IWF-Jahrestagung Die Weltwirtschaft steuert auf den Abgrund zu
Die Rettungseuphorie ist gewichen, Wege aus den Schulden sind politisch blockiert. Es ist wie zur Bankenkrise 2008, nur dass ein Retter fehlt. Ein Kommentar
© Brendan Smialowski/AFP/Getty Images

IWF-Chefin Christine Lagarde
Die Stimmung bei den Jahrestagungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist in der Regel ein guter Indikator für die Lage der Weltwirtschaft. In den vergangenen Jahren war stets die Zuversicht zu spüren, die Krise dank der entschlossenen Rettungsmaßnahmen der Politik überwinden zu können. Das diesjährige Treffen ist von Resignation geprägt.
Zu gravierend scheinen die Probleme der Weltwirtschaft – und zu wenig setzt ihnen die Politik entgegen. Die übertriebene Rettungseuphorie ist einem übertriebenen Rettungspessimismus gewichen.
In vielen Ländern sind die Staatskassen leer – Spielraum für neue Konjunkturprogramme ist nicht vorhanden. In den Ländern, in denen es noch Spielraum gibt, sind die Bürger und die Parlamente dagegen, ihn auszunützen. Das gilt vor allem für die USA, wo es Präsident Barack Obama trotz hoher Arbeitslosigkeit und einer maroden öffentlichen Infrastruktur nicht schafft, ein neues Hilfspaket durch den Kongress zu bringen.
Zugleich wächst der öffentliche Druck auf die Zentralbanken, ihre Hilfsmaßnahmen zurückzufahren. In den USA fordern die Republikaner Notenbankchef Ben Bernanke in einem öffentlichen Brief dazu auf, auf neue geldpolitische Stimuli zu verzichten, in Deutschland greift Bundespräsident Christian Wulff die Europäische Zentralbank an.
Führungslos vor dem Abgrund
Die Furcht vor der Inflation ist angesichts der deflationären Tendenzen in der Weltwirtschaft völlig unangebracht, doch für die Notenbanker wird es angesichts der öffentlichen Debatte immer schwerer, ihr Mandat zu erfüllen. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass die größte Bedrohung für die Unabhängigkeit der Währungshüter nicht von jenen kommt, die die Notenpresse anwerfen wollen, sondern von jenen, die sie stoppen wollen.
Und auch die Lösung der europäischen Schuldenkrise droht an der allgemeinen Rettungsmüdigkeit zu scheitern. Denn entweder sorgen die Europäer dafür, dass Staatsanleihen wieder als sicheres Investment gelten – oder sie schulden die Krisenländer um und fangen die dramatischen Folgewirkungen für die Banken und andere Staaten ab, denen die Ansteckung droht. Beides wird Milliarden kosten, sehr viele Milliarden.
So steuert die Weltwirtschaft führungslos auf den Abgrund zu: In China lässt die Konjunktur nach, Europa wird von den Investoren gemieden und die USA kommen nicht aus der Schwächephase.
Die Situation erinnert an das Jahr 2008 – nur dass diesmal kein Retter bereit steht.
- Datum 23.09.2011 - 20:17 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 169
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Irgendwann werden sogar unsere Politiker kapieren, dass es schwachsinnig ist, sich von etwas Irrealen versklaven zu lassen - und da lästern die Leute gegen Gläubige...
...ich habe seit längerem das Gefühl, dass es bei wirtschaftlichen Dingen nur noch um Glaubenssachen geht, das Ganze tief religiös determiniert ist. Wir glauben at etwas (Geld), das Ziffern mit Nullen auf Konten sind, wir reden von Realwirtschaft (was also auch die Existens einer Irrealwirtschaft inkludiert), wir glauben an Zukunftszenarien und fürchten den Absturz und und und. Wir glauben Zukunftspropheten - oder auch nicht. Wir streiten mit quasi-religiösem Eifer für oder gegen etwaige Lösungen.
Phantastisch. Spätmittelalterlicher Ablasshandel funktionierte nicht viel anders. Angst produzieren und Erlösung verkaufen...
...ich habe seit längerem das Gefühl, dass es bei wirtschaftlichen Dingen nur noch um Glaubenssachen geht, das Ganze tief religiös determiniert ist. Wir glauben at etwas (Geld), das Ziffern mit Nullen auf Konten sind, wir reden von Realwirtschaft (was also auch die Existens einer Irrealwirtschaft inkludiert), wir glauben an Zukunftszenarien und fürchten den Absturz und und und. Wir glauben Zukunftspropheten - oder auch nicht. Wir streiten mit quasi-religiösem Eifer für oder gegen etwaige Lösungen.
Phantastisch. Spätmittelalterlicher Ablasshandel funktionierte nicht viel anders. Angst produzieren und Erlösung verkaufen...
Die ,die NIE genug bekommen und sich auf Kosten der Algemeinheit bereichern wollen!
Natürlich steuerlich gefördert
Geld ist nur, dass man für sie reale Dinge kaufen kann. Und ganze Volkswirtschaftenb beruhen darauf, dass sich der Staat die Ruhe der Bevölkerung durch Transferleistungen erkauft. Die Fiktion klappt aber nur, solange an sie geglaubt wird. Wir sehen das Ende dieses Glaubens vor uns. Im Augenblick leben wir von der Armut der Sozialempfänger - nur deren willkürlich niedrig gehaltenes Budget sorgt dafür, dass die Blase des virtuellen Geldes nicht platzt. Aber auch das wird nicht mehr lange halten. DAS SCHLIMME: Es trifft dann wieder die Ärmsten. Die kriegen dann von niemand nix mehr.
Wer sichs leisten kann, hat längst schon Haus, Garten (Selbstversorgung!) und REALEN Besitz.
....durchdacht. Es nutzt nichts, Unsinn zu wiederholen, ist sogar schädlich. Die "Raffgierigen und Spekulanten" haben nur gemacht, was die Regeln von ihnen forderten bzw ihnen erlaubte. Anders ist das mit denjenigen, die die Gesetze, Regeln und internationalen Vertrage machten. Sie haben ihren Wählern und Schutzbefohlenen übel mitgespielt zuerst mit den Verträgen wie Stabilitätspakt, Maastricht und Lissabon, mit ihrer Nachläßigkeit bei der Aufnahme ungeeignet strukturierter Länder in den Euro, dann mit ihrer Vorreiterrolle im Bruch des Stabilitätspaktes und ihrer illegitimen Behandlung ihrer eigenen Verfassung, einer miserablen Krisenbewältigung .... Und das alles für eine Vision, gegen die man besser eine Tablette genommen hätte.
Geld ist nur, dass man für sie reale Dinge kaufen kann. Und ganze Volkswirtschaftenb beruhen darauf, dass sich der Staat die Ruhe der Bevölkerung durch Transferleistungen erkauft. Die Fiktion klappt aber nur, solange an sie geglaubt wird. Wir sehen das Ende dieses Glaubens vor uns. Im Augenblick leben wir von der Armut der Sozialempfänger - nur deren willkürlich niedrig gehaltenes Budget sorgt dafür, dass die Blase des virtuellen Geldes nicht platzt. Aber auch das wird nicht mehr lange halten. DAS SCHLIMME: Es trifft dann wieder die Ärmsten. Die kriegen dann von niemand nix mehr.
Wer sichs leisten kann, hat längst schon Haus, Garten (Selbstversorgung!) und REALEN Besitz.
....durchdacht. Es nutzt nichts, Unsinn zu wiederholen, ist sogar schädlich. Die "Raffgierigen und Spekulanten" haben nur gemacht, was die Regeln von ihnen forderten bzw ihnen erlaubte. Anders ist das mit denjenigen, die die Gesetze, Regeln und internationalen Vertrage machten. Sie haben ihren Wählern und Schutzbefohlenen übel mitgespielt zuerst mit den Verträgen wie Stabilitätspakt, Maastricht und Lissabon, mit ihrer Nachläßigkeit bei der Aufnahme ungeeignet strukturierter Länder in den Euro, dann mit ihrer Vorreiterrolle im Bruch des Stabilitätspaktes und ihrer illegitimen Behandlung ihrer eigenen Verfassung, einer miserablen Krisenbewältigung .... Und das alles für eine Vision, gegen die man besser eine Tablette genommen hätte.
Wir sind schon seit Jahren über den Rand, und warten jetzt nur noch auf die harte Landung.
MfG
biggerB
>>Die Situation erinnert an das Jahr 2008 – nur dass diesmal kein Retter bereit steht.<<
Dann hat es sich endlich ausgerettet und wir können dieses schwachmatische Dogma des ewigen Wachstums endlich in die Tonne treten. Ich bin begeistert!
Auch die Lügengeschichte der endlosen Geldvermehrung wäre dann endlich mal beendet, noch ein Grund zur Freude.
Zur Vorbereitung auf die Anforderungen der Zukunft empfehle ich den Pappnasen des IWF und allen weiteren Kommentatoren das frische Werk von Richard Heinberg - 'The end of growth'. Gerade frisch erschienen und sehr aktuell, allerdings natürlich derzeit noch ausschließlich auf englisch verfügbar.
Sehr lesenswert!
Mag sein das sich die ganze Sache auf den ersten Blick ganz romantisch anhört, die "bösen" Finanzmärke brechen Zusammen und diejenigen die uns den ganzen Schlamassel eingebrockt haben müssen blechen.
Aber leider ist und wird das nicht Realität sein, eher wird es so aussehen, das der Otto - Normalverbraucher mit dem ganzen Rest in die Krise stürzen wird. Wenn die Wirtschaft zusammenbricht, sind plötzlich auch keine Arbeitsplätze mehr vorhanden, dh. niemand kann mehr seine lebensnotwendigen Güter kaufen, sein Lebensunterhalt bestreiten, das wiederum kann leicht zu Aufständen und Bürgerkriegsähnlichen Zuständen führen, wären sie davon auch begeistert???
Die Verantwortlichen leben alle noch, die uns mit irrwitzigen Lügen in die Schuldknechtschaft geführt haben. Wenn die Krise richtig kommt. sie war ja noch nicht da, dann ist es endgültig vorbei mit political correctness und Denkverboten und "Das sagt man doch nicht". Dann werden alle laut rufen, der Kaiser ist nackt und ihn eine Bekleidung verschaffen. Teeren und Federn und der Wutbürger wird zur Aktion schreiten ......
Mag sein das sich die ganze Sache auf den ersten Blick ganz romantisch anhört, die "bösen" Finanzmärke brechen Zusammen und diejenigen die uns den ganzen Schlamassel eingebrockt haben müssen blechen.
Aber leider ist und wird das nicht Realität sein, eher wird es so aussehen, das der Otto - Normalverbraucher mit dem ganzen Rest in die Krise stürzen wird. Wenn die Wirtschaft zusammenbricht, sind plötzlich auch keine Arbeitsplätze mehr vorhanden, dh. niemand kann mehr seine lebensnotwendigen Güter kaufen, sein Lebensunterhalt bestreiten, das wiederum kann leicht zu Aufständen und Bürgerkriegsähnlichen Zuständen führen, wären sie davon auch begeistert???
Die Verantwortlichen leben alle noch, die uns mit irrwitzigen Lügen in die Schuldknechtschaft geführt haben. Wenn die Krise richtig kommt. sie war ja noch nicht da, dann ist es endgültig vorbei mit political correctness und Denkverboten und "Das sagt man doch nicht". Dann werden alle laut rufen, der Kaiser ist nackt und ihn eine Bekleidung verschaffen. Teeren und Federn und der Wutbürger wird zur Aktion schreiten ......
gebe uns unser täglich Weltuntergangsartikel :)
Aber ok ich seh bei dem System ohne reset auch keine Zukunft, allein schon wegen dem Zins-Zinseszins System....
(und gebe uns unseren täglichen Weltuntergangsartikel)
und erlöse uns von diesem Übel!
Die Welt wird sich weiter drehen. Wie schon immer, denn es wäre nicht das erste Desaster. Am Tag danach beginnen wir es schon wieder zu vergessen. Ob wir aber beim nächsten Mal klüger sind, wage ich noch zu bezweifeln.
& Amen, wie wahr.
Kann man denn solche Artikel schon von der Überschrift her ernst nehmen? Wer liest denn als vernünftig denkender Mensch noch solche Artikel?
Expansion und Weltwirtschaft setzen immer auf (Neu-) Verschuldung, insoweit ist das immer wie ein "Wirtschafts-Big-Bäng", irgendwann hat man dann wieder soviele Schulden aufgetürmt und dann müssen die wieder "sozialisiert" werden.
Ich bin mir nur nicht im klaren, mit welcher Geschwindigkeit dies jetzt alles vor sich geht...
M.E. und das soll jetzt keine stichhaltige Prognose sein, wenn sich das System nicht grundlegend ändert, wird der Zerfall sich immer verkürzen. Ich hier sehe keine grundlegenden Veränderungen im System, im Gegenteil, mir scheint der Staat beugt vor, (Transaktionssteuer) und fängt schon mal an, für die Krise zu sparen....
(und gebe uns unseren täglichen Weltuntergangsartikel)
und erlöse uns von diesem Übel!
Die Welt wird sich weiter drehen. Wie schon immer, denn es wäre nicht das erste Desaster. Am Tag danach beginnen wir es schon wieder zu vergessen. Ob wir aber beim nächsten Mal klüger sind, wage ich noch zu bezweifeln.
& Amen, wie wahr.
Kann man denn solche Artikel schon von der Überschrift her ernst nehmen? Wer liest denn als vernünftig denkender Mensch noch solche Artikel?
Expansion und Weltwirtschaft setzen immer auf (Neu-) Verschuldung, insoweit ist das immer wie ein "Wirtschafts-Big-Bäng", irgendwann hat man dann wieder soviele Schulden aufgetürmt und dann müssen die wieder "sozialisiert" werden.
Ich bin mir nur nicht im klaren, mit welcher Geschwindigkeit dies jetzt alles vor sich geht...
M.E. und das soll jetzt keine stichhaltige Prognose sein, wenn sich das System nicht grundlegend ändert, wird der Zerfall sich immer verkürzen. Ich hier sehe keine grundlegenden Veränderungen im System, im Gegenteil, mir scheint der Staat beugt vor, (Transaktionssteuer) und fängt schon mal an, für die Krise zu sparen....
Wer verliert dann seine Macht? Das Grundproblem ist nicht neu und führte früher immer in die großen Kriege - die friedliche Lösung sollte auch bekannt sein! http://tinyurl.com/ynq2nh
"Danke" für die antisemitische Quelle und den Mythos vom bösen Geldjuden!
"Danke" für die antisemitische Quelle und den Mythos vom bösen Geldjuden!
Jim Rogers: Die nächste globale Rezession wird schlimmer als 2008
http://goo.gl/q2nX4
...ich habe seit längerem das Gefühl, dass es bei wirtschaftlichen Dingen nur noch um Glaubenssachen geht, das Ganze tief religiös determiniert ist. Wir glauben at etwas (Geld), das Ziffern mit Nullen auf Konten sind, wir reden von Realwirtschaft (was also auch die Existens einer Irrealwirtschaft inkludiert), wir glauben an Zukunftszenarien und fürchten den Absturz und und und. Wir glauben Zukunftspropheten - oder auch nicht. Wir streiten mit quasi-religiösem Eifer für oder gegen etwaige Lösungen.
Phantastisch. Spätmittelalterlicher Ablasshandel funktionierte nicht viel anders. Angst produzieren und Erlösung verkaufen...
Das sehe ich genau so. Das Problem dabei ist nur, dass die Konsequenzen solcher Crashs, bei denen nichts als virtuelle Werte "vernichtet" werden trotzdem sehr real sind.
Das sehe ich genau so. Das Problem dabei ist nur, dass die Konsequenzen solcher Crashs, bei denen nichts als virtuelle Werte "vernichtet" werden trotzdem sehr real sind.
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