Euro-Gipfel Banken erlassen Griechenland Hälfte der Schulden

Europas Staats- und Regierungschefs haben Einigungen in wichtigen Punkten erzielt: Der Schuldenschnitt für Griechenland kommt, der Hebel auch.

Kanzlerin Angela Merkel in der Nacht in Brüssel

Kanzlerin Angela Merkel in der Nacht in Brüssel

Die Euro-Länder haben einen Plan entworfen, durch den Griechenland langfristig wieder ohne Finanzhilfen aus dem Ausland auskommen soll. Grundlegendes Ziel dabei ist, den Schuldenstand des Landes auf 120 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) zu drücken – heute sind es 160 Prozent. Die privaten Gläubiger verzichteten dafür "freiwillig" auf 50 Prozent ihrer Forderungen an Athen, damit dieses Ziel bis zum Jahr 2020 erreicht wird, erläuterte Bundeskanzlerin Angela Merkel am frühen Morgen nach stundenlangen Beratungen in Brüssel (hier die Erklärung des Gipfels). Dieser Schuldenerlass entspricht etwa 100 Milliarden Euro.

Die Kreditgeber sollen ihre Staatsanleihen dazu im Januar in neue Anleihen umtauschen. Der Euro-Rettungsfonds (EFSF) sichert dies mit 30 Milliarden Euro ab. 

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Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou sprach von einer nachhaltigen Entscheidung. Das Land könne seine Probleme nun ein für allemal lösen. Von 2012 an werde sein Land keine neuen Schulden mehr machen.

Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy nannte die Beschlüsse historisch. Auch Merkel äußerte sich zufrieden. "Wir haben heute Nacht gezeigt, dass wir die richtigen Schlüsse aus der Krise ziehen", sagte sie. Beide hatten sich gemeinsam mit den Chefs der EU-Institutionen in die schwierigen Verhandlungen mit den Banken eingeschaltet. Die Banken hatten sich zunächst gegen einen Schuldenschnitt von mehr als 40 Prozent gesträubt. Doch die Euro-Länder bestanden auf mindestens 50 Prozent.

Die 17 Euro-Staaten verständigten sich auch darauf, die Schlagkraft des Rettungsfonds EFSF auf eine Billion Euro zu vervielfachen. Derzeit kann der Fonds 440 Milliarden Euro Kredite absichern. Erreicht werden soll dies, indem der Fonds auch Staatsanleihen von bestimmten Euro-Ländern versichert. Das ist der sogenannte Hebel, der allerdings auch das Verlustrisiko bei Pleiten von Staaten erhöht.

Zeitleiste
Chronik Euro-Krise
Oktober 2009

Die griechische Regierung revidiert die Schätzung des Staatsdefizits für 2009 nach oben – von sechs auf mehr als zwölf Prozent des BIPs. Bereits zuvor enthielt die Schuldenstatistik des Landes gravierende Fehler: Im Jahr 2004 wurde bekannt, dass die Neuverschuldung in den Jahren 1998 und 1999 – also kurz vor Einführung des Euro – deutlich über den im Maastricht-Vertrag festgeschriebenen drei Prozent des BIPs lag. Ende 2010 werden Griechenlands Schulden mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.

16. Dezember 2009

Als erste Rating-Agentur stuft Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab; die anderen Agenturen folgen. Die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus, um das Defizit nachhaltig zu verringern, begründet Standard & Poor's die Entscheidung. In der EU wächst die Angst vor einem Staatsbankrott, der andere Länder anstecken könnte. In Griechenland kommt es zu ersten Streiks gegen die Sparpolitik der Regierung.

11. Februar 2010

Die Staats- und Regierungschefs der EU erklären sich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern. Die EU fordert Griechenland jedoch gleichzeitig auf, die Sparanstrengungen zu verstärken. Zuvor bescheinigte die Kommission ihren Finanzstatistiken qualitative Mängel. Die griechische Regierung verkündet zusätzliche Sparmaßnahmen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Das entspricht rund zwei Prozent des griechischen BIPs.

2. Mai 2010

Die EU-Finanzminister beschließen, Griechenland Kredite in Höhe von 110 Milliarden Euro zu gewähren: 80 Milliarden kommen von den Euro-Staaten, 30 vom IWF. Nur zehn Tage später fließt die erste Tranche nach Athen. Im Gegenzug wird Griechenland verpflichtet, hart zu sparen, die Wirtschaft zu reformieren und staatliche Unternehmen zu privatisieren. An den Kapitalmärkten kann sich Griechenland nur noch zu hohen Zinsen refinanzieren. Standard & Poor's bewertet die Anleihen des Landes als hochspekulativ (B).

8. Mai 2010

Das Bundesverfassungsgericht lehnt einen Eilantrag gegen die Griechenland-Hilfen ab. Fünf Wissenschaftler hatten nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Griechenland-Hilfe im Bundestag Verfassungsbeschwerde eingelegt. Ihr Argument: Die Hilfe verstoße gegen die EU-Verträge, genauer: gegen das Verbot der gegenseitigen Haftung in der sogenannten No-Bailout-Klausel. Mit den Finanzhilfen werde eine "verheerende Inflationspolitik" betrieben.

10. Mai 2010

Die Europäische Zentralbank (EZB) beschließt, Staatsanleihen kriselnder Staaten aufzukaufen. Sie will verhindern, dass die Länder ihre Schulden nicht mehr bedienen können, weil die Zinsen immer weiter steigen. Ihre Statuten verbieten ihr, Anleihen direkt von den Emittenten zu erwerben; also wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt – dem sogenannten Sekundärmarkt – tätig. Mit der Ankündigung bricht die EZB mit einem Tabu: Bisher hat sie derartige Mittel zur Krisenbekämpfung stets abgelehnt.

7. Juni 2010

Die Euro-Finanzminister gründen in Luxemburg die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den sogenannten Euro-Rettungsschirm. Die Zweckgesellschaft soll im Notfall am Kapitalmarkt Kredite aufnehmen, um klamme Staaten finanziell zu stützen. Die Euro-Länder sollen für die Kredite bürgen, Deutschland mit bis zu 148 Milliarden Euro. Der EFSF umfasst insgesamt 750 Milliarden Euro. Die tatsächliche Kreditvergabekapazität liegt niedriger, weil für ein AAA-Rating hohe Garantien erforderlich sind.

29. September 2010

EU-Währungskommissar Olli Rehn präsentiert Vorschläge zur Krisenbewältigung. Der Finne will den Stabilitäts- und Wachstumspakt stärken und die EU finanzpolitisch besser steuern. Dazu sollen etwa Sanktionen künftig automatisch verhängt werden und nicht erst, wenn die Mitgliedsländer darüber entschieden haben. Und Schuldenstaaten sollen schon bei der Eröffnung eines Defizitverfahrens ein Strafpfand in Höhe von 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes hinterlegen. Die EU-Finanzminister entscheiden über die Vorschläge im März 2011.

30. September 2010

Die Rating-Agentur Moody's stuft Spanien herab, die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Sie bewertet die Bonität des Landes nun nicht mehr mit der Bestnote. Vor dem Platzen der Immobilienblase befand sich Spanien noch im Aufschwung. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen der Finanzkrise. Ministerpräsident Zapatero bestreitet, finanzielle Hilfe der EU zu brauchen. Spanien hat auf einen rigorosen Sparkurs geschwenkt – genau wie der ebenfalls hoch verschuldete Nachbar Portugal.

21. November 2010

Irland muss vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden. Das Land hat seine Banken mit Milliardenbeträgen vor dem Zusammenbruch gerettet und ist dadurch selbst in eine Schieflage geraten. Die Euro-Finanzminister beschließen Hilfskredite in Höhe von 85 Milliarden Euro, im Gegenzug muss Irland wie zuvor schon Griechenland hart sparen. Die irischen Bürger sind wütend: Bis zuletzt hatte ihre Regierung bestritten, Hilfe aus Brüssel beantragen zu wollen.
 

28. November 2010

Die Finanzminister der Euro-Länder einigen sich auf einen dauerhaften Krisenfonds, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Er soll 2013 den Rettungsfonds EFSF ablösen. Der ESM umfasst 700 Milliarden Euro, von denen maximal 500 Milliarden an Not leidende Staaten verliehen werden können. Der Rest dient als Sicherheitseinlage. Sie soll die Rating-Agenturen überzeugen, auch dem ESM Bestnoten zu verleihen. Im Gegensatz zum EFSF wird der neue Fonds mit einer Bareinlage in Höhe von 80 Milliarden Euro ausgestattet. In Einzelfällen können auch private Gläubiger beteiligt werden.

16. Dezember 2010 /25. Januar 2011

Die EZB verdoppelt ihr Grundkapital auf elf Milliarden Euro, um ihre Anleihekäufe abzusichern. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits für 72 Milliarden Euro Anleihen aufgekauft – griechische, irische, portugiesische, spanische. Einen Monat später gibt der Rettungsfonds EFSF erstmals selbst Anleihen auf dem Kapitalmarkt aus. Das Interesse der Anleger an den EFSF-Anleihen ist enorm, unter anderem wegen seines Top-Ratings.

11. März 2011

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beschließen, die Kreditvergabekapazität des EFSF auf 440 Milliarden aufzustocken. Außerdem einigen sich die Staaten auf den "Pakt für den Euro" – die Selbstverpflichtung, sich in der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik enger abzustimmen – und verpflichten sich zum Sparen. Gleichzeitig wird der Stabilitäts- und Wachstumspakts verschärft. Die von Deutschland geforderten automatischen Sanktionen scheitern allerdings am Widerstand der Mitgliedsstaaten.

April 2011

Innerhalb der schwarz-gelben Koalition regt sich Widerstand gegen den ESM: Mehr als 30 FDP-Politiker fordern, den Rettungsfonds auf dem Parteitag im Mai abzulehnen. Außerdem wollen sie ein Insolvenzverfahren für EU-Staaten mit starker Gläubigerbeteiligung und ein Verbot für die EZB, Anleihen aufzukaufen. Sie scheitern: Zwei Drittel der Liberalen sprechen sich gegen ein Nein zum ESM aus. Außenminister Westerwelle sagt: "Europa liegt im deutschen Interesse."

7. April 2011

Auch Portugal will unter den Rettungsschirm. Das ärmste Land Westeuropas sieht keine Alternative, nachdem die Opposition im März ein geplantes Sparprogramm der Minderheitenregierung ablehnte. Nach dreiwöchigen Verhandlungen bekommt Portugal 78 Milliarden Euro zugesprochen – und mehr Zeit für den Schuldenabbau: Die Neuverschuldung des Staats darf in diesem Jahr nun statt 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 5,9 Prozent betragen.

Juli 2011

Die Sorge um Italien lässt die Gemeinschaftswährung abrutschen. Die Staatsverschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft Europas ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, mit fast 120 Prozent höher als die Irlands und Portugals. Die Renditen auf ihre Anleihen steigen. Die Regierung plant, in vier Jahren knapp 48 Milliarden Euro einzusparen, etwa im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen. Berlusconi meint trotzdem: "Wir sind stabil."

21. Juli 2011

Die Euro-Länder beschließen das zweite Rettungspaket für Griechenland. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 109 Milliarden Euro und soll bis 2014 reichen. Erstmals beteiligen sich freiwillig private Gläubiger: Banken sollen 37 Milliarden Euro beisteuern, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Bonds mit geringeren Zinsen umtauschen. Ein Erfolg für die Bundesregierung, die sich für die Beteiligung privater Gläubiger eingesetzt hat.

8. August 2011

Die Europäische Zentralbank kauft erstmals auch italienische und spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt. Sie will damit verhindern, dass die Zinsen für die Krisenstaaten weiter steigen. Mit Erfolg: Der Druck auf die beiden Länder nimmt in den kommenden Wochen etwas ab. Italien erklärt sich bereit, ein weiteres Sparpaket aufzulegen: Bis 2013 soll der Haushalt um weitere 45 Milliarden Euro gekürzt werden.

August 2011

Die Debatte über Euro-Bonds entflammt. Euro-Gruppen-Chef Juncker ist dafür, die Krisenstaaten im Süden auch. In Deutschland drängen SPD und Grüne auf die gemeinsamen Anleihen; auch in der CDU bröckelt der Widerstand. Die FDP ist weiterhin strikt gegen Euro-Bonds, auch Angela Merkel lehnt sie ab. Unterdessen sorgen Gerüchte, Frankreich könnte sein AAA-Rating verlieren, für Turbulenzen an den Börsen. Der Dax fällt zeitweise um bis zu sechs Prozent im Vergleich zum Vortag. Sarkozy kündigt weitere Sparpläne an.

16. August 2011

Merkel und Sarkozy treffen sich zu einem Krisengipfel. Euro-Bonds sind dabei angeblich kein Thema. Stattdessen schlagen die beiden Staatschef eine EU-Wirtschaftsregierung vor, die sich aus dem Rat der Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder zusammensetzen soll. Außerdem soll eine Schuldenbremse nach deutschem Vorbild in die Verfassungen der Euro-Länder – und eine Steuer auf Finanztransaktionen. Letztere stößt vor allem bei den Banken auf wenig Gegenliebe.

31. August 2011

Das Bundeskabinett bringt das "Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" auf den Weg. Damit setzt es die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 21. Juli um. Deutschland bürgt nun für weitere 211 Milliarden Euro. Knackpunkt in der deutschen Diskussion ist die Beteiligung des Bundestages: Künftig soll das Parlament über alle neuen Hilfen abstimmen. Unter anderem haben die Unions- und die FDP-Fraktion dies gefordert.

August/September 2011
Banken Frankfurt

Die europäischen Banken misstrauen einander zunehmend. Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, bemühen sie die EZB. Der Liquiditätsfluss im Finanzsektor droht auszutrocknen, die Angst vor einer neuen großen Bankenpleite wächst. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), fordert deshalb, die Banken mit neuem Kapital auszustatten, das direkt vom Rettungsfonds EFSF kommen soll. Auch die Bankenaufsicht (EBA) zeigt sich besorgt. EZB-Chef Trichet und Deutsche-Bank-Chef Ackermann hingegen kritisieren die Vorstöße.

7. September 2011
Bundesverfassungsgericht

Erneut weist das Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden gegen die Griechenland-Hilfen ab. Die Richter entscheiden, dass die deutsche Beteiligung am Rettungsfonds EFSF mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie setzen aber voraus, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages allen Rettungsmaßnahmen zustimmen muss. Bisher musste sich Finanzminister Wolfgang Schäuble lediglich um ein Einvernehmen mit dem Parlament bemühen.

Mitte September 2011

Die Spekulationen über eine mögliche Insolvenz Griechenlands nehmen zu. Eine neue Immobiliensteuer soll das benötigte Geld in die öffentlichen Kassen bringen. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos sagt, sein Land brauche weitere Milliarden, um seine Haushaltsziele zu erreichen. Die griechische Wirtschaft schrumpft stärker als gedacht. Ein Sprecher des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble nennt die Spekulationen "zwecklos", aber Wirtschaftsminister Philipp Rösler sagt öffentlich, es dürfe keine Denkverbote geben. Eine geordnete Insolvenz schließt er nicht mehr aus.

29. September 2011

Der Bundestag billigt die von den Euro-Ländern geplante Aufstockung des Rettungsfonds EFSF auf 780 Milliarden Euro, von denen 440 Milliarden an überschuldete Euro-Staaten verliehen werden können. Treten die geplanten Änderungen in Kraft, steigen die deutschen Garantien um 88 Milliarden auf 211 Milliarden Euro. Zudem erhält der Fonds dann weitere Kompetenzen: Künftig soll er an der Börse Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen, um deren Kurse zu stabilisieren. Von 611 anwesenden Abgeordneten im Bundestag stimmen 523 dem Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu.

Oktober 2011

Am 26. Oktober stimmt der Bundestag schon wieder über eine Ausweitung des Rettungsfonds EFSF ab. In ihrer Regierungserklärung appelliert Kanzlerin Merkel an die Abgeordneten, ihre Rettungspolitik zu unterstützen: "Scheitert der Euro, scheitert Europa", sagt sie. 503 von 596 Abgeordneten stimmen für die Erweiterung. Auf dem anschließenden EU-Gipfel beschließen die Staats- und Regierungschefs einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Ausweitung des EFSF und eine Rekapitalisierung der Banken. Italien verspricht, stärker zu sparen.

Anfang November 2011
Lucas Papademos (r.) mit seinem Amtsvorgänger Giorgos Papandreou

Am 31. Oktober kündigt Griechenlands Ministerpräsident Papandreou überraschend an, er wolle seine Bevölkerung über die EU-Rettungshilfen abstimmen lassen. Europas Regierungen setzten Griechenland daraufhin unter Druck: Die nächste Kredittranche, von den Euro-Finanzministern eigentlich schon gebilligt, wird auf Eis gelegt. Am 3. November sagt Papandreou das Referendum wieder ab. Sechs Tage später kündigt er seinen Rücktritt an. Das frühere EZB-Ratsmitglied Lucas Papademos wird neuer griechischer Ministerpräsident.
 

Mitte November 2011
Mario Monti

Nach wachsendem Druck der Finanzmärkte auf Italien tritt Regierungschef Silvio Berlusconi zurück. Sein Nachfolger wird der frühere EU-Kommissar Mario Monti. Im Dezember stimmt das Parlament in Rom seinem Spar- und Sanierungsprogramm zu. Auch in Spanien wechselt die Regierung: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 20. November werden die Sozialisten abgewählt, die konservative Volkspartei (PP) mit ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy siegt. Er löst im Dezember José Luis Rodríguez Zapatero als Regierungschef ab.

Dezember 2011
David Cameron in Brüssel

Am 5. Dezember, nur wenige Tage vor dem nächsten EU-Gipfel, droht die Rating-Agentur Standard & Poor's Deutschland und weiteren 14 Ländern der Euro-Zone mit der Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit. Auf dem Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs ist Großbritanniens Premierminister David Cameron isoliert: Er will einen Vertrag für mehr Haushaltsdisziplin nicht mittragen, die anderen Länder vereinbaren den Abschluss des Regelwerks. Für sein Verhalten erntet Cameron auch im eigenen Land viel Kritik.

13. Januar 2012

Die Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Frankreichs Kreditwürdigkeit herab. Einen Tag später entzieht sie neun weiteren Ländern die Bestnote. Auch der Krisenfonds EFSF verliert sein AAA-Rating. Die Folgen sind begrenzt: Die Zinsaufschläge für einige Krisenländer bleiben zwar hoch, sinken aber in der Tendenz. Die erste Auktion des EFSF nach seiner Herabstufung verläuft reibungslos. Allerdings nimmt die Flucht in sichere Häfen zu: Wenige Tage vor der Herabstufung von Frankreich zahlt Deutschland erstmals negative Zinsen auf kurzfristige Staatspapiere – wie zuvor die Schweiz und Dänemark.

31. Januar

Die Staats- und Regierungschefs der EU verabschieden in Brüssel den Fiskalpakt. 25 Staaten stimmen dem neuen Regelwerk zu; Großbritannien und Tschechien bleiben außen vor. Die neuen Regeln sollen ab 2013 gelten. Künftig kann die Kommission ein Defizitverfahren auch ohne die Zustimmung der Finanzminister eröffnen, immer dann, wenn die Defizitquote eines Landes drei Prozent überschreitet. Das strukturelle Defizit in den Haushalten darf in der Regel nicht mehr die Grenze von 0,5 Prozent überschreiten. Die Krisenstaaten müssen ihre Schulden um fünf Prozent jährlich abbauen. Die Regierungschefs verabschieden auch den dauerhaften Krisenmechanismus ESM, der ab Juli in Kraft treten soll. 

21. Februar

Die EU-Finanzminister bringen in Brüssel ein zweites Rettungspaket für Griechenland auf den Weg. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro. Die Einigung der Minister mit Griechenland ist auch Voraussetzung für die Beteiligung privater Gläubiger an der Rettung des überschuldeten Landes. Sie sollen nun auf mehr als 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Der Schuldenstand Griechenlands soll dadurch auf rund 120 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken.

8. März 2012
Der Parthenon auf der Akropolis

Der Parthenon auf der Akropolis

Die griechische Regierung verschickt eine Erfolgsmeldung: An dem angekündigten Schuldenschnitt beteiligen sich nach Angaben des Finanzministeriums rund 86 Prozent aller Gläubiger, die Papiere nach griechischem Recht halten. Damit ist das nötige Quorum erreicht, um auch die anderen Gläubiger zum Umtausch zu zwingen. Insgesamt wären dann rund 95 Prozent der Investoren im Boot. Rund 197 Milliarden der 206 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden können nun umgeschuldet werden. Die Anleger erhalten Papiere mit längerer Laufzeit und niedrigerem Zinssatz. Griechenland bekommt mehr Zeit.

Zur Erweiterung des Fonds EFSF soll ein neuer Sondertopf entstehen, an dem sich der Internationale Währungsfonds IWF beteiligt. Dieser Fonds investiert in Anleihen, die der EFSF ebenfalls zum Teil absichert. Dabei könnten ausländische Investoren wie Staatsfonds aus China mitmachen.

Der Garantierahmen Deutschlands von 211 Milliarden Euro soll auf jeden Fall unverändert bleiben. Unter dieser ausdrücklichen Bedingung hatte der Bundestag am Mittwoch Merkel ein umfassendes Verhandlungsmandat gegeben – mit Stimmen der Union, FDP, SPD und Grünen.

Weiterer Beschluss in Brüssel: Sogenannte systemrelevante Banken müssen ihre Kernkapitalquote auf neun Prozent erhöhen. Sie sollen dafür bis zum 30. Juni 2012 Zeit bekommen.

Die ganze Nacht hindurch bis zum frühen Morgen hatten die europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel bei ihrem zweiten Euro-Gipfeltreffen innerhalb von vier Tagen verhandelt.

Leser-Kommentare
  1. vom deutschen Steuerzahler, dem armen Schwein.

    24 Leser-Empfehlungen
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    • Afa81
    • 26.10.2011 um 22:26 Uhr

    "Kredit-Sofort-Topf". Das klingt wie, ein Selbstbedienungsladen :-)

    • joG
    • 27.10.2011 um 9:00 Uhr

    ....der "Steuerzahler, der die Last trägt. Die Politik hat eine Sonderabgabe durchgesetzt für jene Investoren wie eine Pensionskasse von NRW (Bericht wdr5), die auf frühere Aussagen der Politiker vertrauten und daher zufällig noch griechische Anleihen im Portfolio haben. Das sind mit Sicherheit nicht alleine diejenigen Gruppen, die aus der Entstehungsgeschichte der Überschuldung profitierten.

    Dies trift die Bevölkerung indirekt und intransparent, indem man keine Zuordnungsübersicht der Betroffen erreichen kann. So muss die politische Klasse nur einen Teil der Kosten auf die Steuern überwälzen. Genau diese Intransparenz ist aber schädlich, da man die Folgen des Deleveraging nicht abschätzen kann und die Politik, die Verantwortung trägt nicht bewertbar ist.

    Vielleicht sollten Sie sich an die Nachkriegszeit erinnern. Kurz nachdem Nazi-Deutschland den brutalsten Krieg entfesselt hat, 6 Millionen Juden ermordet hat und unzähliche Länder überfallen und gedemütigt hat, hat man der Rechtsnachfolgerin, der Bundesrepublik Deutschland, einen sehr sehr großen Prozentsatz der Schulden erlassen: Damals sind die Steuerzahler der anderen Länder dafür aufgekommen, für diejenigen zu bezahlen, die ihnen vorher den Krieg beschert haben. Vielleicht sollten wir das immer wieder mal im Hinterkopf haben, bevor wir über andere richten. Wir haben eine europäische Verantwortung. Vielleicht trägt meine und vielleicht auch ihre Generation keine Schuld, aber eben diese Verantwortung (wollte die Debatte eigentlich nicht aufmachen, naja..)
    Und wenn wir Griechenland fallen ließen, fällt danach Spanien, Italien und Portugal, würde ein Abwertungswettkampf beginnen, den Deutschland nur verlieren kann, weil Deutschland exportiert. In die EU. Das war ein wichtiger Schritt zu mehr Europa, den ich sehr begrüße. Er hätte früher kommen müssen, dann hätten wir uns viel Geld und Diskussionen erspart und die Politker hätten die eine oder andere Stunde mehr geschlafen.
    Jetzt gilt es, den Griechen dabei zu helfen, ihren Staatsapparat umzubauen, die Korruption zu bekämpfen. Die Dinge an denen das System krankt. Keine Oberlehrerhilfe, sondern brüderlich-schwesterlich. Wenn die Kompetenzen haben, heißt es jetzt, diese zu teilen und den Griechen auf die Beine zu helfen!!

    • Afa81
    • 26.10.2011 um 22:26 Uhr

    "Kredit-Sofort-Topf". Das klingt wie, ein Selbstbedienungsladen :-)

    • joG
    • 27.10.2011 um 9:00 Uhr

    ....der "Steuerzahler, der die Last trägt. Die Politik hat eine Sonderabgabe durchgesetzt für jene Investoren wie eine Pensionskasse von NRW (Bericht wdr5), die auf frühere Aussagen der Politiker vertrauten und daher zufällig noch griechische Anleihen im Portfolio haben. Das sind mit Sicherheit nicht alleine diejenigen Gruppen, die aus der Entstehungsgeschichte der Überschuldung profitierten.

    Dies trift die Bevölkerung indirekt und intransparent, indem man keine Zuordnungsübersicht der Betroffen erreichen kann. So muss die politische Klasse nur einen Teil der Kosten auf die Steuern überwälzen. Genau diese Intransparenz ist aber schädlich, da man die Folgen des Deleveraging nicht abschätzen kann und die Politik, die Verantwortung trägt nicht bewertbar ist.

    Vielleicht sollten Sie sich an die Nachkriegszeit erinnern. Kurz nachdem Nazi-Deutschland den brutalsten Krieg entfesselt hat, 6 Millionen Juden ermordet hat und unzähliche Länder überfallen und gedemütigt hat, hat man der Rechtsnachfolgerin, der Bundesrepublik Deutschland, einen sehr sehr großen Prozentsatz der Schulden erlassen: Damals sind die Steuerzahler der anderen Länder dafür aufgekommen, für diejenigen zu bezahlen, die ihnen vorher den Krieg beschert haben. Vielleicht sollten wir das immer wieder mal im Hinterkopf haben, bevor wir über andere richten. Wir haben eine europäische Verantwortung. Vielleicht trägt meine und vielleicht auch ihre Generation keine Schuld, aber eben diese Verantwortung (wollte die Debatte eigentlich nicht aufmachen, naja..)
    Und wenn wir Griechenland fallen ließen, fällt danach Spanien, Italien und Portugal, würde ein Abwertungswettkampf beginnen, den Deutschland nur verlieren kann, weil Deutschland exportiert. In die EU. Das war ein wichtiger Schritt zu mehr Europa, den ich sehr begrüße. Er hätte früher kommen müssen, dann hätten wir uns viel Geld und Diskussionen erspart und die Politker hätten die eine oder andere Stunde mehr geschlafen.
    Jetzt gilt es, den Griechen dabei zu helfen, ihren Staatsapparat umzubauen, die Korruption zu bekämpfen. Die Dinge an denen das System krankt. Keine Oberlehrerhilfe, sondern brüderlich-schwesterlich. Wenn die Kompetenzen haben, heißt es jetzt, diese zu teilen und den Griechen auf die Beine zu helfen!!

  2. Absatz 2 dieses Artikels:

    @font-face { font-family: "Times"; }@font-face { font-family: "MS 明朝"; }@font-face { font-family: "MS 明朝"; }p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: 12pt; font-family: "Times New Roman"; }.MsoChpDefault { font-size: 10pt; }div.WordSection1 { page: WordSection1; }

    so in etwa stelle ich mir vor was unsere Politiker eigentlich entscheiden. Die verdrängen wissentlich das sie mit wesentlich gefährlicherem als nur Feuer spielen.

    Bitte tragen Sie mit sachlichen Kommentaren zu einer konstruktiven Debatte bei. Danke. Die Redaktion/ew

  3. Am zwanghaften Blick auf die Kurse sieht man, wie sehr uns die Finanzwirtschaft im Griff hat. Dabei ist es doch momentan völlig unwichtig wie der Eurokurs sich kurzfristig verändert und ob irgendjemand heute von einem "sehr nervösen Handel" spricht.

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    Schon in wenigen Tagen werden die "Märkte" wieder anfangen, gegen den EURO zu zocken: Italien und Frankreich sind schon im Visier der Rating-Agenturen. Und dann wird Frau Merkel wieder die ganz große Koalition zusammentrommeln und CDU/CSU, FDP, SPD und GRÜNE werden wiederum einem neuen "Rettungsschirm" zustimmen. Und wer Kritik übt, ist auch dann wieder ein gefährlicher "Demagoge", der die "Märkte" gegen sich aufbringt.

    Schon in wenigen Tagen werden die "Märkte" wieder anfangen, gegen den EURO zu zocken: Italien und Frankreich sind schon im Visier der Rating-Agenturen. Und dann wird Frau Merkel wieder die ganz große Koalition zusammentrommeln und CDU/CSU, FDP, SPD und GRÜNE werden wiederum einem neuen "Rettungsschirm" zustimmen. Und wer Kritik übt, ist auch dann wieder ein gefährlicher "Demagoge", der die "Märkte" gegen sich aufbringt.

  4. wie soll das funktionieren?

    Die Aktionäre zur Kapitalerhöhung bitten?

    Oder wird das die Verstaatlichung durch Einlagen der Heimatstaaten?

    Vielleicht sollte man ja die Banken mal zwingen ihre stillen Reserven aufzulösen, dann kämen auch noch ein paar Euro in den notleidenden Staatssäckel!

    Schenken wird man ja Ackermann und Konsorten die Knete nicht!
    Oder etwa doch?

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    Nun ja, als chinesischer Investor und Kommunist, der gerade nicht weiss, wohin mit seinen Geldern, würde ich überlegen, in die europäischen Banken einzusteigen.

    Nun ja, als chinesischer Investor und Kommunist, der gerade nicht weiss, wohin mit seinen Geldern, würde ich überlegen, in die europäischen Banken einzusteigen.

    • ThorHa
    • 26.10.2011 um 21:21 Uhr

    sind gute Nachrichten. Beide überfällig, aber sei´s drum. Die Einigung in der eigenen Familie ist schon langwierig genug und hier müssen sich gleich 17 Familen einigen.
    Wenn jetzt noch die Aufspaltung von Geschäfts- und Investmentbanken und das Verbot bestimmter Derivate käme, hätten wir die Hausaufgaben von 2008 weitgehend abgearbeitet.

    12 Leser-Empfehlungen
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    Wissen Sie von wem der Schuldenschnitt bezahlt werden soll?

    Dieser Schuldenschnitt Griechenlands wird mit Bürgschaften Deutschlands bezahlt. Es ist imho kein Schuldenschnitt, sondern ein Schuldtransfer - den wir werden dafür bürgen.

    Und jetzt können Sie sich ausrechnen, wie es die Situation verbessern soll.

    Ein wirklich nützlicher Schuldenschnitt wäre, wenn es von den Griechen (der kleinen Anzahl), die ihre 200 Mia. EUR im Ausland gebunkert haben, genommen und zur Schuldentilgung genutzt wird.

    Das wäre der richtige Schuldenschnitt.

    Diese Staatsschulden sind nichts weiter als das Geldvermögen der Kapitalgeber. Wenn Sie 26t. EUR gebunkert haben, muss irgendjemand (ein Dritter, ein Unternehmen, der Staat) im System diese Schuld tragen.

    > > Wenn jetzt noch die Aufspaltung von Geschäfts- und Investmentbanken und das Verbot bestimmter Derivate käme, hätten wir die Hausaufgaben von 2008 weitgehend abgearbeitet. > >

    Und das hätte die deutschen Steuerzahler nur ein paar 100 Mrd. Euro gekostet.
    Peanuts!
    Wird halt ein paar Jahrzehnte lang an den Sozialausgaben gespart...

    • joG
    • 27.10.2011 um 9:11 Uhr

    ....wollen Sie verbieten? CDS? Das Rettungsprogramm beruht doch wesentlich auf CDS.

    Die Nachrichten sind keinenfalls gut, sie sind erzwungen und stellen dementsprechend keine Lösung der Krise. Die wahre Ursachen der Krise, werden durch die Bildung der Notmaßnahmen vertieft, die Generatoren der Krise werden durch die Gestaltung des EFSF und ESM dauerhaft gestärkt.

    Die Entscheidungsmacht über vitalen Fragen der Entwicklung in der Zukunft werden übermäßig an nicht demokratisch gewählte Entscheidungsträger ohne irgendwelche Haftung übertragen. Die Maßnahmen sind deswegen notwendig gewesen, dürfen aber nicht als dauerhafte Lösung angenommen werden.

    Im Gegenteil, die letzten vier Jahren und Umgang mit den Ursachen der Krise, haben ein Demokratiedefizit und Abbau der rechtsstaatlichen Prinzipien als gewolltes Ziel des gesamten Zukunftsmodells der Gesellschaft gezeigt.

    zu 5

    Spontan wollte ich Sie gleich empfehlen, tue ich auch, aber, die Hausaufgaben sind NICHT richtig gemacht, denn nun wirde es mit GR weiter bergab gehen, weil sie sich immer noch dumm und dammelig sparen. So kommt kein Geld in die Staatskasse. Es müßte investiert werden vom Staat, von Unternehmen und konsumiert werden. Aber das können die Griechen nicht, mangels Masse, soll heißen: Geld

    Wissen Sie von wem der Schuldenschnitt bezahlt werden soll?

    Dieser Schuldenschnitt Griechenlands wird mit Bürgschaften Deutschlands bezahlt. Es ist imho kein Schuldenschnitt, sondern ein Schuldtransfer - den wir werden dafür bürgen.

    Und jetzt können Sie sich ausrechnen, wie es die Situation verbessern soll.

    Ein wirklich nützlicher Schuldenschnitt wäre, wenn es von den Griechen (der kleinen Anzahl), die ihre 200 Mia. EUR im Ausland gebunkert haben, genommen und zur Schuldentilgung genutzt wird.

    Das wäre der richtige Schuldenschnitt.

    Diese Staatsschulden sind nichts weiter als das Geldvermögen der Kapitalgeber. Wenn Sie 26t. EUR gebunkert haben, muss irgendjemand (ein Dritter, ein Unternehmen, der Staat) im System diese Schuld tragen.

    > > Wenn jetzt noch die Aufspaltung von Geschäfts- und Investmentbanken und das Verbot bestimmter Derivate käme, hätten wir die Hausaufgaben von 2008 weitgehend abgearbeitet. > >

    Und das hätte die deutschen Steuerzahler nur ein paar 100 Mrd. Euro gekostet.
    Peanuts!
    Wird halt ein paar Jahrzehnte lang an den Sozialausgaben gespart...

    • joG
    • 27.10.2011 um 9:11 Uhr

    ....wollen Sie verbieten? CDS? Das Rettungsprogramm beruht doch wesentlich auf CDS.

    Die Nachrichten sind keinenfalls gut, sie sind erzwungen und stellen dementsprechend keine Lösung der Krise. Die wahre Ursachen der Krise, werden durch die Bildung der Notmaßnahmen vertieft, die Generatoren der Krise werden durch die Gestaltung des EFSF und ESM dauerhaft gestärkt.

    Die Entscheidungsmacht über vitalen Fragen der Entwicklung in der Zukunft werden übermäßig an nicht demokratisch gewählte Entscheidungsträger ohne irgendwelche Haftung übertragen. Die Maßnahmen sind deswegen notwendig gewesen, dürfen aber nicht als dauerhafte Lösung angenommen werden.

    Im Gegenteil, die letzten vier Jahren und Umgang mit den Ursachen der Krise, haben ein Demokratiedefizit und Abbau der rechtsstaatlichen Prinzipien als gewolltes Ziel des gesamten Zukunftsmodells der Gesellschaft gezeigt.

    zu 5

    Spontan wollte ich Sie gleich empfehlen, tue ich auch, aber, die Hausaufgaben sind NICHT richtig gemacht, denn nun wirde es mit GR weiter bergab gehen, weil sie sich immer noch dumm und dammelig sparen. So kommt kein Geld in die Staatskasse. Es müßte investiert werden vom Staat, von Unternehmen und konsumiert werden. Aber das können die Griechen nicht, mangels Masse, soll heißen: Geld

  5. Europa geht vielleicht nun doch nicht unter, was der Kontinent aber wirklich braucht, hat keiner besser erkannt als der britische Stand-Up Comedian, Schriftsteller und Internetaktivist Pat Condell:
    http://www.youtube.com/wa...

    10 Leser-Empfehlungen
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    Ich würde es jedem empfehlen der Englisch versteht sich das anzusehen.

    Danke Zeitprofile für diesen Link!

    Was nützt´s ?
    Der Trog bliebe derselbe nur die Schweine wechseln !

    Ich würde es jedem empfehlen der Englisch versteht sich das anzusehen.

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    Was nützt´s ?
    Der Trog bliebe derselbe nur die Schweine wechseln !

    • neoen
    • 26.10.2011 um 21:39 Uhr

    das betrachtet Madame mit Sicherheit nicht als konstruktiven Debattenbeitrag...so ein rausstehlen aus jeder nahen Rückzahlungspflicht...am Ende der Debatte und nachdem weitere Milliarden nach Griechenland geflossen sind, stehen die griechische Akteure, auch aus deren Volkes Sicht als Staatsretter da....und werden drei Wochen feiern...den schnell ausgehenden Ouzo ersetzen sie dann durch Raki-Importe aus der gegenüberliegenden Türkei...die klettert dann ob der griechischen EU-Unterstützüng im volkswirtschaftlichem Ranking weiter nach oben...Horrorszenario..aber nicht ganz unrealistisch.-Jump-

    Wie die Versicherungslösung aussehen soll,habe ich immer noch nicht so ganz verstanden:

    1.) Greift dir nur beieinem totalem Ausfall? Oder auch bei dem gerateten?
    2.) Sind,verneindenfalls Teil 1. Frage 1.), die ersten oder letzten 20% gesichert; im Falle 2. Teil, Frage 1.) Unterfallen die dem Gläubiger dannverbleibenden 80% auch wieder dem Schirm, sprich gibt es dann 16%, dann 12,8% usw?
    3.) Sind die Gläubiger verpflichtet, dem EFSF gegen Auszahlung des Betrages auch zur Übertragung der Anleihen/sprich der Forderung verpflichtet?
    4.) Wenn 3.) negativ zu beantworten wäre,dürfte ich die Verantwortlichen für einen juristisch betrachtet dilettantischen Vertrag dann wenigstens nach Herzenslust und mit freier Auswahl verprügeln? Und wenn nein, hafteten die wenigstens dann dafür (blöde Frage, ich weiß)....also doch verprügeln.

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    • joG
    • 27.10.2011 um 9:08 Uhr

    .....Es bleiben Fragen, die in den Medien noch nicht aufbereitet sind.

    "...ist, den Schuldenstand des Landes auf 120 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) zu drücken – heute sind es 160 Prozent. Die privaten Gläubiger verzichteten dafür "freiwillig" auf 50 Prozent ihrer Forderungen ...."

    Wenn bspw heute der Schuldenstand 160% des BIP ist und die Schulden halbiert werden, scheint unklar, worin die Herausforderung nunmehr zu sehen ist 120% zu erreichen. Da stehen 40% dazwischen. Müssen öffentliche Investoren wie China den Schnitt nicht mittragen? Nehmen die Griechen weiter 40% auf? Waren die Schulden weit größer als gesagt wurde aber nur nicht verbrieft?

    Die nächsten Tage werden hoffentlich etwas mehr Transparenz schaffen. Das müssen wir wohl noch abwrten.

    • joG
    • 27.10.2011 um 9:08 Uhr

    .....Es bleiben Fragen, die in den Medien noch nicht aufbereitet sind.

    "...ist, den Schuldenstand des Landes auf 120 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) zu drücken – heute sind es 160 Prozent. Die privaten Gläubiger verzichteten dafür "freiwillig" auf 50 Prozent ihrer Forderungen ...."

    Wenn bspw heute der Schuldenstand 160% des BIP ist und die Schulden halbiert werden, scheint unklar, worin die Herausforderung nunmehr zu sehen ist 120% zu erreichen. Da stehen 40% dazwischen. Müssen öffentliche Investoren wie China den Schnitt nicht mittragen? Nehmen die Griechen weiter 40% auf? Waren die Schulden weit größer als gesagt wurde aber nur nicht verbrieft?

    Die nächsten Tage werden hoffentlich etwas mehr Transparenz schaffen. Das müssen wir wohl noch abwrten.

    • neoen
    • 26.10.2011 um 21:40 Uhr

    Wer nur auf das Ergebnis zielt, neigt dazu, in den Details zu pfuschen. Vielleicht ist ja jemand besser informiert als ich oder einfach auch nur klüger? Antworten, auch in Teilen, werden gerne entgegengenommen.

    Finally: m.E ist die Kernkapitalquote noch um 3,5% zu gering.Außerdem fehlt mir die Trennung zwischen Kreditbereich und Zockerabteilung.

    Last, but not least: Wenn Griechen oder Banken nicht wollen, einfach die Aussicht, GR Pleite gehen zu lassen, aufrufen....das amg helfen...gegen Beide Parteien.

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    Naja

    Die erste Bankenkrise wurde von den USA ausgelöst.

    Die EU rächt sich dann mit der zweiten Bankenkrise.

    Wer macht die Dritte?

    Naja

    Die erste Bankenkrise wurde von den USA ausgelöst.

    Die EU rächt sich dann mit der zweiten Bankenkrise.

    Wer macht die Dritte?

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