Auch wenn es noch sieben Wochen sind: Für einige Beobachter steht die Dramaturgie des nächsten Weltklimagipfels Ende November im südafrikanischen Durban bereits fest. Der Verlierer wird das Kyoto-Protokoll sein, das bislang weltweit einzige verbindliche Klimaschutzabkommen.

Es läuft 2012 aus – und  es sieht so aus, als ob es kein direktes Nachfolge-Abkommen geben wird, um die Erderwärmung auf zwei Grad begrenzen. Zu unvereinbar sind die Vorstellungen von Industrienationen und Entwicklungsländern. Zuletzt dämpfte auch  Bundesumweltminister Norbert Röttgen die Erwartungen an den Gipfel.

USA und China blockieren die Verhandlungen

Die zwei größten CO2-Emittenten blockieren die Verhandlungen: Die USA sind schon jetzt mitten im Wahlkampf und haben kein Interesse an einem Kyoto II, sie haben nicht einmal das erste Kyoto-Abkommen ratifiziert. China verlangt größere Anstrengungen der Industrienationen und will sich ohne diese nicht bewegen. Nur Europa bleibt ambitioniert und hält an einem strengen CO2-Regime fest, kann jedoch allein nur wenig ausrichten.

"Jede Klimakonferenz braucht aber einen Erfolg, und das könnte diesmal das Thema Klimaschutzfinanzierung sein", sagt Reimund Schwarze vom Climate Service Center in Hamburg. Konkret dreht sich die Diskussion um den sogenannten Green Climate Fund , auf den sich die Teilnehmerstaaten beim Weltklimagipfel in Cancun 2010 geeinigt haben.

Der grüne Fonds soll in Entwicklungsländern sowohl Klimaschutzmaßahmen finanzieren, etwa den Aufbau von Solarparks, als auch Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel. Das können etwa höhere Deiche oder Monsun-feste Häuser sein.