US-Armutsrate46 Millionen Amerikaner sind arm

Es ist der höchste Stand seit den Neunzigern: Jeder sechste US-Bürger ist arm, noch mehr haben keine Krankenversicherung. Afro- und Hispano-Amerikaner leiden besonders. von dpa und AFP

In den USA leiden, gemessen an der Gesamtbevölkerung, so viele Menschen an Armut wie seit beinahe zwei Jahrzehnten nicht mehr. Im vergangenen Jahr galten 15,1 Prozent der Bevölkerung als arm, das sind 46,2 Millionen Menschen. Dies ist laut dem Zensusbüro in Washington der höchste Stand seit 1993. Die Zahl stieg damit das vierte Jahr in Folge an, 2009 hatte die Armutsrate bei 14,3 Prozent gelegen.

Als arm gilt in den USA offiziell eine vierköpfige Familie, die weniger als 22.314 Dollar (etwa 16.300 Euro) jährlich zur Verfügung hat. Die Grenze für Einpersonenhaushalte liegt bei 11.139 Dollar. Besonders hoch war die Armutsrate den Angaben zufolge unter afroamerikanischen Bürgern (27,4 Prozent) und in der hispanischstämmigen Bevölkerung (26,6 Prozent).

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Die Zahlen spiegeln auch die schlechte Wirtschaftslage wider, die USA leiden bis heute unter den Nachwirkungen der vor vier Jahren durch die Finanz- und Immobilienkrise ausgelösten Rezession. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 9,1 Prozent. Das mittlere Haushaltseinkommen sank den Statistikern zufolge seit Beginn der Rezession im Jahr 2007 um 6,4 Prozent auf 49.445 Dollar.

Insgesamt habe sich das Einkommen der Haushalte, verglichen mit der Inflation, in den vergangenen 30 Jahren kaum bewegt: Während eine Durchschnittsfamilie preisbereinigt heute lediglich elf Prozent mehr verdiene als 1980, seien die Verbraucherpreise um rund 155 Prozent gestiegen, berichtete der US-Fernsehsender CNN.

Die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung stieg den Angaben zufolge im vergangenen Jahr um 900.000 auf 49,9 Millionen.

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Leserkommentare
    • PigDog
    • 14. September 2011 11:02 Uhr
    105. @ ttx

    ja, mir ist vieles klar, was Sie anscheinend (noch?) erfolgreich verdrängen.

    Oder haben Sie meinen Kommentar nicht verstanden?

  1. 106. Vollkasko

    Dieses Schlagwort von der Vollkasko-Mentalität wird ja gerne ins Feld geführt. Tatsächlich haben die Deutschen sicher ein größeres Sicherheitsbedürfniss als die Amerikaner. Die meisten Sicherungssysteme dienen der sozialen Stabilität, die ihrerseits die Basis für ertragreiches Wirtschaften darstellt.

    Natürlich kann man alternativ auch große Gefägnisse bauen.

    Ich habe auch nicht von einer gesetzlichen Begrenzung der Einkommen gesprochen. Wenn das Einkommen im Rahmen von gesetzlichen Regelungen erwirtschaftet wurde, die verhindern dass es zu Lasten Dritter erzielt wurde, dann darf es so hoch sein wie es will.

    Das war im Falle des Giftmülls, den die Finanzmarktakteure produziert haben, aber eben nicht mehr der Fall. Man hat auch zeilstrevig an der Erzeugung von Informationsasymetrien mitgewirkt, um die Käuferseite über den tatsächlichen Wert eines Wertpapieres zu täuschen.

    Käufern und Verkäufern kann das allerdings egal sein, wenn ein Dritter für die Verluste aufkommt (der Steuerzahler) und das widerspricht elementaren Gesetzen des Marktes in fundamentaler Art und Weise.

  2. Redaktion
    107. Fehler

    Liebe/r Booby,

    wir danken für den Hinweis und haben das überflüssige e entsorgt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Franziska Kelch

    • checki
    • 14. September 2011 12:37 Uhr

    Wenn sich nichts ändert, in unserem Handel, denken und tun, da bin ich fest überzeugt, das das system was wir heute haben gezielt den bach runter geht, mit unvorhersehbaren folgen für die Menschen.

    Die Wachstumsgeschichte wird nicht mehr so funktionieren wie früher am anfang des kapitalismus. Das Geldsystem muss neu an die neuen Marktregeln der Globalisierende Menschenmasse angepasst werden. Naja das ganze ist schwierig umzusetzten, ob das machbar ist weis ich nicht, da es schwerwiegende eingriffen für die Bürger bedeutet, vorallem die die in den alten industiestaaten leben. Das was wir heute sehen und erleben werden, ist nur nochmal ein aufbäumen gegen die alte Marktstrukturen, das aus dem ruder gelaufen ist, durch die neuen marktveränderungen sprich umwelt leben handeln und tun, wird sich sehr viel in unserem jetztigen leben verändern müssen in Zukunft.

  3. Es ist doch kein Zufall, dass mit der grösstenteils Zerschlagung der sozialen Marktwirtschaft in unserem Land, die Armut größer wurde. Und wenn nichts geschieht wird als Folge unseres derzeitigen Wirtschaft- und Finanzsystems die Armut mehr und mehr um sich greifen. Bei gleichzeitigem weiterem Anstieg von teilweise immensen Reichtum (und damit auch von Macht)in den Händen von einigen wenigen.

    Allein an der Zunahme der sogenannten "Tafeln" in jeder Stadt kann man das sehen.

    • checki
    • 14. September 2011 13:14 Uhr

    .. nach jahrzehtem langen Kapitalismus und "freier marktwirtschaft",das das heutige system sein ziel, ist villeicht nicht der richtige ausdruck dafür "verfehlt" hat, das es versprochen hat, vielleicht bleibt es auch eine illusion ein menschlich soziales nach heutigem standdard der moderne aufzubauen, wo alle mehr oder weniger mit profitieren können.

  4. Die Amerikaner tun mir leid. Das ist schlimm. Allerdings es hier in Deutschland kaum Gründe, sich darüber zu mokieren.

    Abgesehen von der GKV und Aufstockung von Mindereinkommen und Renten auf Hartz4-Niveau haben die Deutschen kaum weniger Probleme im unteren Einkommens-Drittel der Bevölkerung. Auf die 15 % Arme kommt man hier auch:

    3 Mio ALG-I
    6,7 Mio ALG-II
    3 Mio Armutsrentner
    2,3 arbeitsunfähige Sozialhilfeempfänger oder
    erwerbsunfähige Frührenter

    Also nur nicht so von oben auf die USA herabschauen.

    Lieber mal selbst an der eigenen Nase fassen und die misshandelten Teile der deutschen Bevölkerung anschauen, für vernünftig bezahlte Jobs sorgen, möglichst für Deutsche, die betriebliche Ausbildung und Weiterbildung stärken und die ALG-II - Sätze den Kostensteigerungen gemäss anpassen und nicht nach dem Rechenstift der Frau VDL.

    Mit den Arbeitnehmern wurde seit 1983 mit sukzessive steigender Boshaftigkeit der Flappes gemacht.

    Das muss aufhören. Die Irrwege der Politik in Sachen Arbeitsmarktpolitik, Binnenmarkt-Rezessionsverschleierungen durch Bilanzierung mit Exportüberschüssen und herauskommenden minimalen angeblichen Wirtschaftswachstumschüben, die realiter im Binnenmarkt seit 30 Jahren eine schwere Binnenmarktrezession hinwegzaubern, Das alles muss aufhören, einschliesslich den Irrtümern mit dem Eurokram.

  5. Folgender Beitrag in der NZZ ist hier vielleicht von Interesse:
    http://www.nzz.ch/nachric...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
  • Schlagworte CNN | Bevölkerung | Arbeitslosenquote | Armut | Dollar | Einkommen
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