was Positives "
  7. ist das nicht ein bisschen viel ? Das wären ca. 600 LKWs.

    Oder sollen das 15.000 Kilogramm sein ?

    Wozu muß Mais in Afrika getrocknet werden ? Da ist es doch warm und trocken.

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