Euro-Krise Deutschland raus statt Griechenland?

Deutschland kann kein Interesse an einer Pleite Griechenlands haben, bloggt der griechische Ökonom Yanis Varoufakis - es sei denn, es verlässt die Euro-Zone selbst.

Eine Angestellte ändert in einer Wechselstube die Kurse.

Eine Angestellte ändert in einer Wechselstube die Kurse.

Die hohe griechische Schuldenquote hat in den vergangenen Wochen einen Sturm der Gläubiger herbeigeführt. Das war vorhersehbar. Die großen EU-Rettungsaktionen konnten die Zahlungsunfähigkeit nur hinauszögern. Die verordneten Ausgabenkürzungen führten zu einem steilen Abfall der Nachfrage, zu einem Sturm auf griechische Banken – mit einer Kapitalflucht in die Schweiz und nach Deutschland –, zu einem Investitionsstreik des Großhandels und zu der Rezession, die das griechische Bruttoinlandsprodukt seit 2008 um 15 Prozent abstürzen ließ. Fügt man zu diesem Mix die EU-Beschlüsse vom 21. Juli hinzu – vor allem die traurige Tatsache, dass diese Beschlüsse nicht mal das Papier wert waren, auf das sie gedruckt wurden – kommt man zu einem logischen Ergebnis: Griechenland ist bald zahlungsunfähig. Da Zahlungsunfähigkeit in einer integrierten Euro-Zone undenkbar ist, führt dieser Gedankengang schnurstracks zu der Kreuzung, an der Griechenland sich abkoppelt und die Euro-Zone verlässt.

Yanis Varoufakis
Yanis Varoufakis

Er ist Leiter des Fachbereichs politische Ökonomie an der Universität von Athen und Blogger.

Diese Analyse missachtet allerdings einen wesentlichen Punkt: Griechenland kann die Euro-Zone nicht verlassen, ohne eine Kette katastrophaler Ereignisse in Gang zu setzen. Sie würden Deutschland veranlassen, sich selbst aus der Euro-Zone zu retten, bevor es sein AAA-Rating verliert. Denn im Falle einer Griechenland-Pleite verlöre die EZB auf einen Schlag mehr als 110 Milliarden Euro: zum einen das Geld, das die griechischen Banken dem Euro-System schulden, zum anderen die griechischen Bonds in ihren eigenen Büchern. Deutschland müsste die EZB rekapitalisieren. Die Privatbanken der Euro-Zone würden umkippen wie Dominosteine. Denn Griechenland schuldet ihnen Geld und andere, denen Griechenland Geld schuldet, schulden ihnen auch Geld. Über die Kosten für eine solche Bankenrettung denkt man besser nicht nach. Als wäre all das nicht genug, werden die Märkte zu wetten beginnen, wer Griechenland in die Wüste folgen wird. Irland würde wanken. Die Märkte würden permanent nach einem Ausweg suchen – und irgendwann hätte Deutschland genug.

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Chronik Euro-Krise
Oktober 2009

Die griechische Regierung revidiert die Schätzung des Staatsdefizits für 2009 nach oben – von sechs auf mehr als zwölf Prozent des BIPs. Bereits zuvor enthielt die Schuldenstatistik des Landes gravierende Fehler: Im Jahr 2004 wurde bekannt, dass die Neuverschuldung in den Jahren 1998 und 1999 – also kurz vor Einführung des Euro – deutlich über den im Maastricht-Vertrag festgeschriebenen drei Prozent des BIPs lag. Ende 2010 werden Griechenlands Schulden mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.

16. Dezember 2009

Als erste Rating-Agentur stuft Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab; die anderen Agenturen folgen. Die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus, um das Defizit nachhaltig zu verringern, begründet Standard & Poor's die Entscheidung. In der EU wächst die Angst vor einem Staatsbankrott, der andere Länder anstecken könnte. In Griechenland kommt es zu ersten Streiks gegen die Sparpolitik der Regierung.

11. Februar 2010

Die Staats- und Regierungschefs der EU erklären sich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern. Die EU fordert Griechenland jedoch gleichzeitig auf, die Sparanstrengungen zu verstärken. Zuvor bescheinigte die Kommission ihren Finanzstatistiken qualitative Mängel. Die griechische Regierung verkündet zusätzliche Sparmaßnahmen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Das entspricht rund zwei Prozent des griechischen BIPs.

2. Mai 2010

Die EU-Finanzminister beschließen, Griechenland Kredite in Höhe von 110 Milliarden Euro zu gewähren: 80 Milliarden kommen von den Euro-Staaten, 30 vom IWF. Nur zehn Tage später fließt die erste Tranche nach Athen. Im Gegenzug wird Griechenland verpflichtet, hart zu sparen, die Wirtschaft zu reformieren und staatliche Unternehmen zu privatisieren. An den Kapitalmärkten kann sich Griechenland nur noch zu hohen Zinsen refinanzieren. Standard & Poor's bewertet die Anleihen des Landes als hochspekulativ (B).

8. Mai 2010

Das Bundesverfassungsgericht lehnt einen Eilantrag gegen die Griechenland-Hilfen ab. Fünf Wissenschaftler hatten nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Griechenland-Hilfe im Bundestag Verfassungsbeschwerde eingelegt. Ihr Argument: Die Hilfe verstoße gegen die EU-Verträge, genauer: gegen das Verbot der gegenseitigen Haftung in der sogenannten No-Bailout-Klausel. Mit den Finanzhilfen werde eine "verheerende Inflationspolitik" betrieben.

10. Mai 2010

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschließt, Staatsanleihen kriselnder Staaten aufzukaufen. Sie will verhindern, dass die Länder ihre Schulden nicht mehr bedienen können, weil die Zinsen immer weiter steigen. Ihre Statuten verbieten ihr, Anleihen direkt von den Emittenten zu erwerben; also wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt – dem sogenannten Sekundärmarkt – tätig. Mit der Ankündigung bricht die EZB mit einem Tabu: Bisher hat sie derartige Mittel zur Krisenbekämpfung stets abgelehnt.

7. Juni 2010

Die Euro-Finanzminister gründen in Luxemburg die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den sogenannten Euro-Rettungsschirm. Die Zweckgesellschaft soll im Notfall am Kapitalmarkt Kredite aufnehmen, um klamme Staaten finanziell zu stützen. Die Euro-Länder sollen für die Kredite bürgen, Deutschland mit bis zu 148 Milliarden Euro. Der EFSF umfasst insgesamt 750 Milliarden Euro. Die tatsächliche Kreditvergabekapazität liegt niedriger, weil für ein AAA-Rating hohe Garantien erforderlich sind.

29. September 2010

EU-Währungskommissar Olli Rehn präsentiert Vorschläge zur Krisenbewältigung. Der Finne will den Stabilitäts- und Wachstumspakt stärken und die EU finanzpolitisch besser steuern. Dazu sollen etwa Sanktionen künftig automatisch verhängt werden und nicht erst, wenn die Mitgliedsländer darüber entschieden haben. Und Schuldenstaaten sollen schon bei der Eröffnung eines Defizitverfahrens ein Strafpfand in Höhe von 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes hinterlegen. Die EU-Finanzminister entscheiden über die Vorschläge im März 2011.

30. September 2010

Die Rating-Agentur Moody's stuft Spanien herab, die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Sie bewertet die Bonität des Landes nun nicht mehr mit der Bestnote. Vor dem Platzen der Immobilienblase befand sich Spanien noch im Aufschwung. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen der Finanzkrise. Ministerpräsident Zapatero bestreitet, finanzielle Hilfe der EU zu brauchen. Spanien hat auf einen rigorosen Sparkurs geschwenkt – genau wie der ebenfalls hoch verschuldete Nachbar Portugal.

21. November 2010

Irland muss vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden. Das Land hat seine Banken mit Milliardenbeträgen vor dem Zusammenbruch gerettet und ist dadurch selbst in eine Schieflage geraten. Die Euro-Finanzminister beschließen Hilfskredite in Höhe von 85 Milliarden Euro, im Gegenzug muss Irland wie zuvor schon Griechenland hart sparen. Die irischen Bürger sind wütend: Bis zuletzt hatte ihre Regierung bestritten, Hilfe aus Brüssel beantragen zu wollen.
 

28. November 2010

Die Finanzminister der Euro-Länder einigen sich auf einen dauerhaften Krisenfonds, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Er soll 2013 den Rettungsfonds EFSF ablösen. Der ESM umfasst 700 Milliarden Euro, von denen maximal 500 Milliarden an Not leidende Staaten verliehen werden können. Der Rest dient als Sicherheitseinlage. Sie soll die Rating-Agenturen überzeugen, auch dem ESM Bestnoten zu verleihen. Im Gegensatz zum EFSF wird der neue Fonds mit einer Bareinlage in Höhe von 80 Milliarden Euro ausgestattet. In Einzelfällen können auch private Gläubiger beteiligt werden.

16. Dezember 2010 /25. Januar 2011

Die EZB verdoppelt ihr Grundkapital auf elf Milliarden Euro, um ihre Anleihekäufe abzusichern. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits für 72 Milliarden Euro Anleihen aufgekauft – griechische, irische, portugiesische, spanische. Einen Monat später gibt der Rettungsfonds EFSF erstmals selbst Anleihen auf dem Kapitalmarkt aus. Das Interesse der Anleger an den EFSF-Anleihen ist enorm, unter anderem wegen seines Top-Ratings.

11. März 2011

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beschließen, die Kreditvergabekapazität des EFSF auf 440 Milliarden aufzustocken. Außerdem einigen sich die Staaten auf den "Pakt für den Euro" – die Selbstverpflichtung, sich in der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik enger abzustimmen – und verpflichten sich zum Sparen. Gleichzeitig wird der Stabilitäts- und Wachstumspakts verschärft. Die von Deutschland geforderten automatischen Sanktionen scheitern allerdings am Widerstand der Mitgliedsstaaten.

April 2011

Innerhalb der schwarz-gelben Koalition regt sich Widerstand gegen den ESM: Mehr als 30 FDP-Politiker fordern, den Rettungsfonds auf dem Parteitag im Mai abzulehnen. Außerdem wollen sie ein Insolvenzverfahren für EU-Staaten mit starker Gläubigerbeteiligung und ein Verbot für die EZB, Anleihen aufzukaufen. Sie scheitern: Zwei Drittel der Liberalen sprechen sich gegen ein Nein zum ESM aus. Außenminister Westerwelle sagt: "Europa liegt im deutschen Interesse."

7. April 2011

Auch Portugal will unter den Rettungsschirm. Das ärmste Land Westeuropas sieht keine Alternative, nachdem die Opposition im März ein geplantes Sparprogramm der Minderheitenregierung ablehnte. Nach dreiwöchigen Verhandlungen bekommt Portugal 78 Milliarden Euro zugesprochen – und mehr Zeit für den Schuldenabbau: Die Neuverschuldung des Staats darf in diesem Jahr nun statt 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 5,9 Prozent betragen.

Juli 2011

Die Sorge um Italien lässt die Gemeinschaftswährung abrutschen. Die Staatsverschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft Europas ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, mit fast 120 Prozent höher als die Irlands und Portugals. Die Renditen auf ihre Anleihen steigen. Die Regierung plant, in vier Jahren knapp 48 Milliarden Euro einzusparen, etwa im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen. Berlusconi meint trotzdem: "Wir sind stabil."

21. Juli 2011

Die Euro-Länder beschließen das zweite Rettungspaket für Griechenland. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 109 Milliarden Euro und soll bis 2014 reichen. Erstmals beteiligen sich freiwillig private Gläubiger: Banken sollen 37 Milliarden Euro beisteuern, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Bonds mit geringeren Zinsen umtauschen. Ein Erfolg für die Bundesregierung, die sich für die Beteiligung privater Gläubiger eingesetzt hat.

8. August 2011

Die Europäische Zentralbank kauft erstmals auch italienische und spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt. Sie will damit verhindern, dass die Zinsen für die Krisenstaaten weiter steigen. Mit Erfolg: Der Druck auf die beiden Länder nimmt in den kommenden Wochen etwas ab. Italien erklärt sich bereit, ein weiteres Sparpaket aufzulegen: Bis 2013 soll der Haushalt um weitere 45 Milliarden Euro gekürzt werden.

August 2011

Die Debatte über Euro-Bonds entflammt. Euro-Gruppen-Chef Juncker ist dafür, die Krisenstaaten im Süden auch. In Deutschland drängen SPD und Grüne auf die gemeinsamen Anleihen; auch in der CDU bröckelt der Widerstand. Die FDP ist weiterhin strikt gegen Euro-Bonds, auch Angela Merkel lehnt sie ab. Unterdessen sorgen Gerüchte, Frankreich könnte sein AAA-Rating verlieren, für Turbulenzen an den Börsen. Der Dax fällt zeitweise um bis zu sechs Prozent im Vergleich zum Vortag. Sarkozy kündigt weitere Sparpläne an.

16. August 2011

Merkel und Sarkozy treffen sich zu einem Krisengipfel. Euro-Bonds sind dabei angeblich kein Thema. Stattdessen schlagen die beiden Staatschef eine EU-Wirtschaftsregierung vor, die sich aus dem Rat der Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder zusammensetzen soll. Außerdem soll eine Schuldenbremse nach deutschem Vorbild in die Verfassungen der Euro-Länder – und eine Steuer auf Finanztransaktionen. Letztere stößt vor allem bei den Banken auf wenig Gegenliebe.

31. August 2011

Das Bundeskabinett bringt das "Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" auf den Weg. Damit setzt es die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 21. Juli um. Deutschland bürgt nun für weitere 211 Milliarden Euro. Knackpunkt in der deutschen Diskussion ist die Beteiligung des Bundestages: Künftig soll das Parlament über alle neuen Hilfen abstimmen. Unter anderem haben die Unions- und die FDP-Fraktion dies gefordert.

August/September 2011
Banken Frankfurt

Die europäischen Banken misstrauen einander zunehmend. Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, bemühen sie die EZB. Der Liquiditätsfluss im Finanzsektor droht auszutrocknen, die Angst vor einer neuen großen Bankenpleite wächst. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), fordert deshalb, die Banken mit neuem Kapital auszustatten, das direkt vom Rettungsfonds EFSF kommen soll. Auch die Bankenaufsicht (EBA) zeigt sich besorgt. EZB-Chef Trichet und Deutsche-Bank-Chef Ackermann hingegen kritisieren die Vorstöße.

7. September 2011
Bundesverfassungsgericht

Erneut weist das Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden gegen die Griechenland-Hilfen ab. Die Richter entscheiden, dass die deutsche Beteiligung am Rettungsfonds EFSF mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie setzen aber voraus, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages allen Rettungsmaßnahmen zustimmen muss. Bisher musste sich Finanzminister Wolfgang Schäuble lediglich um ein Einvernehmen mit dem Parlament bemühen.

Mitte September 2011

Die Spekulationen über eine mögliche Insolvenz Griechenlands nehmen zu. Eine neue Immobiliensteuer soll das benötigte Geld in die öffentlichen Kassen bringen. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos sagt, sein Land brauche weitere Milliarden, um seine Haushaltsziele zu erreichen. Die griechische Wirtschaft schrumpft stärker als gedacht. Ein Sprecher des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble nennt die Spekulationen "zwecklos", aber Wirtschaftsminister Philipp Rösler sagt öffentlich, es dürfe keine Denkverbote geben. Eine geordnete Insolvenz schließt er nicht mehr aus.

29. September 2011

Der Bundestag billigt die von den Euro-Ländern geplante Aufstockung des Rettungsfonds EFSF auf 780 Milliarden Euro, von denen 440 Milliarden an überschuldete Euro-Staaten verliehen werden können. Treten die geplanten Änderungen in Kraft, steigen die deutschen Garantien um 88 Milliarden auf 211 Milliarden Euro. Zudem erhält der Fonds dann weitere Kompetenzen: Künftig soll er an der Börse Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen, um deren Kurse zu stabilisieren. Von 611 anwesenden Abgeordneten im Bundestag stimmen 523 dem Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu.

Oktober 2011

Am 26. Oktober stimmt der Bundestag schon wieder über eine Ausweitung des Rettungsfonds EFSF ab. In ihrer Regierungserklärung appelliert Kanzlerin Merkel an die Abgeordneten, ihre Rettungspolitik zu unterstützen: "Scheitert der Euro, scheitert Europa", sagt sie. 503 von 596 Abgeordneten stimmen für die Erweiterung. Auf dem anschließenden EU-Gipfel beschließen die Staats- und Regierungschefs einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Ausweitung des EFSF und eine Rekapitalisierung der Banken. Italien verspricht, stärker zu sparen.

Anfang November 2011
Lucas Papademos (r.) mit seinem Amtsvorgänger Giorgos Papandreou

Am 31. Oktober kündigt Griechenlands Ministerpräsident Papandreou überraschend an, er wolle seine Bevölkerung über die EU-Rettungshilfen abstimmen lassen. Europas Regierungen setzten Griechenland daraufhin unter Druck: Die nächste Kredittranche, von den Euro-Finanzministern eigentlich schon gebilligt, wird auf Eis gelegt. Am 3. November sagt Papandreou das Referendum wieder ab. Sechs Tage später kündigt er seinen Rücktritt an. Das frühere EZB-Ratsmitglied Lucas Papademos wird neuer griechischer Ministerpräsident.
 

Mitte November 2011
Mario Monti

Nach wachsendem Druck der Finanzmärkte auf Italien tritt Regierungschef Silvio Berlusconi zurück. Sein Nachfolger wird der frühere EU-Kommissar Mario Monti. Im Dezember stimmt das Parlament in Rom seinem Spar- und Sanierungsprogramm zu. Auch in Spanien wechselt die Regierung: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 20. November werden die Sozialisten abgewählt, die konservative Volkspartei (PP) mit ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy siegt. Er löst im Dezember José Luis Rodríguez Zapatero als Regierungschef ab.

Dezember 2011
David Cameron in Brüssel

Am 5. Dezember, nur wenige Tage vor dem nächsten EU-Gipfel, droht die Rating-Agentur Standard & Poor's Deutschland und weiteren 14 Ländern der Euro-Zone mit der Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit. Auf dem Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs ist Großbritanniens Premierminister David Cameron isoliert: Er will einen Vertrag für mehr Haushaltsdisziplin nicht mittragen, die anderen Länder vereinbaren den Abschluss des Regelwerks. Für sein Verhalten erntet Cameron auch im eigenen Land viel Kritik.

13. Januar 2012

Die Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Frankreichs Kreditwürdigkeit herab. Einen Tag später entzieht sie neun weiteren Ländern die Bestnote. Auch der Krisenfonds EFSF verliert sein AAA-Rating. Die Folgen sind begrenzt: Die Zinsaufschläge für einige Krisenländer bleiben zwar hoch, sinken aber in der Tendenz. Die erste Auktion des EFSF nach seiner Herabstufung verläuft reibungslos. Allerdings nimmt die Flucht in sichere Häfen zu: Wenige Tage vor der Herabstufung von Frankreich zahlt Deutschland erstmals negative Zinsen auf kurzfristige Staatspapiere – wie zuvor die Schweiz und Dänemark.

31. Januar

Die Staats- und Regierungschefs der EU verabschieden in Brüssel den Fiskalpakt. 25 Staaten stimmen dem neuen Regelwerk zu; Großbritannien und Tschechien bleiben außen vor. Die neuen Regeln sollen ab 2013 gelten. Künftig kann die Kommission ein Defizitverfahren auch ohne die Zustimmung der Finanzminister eröffnen, immer dann, wenn die Defizitquote eines Landes drei Prozent überschreitet. Das strukturelle Defizit in den Haushalten darf in der Regel nicht mehr die Grenze von 0,5 Prozent überschreiten. Die Krisenstaaten müssen ihre Schulden um fünf Prozent jährlich abbauen. Die Regierungschefs verabschieden auch den dauerhaften Krisenmechanismus ESM, der ab Juli in Kraft treten soll. 

21. Februar

Die EU-Finanzminister bringen in Brüssel ein zweites Rettungspaket für Griechenland auf den Weg. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro. Die Einigung der Minister mit Griechenland ist auch Voraussetzung für die Beteiligung privater Gläubiger an der Rettung des überschuldeten Landes. Sie sollen nun auf mehr als 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Der Schuldenstand Griechenlands soll dadurch auf rund 120 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken.

8. März 2012
Der Parthenon auf der Akropolis

Der Parthenon auf der Akropolis

Die griechische Regierung verschickt eine Erfolgsmeldung: An dem angekündigten Schuldenschnitt beteiligen sich nach Angaben des Finanzministeriums rund 86 Prozent aller Gläubiger, die Papiere nach griechischem Recht halten. Damit ist das nötige Quorum erreicht, um auch die anderen Gläubiger zum Umtausch zu zwingen. Insgesamt wären dann rund 95 Prozent der Investoren im Boot. Rund 197 Milliarden der 206 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden können nun umgeschuldet werden. Die Anleger erhalten Papiere mit längerer Laufzeit und niedrigerem Zinssatz. Griechenland bekommt mehr Zeit.

Natürlich heißt das alles nicht, dass der aktuelle Weg nachhaltig ist. Griechenlands Schulden werden verringert, wenn nicht sogar völlig liquidiert, so oder so. Ein griechischer Totalausfall kann nur mit Maßnahmen wie zum Beispiel Euro-Bonds verhindert werden, die die europäische Führungsriege anscheinend umgehen will. Selbst wenn als Preis dafür der Kollaps des Euro droht. Also ist die große Frage, ob die Euro-Zone mit einem chronisch zahlungsunfähigen Mitgliedsstaat überleben kann. Theoretisch wäre es wie in den USA denkbar, dass ein Mitgliedsstaat seine Gläubiger nicht bezahlen kann und deshalb in einer Art Konkursverwaltung steckt, bis er aus seinem Loch klettern kann. Praktisch ist so ein Szenario allerdings pure Fiktion, wenn so etwas in einer Währungsunion wie der Euro-Zone passiert: Ihr fehlen alle institutionellen Mechanismen, um Überschüsse für eine Wiederherstellung der Stabilität zu nutzen.

Es heißt, Wolfgang Schäuble bereite die deutschen Banken auf den Schock einer griechischen Zahlungsunfähigkeit vor. Glaubt kein Wort davon! Er kann das nicht zustande bringen und er weiß es. Irgendwann dachte Schäuble einmal, dass die deutschen Banken genug Zeit hätten, um sich auf einen griechischen Schock vorzubereiten. Stattdessen scheinen sie heute verletzlicher denn je. Also was um Himmels willen geht hier vor? Was macht Schäuble wirklich? Welche Pläne heckt er aus?

Bevor Deutschland einen vernünftigen Plan hat, um das griechische Geldsystem von dem der Überschussländer zu trennen, wird Griechenland nicht zahlungsunfähig werden dürfen. Aber so ein Plan kann nicht einfach nur den Ausschluss Griechenlands aus dem Euro vorsehen. Das würde eine Kettenreaktion starten, die Frankreich umhaut, bevor sie Frankfurt und Berlin erreicht. Die einzige logische Schlussfolgerung ist: Hinter dem ganzen Gerede über deutsche Absichten, eine griechische Pleite zu kontrollieren oder Griechenland aus dem Euro zu werfen, stecken die Grundlagen für einen wirklich pragmatischen Plan – für einen, der Deutschland retten soll. Der vorsieht, dass Deutschland Staaten um sich schart, die es für würdig hält, seine neue Währung zu teilen: die anderen drei Überschussländer, dazu vielleicht Polen, Tschechien und Estland. Diese Länder würden dann äußerst ordentlich aus der Euro-Zone ausscheiden. Sie würden denen, die zurückbleiben, vielleicht Geschenke anbieten – zum Beispiel könnte Deutschland die Rechnung der bisherigen Rettungsaktionen bezahlen. Sie würden eine Illusion von Einheit vermitteln; etwa mit dem Vorschlag, dass auch die neue Währung von der EZB geprägt und verwaltet wird, die dann für mehrere Währungen gleichzeitig verantwortlich wäre. Und sie würden ein paar vage Versprechen machen: über eine mögliche Fusion der Währungen, sobald es gelungen ist, den Disziplinlosen Disziplin beizubringen.

Um es zusammenzufassen: Wenn ich höre, dass Deutschland Pläne macht für ein griechisches Ausscheiden aus der Euro-Zone oder auch nur für einen griechischen Konkurs – dann habe ich sofort den Verdacht, dass Deutschland einen kontrollierten Zerfall der Euro-Zone plant. Und ich fürchte gleichzeitig, dass es lediglich einen unkontrollierten Zerfall erreichen wird. Einen, der letztlich eine massive Rezession im europäischen Norden verursachen wird und eine gewaltige Stagflation in der europäischen Peripherie. Oder wie Shakespeare gesagt hätte: "Was in dem Schuldenschlaf für Träume kommen mögen / Wenn wir die griechische Verstrickung lösten / Das zwingt uns stillzustehn..."

Zuerst erschienen in Yanis Varoufakis' Blog

Übersetzt von Anne-Sophie Lang

 
Leser-Kommentare
  1. da sollten wir uns nicht zweimal bitten lassen...

    36 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 12.09.2011 um 19:59 Uhr

    ....Deutschland Maastricht unterschrieb. Das dürfte zwar nicht sein und keiner wolle davon hören. Nur ein paar Spinner klagten in Karlsruhe, wurden verlacht und marginalisiert, wurden von niemandem ernst genommen. Dabei war die Wirtschaftstheorie robust und das Ergebnis der geschichtlichen Experimente kaum zweifelhaft. Der Euro des Maastrichter Vertrags cum Stabilitätspakt musste in seiner damaligen Form an den wirtschaftlichen Ungleichgewichten permanent unausgeglichener Handelsbilanzen scheitern. Es würde, so musste man vermuten, so lange gut gehen, bis ein externer Stoß die unterschiedlichen Wirtschaften treffen würde und eine grobe gesamtwirtschaftliche Störung ersten Grades entstünde. Das scheint nun zu geschehen. Die Politiker haben leichtsinnig das Haus gesetzt und verloren. Nun schimpfen sie auf die Spekulanten.

    Darf ich den Inhalt der meisten Kommentare hier zusammenfassen?
    Dann so: Die EU ist an allem Schuld, sie ist dringend zu verlassen!

    Aha! Es ist ja nicht so, dass Deutsche Banken sich mal wieder verzockt hätten. Und Sie glauben allen Ernstes, dass das nach einer Auflösung der EU ein Ende finden wird? Wie naiv! Wir werden nicht nur eine europäische Identifikation verlieren, wir werden auch enorme wirtschaftliche Einbußen hinnehmen müssen und uns zudem in der globalen Bedeutungslosigkeit vollständig verlieren. DAS sind tolle Aussichten. Wir haben also den Deutschen Banken unser Geld anvertraut, wir haben gewusst, dass sie zocken und jetzt, nachdem wir bei diesem bewusst eingegangenen Spiel verloren haben, sind wir die schlechtest nur denkbaren Verlierer: Die Griechen haben Schuld...

    Haben sich diejenigen, die zu den Worten eine Empfehlung abgegeben haben, auch überlegt, daß Deutschland mit einem Schlag die Exportmärkte wegbrächen? Was aber tun mit der dann auf den Fuß folgenden riesigen Arbeitslosigkeit? Kann man sich Deutschland auch mit 15 oder 20 Mio Arbeitslosen vorstellen, ohne daß es wieder in einen Nationalsozialismus kippt?

    • joG
    • 12.09.2011 um 19:59 Uhr

    ....Deutschland Maastricht unterschrieb. Das dürfte zwar nicht sein und keiner wolle davon hören. Nur ein paar Spinner klagten in Karlsruhe, wurden verlacht und marginalisiert, wurden von niemandem ernst genommen. Dabei war die Wirtschaftstheorie robust und das Ergebnis der geschichtlichen Experimente kaum zweifelhaft. Der Euro des Maastrichter Vertrags cum Stabilitätspakt musste in seiner damaligen Form an den wirtschaftlichen Ungleichgewichten permanent unausgeglichener Handelsbilanzen scheitern. Es würde, so musste man vermuten, so lange gut gehen, bis ein externer Stoß die unterschiedlichen Wirtschaften treffen würde und eine grobe gesamtwirtschaftliche Störung ersten Grades entstünde. Das scheint nun zu geschehen. Die Politiker haben leichtsinnig das Haus gesetzt und verloren. Nun schimpfen sie auf die Spekulanten.

    Darf ich den Inhalt der meisten Kommentare hier zusammenfassen?
    Dann so: Die EU ist an allem Schuld, sie ist dringend zu verlassen!

    Aha! Es ist ja nicht so, dass Deutsche Banken sich mal wieder verzockt hätten. Und Sie glauben allen Ernstes, dass das nach einer Auflösung der EU ein Ende finden wird? Wie naiv! Wir werden nicht nur eine europäische Identifikation verlieren, wir werden auch enorme wirtschaftliche Einbußen hinnehmen müssen und uns zudem in der globalen Bedeutungslosigkeit vollständig verlieren. DAS sind tolle Aussichten. Wir haben also den Deutschen Banken unser Geld anvertraut, wir haben gewusst, dass sie zocken und jetzt, nachdem wir bei diesem bewusst eingegangenen Spiel verloren haben, sind wir die schlechtest nur denkbaren Verlierer: Die Griechen haben Schuld...

    Haben sich diejenigen, die zu den Worten eine Empfehlung abgegeben haben, auch überlegt, daß Deutschland mit einem Schlag die Exportmärkte wegbrächen? Was aber tun mit der dann auf den Fuß folgenden riesigen Arbeitslosigkeit? Kann man sich Deutschland auch mit 15 oder 20 Mio Arbeitslosen vorstellen, ohne daß es wieder in einen Nationalsozialismus kippt?

  2. Lieber ein Ende mit Schrecken - Rezession und Stagflation - als ein Schrecken ohne Ende => Hyperinflation.

    24 Leser-Empfehlungen
  3. Hört sich gut an. Ich hoffe sie haben recht. Je früher diese Eurofarce beendet wird, desto besser für alle Beteiligten

    20 Leser-Empfehlungen
    • Ron777
    • 12.09.2011 um 19:17 Uhr

    Leider überschätzt der Autor die Intelligenz und die Rationalität deutscher Politiker. Diese neigen zum Romantisieren und werden sich deshalb bis zur letzten Kugel des Euro-Volkssturms an diese Chaoswährung ketten. Trotzdem ist der hier gemachte Vorschlag im Grunde richtig. Wir brauchen eine Rückabwicklung des Euros. Und wir brachen sie zügig. Der Finanzmarkt wartet nicht. Diese Woche musste die EZB fast 15 Mrd. Euro aufwenden, um italienische und spanische Anleihenzinsen künstlich zu drücken. Eine solche Irrsinnspolitik lässt sich nicht lange durchhalten. Deutschen Volkswirten ist zudem seit langem klar, dass der Euro entgegen den Bekundungen der Politik unserem Land massiv schadet - und das auch ohne Krisenszenarien. Die Negativkosten beliefen sich in den letzten 10 Jahren auf zusammengerechnet 2 Billionen Euro.

    http://www.focus.de/finan...

    36 Leser-Empfehlungen
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    sie haben recht, was sie da schreiben nd sie schreiben es seit mindestens einem jahr hier, im spiegel und in der faz. leider werden die parteien im bundestag durch einen solch hohen volkswirtschaftlichen schaden nicht klug und um einen politischen neuanfang zu wagen, ist der deutsche wähler nicht mutig genug. man wagt es einfach nicht auch einmal anderen parteien als cducsuspdfdpgrünenlinke die stimme zu geben. damit ist eine politische konkurrenz nicht in sicht. aber gerade die wäre die einzige chance auf eine änderung des zur zeit eingeschlagenen selbstzerstörungskurses.

    diese Logik ist nicht zu fassen. Erst haben die Konservativen die ganzen Sauereien mit der Atomlobby und den Hartz-IV-Arbeitsministerin-Horror-Themen, neben den großen Schlamasseln wie Bildungspolitik etc. in einer beispiellosen Farce der Bevölkerung als "notwendig", "alternativlos", "unabwendbar" verkauft und damit Jahrzehnte des sozialen, ökonomischen und ökologischen Umdenkens schlichtweg durchgestrichen, und nun soll die Idee des geeinten Europas, die völlig andere geistige, ethische Werte verkörpert, unter diesen ganzen Konservativen zu einer reinen Markt-Zweckgemeinschaft verkommen, in der es "sich lohnt", das ganze abzuwickeln als handle es sich um eine Firma, für die es gerade mal eben besser ist, Hunderttausend Beschäftigte zu entlassen und die scheinbare Insolvenz anzumelden als ihr wirtschaftliches Falschdenken zu erkennen und den Kurs zu korrigieren.

    Nicht zu fassen auch das Denken einiger bejubelter Kommentatoren hier. Wie kann man einen solchen ethischen Abstieg zulassen?

    sie haben recht, was sie da schreiben nd sie schreiben es seit mindestens einem jahr hier, im spiegel und in der faz. leider werden die parteien im bundestag durch einen solch hohen volkswirtschaftlichen schaden nicht klug und um einen politischen neuanfang zu wagen, ist der deutsche wähler nicht mutig genug. man wagt es einfach nicht auch einmal anderen parteien als cducsuspdfdpgrünenlinke die stimme zu geben. damit ist eine politische konkurrenz nicht in sicht. aber gerade die wäre die einzige chance auf eine änderung des zur zeit eingeschlagenen selbstzerstörungskurses.

    diese Logik ist nicht zu fassen. Erst haben die Konservativen die ganzen Sauereien mit der Atomlobby und den Hartz-IV-Arbeitsministerin-Horror-Themen, neben den großen Schlamasseln wie Bildungspolitik etc. in einer beispiellosen Farce der Bevölkerung als "notwendig", "alternativlos", "unabwendbar" verkauft und damit Jahrzehnte des sozialen, ökonomischen und ökologischen Umdenkens schlichtweg durchgestrichen, und nun soll die Idee des geeinten Europas, die völlig andere geistige, ethische Werte verkörpert, unter diesen ganzen Konservativen zu einer reinen Markt-Zweckgemeinschaft verkommen, in der es "sich lohnt", das ganze abzuwickeln als handle es sich um eine Firma, für die es gerade mal eben besser ist, Hunderttausend Beschäftigte zu entlassen und die scheinbare Insolvenz anzumelden als ihr wirtschaftliches Falschdenken zu erkennen und den Kurs zu korrigieren.

    Nicht zu fassen auch das Denken einiger bejubelter Kommentatoren hier. Wie kann man einen solchen ethischen Abstieg zulassen?

  4. sehr geehrter herr Yanis Varoufakis! wolfgang schäuble hat in seinen leben keine verwegenen pläne entwickelt und den von ihnen angedachte plan schon gar nicht.
    aber: wenn man einen fehler gemacht hat, sollte man ihn korrgieren und nicht den fehler fortsetzen. griechenland sollte seine ehre wiederherstellen und sich eine eigene währung gönnen um nicht als bittsteller bei anderen nationen anstehen zu müssen. griechenland kann so seine wettbewerbsfähigkeit wieder herstellen, weil es über abwertung der währung preiswertere produkte und leistungen anbieten kann.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalurteile. Danke. Die Redaktion/wg

    .... und leistungen anbieten kann.

    Aha ! Und was sollten denn das für Produkte und Dienstleistungen sein ? Ausser sehr speziellen Agrarprodukten und Sirtakitanzen ist da nicht sehr viel ! Und mit dem Erlös des Ziegenkäses der nächsten 20 Jahre können die nicht einmal die Zinsen bezahlen !

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalurteile. Danke. Die Redaktion/wg

    .... und leistungen anbieten kann.

    Aha ! Und was sollten denn das für Produkte und Dienstleistungen sein ? Ausser sehr speziellen Agrarprodukten und Sirtakitanzen ist da nicht sehr viel ! Und mit dem Erlös des Ziegenkäses der nächsten 20 Jahre können die nicht einmal die Zinsen bezahlen !

  5. und durchziehen, bleibt mir nichts anderes übrig, als hochachtungsvoll und zerknirscht 1000 Kotaus vor den Beiden zu machen....na dann mal raus aus deism Eurohaufen:-).

    23 Leser-Empfehlungen
  6. ich bin in diesem Land aufgewachsen, gebildet und lese jeden Tag mehrere Zeitungen.

    Aber glauben Sie mir: Ich habe keinen blassen Schimmer, was hier vor sich geht. Ist Deutschland egoistisch, oder sind die anderen falsch und verlogen? Oder beides zusammen?

    Und überhaupt: Wieso immer Deutschland? Verdammt nochmal, wieso hängt immer alles an uns? Ich will damit nichts zu schaffen haben.

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    "ich bin in diesem Land aufgewachsen, gebildet und lese jeden Tag mehrere Zeitungen."

    Mir geht es ähnlich, ich habe dazu noch ein Diplom in Volkswirtschaftslehre, sollte also zumindest in der Theorie das Rüstzeug dafür haben. Aber das Thema überfordert auch mich. Das was ich mir mit meinem Halbwissen zusammenreime stimmt mich aber nicht gerade positiv. Und meine größte Befürchtung ist, dass die Politiker keinen blassen Schimmer haben, was sie gerade machen - egal von welcher Partei.

    Wo ist der Expertenrat, der die Politiker berät? Und bitte Fachleute der Materie, keine Ethikkommission wie beim Atomausstieg.

    • jasche
    • 13.09.2011 um 10:40 Uhr

    Ich denke, dass es klar ist worum es geht. Es geht um Entschuldung. Momentan sucht man nach dem politisch günstigsten Weg:
    *Infaltion
    *Staatsbankrott
    *Abschreibungen
    *Umschuldung
    etc.

    Irgendein Mix von dem wird es sein, entsprechend der tagespolitischen Lage. Schaumamal ;-)

    "ich bin in diesem Land aufgewachsen, gebildet und lese jeden Tag mehrere Zeitungen."

    Mir geht es ähnlich, ich habe dazu noch ein Diplom in Volkswirtschaftslehre, sollte also zumindest in der Theorie das Rüstzeug dafür haben. Aber das Thema überfordert auch mich. Das was ich mir mit meinem Halbwissen zusammenreime stimmt mich aber nicht gerade positiv. Und meine größte Befürchtung ist, dass die Politiker keinen blassen Schimmer haben, was sie gerade machen - egal von welcher Partei.

    Wo ist der Expertenrat, der die Politiker berät? Und bitte Fachleute der Materie, keine Ethikkommission wie beim Atomausstieg.

    • jasche
    • 13.09.2011 um 10:40 Uhr

    Ich denke, dass es klar ist worum es geht. Es geht um Entschuldung. Momentan sucht man nach dem politisch günstigsten Weg:
    *Infaltion
    *Staatsbankrott
    *Abschreibungen
    *Umschuldung
    etc.

    Irgendein Mix von dem wird es sein, entsprechend der tagespolitischen Lage. Schaumamal ;-)

  7. Hört sich nach einem Plan an - um ehrlich zu sein nach dem besten, den ich bis jetzt gehört habe.

    Eigentlich wie bei einer WG: Wenn einige Länder sich nicht an die Hausordnung halten und ständig den Kühlschrank leer räumen ohne auch ab und an mal einkaufen zu gehen, dann sollten sie ausziehen. Wenn sie nicht ausziehen können oder wollen, dann bleibt als Ausweg noch selbst auszuziehen und die Mitbewohner mitzunehmen, mit denen ich gut klar komme und den Kühlschrank nicht als Selbstbedienungsladen verstehen. Vielleicht muss man etwas Geld in die Hand nehmen, um die alte Wohnung wieder auf Vordermann zu bringen, aber die Farbe kommt deutlich billiger als dauerhaft die halbe WG durchzufüttern.

    41 Leser-Empfehlungen
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    • Rex10
    • 12.09.2011 um 21:11 Uhr

    Das haben Sie sehr schön bebildert.

    • sanity
    • 13.09.2011 um 0:00 Uhr

    So einfach ist das Leben. Aber hey .. eine Verflechtung auf zig Ebenen von mehreren Staaten, die sich in sich selbst auch noch unterscheiden mit einer WG und einem Kühlschrank vergleichen, darauf dann Lösungen entwickeln und alles ist gut! :)

    Reiner Populismus. Aber der kommt ja, eben deshalb, bei der Masse so gut an.

    Mir gefällt das Bild auch sehr gut, ich finde es auch richtig zu versuchen, komplexe Zusammenhänge solcherart zu vereinfachen. Aber das Bild vereinfacht zu sehr, das finde ich auch. Ich würde die WG-Partner eher als arme Schlucker bezeichnen (eine schlechte Zahlungsmoral nur aufgrund schlechter Manieren?). Und daran, dass die WG-Nachbarn so arme Schlucker sind, ist Deutschland aufgrund seiner jahrelangen Lohndrücker- und Gürtelengerschnallpolitik, die die satten Exportgewinne erst ermöglicht haben, nicht ganz unschuldig. Um es vorsichtig auszudrücken. Und hier wittern unsere historisch nicht ganz so vergesslichen Nachbarn altebkanntes Ungemach. Nur diesmal auf ökonomischem Wege. Dieser Aspekt wird hierzulande wenig thematisiert, blickt man über die Grenze, sieht es anders aus.

    • Rex10
    • 12.09.2011 um 21:11 Uhr

    Das haben Sie sehr schön bebildert.

    • sanity
    • 13.09.2011 um 0:00 Uhr

    So einfach ist das Leben. Aber hey .. eine Verflechtung auf zig Ebenen von mehreren Staaten, die sich in sich selbst auch noch unterscheiden mit einer WG und einem Kühlschrank vergleichen, darauf dann Lösungen entwickeln und alles ist gut! :)

    Reiner Populismus. Aber der kommt ja, eben deshalb, bei der Masse so gut an.

    Mir gefällt das Bild auch sehr gut, ich finde es auch richtig zu versuchen, komplexe Zusammenhänge solcherart zu vereinfachen. Aber das Bild vereinfacht zu sehr, das finde ich auch. Ich würde die WG-Partner eher als arme Schlucker bezeichnen (eine schlechte Zahlungsmoral nur aufgrund schlechter Manieren?). Und daran, dass die WG-Nachbarn so arme Schlucker sind, ist Deutschland aufgrund seiner jahrelangen Lohndrücker- und Gürtelengerschnallpolitik, die die satten Exportgewinne erst ermöglicht haben, nicht ganz unschuldig. Um es vorsichtig auszudrücken. Und hier wittern unsere historisch nicht ganz so vergesslichen Nachbarn altebkanntes Ungemach. Nur diesmal auf ökonomischem Wege. Dieser Aspekt wird hierzulande wenig thematisiert, blickt man über die Grenze, sieht es anders aus.

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