Es gibt Kompromisse, die sind so kompliziert, dass sie sich selbst richten. Die nun beschlossene Regelung für das sogenannte Finnenpfand gehört dazu. Wochenlang hatte der Streit über das Pfand die Euro-Staaten beschäftigt, als hätten diese nicht ohnehin genug Sorgen. Nun haben die Finanzminister auf ihrem Treffen in Luxemburg eine Lösung gefunden, die gute Chancen hat, Eingang in das Kuriositätenkabinett der EU zu finden.

Zur Erinnerung: Im Frühjahr hatte die Partei der Wahren Finnen mit einem durchweg Euro- und Europa-skeptischen Kurs in Finnland einen fulminanten Wahlerfolg errungen. Ihre zentrale Forderung lautete, Finnland dürfe kein weiteres Geld für Griechenland zur Verfügung stellen. Die neue finnische Regierung hatte der Aufstockung des Rettungsschirms EFSF im Juli daher nur unter Vorbehalt zugestimmt. 

Ein Vorbehalt, dem die anderen europäischen Regierungschefs ausweislich des Abschlussprotokolls auf ihrem Gipfel am 21. Juli ausdrücklich zustimmten. Staaten, die Griechenland Geld leihen, sollten demnach die Möglichkeit bekommen, hierfür Sicherheiten zu verlangen. Doch als die finnische Finanzministerin sich im August mit ihrem griechischen Kollegen auf ein solches Pfand verständigte, war die Aufregung groß.

Tatsächlich war die Regelung, die die beiden verabredet hatten, absurd. Griechenland hätte unter dem Strich mehr Geld für das Pfand aufwenden müssen, als Finnland dem klammen Land zur Verfügung gestellt hätte. Zu Recht fragten nun in Berlin genauso wie in Brüssel viele, was passieren würde, wenn auch andere Staaten auf diese Regelung zurückgreifen würden. Ein Einwand, auf den die Vertreter der Eurostaaten allerdings schon viel früher hätten kommen müssen – nämlich bevor sie den Finnen überhaupt eine Sonderregelung in Aussicht gestellt hatten.